Schultüte – Bedeutung und Erklärung
Was bedeutet Schultüte?
Eine Schultüte ist ein meist aus Pappe gefertigtes Behältnis in Form einer Spitztüte – kegelförmig oder als Pyramide auf sechseckiger Grundfläche. Schulanfänger tragen sie zur Einschulung mit sich, in Mitteldeutschland heißt sie auch Zuckertüte1.
Einordnung
Der Brauch, Kindern zum Schulanfang eine solche Tüte mitzugeben, wird seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland gepflegt und hat sich nach Österreich, Tschechien und in Teile Polens verbreitet1. Frühe Belege stammen aus Sachsen und Thüringen: Der bislang früheste Hinweis bezieht sich auf eine Einschulung 1781 oder 1782 in Gersdorf bei Hohenstein-Ernstthal1, ein erster schriftlicher Nachweis nennt Jena 18173. 1894 entstand in Wiesa im Erzgebirge die erste Schultütenfabrik, ab 1910 lief die serienmäßige Produktion1. Nach der deutschen Teilung waren im Osten sechseckige Tüten mit 85 cm Länge verbreitet, im Westen runde mit meist 70 cm1.
Im Alltag
Heute füllen meist die Eltern die Tüte, früher überreichten sie die Paten1. Klassisch sind Süßigkeiten und kleine Geschenke wie Buntstifte oder Schulmaterial1. Kinder- und Jugendärzte raten, wenige Lieblingssüßigkeiten einzupacken und sie mit Obst, Studentenfutter, zuckerfreiem Kaugummi, Aufklebern, bunten Stiften, einem Buch für Leseanfänger, Trinkflasche und Brotbox zu ergänzen2. Die Leiterin des Bayerischen Schulmuseums empfiehlt, nichts Digitales hineinzulegen und die Tüte nicht zu voll und nicht zu schwer zu machen, weil der Schulranzen am ersten Tag schon genug wiegt3.
Weiterlesen
Wie ihr den ersten Schultag entspannt vorbereitet, vom Ranzen bis zum Schulweg, steht im Ratgeber Erster Schultag: Was Eltern wissen sollten.
Quellen
- Schultüte · abgerufen am 11.10.2026
- Was kommt in die Tüte? · Stand 11.10.2026
- Die Schultüte als Statussymbol · abgerufen am 11.10.2026
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