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Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren

Hier findet ihr eine Gute-Nacht-Geschichte für jedes Alter: zwölf eigene Geschichten von 2 bis 6 Jahren, jede zum Vorlesen und als Hörfassung zum Anhören. Sie sind ruhig erzählt, kommen am Ende zur Ruhe und dauern je nach Alter rund zwei bis zehn Minuten2. Über die Übersicht springt ihr direkt zur passenden Altersgruppe, dazu gibt es Vorlese-Tipps und weitere Geschichten-Seiten.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 31 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Kind liegt abends friedlich im Bett und lauscht einer Gute-Nacht-Geschichte – warmes Titelbild zum Vorlesen und Einschlafen
Alter
2 bis 6 Jahre
Dauer
etwa 3 bis 8 Minuten je Geschichte

Eine Gute-Nacht-Geschichte begleitet euer Kind in den Schlaf. Hier findet ihr zwölf eigene Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren, jede zum Vorlesen und als Hörfassung zum Anhören. Die Texte sind ruhig erzählt, kommen am Ende zur Ruhe und dauern je nach Alter etwa zwei bis zehn Minuten2. Ihr könnt direkt bei der passenden Altersgruppe einsteigen: zwei Geschichten ab 2 Jahren, danach je zwei ab 3, 4, 5 und 6 Jahren und zum Schluss zwei kurze Geschichten für knappe Abende.

Alle Gute-Nacht-Geschichten im Überblick

Ein kurzer Blick auf alle zwölf Geschichten: Sie sind nach Alter sortiert, mit Altersangabe und einer Einschätzung zur Lesezeit, die Hörfassung steht jeweils bei der Geschichte.

Gute-Nacht-Geschichte für Kinder

Nicht jede Geschichte passt zu jedem Kind. In vergleichbaren Sammlungen ist die Mehrheit der Geschichten ab drei Jahren geschrieben, ein Teil ab vier bis fünf, einige ab sechs1. Die Altersangabe bezieht sich dabei aufs Vorlesen, nicht aufs Selberlesen1. Im Zweifel wählt ihr lieber eine Stufe darunter: Was euer Kind mühelos versteht, entspannt – etwas, bei dem es mitdenken muss, hält wach1.

Für Kleinkinder von 3 Jahren eignen sich kurze, bildhafte Geschichten mit einfachen Figuren und klarem Ausgang, die ein bis fünf Minuten dauern; ab 5 Jahren dürfen es Erzählungen mit kleinen Konflikten und Lösungen sein, die fünf bis zehn Minuten brauchen3. Wie euer Kind mitfiebert und mitfühlt, beschreiben wir auch in den Kindergeschichten zum Vorlesen und Anhören.

Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen

Abends zählt weniger, welche Geschichte ihr vorlest, als dass überhaupt eine kommt und dass sie ungefähr zur selben Zeit kommt4. Kinder merken sich den Ablauf lange, bevor sie sich die Handlung merken4. Wenn euer Kind seit Wochen dieselbe Geschichte hören will, lasst es dabei: Wiederholung beruhigt, weil euer Kind schon weiß, was passiert und nichts mehr aushalten muss4.

Eine Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen kommt zum Ende: Es gibt einen Konflikt, sonst wäre sie langweilig, aber er ist am Schluss gelöst, und der letzte Absatz ist leiser als der erste1. Wenn ihr saisonal sucht, passt zu Ostern die Osterhasen-Geschichte – zum Vorlesen und Anhören, und für den November findet ihr bei Sankt Martin mit Kindern feiern Ideen für den Abend.

Alle Geschichten-Seiten im Überblick

Wenn ihr ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Länge sucht, werdet ihr auf den folgenden Seiten fündig: kurze Geschichten für knappe Abende, lange Geschichten für gemütliche Stunden, Geschichten für Babys sowie je eine Seite mit Geschichten zu Weihnachten, Ostern, Freundschaft, Prinzessin, Einhorn, Katze und Tieren.

Nach Länge

  • Kurze Gute-Nacht-GeschichteKurze Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.
  • Lange Gute-Nacht-GeschichteLange Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.

Nach Alter

  • Gute-Nacht-Geschichte für BabysGute-Nacht-Geschichte für Babys zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.

Nach Jahreszeit

  • Weihnachtsgeschichte für KinderWeihnachtsgeschichte für Kinder: liebevoll geschriebene Geschichten zum Vorlesen – jede auch als Hörfassung. Mit Lesezeit, Altersangabe und Vorlese-Tipps.
  • Ostergeschichte für KinderOstergeschichte für Kinder: liebevoll geschriebene Geschichten zum Vorlesen – jede auch als Hörfassung. Mit Lesezeit, Altersangabe und Vorlese-Tipps.

Nach Thema

  • Gute-Nacht-Geschichte mit PrinzessinGute-Nacht-Geschichte mit Prinzessin zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.
  • Geschichte über FreundschaftGeschichte über Freundschaft zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.
  • Gute-Nacht-Geschichte vom EinhornGute-Nacht-Geschichte vom Einhorn zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.
  • Gute-Nacht-Geschichte von der KatzeGute-Nacht-Geschichte von der Katze zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.
  • Gute-Nacht-Geschichten mit TierenGute-Nacht-Geschichten mit Tieren zum Vorlesen und Anhören. Mit Hörfassung zum Anhören, Vorlese-Tipps und weiteren Geschichten für jedes Alter.

Geschichten ab 2 Jahren

Filo Fuchs und der leise Regen

Hörfassung · 4 Min.
Filo Fuchs und der leise Regen
0:004:06
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Filo Fuchs wohnt in einem Bau am Waldrand. Der Bau ist warm und weich. Draußen wird es langsam dunkel.

Filo hört ein leises Tippen. Tipp, tipp, tipp. Das ist der Regen. Der Regen klopft an die Blätter.

„Ich möchte noch draußen sein“, sagt Filo. Er streckt die Nase aus dem Bau. Ein Tropfen fällt auf seine Nase. Plitsch!

Filo lacht. Er läuft zur Wiese. Auf dem Teich macht der Regen kleine Ringe. Ring, ring, ring. Filo schaut lange zu.

Da kommt der Wind. Der Wind ist weich. Er streicht Filo über den Rücken. Filo gähnt einmal. Dann gähnt er noch einmal.

„Komm nach Hause“, ruft Mama Fuchs. „Der Abend ist da.“ Filo läuft zurück. Seine Pfoten werden nass. Das ist nicht schlimm.

Im Bau ist es warm. Mama Fuchs hat Moos gesammelt. Das Moos ist weich wie ein Kissen. Filo dreht sich zweimal im Kreis.

Dann legt er sich hin. Er hört den Regen. Tipp, tipp, tipp. Der Regen wird immer leiser.

„Mama, warum regnet es?“, fragt Filo. „Damit die Blumen trinken können“, sagt Mama Fuchs. „Und damit wir es drinnen gemütlich haben.“

Filo denkt an die Blumen. Er denkt an den Teich. Er denkt an den weichen Wind im Fell.

Draußen wird der Regen ganz still. Nur ein Tropfen fällt noch. Plitsch. Dann ist alles leise.

Mama Fuchs singt ein Lied ohne Worte. Filo hört nur die Melodie. Sie ist ruhig und tief.

In der Nacht wacht Filo einmal auf. Draußen raschelt etwas. Filo spitzt die Ohren. Es ist nur ein Blatt im Wind.

Nichts weiter. Filo kuschelt sich wieder in das Moos. Das Moos ist noch warm, und Mama Fuchs atmet ruhig. Hep, hep, hep.

Filo schließt die Augen. Sein Schwanz liegt warm an seiner Nase. Der Wald schläft. Auch der Regen schläft.

„Gute Nacht, Filo“, flüstert Mama Fuchs. Filo antwortet nicht. Er träumt schon. Er träumt von einem Teich mit vielen Ringen.

Am Morgen ist der Wald frisch. Die Blätter glänzen. Filo streckt alle vier Pfoten.

„Der Regen hat den Wald gewaschen“, sagt Mama Fuchs. Filo schnuppert. Es riecht nach Moos und nach Wiese.

Sie laufen zum Teich. Der Teich ist still. Kein Ring, kein Tippen. Nur die Sonne liegt darauf.

Und wenn morgen wieder Regen kommt, läuft Filo wieder hinaus. Ganz ohne nasse Pfoten geht es dann zurück in den warmen Bau.

Kater Millo und das warme Kissen

Hörfassung · 4 Min.
Kater Millo und das warme Kissen
0:003:45
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Kater Millo wohnt in einem Haus mit einem roten Dach. Sein Fell ist grau, seine Pfoten sind weiß.

Millo hat für jede Tageszeit einen Lieblingsplatz. Am Morgen liegt er auf der Fensterbank, am Mittag auf dem Sofa.

Nur für den Abend hat er noch keinen Platz gefunden. Heute ist es kalt im Haus. Millo läuft durch alle Zimmer.

Er probiert das Sofa. Das Sofa ist zu weich. Er rutscht immer wieder herunter.

Er probiert den Stuhl. Der Stuhl ist zu hart. Darauf kann er sich nicht zusammenrollen.

Er probiert die Fensterbank. Die Fensterbank ist kalt. Draußen liegt schon der Abend.

Da hört Millo ein leises Rascheln. Es kommt aus dem Wäschekorb. Im Korb liegt warme Wäsche.

Millo springt hinein. Die Wäsche ist warm. Millo schnurrt. Brrr, brrr, brrr.

Doch dann kommt Lina ins Zimmer. Lina nimmt die Wäsche heraus und hängt sie auf.

Der Korb ist leer. Millo sitzt in dem leeren Korb und sieht ein bisschen traurig aus.

„Du suchst ein warmes Kissen“, sagt Lina. Sie holt ein Kissen aus ihrem Bett. Das Kissen ist weich und warm.

Lina legt das Kissen neben ihr Bett und legt sich selbst schlafen. Millo klettert auf das Kissen.

Das Kissen ist warm. Es riecht nach Lina. Millo dreht sich dreimal im Kreis. Dann liegt er still.

Manchmal schnarcht Millo ein wenig. Lina stört das nicht. Sie hört es gern.

Einmal wollte Millo auf dem Schrank schlafen. Der Schrank ist hoch und staubig, und oben war es kalt.

Seitdem weiß Millo: Ein Kissen neben dem Bett ist besser als jeder Schrank.

Am nächsten Abend kommt Besuch. Ein kleiner Hund läuft durch das Haus und bellt vor Aufregung.

Millo mag es nicht laut. Er klettert unter das Sofa und wartet. Er wartet lange.

Als der Besuch geht, ist es wieder ruhig. Millo kommt hervor und streckt sich lang.

Lina liegt schon im Bett. Das Kissen ist frei. Millo schnuppert daran, springt hinauf und rollt sich zusammen.

„Gute Nacht, Millo“, sagt Lina leise. Draußen geht der Mond über das rote Dach.

Im Zimmer atmen zwei: Lina und Millo. Hep, hep. Und wenn Lina morgens aufwacht, liegt Millo noch da. Ganz warm und ganz zufrieden.

  • Illustration: Fuchs Filo schaut bei Regen aus seinem warmen Bau – Szene aus der Gute-Nacht-Geschichte ab 2 Jahren

    Filo Fuchs und der leise Regen

    Alter: ab 2 Jahren

    Ein Fuchs lauscht dem Regen und findet im warmen Bau zur Ruhe.
  • Illustration: grauer Kater rollt sich auf einem weichen Kissen neben einem Bett zusammen – Gute-Nacht-Geschichte ab 2 Jahren

    Kater Millo und das warme Kissen

    Alter: ab 2 Jahren

    Ein Kater sucht das wärmste Plätzchen und findet es neben dem Bett.
Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesDie Gute-Nacht-Geschichte, in der euer Kind selbst die Hauptrolle spielt – mit ruhigem Tempo und leiser Musik. Ihr wählt Name, Alter, Lieblingstier und den Anlass Einschlafen.Jetzt Geschichte erstellen

Geschichten ab 3 Jahren

Häsin Pippa und der Sternenstaub

Hörfassung · 4 Min.
Häsin Pippa und der Sternenstaub
0:003:36
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Häsin Pippa wohnt in einer Wiese hinter dem Hügel. Ihre Ohren sind lang, ihre Nase ist klein und rosa.

Am Abend sitzt Pippa vor ihrem Bau und schaut nach oben. Am Himmel stehen viele Sterne.

„Die Sterne leuchten“, sagt Pippa. „Ich möchte etwas davon haben.“

Mama Häsin lacht. „Dann musst du warten, bis sie etwas fallen lassen“, sagt sie.

Pippa wartet. Sie wartet lange. Ihre Ohren werden müde, und dann schläft sie einfach ein.

Am Morgen ist die Wiese nass. Überall glitzert es. Auf jedem Grashalm liegt ein Tropfen.

„Der Sternenstaub!“, ruft Pippa. Sie hüpft in die Wiese und schaut ganz genau.

Die Tropfen glänzen wie kleine Sterne. Pippa legt ein Blatt auf den Boden und wartet, bis ein Tropfen hineinfällt.

Plitsch. Der Tropfen liegt auf dem Blatt. Pippa trägt ihn vorsichtig nach Hause.

„Schau, Mama!“, ruft sie. „Ein Stern ist bei mir eingezogen.“

Mama Häsin schaut in den Tropfen. Sie sagt nichts Böses. Sie sagt nur: „Sehr schön.“

Pippa zeigt den Tropfen ihren Geschwistern. Drei kleine Häschen kommen aus dem Bau.

Sie schauen in das Blatt. In dem Tropfen spiegelt sich die Sonne. Für die Häschen sieht das aus wie ein kleiner Mond.

„Er ist ja rund“, sagt das kleinste Häschen. „Und er leuchtet.“

Pippa freut sich. Sie stellt das Blatt auf einen Stein. Nun hat die Familie einen kleinen Stern.

Einmal versucht Pippa, einen Tropfen mit den Pfoten zu fangen. Der Tropfen zerplatzt, und ihre Pfoten werden nur nass.

Da merkt sie: Halten geht nicht. Aber Anschauen geht immer.

Am Nachmittag wird es warm. Der Tropfen wird kleiner, und dann ist er weg.

Pippa ist erst traurig. Dann fällt ihr etwas ein. „Der Stern ist zurückgeflogen“, sagt sie. „Heute Abend leuchtet er wieder.“

Am Abend sitzt sie wieder vor dem Bau und schaut nach oben. Und wirklich: Die Sterne leuchten.

„Manche Dinge kann man nicht behalten“, sagt Mama Häsin. „Aber man kann sie jeden Abend wiedersehen.“

Die Geschwister sitzen nebeneinander im Gras und schauen. Wenn ein Tropfen fällt, sagen sie leise: „Plitsch.“

Pippa nickt. Sie kuschelt sich an ihre Mutter. Die Sterne bleiben am Himmel. Das ist auch schön.

Igel Tocko und die leise Nacht

Hörfassung · 4 Min.
Igel Tocko und die leise Nacht
0:003:33
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Igel Tocko liegt unter einem Blätterhaufen. Es ist Herbst, und die Nächte sind lang.

Tocko kann nicht schlafen. Er hört etwas. „Uhu“, klingt es aus dem Wald.

Tocko erschrickt ein wenig. Er zieht den Kopf ein und spitzt die Stacheln.

„Uhu“, klingt es wieder. Tocko wartet. Nichts passiert. Niemand kommt.

Da merkt Tocko: Die Eule ruft nur. Sie sagt gute Nacht. So wie Mama Igel gute Nacht sagt.

„Uhu“, sagt Tocko leise zurück. Er kann nicht so tief rufen. Es klingt eher wie ein kleines Huhu.

Neben ihm raschelt der Wind. Der Wind geht durch die Blätter, und die Blätter flüstern.

Tocko lauscht. Erst klingt das Flüstern laut. Dann klingt es wie ein Lied.

Weiter weg plätschert der Bach. Er plätschert immer gleich. Plätscher, plätscher, plätscher.

Tocko zählt die Geräusche: die Eule, der Wind, der Bach. Das sind drei.

Dann kommt ein viertes. Ein leises Knistern. Das ist die Maus, die über Moos läuft.

„Gute Nacht, Maus“, flüstert Tocko. Die Maus hört ihn nicht. Sie hat es eilig.

Kurz darauf raschelt es ganz nah. Tocko hebt den Kopf. Es ist nur ein Blatt, das fällt.

Das Blatt legt sich auf seine Nase. Tocko pustet, und das Blatt fliegt weg.

Er denkt an den Sommer. Da war die Nacht kurz und hell. Jetzt ist sie lang und weich.

Seine Stacheln werden schwer, seine Beine werden warm. Er gähnt zwei Mal hintereinander.

„Jede Nacht hat ihre Musik“, hat Mama Igel einmal gesagt. Jetzt versteht Tocko, was sie meint.

Die Eule ruft noch einmal. Der Wind flüstert weiter. Der Bach plätschert, und die Maus knistert zum letzten Mal.

Tocko atmet langsam. Eins, zwei, drei. Beim vierten Atemzug schläft er ein.

Am Morgen ist alles still. Die Blätter sind kalt, aber Tocko ist warm.

Und wenn die nächste Nacht kommt, kennt Tocko ihre Musik schon.

  • Häsin Pippa und der Sternenstaub

    Alter: ab 3 Jahren

    Eine Häsin sammelt Tautropfen und lernt, dass man Schönes anschauen statt behalten kann.
  • Igel Tocko und die leise Nacht

    Alter: ab 3 Jahren

    Ein Igel entdeckt, dass jedes Nachtgeräusch seine eigene Melodie hat.

Geschichten ab 4 Jahren

Emmi und der Glühwürmchen-Zug

Hörfassung · 3 Min.
Emmi und der Glühwürmchen-Zug
0:003:26
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Emmi liegt in ihrem Bett, aber sie ist überhaupt nicht müde. Sie hat den ganzen Tag im Garten gerannt.

Sie dreht sich auf die eine Seite. Sie dreht sich auf die andere Seite. Dann sieht sie etwas am Fenster.

Draußen schweben kleine Lichter. Erst zwei, dann fünf, dann zehn.

Emmi steht auf und geht zur Terrassentür. Die Lichter kommen näher und stellen sich hintereinander auf, wie Wagen in einem Zug.

Der erste Wagen leuchtet kurz auf. Emmi versteht trotzdem: Sie darf mitkommen.

Der Zug summt über den Rasen, und Emmi geht hinterher. Die Nacht ist weich und warm.

Am Blumenbeet hält der Zug an. Die Gänseblümchen haben ihre Blüten zusammengeklappt.

„Sie schlafen“, flüstert der Zug, und Emmi flüstert es nach: „Sie schlafen.“

Am Teich hält der Zug wieder an. Die Schnecke zieht sich in ihr Haus zurück und macht die Tür zu.

„Auch sie schläft“, sagt Emmi. Die Wasserläufer sitzen still auf dem Wasser.

Weiter hinten steht ein Wochenendhaus, in dem ein alter Hund liegt. Er schnarcht, und eins seiner Ohren zuckt im Traum.

„Sogar Bruno schläft“, sagt Emmi. Bruno ist der Hund vom Nachbarn, und der ist am Tag der lauteste im ganzen Ort.

Der Zug führt sie zu ihrer Terrasse zurück. Über der Tür bleibt er stehen und leuchtet ganz ruhig.

Emmis Mutter kommt heraus. „Ich konnte nicht schlafen“, sagt Emmi.

„Ich weiß“, sagt ihre Mutter. „Aber schau, wie viel schon schläft: die Blumen, die Schnecke, sogar Bruno.“

Emmi geht zurück ins Bett. Sie schaut an die Decke, und die Glühwürmchen funkeln über ihr wie ein kleines Nachtlicht.

Sie zählt sie bis zehn. Beim nächsten Blick schimmern sie nur noch, und beim übernächsten sind sie verschwunden.

Draußen zieht der Zug weiter, über die Wiese, zum Wald. Emmi hört ihn nicht mehr.

Am Morgen fragt sie ihre Mutter, ob es die Lichter wirklich gegeben hat.

„Frag die Blumen“, sagt ihre Mutter. „Sie sehen heute Morgen so aus, als hätten sie geschlafen.“

Emmi lacht und läuft in den Garten. Und abends, wenn sie nicht müde ist, wartet sie auf den Zug.

Prinzessin Vilja und das schlafende Schloss

Hörfassung · 3 Min.
Prinzessin Vilja und das schlafende Schloss
0:003:20
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Prinzessin Vilja wohnt in einem alten Schloss. Es hat dicke Mauern, hohe Fenster und eine Treppe aus Holz.

Abends hört Vilja etwas. Ein Knacken. Dann wieder ein Knacken. Sie zieht sich die Decke bis zum Kinn.

Sie zählt: Ein Knacken von der Treppe. Ein Knacken von der großen Tür. Ein drittes von den Dielen.

Vilja steht auf und nimmt ihre Laterne mit. Sie schleicht bis zur Treppe und horcht.

Bei der Tür steht Wachmann Otto. Er lehnt an der Wand und gähnt.

„Otto, das Schloss macht Geräusche“, flüstert Vilja. „Ist hier jemand?“

„Nein“, sagt Otto. „Das Schloss ist alt. Es redet im Schlaf.“

Vilja schaut ihn an. „Ein Schloss, das redet?“

„Hör genau hin“, sagt Otto. „Die Treppe knackt, weil sich das Holz ein wenig bewegt. Und dann sag dem Knacken etwas Liebes.“

Vilja geht zur Treppe. Sie horcht. Knack. Dann sagt sie: „Guten Abend, Treppe.“

Sie geht zur großen Tür. Da macht es ebenfalls Knack. „Schlaf gut, Tür“, sagt Vilja.

Die Dielen knacken noch einmal. Vilja sagt: „Und du schlaf auch schön, du alter Boden.“

Otto nickt. „So hört man das Schloss ganz anders“, sagt er. „Es sagt nicht ‚Hilfe‘. Es sagt ‚Gute Nacht‘.“

Vilja geht zurück ins Bett. Sie lässt die Laterne aus und lauscht im Dunkeln.

Ein Knacken kommt von der Treppe. Vilja gähnt und sagt leise: „Gute Nacht, Treppe.“

Sie hört noch zwei weitere Geräusche. Nach jedem wird sie ruhiger.

Als ein drittes Knacken kommt, ist Vilja schon eingeschlafen. Das Schloss arbeitet weiter, ganz leise.

Am Morgen wundert sie sich: Hat sie das Schloss wirklich reden hören?

„Frag Otto“, sagt ihre Mutter. Aber Otto schläft noch, und über ihm knarzt die Decke, als wollte sie sagen: Alles gut.

Seitdem schläft Vilja viel besser. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen ist immer derselbe: Die Treppe sagt gute Nacht.

  • Illustration: Kette aus Glühwürmchen schwebt über einer abendlichen Wiese – Gute-Nacht-Geschichte ab 4 Jahren

    Emmi und der Glühwürmchen-Zug

    Alter: ab 4 Jahren

    Ein Mädchen folgt leuchtenden Glühwürmchen und sieht, wie die Welt zur Ruhe kommt.
  • Prinzessin Vilja und das schlafende Schloss

    Alter: ab 4 Jahren

    Eine Prinzessin hört das Knacken im alten Schloss und macht daraus ein gutes Ritual.

Geschichten ab 5 Jahren

Einhorn Juma und die Nachtwiese

Hörfassung · 3 Min.
Einhorn Juma und die Nachtwiese
0:003:03
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Einhorn Juma lebt auf einer Wiese am Rand eines kleinen Waldes. Am Tag leuchtet sein Fell fast weiß.

Jumas Lieblingsblumen sind die großen gelben Blüten, die am Bach stehen. Sie sind so hoch, dass Juma die Nase hineinstecken kann.

Eines Abends läuft Juma zum Bach. Aber die Blüten sind fort. Statt Blüten sieht Juma nur grüne Stängel und geschlossene Knospen.

Juma sucht und sucht. Die Wiese wirkt leer. „Wo sind meine Blumen?“, fragt Juma in die Dunkelheit.

Eine Motte flattert heran. „Warte bis zum Morgen“, sagt sie. „Dann sind sie wieder da.“

„Aber ich brauche sie jetzt“, sagt Juma. „Ohne sie ist die Nacht nur dunkel und lang.“

„Dann schau genauer hin“, sagt die Motte und verschwindet zwischen den Gräsern.

Juma setzt sich hin. Erst sieht es nichts. Dann sieht es ein feines Weiß im Gras.

Es ist eine kleine Blume, die es am Tag nie gesehen hat. Sie öffnet ihre Blüten erst in der Dunkelheit.

Juma steht auf und findet noch mehr von ihnen. Es sind viel mehr, als Juma gedacht hätte.

„Es gibt Blumen für den Tag“, sagt Juma. „Und es gibt Blumen für die Nacht.“

Juma legt sich in das Gras. Die Nachtwiesenblüten leuchten wie kleine Sterne auf dem Boden.

Die Motte kommt noch einmal vorbei. „Müde?“, fragt sie. „Alle Blumen schlafen gerade“, sagt Juma und lächelt.

Die Luft wird kühl. Juma hört, wie der Bach weiterläuft. Er hört, wie ein Käfer durchs Gras kriecht.

Der Mond geht über den Wald. Seine Bahn ist lang und ruhig.

Juma atmet tief. Der Geruch von Gras und feuchter Erde wird stärker.

Am Morgen öffnen sich die gelben Blüten wieder. Juma steht auf und streckt alle Beine.

Die Nachtblumen sind fort. Aber Juma weiß jetzt, wo sie wohnen. Und abends wartet Juma auf sie.

Frida Eichhörnchen baut eine Brücke

Hörfassung · 3 Min.
Frida Eichhörnchen baut eine Brücke
0:003:03
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Frida Eichhörnchen wohnt in einer hohen Eiche. Auf der anderen Seite des Baches wohnt ihr Freund Borstel.

Borstel ist ein Dachs. Er ist groß und freundlich, aber er geht langsam, und er mag keine nassen Pfoten.

Über den Bach führen drei Trittsteine. Am Tag kommt Borstel gut hinüber.

Abends aber liegen die Steine im Schatten. Sie sind feucht, und Borstel rutscht zweimal aus.

Beim nächsten Mal bleibt Borstel auf seiner Seite sitzen. Das ist traurig, weil sie abends immer zusammen sitzen.

Frida überlegt lange. Dann hat sie eine Idee.

Sie sammelt flache Steine am Bachufer. Stein für Stein trägt sie hinüber und zurück.

Die Steine legt sie zwischen die Trittsteine. So werden aus drei Steinen viele kleine Stufen.

Über die Stufen legt Frida Moos. Das Moos ist weich und nimmt das Wasser auf.

Als Frida schon müde wird, kommt Borstel und hilft ihr. Er kann größere Steine tragen.

Am Abend ist die Brücke fertig. Sie ist nicht schön und nicht gerade, aber sie hält.

Borstel geht über die Moosbrücke. Auf der Mitte bleibt er stehen und schaut ins Wasser.

„Sie ist warm“, sagt er. „Das Moos ist ganz warm.“

Sie setzen sich nebeneinander auf die Brücke. Unter ihnen fließt das Wasser, und über ihnen wird der Himmel dunkel.

Am nächsten Tag regnet es. Frida und Borstel schauen nach der Brücke und suchen nach ihr.

Dann sehen sie: Der Bach hat die Steine ein Stück verschoben, und ein Stück Moos schwimmt davon.

Borstel seufzt. Frida aber lacht. „Dann bauen wir sie morgen wieder“, sagt sie.

Am nächsten Abend sitzen sie wieder auf der Brücke. Sie ist ein bisschen anders als vorher.

Und weil Borstel nun auch im Dunkeln kommt, verabreden sie sich für jeden Abend.

  • Illustration: weißes Einhorn liegt nachts auf einer Wiese mit kleinen leuchtenden Blüten – Gute-Nacht-Geschichte ab 5 Jahren

    Einhorn Juma und die Nachtwiese

    Alter: ab 5 Jahren

    Ein Einhorn sucht am Abend seine Blumen und findet Blüten, die nur nachts leuchten.
  • Frida Eichhörnchen baut eine Brücke

    Alter: ab 5 Jahren

    Zwei Freunde bauen gemeinsam einen Übergang, damit sie sich jeden Abend sehen können.

Geschichten ab 6 Jahren

Mikka und die Sternentreppe

Hörfassung · 3 Min.
Mikka und die Sternentreppe
0:003:18
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Mikka möchte einen Stern haben. Nicht nur anschauen. Richtig haben.

Also baut Mikka aus Holzbausteinen einen Turm. Immer höher, immer höher, bis zum Fenster.

Mikka steigt auf einen Stuhl und setzt den letzten Stein obendrauf. Der Turm wackelt und fällt um.

Alle Steine liegen auf dem Boden. Mikka schaut sie an und sagt nichts.

Da kommt Opa ins Zimmer. „Was baust du?“, fragt er.

„Eine Treppe zu den Sternen“, sagt Mikka. „Aber sie ist zu kurz.“

Opa setzt sich neben ihn. „Dann schauen wir die Sterne an, statt sie zu holen“, sagt er.

Opa holt ein Blatt Papier und einen Bleistift und legt beides auf das Fensterbrett.

„Suche dir Sterne“, sagt er. „Und dann zeichnest du sie auf, so wie sie stehen.“

Mikka findet einen großen hellen Stern und zwei kleine daneben. Dann noch einen Kreis von Sternen.

Opa zeichnet ein Kreuz in die Mitte des Blattes. „Das ist dein Fenster“, sagt er. „Alles andere ist der Himmel.“

Sie zeichnen und zeichnen. Mikka verbindet vier Sterne mit Strichen und findet eine Figur.

„Das ist mein Bär“, sagt Mikka. „Er hat einen Kopf und vier Beine.“

Opa lacht. „Dann nimm ihn mit ins Bett“, sagt er. „Deine Sterne sind jetzt bei dir.“

Mikka hängt das Blatt über sein Bett. Er schaut noch einmal nach draußen und dann auf das Papier.

Die Sterne draußen und die Sterne auf dem Papier sehen sich ähnlich. Das freut Mikka.

Bevor er schläft, baut er noch eine kleine Treppe aus zwölf Bausteinen. Oben liegt ein gefalteter Papierstern.

„Das ist meine Sternentreppe“, sagt Mikka. „Sie geht nicht bis zum Himmel, aber bis zur Fensterbank.“

Manchmal fällt die Treppe noch um. Dann baut Mikka sie wieder auf, und das dauert nur kurz.

Jeden Abend schaut Mikka in seinen Sternenhimmel. Zuerst ins Fenster, dann auf das Papier.

Und manchmal, ganz selten, meint er, sein Bär zwinkere ihm zu.

Tilda und der silberne Fluss

Hörfassung · 3 Min.
Tilda und der silberne Fluss
0:002:37
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Tilda geht am Abend mit ihrem Vater zum Fluss. Der Weg ist kurz, und der Fluss ist breit.

Heute sieht das Wasser aus wie flüssiges Silber. Es bewegt sich leise, und überall glitzern kleine Streifen.

„Ich möchte etwas Silber mitnehmen“, sagt Tilda. Sie holt ein leeres Glas aus ihrer Jackentasche.

Sie hält das Glas ins Wasser und füllt es auf. Dann hält sie es in die Höhe.

Im Glas ist kein Silber. Im Glas ist nur Wasser, klar und ein bisschen grau.

Tilda stellt das Glas auf die Mauer. Sie wartet. Dann stellt sie es wieder hin.

Erst als das Glas neben dem Fluss steht, kommt ein kleiner Streifen Silber zurück.

Tilda nimmt das Glas in die Hand. Sofort ist der Streifen weg.

„Manche Dinge leuchten nur an ihrem Platz“, sagt ihr Vater. Tilda sieht das Wasser an.

Sie setzt sich auf die Mauer und schaut auf den Fluss. Nun ist das Silber wieder da.

„Dann lasse ich es eben hier“, sagt Tilda. „Es würde sich in meinem Zimmer bestimmt verlaufen.“

Sie zählt die Lichter auf der alten Brücke. Erst sind es vier, dann sechs. Dann geht noch eines an.

Zwischen den Lichtern schwimmt das Silber weiter, in langen, ruhigen Bahnen.

Ihr Vater schweigt. Tilda schweigt ebenfalls und hört das Wasser an den Steinen.

Zu Hause, im Bett, denkt Tilda noch an den Fluss. Sie stellt sich vor, das Silber ziehe weiter.

Morgens ist das Wasser grau. Das ist in Ordnung. Tilda weiß ja, wo das Silber wohnt.

An manchen Abenden sitzt sie sehr lange da. Sie nimmt nie wieder ein Glas mit.

  • Mikka und die Sternentreppe

    Alter: ab 6 Jahren

    Ein Junge will Sterne holen und lernt, sie stattdessen zu zeichnen und zu benennen.
  • Tilda und der silberne Fluss

    Alter: ab 6 Jahren

    Ein Mädchen entdeckt, dass manche Dinge nur an ihrem Platz leuchten.

Kurze Geschichten

Das kleine Nachtlicht

Hörfassung · 2 Min.
Das kleine Nachtlicht
0:002:22
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Im Kinderzimmer steht ein kleines Nachtlicht. Tagsüber ist es aus. Es sieht dann aus wie ein weißer Pilz ohne Hut.

Das kleine Nachtlicht hat einen Kummer. Es kann nicht so hell leuchten wie die große Lampe.

Wenn die große Lampe angeht, ist das ganze Zimmer hell. Sogar unter dem Bett wird es hell.

Das kleine Nachtlicht leuchtet nur ein bisschen. Es leuchtet nur so weit wie ein ausgestreckter Arm.

„Ich bin zu klein“, sagt das Nachtlicht einmal. Doch niemand hört es, weil es Tag ist.

Abends kommt die Mutter ins Zimmer. Sie macht die große Lampe aus und das kleine Licht an.

Nun ist es dunkel im Zimmer, nur ein kleiner Kreis ist warm und hell. Der Kreis liegt über dem Bett von Jona.

Am Rand des Kreises sieht Jona den hölzernen Hasen. Er sieht sein Kissen. Er sieht seine Decke.

Weiter weg sieht Jona nichts. Und weil er dort nichts sieht, muss er dort auch nicht hinschauen.

„Bleib an“, sagt Jona leise. Das Nachtlicht hört das, denn jetzt ist Nacht.

Das Nachtlicht freut sich. Es leuchtet ein wenig mehr, so viel es kann.

Draußen geht ein Auto vorbei. Im Zimmer bewegt sich nichts.

Bis zum Morgen bleibt das Licht an. Manchmal flackert es, wenn Jona im Schlaf die Decke bewegt.

Als die Sonne kommt, wird das Zimmer hell. Das kleine Licht darf nun ausruhen.

Und in der nächsten Nacht ist es wieder da, klein und warm und genau richtig.

Hase Noah zählt bis zehn

Hörfassung · 2 Min.
Hase Noah zählt bis zehn
0:002:09
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Hase Noah liegt in seinem warmen Bau. Draußen ist alles dunkel, aber Noah ist noch wach.

Er dreht sich auf die eine Seite. Er dreht sich auf die andere Seite. Schlafen will nicht klappen.

„Dann zähle ich“, sagt Noah. Er zählt nicht Schäfchen. Er zählt alles, was er sieht.

Eins ist das Kissen unter seinem Kopf. Es ist weich wie eine Wolke.

Zwei sind seine Pfoten. Er legt sie unter sein Kinn.

Drei ist der Stein vor dem Eingang. Er ist rund und ein bisschen kühl.

Vier ist das Gras am Eingang. Fünf ist der kleine Busch daneben.

Beim Zählen wird Noahs Atem langsamer. Er merkt es nicht einmal.

Sechs ist der Mond, der durch die Zweige schaut. Sieben ist der Fleck auf dem Boden.

Acht ist die leere Stelle neben ihm. Dort hat seine Schwester gestern geschlafen. Heute schläft sie ein Stück weiter weg.

Neun ist die Luft. Noah atmet sie ein und wieder aus, ganz langsam.

Zehn ist Noah selbst. Er liegt warm in seinem Bau, und alles andere ist geordnet.

Noah hört auf zu zählen. Er schaut noch einmal in den Mond und nickt ihm zu.

„Gute Nacht, eins bis zehn“, sagt er. Dann schläft er ein.

  • Das kleine Nachtlicht

    Alter: ab 3 Jahren

    Ein kleines Nachtlicht merkt, dass seine kleine Helligkeit am Abend genau richtig ist.
  • Hase Noah zählt bis zehn

    Alter: ab 2 Jahren

    Ein Hase zählt die Dinge in seinem Bau und schläft beim Zählen ein.

Vorlese-Tipps

  • Langsamer lesen, als ihr denkt. Viele Erwachsene lesen zu schnell, weil sie den Text schon kennen4.
  • Zum Ende hin leiser werden. Euer Kind hört die Lautstärke, bevor es den Inhalt versteht4.
  • Pausen stehen lassen – auch mitten im Satz. In den Pausen passiert das Einschlafen4.
  • Aufhören, wenn euer Kind wegdämmert. Der Rest der Geschichte läuft nicht weg4.
  • Immer dieselbe Reihenfolge am Abend: Zähneputzen, Schlafanzug, Geschichte – möglichst zur selben Uhrzeit4. Anregungen dazu findet ihr in Einschlafrituale für Kinder von 2 bis 4 Jahren.
  • Eine Stunde vor dem Schlafengehen herunterfahren: Vorlesen, Malen oder Kuscheln statt Toben; Licht, Lärm und Hitze stören den Schlaf5.
  • Bewegung am Tag, Ruhe am Abend. Kinder, die sich tagsüber viel bewegen, schlafen schneller ein als Kinder, die viel sitzen7.
  • Aussuchen lassen und Unterbrechungen zulassen: Kinder dürfen fragen, kommentieren und die Geschichte weiterspinnen6.
  • Die Länge anpassen: Mit zwei bis drei Jahren sind drei bis fünf Minuten viel, mit vier bis fünf funktionieren fünf bis zehn, ab sechs auch fünfzehn1. Details stehen in Wie lang sollte eine Gute-Nacht-Geschichte sein?

Wenn ihr den Abend mit einem Lied beenden möchtet, findet ihr Text und Hintergründe bei Stille Nacht, heilige Nacht – Liedtext, Herkunft und Bewegungen.

Illustration: gemütliches Kinderzimmer mit Nachtlicht, Kissen und offenem Bilderbuch – Abendritual zum Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte
Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesDie Gute-Nacht-Geschichte, in der euer Kind selbst die Hauptrolle spielt – mit ruhigem Tempo und leiser Musik. Ihr wählt Name, Alter, Lieblingstier und den Anlass Einschlafen.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Wie schreibt man eine Gute-Nacht-Geschichte?
Am wichtigsten ist der Schluss. Eine Gute-Nacht-Geschichte braucht einen kleinen Konflikt, sonst wird sie langweilig, aber er ist am Ende gelöst, und der letzte Absatz ist leiser als der erste1. Sie lädt nicht zum Weiterlesen ein, sondern führt hinunter1. Für den Einstieg reichen ein Schauplatz, eine Figur und ein Problem, das sich in fünf Minuten auflöst. Eigene Alltagserlebnisse und der Name eures Kindes machen die Geschichte vertraut6.
Wie lange sollte man abends vorlesen?
Das hängt vom Alter eures Kindes ab. Mit zwei bis drei Jahren sind drei bis fünf Minuten viel, mit vier bis fünf funktionieren fünf bis zehn Minuten, ab sechs auch fünfzehn1. Für Kleinkinder von zwei bis vier Jahren passen Geschichten von ein bis fünf Minuten, ab fünf Jahren dürfen es sieben bis zehn Minuten sein3. Zwei kurze Geschichten sind fast immer besser als eine lange: Nach der ersten könnt ihr aufhören, ohne dass jemand etwas verpasst1.
Was ist eine Gute-Nacht-Geschichte?
Eine kurze Geschichte, die zum Abend passt: mit einem Konflikt, damit sie nicht langweilig wird, aber mit einem gelösten Ende, damit der Abend danach zu Ende gehen kann1. Der Unterschied zu anderen Kindergeschichten liegt weniger im Inhalt als im Schluss – eine Gute-Nacht-Geschichte lädt nicht zum Weiterlesen ein, sie führt hinunter1. Oft endet sie ruhiger als sie beginnt, und was noch offen ist, darf offen bleiben1.
Wie lange sollte eine Gute-Nacht-Geschichte dauern?
Bei vielen fertigen Tonaufnahmen liegt der Median bei fünf Minuten; die kürzeste Geschichte ist nach zwei Minuten vorbei, die längste braucht vierzehn1. Andere Sammlungen nennen eine Spanne von zwei bis zehn Minuten2. Wichtiger als die genaue Zahl ist, ob euer Kind noch folgt: Wenn es vorher aufsteht, war nicht das Kind zu unruhig, sondern die Geschichte zu lang1.
Ab welchem Alter sind die Geschichten geeignet?
Die Geschichten hier sind für Kinder von 2 bis 6 Jahren gedacht und deshalb nach Alter sortiert. In vergleichbaren Sammlungen ist die große Mehrheit ab drei Jahren geschrieben, ein Teil ab vier bis fünf, einige ab sechs1. Andere Anbieter richten sich an Kinder von 3 bis 10 Jahren3. Im Zweifel wählt lieber eine Stufe darunter: Was euer Kind mühelos versteht, entspannt es1.

Quellen

  1. 214 Gute-Nacht-Geschichten zum Vorlesen · abgerufen am 11.10.2026
  2. Die schönsten Gute-Nacht-Geschichten » für Kinder & Familie · Stand 01.07.2026
  3. Gute-Nacht-Geschichten für Kinder » 120+ kostenlos zum Vorlesen · Stand 14.08.2026
  4. 780 Gute-Nacht-Geschichten zum Vorlesen & Anhören 🦊 Gratis · abgerufen am 10.10.2026
  5. Gute Nacht Tipps BIOEG kindergesundheit info · Stand 05/2025
  6. Geschichten vorlesen · Stand 31.12.2025
  7. Toben am Tag erleichtert das Einschlafen in der Nacht: Kinderaerzte-im-Netz · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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