Kliniktasche: Was Eltern wissen sollten

Kliniktasche packen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wenn die Wehen einsetzen, ist es gut, wenn eine vorbereitete Kliniktasche schon bereitsteht. Packt sicherheitshalber alles Wichtige für ein paar Tage Klinik ein – auch dann, wenn ihr eine ambulante Geburt oder eine Hausgeburt plant1.
Das Familienportal Nordrhein-Westfalen empfiehlt, die Tasche zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche zu packen. Ab diesem Zeitpunkt kann euer Baby theoretisch jederzeit auf die Welt kommen3. Hebammen raten, bis zur 37. Schwangerschaftswoche fertig zu sein2. Eine feste Regel gibt es nicht: Manche beginnen sehr früh in der Schwangerschaft, andere warten bis kurz vor der Geburt2.
Was ihr bis zuletzt im Alltag braucht – Ausweis, Krankenkassenkarte, Ladekabel –, notiert ihr am besten auf einen Zettel und legt ihn oben auf die Tasche2. Zwei Taschen haben sich bewährt: eine kleinere für den Kreißsaal und eine größere für die Zeit danach2. Packt gemeinsam mit eurer Begleitperson, dann weiß sie, wo alles liegt2.
Kliniktasche für die Geburt – die Checkliste
Eine Kliniktasche zur Geburt lässt sich in vier Bereiche aufteilen: Dinge für den Kreißsaal, Dinge für euch nach der Geburt, eine kleine Ausstattung fürs Baby und die Dokumente. Eine Kliniktasche-Checkliste dient dabei als Orientierung, nicht als Pflichtprogramm2.
Die Listen sind meist auf zwei bis drei Tage ausgelegt. Wer ambulant gebiert, braucht weniger; bei einem längeren Aufenthalt plant ihr entsprechend mehr ein2. Fragt vorab in eurer Wunschklinik, welche Dinge vorrätig sind. Viele Kliniken stellen zum Beispiel Netzhöschen, Wochenbetteinlagen, Stilleinlagen, Stillkissen, Windeln und Feuchttücher2.
In den Kliniken werden Kleidung und Windeln für das Neugeborene gestellt, sodass ihr für das Baby vor allem alles für den Heimweg einpackt1. Neue Babykleidung wascht ihr am besten vorher1.
Bewahrt alle Dokumente gesammelt in einer Mappe auf, so sind sie schnell griffbereit3.

Kliniktasche für die Geburt: Was gehört in den Kreißsaal?
Für den Kreißsaal hilft bequeme Kleidung, die sich leicht wechseln lässt: ein bis zwei längere T-Shirts, Hausschuhe zum Hineinschlüpfen, warme Socken und eine bequeme Jacke oder ein Pulli. Viele Frauen frieren in den späteren Phasen der Geburt1.
Dazu kommen Lippenbalsam, eventuell Massageöl oder Badezusatz und Lieblingsmusik zur Ablenkung und Entspannung1. Haargummis oder ein Haarband halten die Haare während der Geburt aus dem Gesicht1. Das Smartphone mit Ladegerät liegt parat für die ersten Babyfotos und Nachrichten an Familie und Freunde1.
Wenn ihr Hilfsmittel wie eine Brille oder ein Hörgerät braucht oder Medikamente einnehmt, gehören sie mit in die Tasche1. Im Kreißsaal stehen meist Wasser und andere Getränke bereit, oft auch für die Begleitperson. Da Geburten länger dauern können, sind energiereiche Snacks wie Müsliriegel oder Obst sinnvoll – ebenfalls für die Begleitung1.
Praktisch sind außerdem ein Strohhalm oder eine Sporttrinkflasche, ein Kirschkernkissen, ein langes Ladekabel und Kopfhörer2.
Für euch selbst: Kleidung und Pflege nach der Geburt
Für den Aufenthalt nach der Geburt packt ihr bequeme Kleidung, Schlafanzüge oder Nachthemden ein. Oberteile, die sich zum Stillen öffnen lassen, oder weite T-Shirts erleichtern den Start1. Dazu kommen Bademantel oder Strickjacke, ein Still-BH und Stilleinlagen1.
Beim Still-BH gehen die Angaben auseinander: Die Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit nennt zwei Körbchengrößen mehr als während der Schwangerschaft1, Hebammen empfehlen einen Cup größer als im letzten Drittel der Schwangerschaft2.
Außerdem gehören mehrere kochfeste Baumwollslips oder Wegwerfslips in die Tasche, besonders saugfähige Binden statt Tampons, Handtücher, Waschlappen und eure Körperpflegeartikel1. Parfümfreies Duschgel und eine parfümfreie Lotion sind eine gute Wahl, denn starke Gerüche können euer Baby irritieren2.
Für den Heimweg passt weite Kleidung, die euch etwa im 6. Schwangerschaftsmonat gepasst hat1. Orientiert euch an dem, worin ihr euch im 6. bis 7. Monat wohlgefühlt habt2.
Was braucht euer Baby – und was stellt die Klinik?
In den meisten Kliniken bekommt euer Baby Kleidung und Windeln gestellt. Für das Neugeborene packt ihr deshalb vor allem das Notwendige für den Heimweg ein1.
Wenn ihr eine eigene kleine Tasche mitbringen möchtet, haben sich zwei bis drei Spucktücher, zwei bis drei Bodys in verschiedenen Größen von 50 bis 62, Söckchen, Oberteile, Hosen oder Strampler, ein Jäckchen und eine Babydecke bewährt2. Bodys in der Größe 56 bis 62 nennt auch die Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit1.
Für die Heimfahrt mit dem Auto braucht ihr einen Autositz oder eine Babyschale mit der passenden Ausstattung für Neugeborene1. Am besten installiert ihr die Babyschale schon vor der Geburt im Auto3. Wer zu Fuß nach Hause geht, braucht einen Kinderwagen oder ein Tragetuch1.
Was darüber hinaus in den ersten Wochen gebraucht wird, findet ihr unter Erstausstattung fürs Baby.
Welche Dokumente gehören in die Kliniktasche?
Die Dokumente gehören ganz oben in die Tasche oder in eine Mappe: Personalausweis, Mutterpass und Versichertenkarte der Krankenkasse1. Wenn ihr verheiratet seid, kommt das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde dazu, bei ledigen Müttern die Geburtsurkunde1.
Hebammen empfehlen zusätzlich einen Allergiepass und andere medizinische Unterlagen, falls vorhanden, einen Einweisungsschein fürs Krankenhaus und euren Geburtsplan, wenn ihr einen erstellt habt2. Der Ausweis der Begleitperson gehört ebenfalls dazu2.
Seid ihr nicht verheiratet, packt eure Geburtsurkunden, die Vaterschaftsanerkennung und die Sorgerechtserklärung ein2. Das Familienstammbuch mit Heiratsurkunde oder die Geburtsurkunde beziehungsweise Vaterschaftsanerkennung nennt auch das Familienportal Nordrhein-Westfalen3.
In den meisten Geburtskliniken könnt ihr die Anmeldung eures Babys beim Standesamt direkt vor Ort erledigen2. Manche Papiere braucht ihr bis zur Abfahrt im Alltag – eine Checkliste hilft, sie erst kurz vorher einzupacken und trotzdem nichts zu vergessen3.
Begleitperson, Heimweg und die Tage danach
Wenn eure Begleitperson nach der Geburt nach Hause fährt, sind bequeme Wechselkleidung, Zahnbürste, Zahnpasta, Deo, Ladekabel, Kleingeld sowie Snacks und Getränke sinnvoll – auch dann, wenn die Geburt etwas länger dauert2. Bleibt sie im Familienzimmer, kommen genug Kleidung, Unterwäsche und Socken, Hygieneartikel, Badelatschen, Handtücher und Waschlappen dazu2.
Für den Heimweg mit dem Auto braucht ihr eine Babyschale, im Winter zusätzlich eine dicke Decke, einen Wärmesack oder einen Walk-Overall2. Bei einer ambulanten Geburt werden Mutter und Kind bereits 2 bis 6 Stunden nach der Geburt nach Hause entlassen, wenn beide wohlauf sind4.
Die ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt gelten als Wochenbett. Ruhe, Fürsorge und Unterstützung stehen jetzt im Mittelpunkt4. Bis zum 10. Tag nach der Geburt habt ihr Anspruch auf bis zu 20 Hebammenbesuche, danach unterstützt euch eure Hebamme weiter4.
Mehr zur Zeit rund um die Geburt findet ihr unter Rund um die Geburt. Wenn ihr nach der Geburt ein Geschenk sucht, findet ihr Ideen unter Geschenk zur Geburt.
Praxis-Tipps: Kliniktasche
Mit diesen Tipps steht eure Kliniktasche entspannt bereit:
- Packt die Tasche bis zur 37. Schwangerschaftswoche fertig, damit alles vorbereitet ist, falls es früher losgeht2.
- Nutzt zwei Taschen: eine kleinere für den Kreißsaal und eine größere für die Zeit danach. So müsst ihr im entscheidenden Moment nicht suchen2.
- Schreibt auf einen Zettel, was bis zur Abfahrt noch im Alltag gebraucht wird – Ausweis, Krankenkassenkarte, Ladekabel –, und legt ihn oben auf die Tasche2.
- Packt gemeinsam mit eurer Begleitperson. Dann weiß sie, wo etwas liegt, wenn sie euch etwas reichen möchte2.
- Fragt in eurer Wunschklinik nach, was vorrätig ist. Viele Kliniken stellen Windeln, Stilleinlagen, Stillkissen und Wochenbetteinlagen2.
- Sammelt die Dokumente in einer Mappe: Mutterpass, Ausweis, Krankenkassenkarte und je nach Familienstand Stammbuch oder Geburtsurkunde1.
- Nehmt ein langes Ladekabel mit. Damit seid ihr unabhängiger von der Steckdose und müsst euch nach der Geburt nicht verdrehen2.
- Installiert die Babyschale rechtzeitig vor der Geburt im Auto3.
- Packt Snacks und Getränke auch für die Begleitperson ein, denn Geburten dauern oft länger als gedacht1.
Häufige Fragen
Wann sollte man die Kliniktasche packen?
Was muss in die Kliniktasche?
Welche Dokumente benötige ich?
Checkliste Kliniktasche: Was brauche ich für mich selbst?
Checkliste Kliniktasche: Was braucht mein Baby im Krankenhaus?
Quellen
- fampl Checkliste Klinikkoffer · Stand 03/2025
- Kliniktasche · abgerufen am 01.10.2026
- Checkliste: Kliniktasche. Alles für Mutter und Baby · abgerufen am 26.08.2026
- Geburt: Infos und Tipps zur Vorbereitung · abgerufen am 01.12.2025
Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Rund um die Geburt.