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Fingerspiele – die schönsten Lieder mit Text

Fingerspiele sind kurze Verse, die ihr mit den Händen begleitet: Aus Daumen, Zeigefinger und Co. werden Tiere, Zwerge oder Menschen. Ihr braucht dafür kein Material, nur eure Hände und eine ruhige Stimme – deshalb passen Fingerspiele in die Kita, ins Wartezimmer oder vor dem Einschlafen. Auf dieser Seite bekommt ihr einen Überblick über Arten, Wirkung und Einsatz im Alltag.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 6 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Fingerspiele: Kinder- und Erwachsenenhände formen gemeinsam ein Haus – Titelbild für Reime und Bewegungsideen.

Fingerspiele sind kleine Geschichten für die Hände: Ihr sprecht einen Vers und bewegt dazu die Finger, die zu Tieren, Zwergen oder Menschen werden4. Mehr braucht es nicht – kein Material, kaum Platz, nur eure Hände, eine deutliche Stimme und etwas Zeit4, 5. Schon Babys verfolgen die Bewegungen gespannt und lauschen dem Text, Kleinkinder machen die ersten Bewegungen nach2. Die Verse haben eine lange Tradition und werden bis heute weitergegeben5. Auf dieser Seite bekommt ihr den Überblick: was Fingerspiele sind, was sie fördern und wie sie in Kita und Zuhause gelingen. Dazu zeigen wir euch, welche Verse zu welchem Alter passen und wie ihr Fingerspiele für Babys, im Kindergarten und im Jahreslauf einsetzt.

Fingerspiele für Babys

Zwischen dem sechsten und zwölften Monat werden die Bewegungen der Kleinen sicherer: Sie greifen gezielter, geben Dinge von einer Hand in die andere und ahmen erste Verse nach, bei denen nur der Daumen abgespreizt wird3. Ab etwa acht Monaten versteht euer Baby erste Wörter9, und oft beginnt es spätestens mit acht bis neun Monaten, Laute nachzuahmen3.

Fingerspiele für Babys: Ein Elternteil hält das Baby auf dem Schoß und berührt sanft dessen Fingerspitzen.

Für den Anfang reicht ein kurzer Vers mit wenigen Bewegungen. Nehmt euer Baby auf den Schoß oder kuschelt euch zusammen ins Bett – dann kann es sich ganz auf eure Stimme und die Berührungen konzentrieren5. Tippt die Fingerspitzen nacheinander an und benennt jeden Finger; Berührung und Klang prägen sich gemeinsam ein3, 6. Zwingt euer Kind nicht, wenn es quengelig oder abgelenkt ist, und lasst ihm Zeit, wenn es selbst probieren möchte5. Achtet auf seine Signale – es zeigt euch, wann es genug hat und eine Pause braucht6. Heftige Bewegungen und Schütteln gehören beim Spielen nicht dazu6. Im Vordergrund steht der Spaß, nicht ein Förderziel6.

Fingerspiele im Kindergarten

In der Kita gehören Fingerspiele zum Alltag: Sie brauchen weder Material noch viel Platz und funktionieren im Morgenkreis, im Freispiel oder zwischendurch4. Für den Tagesablauf sind sie ein praktisches Signal – ein gemeinsamer Vers vor dem Essen zeigt den Kindern, dass es gleich losgeht3.

Fingerspiele in der Kita: Erzieherin und Kleinkinder formen im Morgenkreis auf dem Teppich mit den Händen kleine Häuser.

Für Kinder ist es etwas Besonderes, wenn ein Erwachsener sich ihnen ungeteilt zuwendet; gerade stille Kinder blühen dann auf3. Weil alle dieselben Bewegungen machen, entsteht schnell ein Wir-Gefühl, und nach einigen Wiederholungen sprechen viele Kinder den Vers mit3. Auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen erleben hier Erfolge auf ihrem eigenen Niveau3.

Für die Praxis hilft es, wenige Fingerspiele auszuwählen und den Text groß auf Karten zu schreiben3. Sprecht deutlich, betont und nicht zu schnell und bleibt sprachlich korrekt – die Kinder übernehmen, was sie hören3. Kleine Fingerpuppen machen das Spiel noch anschaulicher4.

Fingerspiele im Frühling

Wenn draußen die ersten Blüten aufgehen, passen Verse übers Wachsen, Regnen und Fliegen besonders gut. Die Hände werden dabei zum Regenbogen, zur Blume oder zum Vogel, der über dem Kind kreist6. Ein Klassiker für jede Jahreszeit ist das Wetterbild: Erst tippeln die Fingerspitzen leise wie Nieselregen auf dem Tisch, dann klopfen sie stärker, ein Blitz wird in die Luft gemalt und am Ende geht die Sonne als großer Kreis auf1. Einige Verse werden nicht nur gesprochen, sondern auch gesungen4.

Fingerspiele im Frühling: Auf einer grünen Wiese ahmen Elternteil und Kind mit den Händen eine aufgehende Blüte nach.

Für die ganz Kleinen reicht ein Vögelchen, das langsam durch die Luft segelt und das Kind zum Schluss mit einem „daaa“ berührt6. Etwas größere Kinder lieben Tierverse, in denen eine Schnecke ihr Haus verlässt, sich reckt und wieder verschwindet4. Im Frühling lassen sich solche Spiele gut nach draußen verlegen: Setzt euch auf die Wiese oder an den Balkon und lasst die Finger zu Schmetterlingen, Käfern und Gräsern werden. Was ihr zeigt, könnt ihr gleich benennen – neue Wörter bleiben so besser hängen7.

Wie gelingen Fingerspiele im Alltag?

Fingerspiele passen in viele Situationen, in denen Kinder beschäftigt werden sollen – im Wartezimmer, während einer Autofahrt oder in der Warteschlange an der Kasse4. Am stärksten wirken sie als wiederkehrendes Ritual: Zum Einschlafen bringen sie Kinder zur Ruhe und sind ein Signal, dass jetzt Schlafenszeit ist3. Kinder- und Jugendärzte empfehlen Fingerspiele, Klatschverse und Lieder von Anfang an, weil sie Aufmerksamkeit und Freude an der Sprache wecken7. Ab etwa einem Jahr passen sie gut in den Abend, später kommen Bilderbücher und Gute-Nacht-Geschichten dazu8.

Wiederholt einen Vers ruhig viele Male: Bewegung, Klang und Berührung prägen sich gemeinsam besonders gut ein3, 4. Viele beliebte Fingerspiele enden mit einer Überraschung oder einem kleinen Witz, und die Kinder warten gespannt darauf5. Im Jahreslauf wechseln die Themen: Fingerspiele für den Herbst greifen Laternen, Wind und Ernte auf, Fingerspiele im Winter drehen sich um Schnee und warme Hände, und Fingerspiele für Fasching laden zum Verkleiden und Brüllen ein. Nehmt am besten die Verse, die euch selbst Freude machen3.

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Häufige Fragen

Was sind Fingerspiele?
Fingerspiele sind kurze, oft gereimte Verse, die mit den Händen aufgeführt werden: Jeder Finger übernimmt eine Rolle, etwa die eines Tieres oder eines Menschen, und begleitet das gesprochene oder gesungene Wort4. Der Erwachsene spricht den Text rhythmisch vor, die Kinder schauen zu und machen nach und nach mit3, 4. Hilfsmittel sind nicht nötig, manchmal kommen Fingerpuppen zum Einsatz4, 5.
Warum sind Fingerspiele wichtig?
Weil sie Sprache und Bewegung verbinden, prägt sich das Gehörte besser ein4. Fingerspiele unterstützen vor allem sprachliche und motorische Fähigkeiten und sprechen zusätzlich mathematische, kognitive und soziale Kompetenzen an3. Sie wecken Freude an der Sprache und Aufmerksamkeit füreinander7. Außerdem entstehen dabei Momente ungeteilter Zuwendung, die die Bindung festigen und Kindern mit Entwicklungsverzögerungen Erfolge auf ihrem Niveau ermöglichen3, 5.
Was fördern Fingerspiele?
Vor allem die Sprache und die Feinmotorik3. Die Hände führen unterschiedliche Bewegungen aus, beide Hände arbeiten manchmal verschieden, und die einzelnen Finger werden nacheinander bewegt – eine gute Vorübung fürs Schreiben3. Dazu kommen Konzentration und Ausdauer, Fantasie, Hand-Augen-Koordination und Wahrnehmung3, 4. Beim Zählen helfen die fünf Finger: So lernen Kinder die Zahlenreihe von eins bis fünf und später bis zehn kennen3.
Warum sind Fingerspiele so beliebt?
Weil sie überall und jederzeit funktionieren – ohne Material, ohne Aufbau, nur mit Händen und Stimme4. Babys und Kleinkinder mögen die einfache Sprache, die sie schnell mitsprechen können; fast alle beliebten Fingerspiele enden mit einer Überraschung oder einem kleinen Witz, auf den die Kinder warten5. Deshalb gehören Fingerspiele, Klatsch-Spiele und Abzählreime fest zum Krippen- und Kita-Alltag5.
Welche Fingerspiele gefallen Babys und Kleinkindern?
Für die Jüngsten eignen sich kurze Verse, bei denen die Finger einzeln angetippt oder sanft bewegt werden5, 9. Beliebt sind Reime, in denen Tiere oder Zwerge vorkommen: Himpelchen und Pimpelchen zählt zu den Klassikern und lässt sich sogar mit mehreren Kindern spielen4, 5. Kleinkinder mögen Verse mit einem überraschenden Schluss, etwa wenn ein Krokodil nach den Fingern schnappt4. Auch ein Fisch im Meer oder ein Frosch mit großem Maul kommt gut an4.

Quellen

  1. Diese 19 Fingerspiele mit Anleitungen zum Nachmachen bringen jede Menge Spaß · abgerufen am 10.10.2026
  2. Fingerspiele für Kleinkinder · abgerufen am 10.10.2026
  3. KiTaFT Plentz 2016 Fingerspiele · abgerufen am 11.10.2026
  4. Beliebte Fingerspiele: Definition, Anleitungen & Co. ⭐ PRO Kita · Stand 10.09.2026
  5. Lustige Fingerspiele für Babys und Kleinkinder » HABA · abgerufen am 11.10.2026
  6. Spiel und Bewegung mit den Kleinen · Stand 29.12.2025
  7. Kinder- und Jugendärzte: Sprechen lernen nur möglich mit emotionaler Bindung!: Kinderaerzte-im-Netz · Stand 11.10.2026
  8. Einschlaftipps für Babys: Kinderaerzte-im-Netz · Stand 11.10.2026
  9. 20110904164651 das erste wort bzga info · Stand 06/2011
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
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