Schlafenszeit für Kinder: Was Eltern wissen sollten
Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Schlafenszeit für Kinder: Warum feste Zeiten wirken
Verlässlichkeit ist bei der Schlafenszeit für Kinder wichtiger als die perfekte Uhrzeit. Eine Studie mit rund 20.000 Kindern – die Millennium Cohort Study – zeigt: Eine regelmäßige Schlafenszeit hängt damit zusammen, wie Kinder bis zum Alter von 10 Jahren zu Hause und in der Schule zurechtkommen4.
Kinder mit unregelmäßigen Zubettgehzeiten schnitten bei Tests zu Mathematik, Lesen und räumlicher Vorstellungskraft schlechter ab. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei 3-Jährigen, und unregelmäßige Zeiten in frühen Jahren wirkten sich bei Mädchen stärker auf die Testergebnisse aus4. Die Forschenden erklären das mit der inneren Uhr: Kinder reagieren besonders empfindlich, wenn ihr Tag-Nacht-Rhythmus durcheinandergerät4.
Auch beim Verhalten zeigte sich ein Unterschied. Kinder mit unregelmäßigen Schlafenszeiten hatten mit 7 Jahren häufiger Verhaltensauffälligkeiten, und je öfter die Bettzeit wechselte, desto stärker fielen sie aus4. Die gute Nachricht: Diese Effekte scheinen umkehrbar zu sein. Kinder, die zu festen Zeiten zurückkehrten, verhielten sich wieder unauffälliger4.
Ausreichender, erholsamer Schlaf und Ruhepausen sind wichtig für eine gesunde Entwicklung und beugen Stress vor1. Wie Babys zur Ruhe kommen, lest ihr in Baby schlafen legen: Was Eltern wissen sollten.
Zubettgehzeit berechnen: Aufstehzeit und Schlafbedarf
Die passende Schlafenszeit ergibt sich aus der Aufstehzeit minus dem persönlichen Schlafbedarf eures Kindes2. Wacht euer Kind regelmäßig um 7 Uhr auf und braucht ungefähr 10 Stunden Schlaf, sollte es spätestens um 21 Uhr im Bett sein2. Braucht es sehr lange zum Einschlafen, setzt die Zubettgehzeit entsprechend früher an2.
Schläft euer Kind mittags noch, braucht es nachts entsprechend weniger: Es wird morgens früher wach oder darf später ins Bett2. Nicht selten verbringen Kinder mehr Zeit im Bett, als sie Schlaf brauchen – kein Wunder, wenn sie dann quengeln oder sich mit dem Einschlafen schwertun2.

Der Schlafbedarf ist von Kind zu Kind verschieden und verringert sich mit dem Alter. Abweichungen von bis zu 2 Stunden sind völlig normal2. Manche Kinder sind „Lerchen“: Sie kommen morgens leicht aus dem Bett und werden abends früh müde. Andere sind „Eulen“, schlafen morgens gerne lang und sind abends kaum ins Bett zu bekommen. Wer diese Veranlagung berücksichtigt, vermeidet so manches Schlafproblem2.
Seid ihr unsicher, wie viel Schlaf euer Kind wirklich braucht, hilft ein Schlaftagebuch: Die DGKJ empfiehlt, über etwa 3 Wochen täglich einzutragen, von wann bis wann das Kind geschlafen hat, wie oft es aufgewacht ist und wie die Schlafbedingungen waren3.
Schlafenszeit für Kinder mit 1 Jahr
Mit 12 Monaten liegt der durchschnittliche Schlafbedarf bei etwa 14 Stunden je 24 Stunden, mit 18 Monaten bei etwa 13,5 Stunden2. Die Nachtschlafzeit wächst in dieser Zeit deutlich: Im Durchschnitt verlängert sie sich von 8 Stunden nach der Geburt auf fast 12 Stunden bis zum zwölften Lebensmonat – gemeint ist die gesamte Nachtschlafzeit mit allen Unterbrechungen2.
Mit 18 Monaten schlafen fast alle Kinder nur noch einmal am Tag, und manche verzichten mit 24 Monaten schon ganz auf den Mittagsschlaf. Die Unterschiede von Kind zu Kind sind groß2. Bei den meisten Einjährigen hat sich die Zahl der Schlafphasen auf 3 verringert: ein längerer Nachtschlaf von etwa 6 bis 8 Stunden ohne Aufwachen und 2 kürzere Schlafperioden am Tag2.
Weil in diesem Alter viele Kinder noch mittags schlafen, geht es abends entsprechend früh ins Bett: Ein Kind, das um 7 Uhr aufsteht und 11 bis 14 Stunden Schlaf braucht, ist gegen 19 Uhr dran1. Manche 2-Jährige kommen aber auch schon ohne Mittagsschlaf aus1.
Kommt euer Kind abends nur auf dem Arm zur Ruhe, findet ihr Ideen unter Baby schläft nur auf dem Arm: Was Eltern wissen sollten.
Schlafenszeit für Kinder mit 2 Jahren
Kleinkinder mit etwa 2 Jahren brauchen im Durchschnitt 12 bis 13 Stunden Schlaf; Abweichungen von bis zu 2 Stunden sind in diesem Alter völlig normal2. Mit 2 Jahren schlafen 87 von 100 Kindern noch einmal am Tag, manche verzichten mit 24 Monaten schon ganz darauf2.
Für den Abend heißt das: Wer mittags schläft, braucht nachts weniger Schlaf, wird morgens früher wach oder geht später ins Bett2. Achtet darauf, dass zwischen Mittagsschlaf und Abend genug Zeit liegt – vor dem abendlichen Schlafengehen sollte euer Kind möglichst mindestens 4 Stunden am Stück wach sein5.
In diesem Alter werden Kuscheltiere, Schnuffeltücher und Ähnliches wichtig: Sie können beim Ein- und Durchschlafen helfen und die abendliche Trennung von euch erleichtern5.
Wenn das Zubettgehen plötzlich zum Kampf wird, obwohl es vorher gut lief, steckt oft eine Entwicklungsphase dahinter. Mehr dazu lest ihr unter Schlafregression: Was Eltern wissen sollten.
Schlafenszeit für Kinder mit 13 Jahren
Mit 13 Jahren gehört euer Kind zu den Schulkindern, die in der Regel 9 bis 12 Stunden Schlaf brauchen – und mehr und mehr selbst bestimmen, wie viel sie davon bekommen1. Achtet darauf, ob euer Kind müde oder unkonzentriert wirkt; dann können frühere Ruhezeiten helfen1. Jugendliche kommen mit 8 bis 10 Stunden aus, auch wenn sie abends später müde werden. Ist euer Kind oft erschöpft, sprecht in aller Ruhe mit ihm darüber1.
Die Nachtschlafzeit sinkt mit dem gesamten Schlafbedarf: Bis zum sechsten Lebensjahr verringert sie sich im Durchschnitt auf knapp 11 Stunden2. Bis zum Alter von 10 Jahren bleibt ein regelmäßiger Rhythmus wichtig – er hängt damit zusammen, wie Kinder zu Hause und in der Schule zurechtkommen4.
Selbstbestimmt ins Bett zu gehen bedeutet nicht, auf einen Rhythmus zu verzichten: Feste Zeiten helfen der inneren Uhr, sich auf den Schlaf einzustellen. Wenn euer Kind sich ab etwa 3 Jahren schon für eine Weile allein beschäftigen kann, sind außerdem Kompromisse möglich – etwa die letzte halbe Stunde vor dem gemeinsamen Einschlafritual allein im Zimmer malen oder ein Buch anschauen2.
Mittagsschlaf und Schlafenszeit: Was zusammenhängt
Der Tagesschlaf verändert sich mit dem Alter stärker als der Nachtschlaf. Mit 18 Monaten machen 96 von 100 Kindern noch einen Mittagsschlaf, mit 2 Jahren 87 von 100, mit 3 Jahren die Hälfte und mit 4 Jahren noch 35 von 1002. Der Übergang betrifft also auch die Schlafenszeit von Kindern mit 3 Jahren: Wer mittags schläft, braucht abends weniger Nachtruhe2.
Bei der Schlafenszeit von Kindern mit 4 Jahren zeigt sich oft das Ende des Mittagsschlafs. Nicht wenige Kinder machen mit 3 Jahren aber noch gerne nachmittags ein Schläfchen, und sogar unter Grundschulkindern legen sich einige gelegentlich noch hin2. Manche schlafen mittags nicht mehr, brauchen aber eine kleine Ruhepause mit Buch, Musik oder einer Hörgeschichte2.
Am besten lasst ihr euch vom persönlichen Bedürfnis eures Kindes leiten: Erzwingt den Mittagsschlaf nicht, streicht ihn aber auch nicht, wenn euer Kind eindeutige Zeichen von Müdigkeit zeigt2. Ist es abends zur Schlafenszeit regelmäßig nicht müde, kann das ein Hinweis sein, dass Schlaf auf den Nachmittag verlagert wird. Dann hilft es, den Mittagsschlaf zu kürzen oder zu streichen2.
Wie die Kinder-Schlafenszeit aussieht, ist deshalb von Kind zu Kind verschieden. Passt die Bettzeiten behutsam an den tatsächlichen Schlafbedarf an2.
Abendroutine und Schlafumgebung: Was den Schlaf fördert und stört
Kindern fällt es oft schwer, von der aufregenden Welt des Tages Abschied zu nehmen. Nehmt euch in der letzten halben Stunde vor dem Einschlafen Zeit und lasst den Abend möglichst immer ähnlich ablaufen – das gibt Sicherheit5. Ein Ritual kann eine Geschichte, ein Lied oder das Gespräch über den Tag sein, dazu ein Gute-Nacht-Kuss. Mit der Zeit sollte es aber nicht immer länger werden5.
Konkrete Abläufe für die Kleinkindzeit findet ihr in Einschlafrituale für Kinder von 2 bis 4 Jahren. Ein ruhiges Schlaflied wie Schlaf, Kindlein, schlaf passt ebenfalls in diesen Ablauf.
Was den Schlaf ausbremst: Fernseher und Handy sollten nicht im Kinderzimmer stehen, und 1 Stunde vor dem Einschlafen ist Schluss mit Bildschirmmedien wie TV, Spielekonsole, Tablet oder Smartphone5. Getränke mit anregenden Substanzen wie Cola oder Eistee sind tabu – schon geringe Mengen Koffein können Kinder um den Schlaf bringen5. Üppige und schwere Mahlzeiten am Abend erschweren das Einschlafen; das Abendessen sollte mindestens 1 Stunde vor dem Schlafengehen stattfinden5.
Licht und Lärm stören den kindlichen Schlaf empfindlich: Dunkelt das Zimmer ab, ein Nachtlicht ist je nach Vorliebe möglich, und vermeidet Lärm zur Einschlafzeit. Die Raumtemperatur sollte circa 18 Grad betragen, frische Luft erleichtert den Schlaf, Zugluft ist zu vermeiden, und Wohnung sowie Kinderzimmer sollten rauchfrei sein5. Schlafmittel gebt ihr eurem Kind niemals auf eigene Faust5.
Praxis-Tipps: Schlafenszeit für Kinder
- Sorgt tagsüber für viel Bewegung an der frischen Luft – für Kinder das beste „Schlafmittel“5.
- Plant spätestens 1 Stunde vor dem Schlafengehen ruhigere Beschäftigungen ein: Vorlesen, Malen oder einfach Kuscheln5.
- Achtet auf Müdigkeitszeichen wie Gähnen, Augenreiben oder Gereiztheit beim Spielen. Dann ist es Zeit fürs Bett5.
- Richtig müde schläft es sich besser: Ist ein Kind nicht richtig müde oder schon übermüdet, kann es nur schwer einschlafen5.
- Haltet einen regelmäßigen Tagesablauf mit einigermaßen festen Zeiten für Essen, Spielen, Toben und Schlafen ein. Das gibt Orientierung5.
- Lasst das Einschlafritual immer ähnlich ablaufen und nicht mit der Zeit immer länger werden5.
- Sprecht abends über den Tag, aber verschiebt schwerwiegende Themen auf später5.
- Packt den Tag nicht zu voll: Zu viele Termine machen Stress1.
- Erlaubt Ausnahmen am Wochenende oder im Urlaub – rechnet danach mit einigen Tagen, bis der Alltagsrhythmus wieder sitzt5.
- Bleibt bei einer einmal vereinbarten Zubettgehzeit möglichst konsequent. Ein klares Schlusswort ist oft besser als endlose Diskussionen2.
Häufige Fragen
Wann ist Schlafenszeit?
Welche Schlafenszeit gilt in welchem Alter?
Die ideale Schlafenszeit: Wann sollte ein Kind ins Bett gehen?
Wie lange brauchen Kinder Mittagsschlaf?
Wie viel Schlaf braucht ein Kind?
Quellen
- Schlaf & Pausen: Übergewicht vorbeugen · abgerufen am 11.10.2026
- Von Schlafbedarf und Schlafdauer · Stand 21.03.2026
- DGKJ SCHLAF KIND 19 22 · abgerufen am 11.10.2026
- Regelmäßige Zubettgehzeiten ebenso wichtig wie ausreichend Schlaf: Kinderaerzte-im-Netz · abgerufen am 11.10.2026
- Schlafvoraussetzungen für das Kind · Stand 21.03.2026
Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Babyschlaf.
