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Ablauf der Taufe: Was Eltern wissen sollten

Eine Taufe verläuft in vier Teilen: Eröffnung, Wortgottesdienst, Taufhandlung und Abschluss1, 3, 4. Der Ablauf der Taufe sieht je nach Konfession unterschiedlich aus: In der katholischen Kirche gehören Heiligenlitanei, Salbung mit Chrisamöl, weißes Taufkleid und Effata-Ritus dazu1, in der evangelischen Kirche ist die Taufe oft in einen Sonntagsgottesdienst eingebettet4. Wer die Taufe plant, stimmt den Termin vorher mit dem Pfarrbüro oder der Pfarrperson ab2, 5.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 11 Min. LesezeitRedaktionell geprüft
Taufbecken mit Wasser und brennender Taufkerze vor dem Altar einer Kirche – Titelbild zum Ablauf der Taufe

Ablauf der Taufe im Überblick

Vier Teile prägen den Ablauf der Taufe: Eröffnung, Wortgottesdienst, Taufhandlung und Abschluss1, 3, 4. Wer die Feier leitet, ist unterschiedlich geregelt: In der katholischen Kirche taufen Priester, Diakone oder vom Bischof beauftragte Laien1, in der evangelischen Kirche sind es in der Regel Pfarrerinnen und Pfarrer, je nach Ordnung auch andere ausgebildete und beauftragte Personen5.

Die Eröffnung beginnt mit der Begrüßung. In der katholischen Feier wartet die Familie vor der Kirchentür; dort fragt der Taufspender nach dem Namen des Kindes, die Eltern bitten um die Taufe, und die Paten erklären sich bereit, die Patenschaft zu übernehmen2, 3. Danach ziehen alle gemeinsam in die Kirche ein3.

Infografik zum Ablauf der Taufe in vier Schritten: Eröffnung, Wortgottesdienst, Taufhandlung am Taufbecken und Abschluss.

Es folgt der Wortgottesdienst mit einer biblischen Lesung und einer Ansprache, in die sich ein Taufspruch einbauen lässt1. In der katholischen Feier schließen sich die Anrufung der Heiligen und Fürbitten an, an denen sich Eltern, Paten, Großeltern und Kinder beteiligen können1, 3.

Höhepunkt ist die Taufhandlung am Taufbecken: Das Kind wird mit Wasser getauft und dabei bei seinem Namen genannt1, 3. Danach folgen je nach Kirche Salbung, Taufkleid und Taufkerze; den Abschluss bilden Segen und Schlusslied1, 3.

Grundlegendes zur Taufe findet ihr auf der Seite Taufe: Was Eltern wissen sollten.

Ablauf der Taufe in der katholischen Kirche

In der katholischen Kirche beginnt die Taufe vor der Kirchentür. Der Zelebrant begrüßt Eltern und Paten und fragt nach dem Vornamen des Kindes; die Eltern bitten um die heilige Taufe, und die Paten bestätigen, dass sie die Patenschaft im Namen der Kirche übernehmen2, 3. Mit einem Lied zieht die Taufgesellschaft in die Kirche ein3.

Nach der Begrüßung der Gemeinde zeichnet der Taufspender dem Kind ein Kreuz auf die Stirn, danach den Eltern und Paten, oft auch Großeltern und Geschwistern1. Es folgt der Wortgottesdienst mit Lesung und Ansprache1. In der Heiligenlitanei können die Namen des Täuflings, der Geschwister, Eltern, Großeltern und Paten genannt werden; die Gemeinde antwortet „Bitte für uns“1. In den Fürbitten können sich Eltern, Paten, Großeltern und anwesende Kinder einbringen1, 3.

Vor der Taufe erinnern sich Eltern und Paten an ihre eigene Taufe, sagen stellvertretend für das Kind dem Bösen ab und bekennen ihren Glauben1. Dann gießt der Taufspender dreimal Wasser über den Kopf des Kindes und spricht die Taufformel1, 3. Anschließend salbt er die Stirn des Kindes mit Chrisamöl1.

Beim weißen Taufkleid spricht der Taufspender davon, dass das Kind in der Taufe neu geschaffen wurde1. Danach entzünden Eltern oder Paten die Taufkerze an der Osterkerze1, 3. Zum Abschluss berührt der Taufspender Ohren und Mund des Kindes; nach dem gemeinsamen Vaterunser und einem Abschlusslied segnet er das Kind, die Eltern, die Paten und die Gemeinde1, 3.

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Ablauf einer evangelischen Taufe

In der evangelischen Kirche gibt es verschiedene Formen. Wird die Taufe in einen Sonntagsgottesdienst eingebettet, läuft sie im üblichen Gottesdienst mit4. Findet ein eigener Taufgottesdienst statt, ist Platz für zusätzliche Lieder, Musik, Gebete und eine kurze Ansprache4.

Zu Beginn wird die Tauffamilie vorgestellt; es folgen ein Gebet, eine biblische Lesung und oft eine kurze Ansprache zum Taufspruch4. Danach lädt die Pfarrerin oder der Pfarrer die Taufgesellschaft zum Taufbecken ein und stellt Eltern und Paten öffentlich die Frage, ob sie das Kind im Glauben begleiten wollen4. Die Taufformel nennt den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist4, 5.

Für die Taufgeste gibt es drei Varianten: Die Stirn des Kindes wird dreimal benetzt und dabei ein Kreuz nachgezeichnet, Wasser rinnt aus der hohlen Hand über den Kopf des Täuflings, oder der Täufling wird in einem größeren Taufbecken beziehungsweise in einem Gewässer untergetaucht – Letzteres ist selten4.

Nach der Taufe werden die Eltern gesegnet, und die Taufkerze wird an der Osterkerze angezündet4. Danach kehrt die Taufgesellschaft an ihre Plätze zurück, und der Gottesdienst geht weiter4. Ein Taufspruch ist eine bleibende Erinnerung an die Taufe und ein Begleiter durchs Leben1.

Ablauf einer Taufe je nach Form des Gottesdienstes

Taufen finden normalerweise in der Kirche statt, damit deutlich wird, worum es geht5. Daneben gibt es weitere Formen: Tauffeste am Meer, an Seen oder an Flüssen, die Taufe im Gemeindegottesdienst und den eigenen Taufgottesdienst4, 5.

Manche Gemeinden feiern Taufe und Trauung in einem Gottesdienst; dafür gibt es eigene Gottesdienstformen5. Wer sein Kind in einer anderen Gemeinde taufen lassen möchte, braucht eine Zustimmungserklärung der eigenen Ortsgemeinde und einen Kontakt zu der Gemeinde, die tauft5. Dort können Kosten für Küsterei und Kirchenmusik oder für den Erhalt des Kirchengebäudes auf euch zukommen5.

In der Regel tauft die Pfarrperson der Ortsgemeinde. Wenn ihr eine bestimmte Pfarrerin oder einen bestimmten Pfarrer wünscht, sprecht das am besten mit der Ortsgemeinde ab – Ausnahmen sind meist möglich5.

Übrigens legt die Taufe euer Kind nicht fest: Mit 14 Jahren ist es in Deutschland religionsmündig und entscheidet dann selbst über seinen Glauben5.

Wen laden wir ein und wer gestaltet den Ablauf der Taufe mit?

Zur Taufe kommen Familie, Paten und Gäste; bei einer Taufe im Gemeindegottesdienst ist die Gemeinde dabei4. Eine besondere Rolle haben die Paten. In der katholischen Kirche ist gewöhnlich ein Taufpate vorgesehen, der gefirmt und Mitglied der katholischen Kirche sein muss; auch zwei Paten sind möglich2. Ist ein zweiter Pate getauft, aber nicht katholisch, kann er als Taufzeuge eingetragen werden; in Ausnahmefällen ist sogar eine Taufe ohne Paten möglich2.

Im Gottesdienst sagen die Paten zu, das Kind im Glauben zu begleiten1. Was sie darüber hinaus übernehmen, beschreibt die Seite Aufgaben des Taufpaten: Was Eltern wissen sollten. Für einen persönlichen Brief an das Patenkind gibt es Vorlagen und Ideen unter Patenbrief; passende Worte für die Karte findet ihr bei den Glückwünschen zur Taufe.

Mitgestalten ist erwünscht: In katholischen Gemeinden sind am Ende der Feier Wünsche der Paten an das Patenkind üblich3, in der evangelischen Kirche können sich Angehörige und Paten mit Gebeten oder Musik am Gottesdienst beteiligen4. Sprecht vorher mit der Pfarrperson ab, was in eurer Gemeinde möglich ist4.

Viele Gäste fragen nach einem Geschenk. Wer etwas Persönliches sucht, findet bei Geschenk zur Geburt personalisiert Ideen mit dem Namen des Kindes; auch das Personalisierte Kinderbuch zur Taufe ist persönlich und mit Namen gestaltet.

Was braucht man für die Taufe?

Für die Tauffeier braucht ihr eine Taufkerze; sie kann oft von der Kirche geliehen werden, ein eigenes Exemplar ist ebenso möglich2, 3. Ein eigenes Taufkleid ist nicht erforderlich, ihr könnt aber gern eines mitbringen; bei einer Erwachsenentaufe ist ein weißer Schal üblich2.

Für die Musik gilt: Bis zu drei Lieder können bei der Feier gesungen werden. Besprecht die musikalische Gestaltung rechtzeitig mit der Gemeinde2.

Wenn ihr einen Taufspruch auswählen möchtet, muss er aus der Bibel stammen; Gedichtverse oder Songzeilen eignen sich dafür nicht5. Ein Leitspruch aus der Heiligen Schrift hilft auch bei der Auswahl von Lesung, Fürbitten und Gebeten3.

Und was kostet das? Die Taufe selbst ist grundsätzlich kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn ihr besonderen Blumenschmuck oder besondere musikalische Einlagen wünscht5.

Wann findet die Taufe statt und wie meldet ihr euch an?

In katholischen Gemeinden meldet ihr die Taufe telefonisch oder per E-Mail im Pfarrbüro an, am besten etwa vier Wochen vor dem Wunschtermin, und nennt Tauftermin und Kontaktdaten2. Euch wird ein Priester oder Diakon zugeteilt, der sich bei euch meldet und einen Gesprächstermin vereinbart2. In diesem Gespräch wird das Taufprotokoll ausgefüllt und der Ablauf der Taufe besprochen2.

In der evangelischen Kirche wendet ihr euch zuerst an die Pfarrperson, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe zu finden5. Im Taufgespräch lassen sich alle weiteren Details besprechen5.

Manche Gemeinden bieten feste Tauftermine an. Fragt im Pfarramt nach, welche Sonntage vorgesehen sind, und klärt gleich, ob die Taufe im Gemeindegottesdienst oder in einem eigenen Taufgottesdienst gefeiert wird2, 5.

Praxis-Tipps: Ablauf der Taufe

Diese Punkte haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Fragen sammeln: Schreibt vor dem Taufgespräch auf, was ihr zum Ablauf wissen wollt – von der Reihenfolge der Feier über den Weg zum Taufbecken bis zur Musik.
  2. Klären, wer das Kind hält: Während der Taufe trägt oft ein Pate oder ein Elternteil das Kind zum Taufbecken.
  3. Aufgaben verteilen: Überlegt vorher, wer sich am Gottesdienst beteiligt – vom gesprochenen Gebet bis zum Anzünden der Taufkerze4.
  4. Fotografieren regeln: Eine Person, die gut fotografieren kann, entlastet die Gäste; dann bleiben die Blicke bei der Feier und nicht auf den Handys4.
  5. Lesung auswählen: Sucht eine Lesung aus den Vorschlägen aus und teilt eure Wahl dem Priester oder Diakon beim Taufgespräch mit2.
  6. Taufkleid richtig einsetzen: Soll es nur aufgelegt werden, ist der Moment direkt nach der Salbung mit Chrisamöl richtig1.
  7. Rollen verteilen: Fragt früh, wer von der Familie eine Fürbitte, ein Gebet oder einen Wunsch für das Kind übernimmt1, 3.
  8. Nach der Feier planen: Reserviert Zeit für Fotos, Gratulationen und das gemeinsame Essen, damit niemand unter Zeitdruck gerät.
  9. Vortag nutzen: Packt Taufkerze und Taufkleid schon am Vorabend zusammen und plant den Weg zur Kirche mit Puffer2.
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Häufige Fragen

Wie läuft eine Taufe ab?
Die Feier beginnt mit der Begrüßung, in katholischen Gemeinden oft schon vor der Kirchentür, und geht in den Wortgottesdienst mit Lesung und Ansprache über2, 3. Höhepunkt ist die Taufhandlung: Das Kind wird mit Wasser getauft; in der katholischen Kirche folgen Salbung mit Chrisamöl, weißes Kleid und Taufkerze1. Den Abschluss bilden Vaterunser, Segen und Schlusslied1, 3. Die genaue Reihenfolge und die Lieder stimmt ihr vorher im Taufgespräch ab2.
Wen lädt man zur Taufe ein?
Eingeladen sind in erster Linie Eltern, Geschwister, Großeltern und die Paten; dazu kommen Verwandte und Freunde, und bei einer Taufe im Gemeindegottesdienst feiert die Gemeinde mit5. Die Paten zählen zu den Hauptpersonen: Sie werden im Gottesdienst gefragt, ob sie das Kind im Glauben begleiten1. Wie groß ihr feiert, entscheidet ihr selbst – eine feste Gästezahl gibt es nicht.
Wann findet die Taufe statt?
Einen festen Zeitpunkt gibt es nicht: Den Termin könnt ihr selbst wählen, und es gibt kein Richtig oder Falsch5. Die meisten Kinder werden im ersten Lebensjahr getauft; manche Eltern entscheiden sich später, dann erlebt das Kind die Feier bewusster mit5. In vielen Gemeinden gibt es feste Tauftermine, etwa sonntags um 11:30 Uhr2.
Was braucht man für die Taufe?
Am wichtigsten sind die Unterlagen. In der katholischen Gemeinde braucht ihr die Geburtsurkunde des Kindes und einen aktuellen Taufschein des Paten – fürs Taufgespräch oder spätestens zur Taufe2. In der evangelischen Gemeinde bringt ihr zum Taufgespräch die Geburtsurkunde des Kindes, eure Personalausweise und, wenn vorhanden, das Familienstammbuch mit5. Alles Weitere – von der Taufkerze bis zur Lesung – klärt ihr am besten direkt mit eurer Gemeinde2.
Wie lange dauert eine Taufe?
Für die Tauffeier selbst könnt ihr mit etwa 30 bis 40 Minuten rechnen2. Danach folgen meist Gratulationen, Fotos und das gemeinsame Essen. Plant dafür extra Zeit ein und organisiert vorher, wer in dieser Zeit nach dem Kind schaut, damit ihr entspannt feiern könnt.

Quellen

  1. Vom Einzug bis zum Abschiedssegen · abgerufen am 11.10.2026
  2. Taufe · abgerufen am 11.10.2026
  3. 2021 Taufablauf pdf · abgerufen am 11.10.2026
  4. Ablauf einer evangelischen Taufe · abgerufen am 11.10.2026
  5. Fragen zur Taufe · abgerufen am 11.10.2026
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am Redaktionell geprüft am nach unseren Redaktionsgrundsätzen

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