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Aufgaben des Taufpaten: Was Eltern wissen sollten

Patin oder Pate zu sein, ist vor allem eine Beziehung: Der Taufpate begleitet euer Kind im Glauben und wird zu einer vertrauten Bezugsperson neben euch Eltern1, 3. Die Aufgaben des Taufpaten sind kirchlich und ideell zugleich4. Feste Pflichten oder ein Sorgerecht entstehen daraus nicht4, 5. Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Konfession – katholisch gilt meist ein Mindestalter von 16 Jahren, evangelisch häufig 14 Jahre2, 3.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 10 Min. LesezeitRedaktionell geprüft
Taufpaten und Eltern mit Taufkind am Taufbecken in der Kirche: Die Aufgaben des Taufpaten am Tauftag.

Aufgaben als Taufpate

Als Eltern entscheidet ihr, wer Patin oder Pate eures Kindes wird. Bei Babys und Kleinkindern liegt die Wahl ganz bei euch; oft fällt sie auf Geschwister oder enge Freundinnen und Freunde3, 4. Meist sind es zwei Paten aus dem Familien- oder Freundeskreis5.

Mit dem Patenamt übernehmen sie ein kirchliches Amt und sagen zu, euer Kind im christlichen Glauben zu begleiten1, 3. Die Patenschaft ist eine kirchliche und zugleich moralische Verpflichtung4. Praktisch heißt das vor allem: eine Beziehung aufbauen und pflegen – mit Anrufen, Nachrichten, Besuchen und kleinen Unternehmungen, mal gemeinsam mit euch, mal ohne1. Aus dieser Verbindung können lebenslange Freundschaften entstehen1.

Im Patenamt geht es nicht um große Geschenke, sondern zuerst um Zeit1. Sprecht Erwartungen vorher offen an, damit keine falschen Vorstellungen entstehen5. Wie viele Familien diesen Weg wählen, zeigt eine Größenordnung: Für 2023 nennt die Evangelische Kirche in Deutschland rund 136.000 Taufen, die katholische Deutsche Bischofskonferenz für 2024 rund 116.0005. Was bei einer Taufe grundsätzlich gilt, lest ihr auf unserer Seite Taufe: Was Eltern wissen sollten.

Aufgaben des Taufpaten in der evangelischen Kirche

In der evangelischen Kirche ist das Patenamt ein kirchliches Amt1. Paten sagen zu, das Kind auf seinem Weg im christlichen Glauben zu begleiten1. Im Taufgottesdienst werden sie gemeinsam mit den Eltern gefragt, ob sie diese Aufgabe übernehmen wollen1.

Konkret kann das so aussehen: Lebensfragen des Patenkindes aufgreifen, Orientierung geben und vom eigenen Glauben erzählen1. Manche begleiten das Kind zum Einschulungsgottesdienst oder besuchen am Heiligen Abend das Krippenspiel1. Eine Kinderbibel oder eine Arche Noah zum Spielen kann den Glauben stärken1. Vor allem aber sind Paten Vorbild: Kinder nehmen wahr, wie ihr Pate mit anderen Menschen umgeht und wofür er sich einsetzt1.

Jeder Patin und jedem Paten soll ein Patenbrief überreicht werden1 – Ideen und Vorlagen findet ihr unter Patenbrief – Vorlagen und Ideen.

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Aufgaben des Taufpaten in der katholischen Kirche

Das katholische Kirchenrecht beschreibt die Aufgabe der Paten so: Paten begleiten den Täufling gemeinsam mit den Eltern zur Taufe und helfen mit, dass das getaufte Kind ein christliches Leben führt2.

Bei der Tauffeier stehen die Paten mit den Eltern in vorderster Reihe am Taufbecken. Die Paten bekennen stellvertretend für das Kind den Glauben und sagen dem Bösen ab2. Außerdem können sie die Taufkerze halten und das Kind, während es mit Wasser übergossen wird2. Mit den Worten „Ich bin bereit“ bestätigen sie ihre Zusage2.

Die zweite Seite der Aufgabe liegt im Alltag: Paten unterstützen die Eltern darin, dass ihr Kind im Glauben aufwächst und christlich erzogen wird2. Paten begleiten es bei den wichtigen Stationen seines Glaubenslebens wie Erstkommunion und Firmung2, 3.

Für das Patenamt gelten klare Voraussetzungen: In der Regel muss ein Pate mindestens 16 Jahre alt, katholisch und gefirmt sein und die Erstkommunion empfangen haben2, 3. Vater oder Mutter des Kindes dürfen nicht Pate werden, und vorgesehen sind höchstens zwei Paten, einer männlich und eine weiblich2. Getaufte aus einer anderen christlichen Gemeinschaft können als Taufzeuge mitwirken, wenn zusätzlich ein katholischer Pate dabei ist; Angehörige der orthodoxen Ostkirchen dürfen zusammen mit einem Katholiken Pate sein2. Das Kirchenrecht empfiehlt ausdrücklich, dass der Taufpate auch Firmpate wird2.

Infografik zu Aufgaben und Voraussetzungen für katholische Taufpaten bei der Tauffeier und der christlichen Erziehung.

Was übernimmt der Taufpate am Tauftag?

Am Tauftag sind Paten keine Zuschauer. In der Regel hält einer von ihnen den Täufling über dem Taufstein, während dieser mit Wasser besprengt wird5. In der katholischen Kirche stehen die Paten mit den Eltern vorn am Taufbecken und bekennen stellvertretend den Glauben2.

Über diese Kernhandlung hinaus gibt es viele Möglichkeiten: eine Lesung übernehmen, ein Musikstück beitragen, das Taufwasser eingießen oder die Taufkerze gestalten5. Auch eine Fürbitte für das Kind ist üblich1, 3. Wenn euer Wunschpate das Kind über der Taufschale halten möchte, sprecht das vorher mit ihm und mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer ab1. Nach Möglichkeit werden Paten schon in die Vorbereitung des Gottesdienstes einbezogen1.

Damit am Tauftag alle wissen, was zu tun ist, lohnt ein Blick auf den geplanten Ablauf: Was wann passiert, steht unter Ablauf der Taufe: Was Eltern wissen sollten.

Wie begleiten Taufpaten das Kind im Alltag?

Die Beziehung zwischen Patenkind und Paten wächst nach und nach1. Ihr könnt den Kontakt unterstützen: mit gemeinsamen Besuchen, Ausflügen und Unternehmungen, mal mit euch, mal nur mit dem Paten1. Telefonate, Nachrichten und Fotos halten die Verbindung auch über Entfernungen hinweg1.

Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, neben den Eltern einen weiteren Ansprechpartner zu haben, den man nicht immer fragen muss2. Paten zeigen Interesse und Neugier am Kind und haben ein offenes Ohr für Fragen, Sorgen und Wünsche5. Wer von Anfang an eine gute Beziehung aufbaut und den Kontakt pflegt, erreicht mehr als mit vielen Geschenken2.

Gemeinsame Aktivitäten helfen dabei: Federball, Boccia, Wikingerschach, Brettspiele oder ein Ausflug1. Kleine Rituale sind ebenso wertvoll – etwa an Geburtstag und Tauftag zu gratulieren1. Passende Worte dafür findet ihr unter Glückwünsche zur Taufe.

Im Glauben begleiten Paten weiter: mit kleinen Kindern in der Kinderbibel lesen, Geschichten erzählen, einen Familiengottesdienst oder Kleinkindergottesdienst besuchen1, 5. Bei älteren Kindern sind sie Gesprächspartner in Glaubens- und Lebensfragen5, dürfen auch von eigenen Zweifeln erzählen1 und bleiben Vorbild1. Wichtige Stationen wie Erstkommunion und Firmung gehören dazu2, 3. Wenn sich Eltern trennen und der Pate auf der Seite des Elternteils steht, der weniger Kontakt hat, kann die Patenschaft darunter leiden2.

Welche Geschenke passen zu den Aufgaben des Taufpaten?

Vorgaben für teure Geschenke gibt es nicht5. Die Kirche erwartet mehr als Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke oder ein Sparkonto2. Kleine Patengeschenke sind trotzdem eine schöne Geste: Kinderbücher, Spielsachen, eine Kinderbibel oder ein Kindergebetbuch zum Vorlesen1. Typische Anlässe sind der Geburtstag und Weihnachten1.

Wenn ihr zur Geburt oder Taufe etwas Persönliches schenken möchtet, findet ihr bei uns ein Geschenk zur Geburt personalisiert, das den Namen des Kindes trägt, sowie ein Personalisiertes Kinderbuch zur Taufe. Beides lässt sich auf das Kind abstimmen. Wichtiger als der Preis ist, dass die Gabe zur Beziehung passt und die Paten im Alltag präsent bleiben1, 5. Es ist gut, wenn Erwartungen zwischen Paten und Eltern offen angesprochen werden5.

Müssen Taufpaten im Notfall für ihr Patenkind sorgen?

Nein. Das Patenamt begründet keine Betreuungspflichten – auch dann nicht, wenn beide Elternteile sterben5. Es handelt sich um eine moralische und kirchliche Verpflichtung, nicht um ein rechtliches Amt4. Die Annahme, Paten bekämen im Todesfall der Eltern automatisch Vormundschaft oder Sorgerecht, ist falsch4.

Wenn ihr möchtet, dass euer Wunschpate im Ernstfall für euer Kind sorgt, müsst ihr das zusätzlich schriftlich festhalten – etwa in einem Testament oder mit Hilfe eines Notars4. Eltern und Paten können das vereinbaren, ein Automatismus ist es aber nicht2. Wer das Kind betreuen soll, regeln Eltern in einer Sorgerechtsverfügung, unabhängig davon, wer Pate ist3.

Was ebenfalls oft überrascht: Nach der Taufe lässt sich der Eintrag im Kirchenbuch nicht mehr streichen oder austauschen1, 5. Er dokumentiert die Taufe zu diesem Zeitpunkt5.

Praxis-Tipps: Aufgaben des Taufpaten

Diese Tipps helfen euch als Eltern und euren Paten, die Rollen von Anfang an gut zu verteilen:

  1. Sprecht vor der Zusage offen über Erwartungen: Wie viel Zeit ist realistisch, wie oft möchtet ihr euch sehen? So entstehen keine falschen Vorstellungen5.
  2. Klärt die Voraussetzungen früh mit eurer Gemeinde – Konfession, Mindestalter und ein möglicher Patenschein gehören dazu1, 3.
  3. Plant den Tauftag gemeinsam: Wer hält das Kind, wer übernimmt Lesung, Musik oder Fürbitte1, 5?
  4. Haltet den Kontakt in kleinen Schritten: ein Anruf, eine Sprachnachricht, ein kurzer Besuch1.
  5. Schafft ein eigenes Ritual: ein Ausflug zum Tauftag, ein Brettspielabend, ein gemeinsames Foto pro Jahr1.
  6. Tragt wichtige Termine in den Kalender ein – Einschulungsgottesdienst, Erstkommunion, Firmung oder Konfirmation1, 2.
  7. Wählt Geschenke, die zum Kind passen: ein Buch, eine Kinderbibel, etwas mit seinem Namen1.
  8. Regelt rechtzeitig, wer im Notfall für euer Kind sorgt; das gehört in eine Sorgerechtsverfügung, nicht ins Patenamt3, 4.
  9. Sprecht früh darüber, wie der Kontakt weiterläuft, wenn sich die Eltern trennen – die Patenschaft kann sonst in Mitleidenschaft geraten2.
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Häufige Fragen

Was sind die Aufgaben eines Taufpaten?
Taufpaten begleiten euer Kind im Glauben und als vertraute Bezugsperson. Bei der Taufe versprechen sie stellvertretend für das Kind, den christlichen Glauben zu unterstützen, und sprechen das Taufversprechen2, 3. Im Alltag heißt das vor allem: Kontakt halten, zuhören und an wichtigen Tagen da sein1, 2. Feste Pflichten erwachsen daraus nicht; das Patenamt ist eine kirchliche und moralische Aufgabe4.
Wer kann Taufpatin oder Taufpate werden, wenn das Kind evangelisch getauft wird?
In der evangelischen Kirche kann Taufpate werden, wer konfirmiert und Mitglied einer evangelischen Kirche ist1. Zugelassen werden können auch Angehörige anderer christlicher Kirchen, deren Kirche zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gehört1, 5. Häufig gilt ein Mindestalter von 14 Jahren; die genaue Grenze legt die Landeskirche fest3. Im Zweifel hilft ein kurzes Gespräch mit eurer Gemeinde.
Wann endet das Patenamt?
Das Patenamt endet in der evangelischen Kirche mit der Konfirmation des Patenkindes; dann sind die Jugendlichen religionsmündig1, 5. In der katholischen Kirche kann der Pate bei der Firmung bestätigt oder neu bestellt werden – dann gilt das Amt lebenslang4. Für viele Patenkinder bleibt die Beziehung zu ihrer Patentante oder ihrem Patenonkel trotzdem ein Leben lang etwas Besonderes5.
Kann man Taufpate sein, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist?
Nein. Ein offizielles Patenamt setzt die Mitgliedschaft in einer Kirche voraus; wer ausgetreten ist, wird nicht ins Kirchenbuch eingetragen4, 5. Familien können aber überlegen, wie diese Person ohne Amt eingebunden wird – zum Beispiel mit einer Aufgabe im Taufgottesdienst5. Oft behalten ausgetretene Menschen trotzdem eine wichtige Rolle im Leben des Kindes5. Tritt jemand erst nach der Taufe aus, ruht das Amt1.
Wie kann man Taufpatin oder Taufpate werden, wenn man nicht am Wohnort des Täuflings wohnt?
Für auswärtige Paten gibt es eine einfache Lösung: Die Kirchenmitgliedschaft wird über einen Patenschein der zuständigen Pfarrerin oder des zuständigen Pfarrers nachgewiesen1. Dass Paten in einer anderen Stadt wohnen, ist häufig so2. Wie oft ihr euch seht, hängt auch von der Entfernung ab2. Telefonate, Nachrichten und geplante Besuche halten den Kontakt trotzdem lebendig1.

Quellen

  1. Als Taufpatin oder Taufpate einem Kind zur Seite stehen · abgerufen am 10.10.2026
  2. Kennen Taufpaten ihre wichtige Aufgabe? · abgerufen am 11.10.2026
  3. Taufpate: Voraussetzungen und Aufgaben · Stand 18.09.2024
  4. Pflichten eines Taufpaten Muss ich mich wirklich ein Leben lang um mein Patenkind kümmern? · abgerufen am 11.10.2026
  5. Stets ein offenes Ohr · abgerufen am 11.10.2026
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