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Christkind: Was Eltern wissen sollten

Das Christkind ist eine Symbolfigur des Weihnachtsfestes: Dem Brauchtum zufolge bringt es den Kindern die Geschenke und bleibt dabei unsichtbar1. Ursprünglich war der Brauch protestantisch und ersetzte den heiligen Nikolaus als Gabenbringer1, 2. Heute ist er vor allem in Süd- und Westdeutschland, in Österreich, der Schweiz und Luxemburg verbreitet1, 5. In der Adventszeit schreiben viele Kinder Briefe mit ihren Wünschen an das Christkind2.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 5 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Christkind als engelhaftes Kind mit Flügeln und Heiligenschein neben einem geschmückten Weihnachtsbaum – Überblick zum Christkind für Eltern

Beim Christkind geht es um Geschenke, die heimlich unter dem Baum landen, und um eine Figur, die seit Jahrhunderten weitergegeben wird. Hier findet ihr die wichtigsten Hintergründe, Ideen für Rituale und alle Seiten des Themas auf einen Blick.

In vielen Bildern ist es ein blond gelocktes Kind mit weißem Kleid; ob es dabei eher an das Jesuskind oder an einen kleinen Engel erinnern soll, lässt sich nicht mehr nachvollziehen2, 4. Klar ist: Die Gaben kommen heimlich, und niemand bekommt den Gabenbringer zu Gesicht3. Wie Kinder dem Christkind schreiben, zeigen die Vorlagen und Mustertexte auf der Seite Brief an das Christkind.

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Briefe an das Christkind

  • Brief an das ChristkindBrief an das Christkind: kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken als PDF – mit Mustertexten, Ideen zur Verwendung und Antworten auf häufige Fragen.
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Woher kommt das Christkind?

Ursprung des Brauchs ist der heilige Nikolaus: Seit dem 12. Jahrhundert wurden Kinder am 6. Dezember mit kleinen Gaben beschenkt, oft nur mit einem Apfel oder einer Nuss2, 3. Weil Protestanten keine Heiligen verehrten, brauchte man eine andere Figur, die die Geschenke bringt2, 3. Martin Luther propagierte um 1535 den „Heiligen Christ“; mit hoher Wahrscheinlichkeit geht auch die Verlegung der Bescherung auf den 25. Dezember auf ihn zurück1.

Im Lauf der Zeit verselbständigte sich die Figur und löste sich immer weiter vom Jesuskind1. In der reformierten Schweiz fand die Beschenkung bis ins 19. Jahrhundert am Neujahrstag statt, daraus wurde das Neujahrskind1. Vom evangelischen Deutschland aus verbreitete sich der Brauch über das Rheinland, Bayern und Österreich1, 4.

Wie Kinder dem Christkind schreiben

Für Wunschzettel und Briefe gibt es in der Adventszeit echte Anlaufstellen. Besonders bekannt ist das Postamt im oberösterreichischen Christkindl, einem Stadtteil von Steyr: Dort werden die Sendungen seit 1950 gesammelt und meist auch beantwortet, jedes Jahr tragen rund zwei Millionen Briefe einen Sonderstempel1, 5. Das höchste Weihnachtspostamt Österreichs liegt am Pitztaler Gletscher in Tirol auf 3.440 Metern Höhe; vom 20. bis 23. Dezember können Kinder dort ihre Post einwerfen1. In Deutschland nehmen die Weihnachtspostämter der Deutschen Post die Briefe an1. Die Schweizerische Post beantwortet jedes Jahr über 17.000 Kinderbriefe1.

Kind schreibt mit Buntstiften einen Brief an das Christkind – Kachelbild zur Seite Brief an das Christkind

Vorlagen zum Ausdrucken, Mustertexte und Ideen für die Antwort findet ihr auf der Seite Brief an das Christkind – Vorlagen und Ideen.

Christkind oder Weihnachtsmann: Wo gilt was?

Wer die Geschenke bringt, ist regional unterschiedlich: Im Norden und Osten Deutschlands kommt der Weihnachtsmann am Heiligabend, im Süden und Westen sowie in Österreich und der Schweiz traditionell die engelhafte Figur4, 5. In einer Umfrage gaben 45 Prozent der Deutschen an, dass in ihrer Familie oder engeren Verwandtschaft der Weihnachtsmann als Überbringer der Geschenke gilt; 39 Prozent nannten das Christkind4. Zum Verbreitungsgebiet zählen neben Süd- und Westdeutschland auch das Elsass, Luxemburg, Österreich, Südtirol, die Deutschschweiz, Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Slowenien und Kroatien1. In Norddeutschland ist dagegen der Weihnachtsmann üblich, und er gewinnt auch in den Regionen an Boden, in denen traditionell die engelhafte Figur kommt1, 5.

Vom Jesuskind zum sichtbaren Christkind in Nürnberg

In der Kunstgeschichte bezeichnet der Begriff das isolierte Bild des kleinen Jesusknaben, auch heiliges Kind, Jesulein oder Kindli genannt1. Die frühesten erhaltenen Bildnisse stammen aus der Zeit um 13001. In der Weihnachtskrippe ist damit bis heute das Jesuskind gemeint1. Mancherorts wird die Figur zu Beginn der Christmette in einer Prozession zur Krippe getragen und dort vom Priester hineingelegt1.

Weihnachtskrippe mit dem Jesuskind in der Wiege – Hintergrundwissen zum Christkind in Kunst und Brauchtum

Sichtbar wird die Figur beim Nürnberger Christkindlesmarkt: Seit 1933 eröffnet dort jedes Jahr ein Christkind den Markt1. Bis 1968 wurde diese Rolle von Schauspielerinnen gespielt; seit 1969 wird alle zwei Jahre eine junge Frau aus der Stadt gewählt, die mindestens sechzehn Jahre alt sein muss1. Im Kostüm mit Krone und weiß-goldenem Kleid besucht sie anschließend Veranstaltungen in Franken und eröffnet auch den Markt in Chicago1.

Häufige Fragen

Wer hat das Christkind erfunden?
Als „Erfinder“ wird häufig Martin Luther genannt, weil er die Heiligenverehrung ablehnte und den Gabenbringer neu besetzte3. Sicher belegt ist diese Zuschreibung aber nicht – Fachleute sehen sie als umstritten an3. Schon vor Luther war das Christkind als Gabenbringer bekannt, und offenbar akzeptierte Luther selbst beide Figuren nebeneinander1. Festhalten lässt sich also nur, dass der Brauch im 16. Jahrhundert aufkam und sich von den protestantischen Regionen aus verbreitete1, 2.
Ist das Christkind weiblich oder männlich?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht: Die Gabenbringerin wird als engelhaftes Wesen dargestellt und bei Umzügen oder auf Weihnachtsmärkten oft von einem Mädchen in weißer Kleidung verkörpert3, 4. Theologisch meint der Begriff Christkind dagegen das neugeborene Jesuskind; in der Kunstgeschichte erscheint es immer als männliche Person1, 3. Die engelhafte Darstellung geht vermutlich auf weihnachtliche Umzüge und Krippenspiele zurück, bei denen eine Engelsschar von einem „Christkind“ angeführt wurde1.

Quellen

  1. Christkind · abgerufen am 11.10.2026
  2. Kirche2go fragt: Woher kommt das Christkind? · Stand 03.12.2024
  3. Wer ist eigentlich das Christkind? : Newsroom : Universität Hamburg · abgerufen am 11.10.2026
  4. Wer ist das Christkind? Bedeutung & Geschichte · abgerufen am 11.10.2026
  5. Christkind · abgerufen am 11.10.2026
  6. Wie viel Christkind darf sein?: Kinderaerzte-im-Netz · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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