Milchspendereflex – Bedeutung und Erklärung
Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was bedeutet Milchspendereflex?
Einordnung
Beim Saugen leiten Nervenfasern den Reiz zum Hypothalamus, der das Hormon Oxytocin freisetzt. Oxytocin regt die Muskelzellen um die Milchgänge zu Kontraktionen an, sodass Milch in Richtung Brustwarze fließt3. Vom Reiz bis zum Einschießen dauert es etwa zehn Sekunden3.
Während einer Stillmahlzeit setzt der Milchspendereflex mehrmals ein2. Pro Stillmahlzeit und Brust sind es zwei bis drei, maximal neun Reflexe; der erste ist am stärksten und bringt durchschnittlich 45 Prozent der Milchmenge einer Mahlzeit1. Viele Mütter spüren den ersten Reflex als warmes, kitzelndes Druckgefühl, spätere meist nicht mehr3. Selten löst er eine kurzzeitige deutliche Niedergeschlagenheit aus, den dysphorischen Milchspendereflex (D-MER)3, 5.
Im Alltag
Auslösen lässt sich der Milchspendereflex auch durch Ausstreichen der Brust, Abpumpen oder eine Brustmassage2, 6. Läuft die Milch sehr schnell, hilft eine zurückgelehnte Stillposition: Gegen die Schwerkraft fließt sie langsamer4. Kommt der Reflex nur schwer in Gang, könnt ihr euer Baby häufiger anlegen, für Hautkontakt sorgen und die Brust vor dem Stillen massieren2. Wärme und eine entspannte Haltung fördern ihn, Kälte, Schmerzen und Stress können ihn hemmen3. Bei Fragen unterstützt euch eure Hebamme oder eine Stillberaterin2.
Weiterlesen
Mehr über die Zeit nach der Geburt lest ihr unter Rund um die Geburt: Was Eltern wissen sollten.
Quellen
- Hintergrundwissen zum Milchspendereflex und Fettgehalt der Muttermilch · Stand 01.09.2024
- Milchspendereflex · abgerufen am 11.10.2026
- Ejektionsreflex · abgerufen am 11.10.2026
- Zuviel Milch · Stand 17.08.2026
- Traurigkeit beim Stillen: der dysphorische Milchspendereflex · Stand 01/2025
- Ausstreichen der Brust · Stand 13.06.2025
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