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Buch zum Schnuller-Abgewöhnen: Was Eltern wissen sollten

Ein Buch zum Schnuller-Abgewöhnen bereitet euer Kind auf den Abschied vor und gibt euch einen roten Faden für die letzten Tage mit dem Nuckel. Die Empfehlung der Kinder- und Jugendärzte ist eindeutig: Spätestens mit sieben Monaten sollte der Schnuller weg sein, für frühgeborene Kinder gilt der erste Geburtstag als Grenze1, 2. Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, entwöhnt bis zum dritten Geburtstag1, 5. Ein Bilderbuch macht den Schritt greifbar, weil euer Kind die Geschichte immer wieder anschauen und darüber sprechen kann1, 5.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 12 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Mutter liest zwei Kindern ein Buch zum Schnuller-Abgewöhnen vor, daneben ein Schnuller – Titelbild für Eltern

Buch zum Schnuller-Abgewöhnen: Wie ihr das passende Bilderbuch findet

Bevor der Nuckel verschwindet, braucht euer Kind eine Vorstellung davon, wie der Abschied ablaufen kann. Ein Bilderbuch übernimmt diese Aufgabe: Es zeigt in einfachen Szenen, wie ein anderes Kind den Schnuller hergibt, und macht das Thema im Alltag besprechbar. Bücher zum Schnuller-Abgewöhnen sind – genau wie das Gespräch – eine gute Vorbereitung auf das Abgeben des Schnullers1.

Pädagogisch wertvolle Bilderbücher greifen den Abschied vom Schnuller auf und eignen sich zum gemeinsamen Anschauen und Lesen5. Wichtig ist die Haltung dahinter: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird euer Kind den Schnuller nicht freiwillig hergeben, deshalb geht ihr den Schritt behutsam an1. Das Buch liefert die Bilder und Worte, die im Gespräch helfen.

Lest die Geschichte mehrmals, am besten schon einige Tage vor dem großen Tag und danach immer wieder. Ein festes Gute-Nacht-Ritual mit einer Geschichte oder einem Lied erleichtert das Einschlafen ohne Schnuller3. Was Eltern zum Schnuller abgewöhnen wissen sollten, steht auf der Seite Schnuller abgewöhnen.

Was der Schnuller Gutes tut – und wann er schadet

In den ersten Lebensmonaten ist der Schnuller für viele Familien eine echte Erleichterung: Das Saugen beruhigt, und viele Babys schlafen damit leichter ein1. Auch das Abstillen gelingt mitunter einfacher, wenn das Baby einen Schnuller akzeptiert1. Kinderärzte sehen in dem beruhigenden Effekt den einzigen Vorteil des Nuckels; Kinder, die nach Bedarf gestillt werden, brauchen ihn dafür nicht2.

Dauerhaftes Nuckeln kann dagegen Zahn- und Kieferfehlstellungen verursachen und die Sprachentwicklung stören, etwa in Form von Lispeln, weil die Zunge nicht lernt, oben am Gaumen hinter den Zähnen zu liegen1. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands nennt zusätzlich Karies, Ohrinfekte mit nachfolgender Hörbeeinträchtigung, Mandelentzündungen und Polypen2. Eine Studie mit Babys und Kleinkindern zwischen 7 und 18 Monaten brachte das Nuckeln mit einem höheren Risiko für Mittelohrentzündungen in Verbindung, weil das Saugen das Druckverhältnis zwischen Ohren und Rachen verändert1.

Wie stark sich der Schnuller auswirkt, hängt vor allem von der Dauer des Nuckelns ab: Er drückt die Zunge nach unten, sodass sie ihre natürliche Ruhelage am Gaumen nicht einnehmen kann; auf Dauer entsteht ein hoher, schmaler Gaumen mit zu wenig Platz für die bleibenden Zähne4. Weil die Lippen leicht geöffnet bleiben, kann außerdem Mundatmung begünstigt werden4.

Ein Pluspunkt bleibt: Beim Einschlafen kann der Schnuller nach einigen Studien das Risiko für den plötzlichen Kindstod um bis zu 60 Prozent senken5.

Persönliche HörgeschichteDie Schnullerfee-Geschichte mit dem Namen eures Kindes macht den Abschied vom Schnuller leichter.Jetzt Geschichte erstellen

Von sieben Monaten bis zum dritten Geburtstag: Was Fachleute empfehlen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt schon seit dem Jahr 2004, den Schnuller im Alter von sieben Monaten abzugewöhnen1. In diesem Zeitraum wachsen die ersten Milchzähne und der Saugreflex bildet sich zurück, sodass der Verzicht leichter fällt1. Bei frühgeborenen Kindern mit ihrem besonders hohen Saugbedürfnis dürfen Eltern bis zum ersten Geburtstag warten; bis zu dieser Grenze können sich bereits eingetretene Schäden noch von allein zurückbilden1, 2.

Wer den frühen Zeitpunkt verpasst hat, kann den Schnuller im zweiten Lebensjahr abgewöhnen, wenn er nur noch zum Schlafen und in Notsituationen angeboten wird – so empfiehlt es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem Leitfaden für Eltern1.

Zeitstrahl zum Schnuller-Abgewöhnen mit Empfehlungen von Fachleuten von sieben Monaten bis zum dritten Geburtstag.

Der dritte Geburtstag gilt weiterhin als allerspätester Zeitpunkt1. Spätestens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr sollten Kinder völlig ohne Schnuller auskommen5. Bleibt der Nuckel länger im Spiel, müssen Zahn- und Kieferfehlstellungen, die nach dem ersten Lebensjahr entstanden sind, später meist kieferorthopädisch behandelt werden2.

Wenn euer Kind bereits drei Jahre alt ist, findet ihr auf der Seite Schnuller abgewöhnen mit 3 Jahren die wichtigsten Hinweise für diesen Zeitpunkt.

Buch zum Schnuller-Abgewöhnen: Empfehlungen für die Auswahl

Ein gutes Buch für diese Phase erzählt eine kleine Geschichte, in der ein Kind den Abschied schafft – ohne Druck und ohne Tränen als Pointe. Achtet darauf, dass ein Ritual vorkommt, das zu euch passt: die Schnullerfee, ein Schnullerbaum oder das Verschenken an ein Baby1, 5. Beim Schnuller abgewöhnen hilft ein Buch vor allem als Gesprächsanlass, nicht als Ersatz für euer Vorgehen.

Bekannte Beispiele, die das Thema aufgreifen, sind „Die kleine Schnullerfee“, „Ich brauch doch keinen Schnuller mehr“ und „Der Baby Waschbär braucht keinen Schnuller mehr“1.

Plant den Abschied trotz Buch: Eltern hoffen oft, dass sich das Kind irgendwann von selbst für das Abgeben entscheidet; in den meisten Fällen braucht es aber einen Plan, den richtigen Zeitpunkt und Konsequenz5. Kinder ab zwei Jahren sind logischen Argumenten gegenüber oft erstaunlich aufgeschlossen und haben manchmal sogar selbst eine Idee, wie der Abschied gelingen kann5.

Lest die Geschichte mehrmals und lasst euer Kind erzählen, was es auf den Bildern sieht. So wird aus dem Buch ein Ritual, das über mehrere Wochen trägt.

Schnullerfee, Schnullerbaum und andere Rituale

Die Schnullerfee kommt nachts, nimmt den Schnuller mit und lässt im Tausch ein Geschenk für das tapfere Kind da1, 3. Rituale wie die Schnullerfee oder das gemeinsame Wegwerfen des Schnullers erleichtern die Akzeptanz2 und helfen Kindern zu begreifen, dass sie jetzt groß sind und keinen Schnuller mehr brauchen4.

Beim Schnullerbaum hängt euer Kind den Nuckel selbst an ein Band; viele Städte haben einen echten oder nachgebildeten Baum, den ihr später besuchen könnt1. Der Brauch stammt ursprünglich aus Dänemark5. Ob es in eurer Nähe einen Schnullerbaum oder ein Fest dazu gibt, erfahrt ihr bei der Stadtverwaltung1.

Weitere Möglichkeiten: den Schnuller an ein Baby aus dem Freundeskreis verschenken, ein lang ersehntes Spielzeug damit „bezahlen“ oder ein kleines Abschiedsfest feiern3, 5. An das neugeborene Geschwisterchen weitergeben ist dagegen keine gute Idee, weil in dieser Zeit ohnehin viel Veränderung auf euer Kind wartet5. Plant die Aktion gemeinsam mit eurem Kind. Drei- und vierjährige Kinder können die Tragweite eines Tauschgeschäfts noch nicht abschätzen; die Enttäuschung ist trotz Geschenk bei vielen groß, wenn der Schnuller vermisst wird4.

Sanft ausschleichen oder von jetzt auf gleich?

Beides gibt es, und beides kann funktionieren: Manche Kinder verkraften es leichter, wenn der Schnuller von jetzt auf gleich weg ist, für andere ist ein langsames Ausschleichen unkomplizierter5. Wichtiger als die Methode ist, dass ihr konsequent bleibt1, 5.

Beim schrittweisen Weg reduziert ihr den Schnuller im Alltag: Ab dem ersten Geburtstag kann er zum Beispiel nur noch zum Schlafen und in schwierigen Situationen angeboten werden1. Beginnt am besten untertags, weil der Schnuller beim Einschlafen besonders wichtig ist3. In der ersten Phase darf euer Kind mit Schnuller einschlafen, aber er bleibt im Bett und wird beim Aufstehen nicht mitgenommen3. Räumt ihn danach aus der Sichtweite, sonst ist er schnell wieder im Mund1, und gebt ihm einen festen Platz, etwa eine kleine Kiste am Bett4. Ist euer Kind eingeschlafen, könnt ihr den Schnuller vorsichtig aus dem Mund ziehen und den Mund sanft schließen, damit es einen Teil der Nacht mit Nasenatmung schläft4.

Aus der kinderärztlichen Praxis kommt ein weiterer Trick: in den Schnuller einstechen, sodass er schlaff wird, und ihn danach wöchentlich etwa einen Millimeter mit der Schere kürzen, bis nichts mehr übrig ist; gleichzeitige Zuwendung erleichtert das Abgewöhnen2. Bietet den Schnuller außerdem sparsam an, etwa als Joker zum Einschlafen, und nehmt ihn aus dem Mund, wenn euer Kind sich beruhigt hat – ständig getragen stört er beim Sprechenlernen und kann Ohrenentzündungen und Karies begünstigen5.

Meist dauert es nicht länger als drei Tage, bis sich ein Kind an das Leben ohne Schnuller gewöhnt hat2.

Was tun, wenn das Abgewöhnen schwerfällt?

Wenn der Schnuller fehlt, kommen starke Gefühle. Der Nuckel hat eurem Kind geholfen, überwältigende Gefühle zu regulieren – deshalb fällt der Verzicht so schwer4. Begleitet die Trauer und sucht gemeinsam Alternativen: Kuscheln, ein Kuscheltier, Tücher, ein Kauring, Tuchschaukeln oder eine schwere Decke können beim Beruhigen helfen4. Auch Ablenkung wirkt: Bilderbücher, Ausflüge oder eine Bastelstunde lassen den Schnuller eine Weile vergessen3.

Trösten ist Aufgabe der Eltern, nicht des Schnullers: Schaukeln, Singen und beruhigende Worte zeigen eurem Kind, dass es verstanden wird5. Steigt es auf den Daumen um, wird der Abschied schwieriger, denn der Daumen lässt sich noch schwerer abgewöhnen als der Schnuller5. Hängt ein Kindergartenkind sehr am Nuckel, kann Eltern ein Geschenk als Ersatz helfen2.

Wenn vor allem die Nächte schwerfallen, findet ihr auf der Seite Schnuller nachts abgewöhnen die wichtigsten Hinweise. Hat der Kinder- und Jugendarzt oder die Kieferorthopädin bereits einen offenen Biss festgestellt, kann eine Mundvorhofplatte als Schnullerersatz die Fehlstellung noch zurückbilden; nach dem vierten Geburtstag lässt sich das Tauschgeschäft „Schnuller gegen Mundvorhofplatte“ anbieten, um weitere schwere Kiefer- und Zahnfehlstellungen zu stoppen und den Lippenschluss zu trainieren2.

Praxis-Tipps: Buch zum Schnuller-Abgewöhnen

  1. Ruhige Phase wählen: Startet nicht, wenn euer Kind krank ist oder eine große Veränderung ansteht – Kita-Eingewöhnung, Umzug oder die Geburt eines Geschwisterchens sind ungünstige Zeitpunkte5.
  2. Buch vorher einführen: Lest das Bilderbuch schon einige Tage vor dem Termin und danach immer wieder gemeinsam5.
  3. Vorher sprechen: Erklärt eurem Kind in einfachen Worten, was passieren wird, damit es sich auf den Abschied einstellen kann1.
  4. Schrittweise kürzen: Ab dem ersten Geburtstag darf der Schnuller nur noch zum Schlafen und in schwierigen Situationen dabei sein1.
  5. Untertags anfangen: Lasst den Schnuller zuerst am Tag weg, weil er beim Einschlafen am wichtigsten ist3.
  6. Aus der Sichtweite räumen: Nach dem Aufstehen wandert der Schnuller an einen festen Platz, etwa in eine kleine Kiste am Bett1, 4.
  7. Neues Abendritual: Eine Geschichte oder ein Lied ersetzt den Schnuller beim Einschlafen Schritt für Schritt3.
  8. Ritual gemeinsam planen: Schnullerfee, Schnullerbaum oder Verschenken an ein Baby wirken am besten, wenn euer Kind eingeweiht ist1, 5.
  9. Konsequent bleiben: Auch an anstrengenden Abenden wird der Schnuller nicht wieder hervorgeholt; meist ist der Abschied nach wenigen Tagen geschafft1, 2.
  10. Alternativen anbieten: Kuscheltier, Kuscheln und ein Kauring helfen beim Beruhigen, damit der Daumen nicht zum Ersatz wird4, 5.
Persönliche HörgeschichteDie Schnullerfee-Geschichte mit dem Namen eures Kindes macht den Abschied vom Schnuller leichter.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Der Schnuller: Segen oder Fluch?
Der Schnuller ist beides: ein wirksamer Beruhiger und ein Risiko für Zähne, Kiefer und Sprache. In den ersten Lebensmonaten hilft er vielen Babys beim Einschlafen, weil das Saugen beruhigt1. Kinderärzte sehen darin den einzigen Vorteil und nennen als Nachteile Kieferfehlbildungen, Zahnfehlstellungen, Karies, Sprachstörungen sowie Ohrinfekte, Mandelentzündungen und Polypen2. Wie stark die Folgen ausfallen, hängt vor allem davon ab, wie lange und wie oft euer Kind nuckelt4.
Was bewirkt das Nuckeln beim Kind?
Das Nuckeln beruhigt: In den ersten Monaten ist das Saugen eine wirksame Selbstberuhigungsmethode, und viele Babys schlafen damit leichter ein1. Der Schnuller hilft zudem, starke Gefühle zu regulieren – deshalb fällt der Verzicht so schwer4. Im Mund drückt der Nuckel die Zunge nach unten, sodass sie ihre natürliche Ruhelage am Gaumen nicht einnehmen kann; auf Dauer entstehen ein hoher, schmaler Gaumen und weniger Platz für die bleibenden Zähne4. Weil die Lippen leicht geöffnet bleiben, kann Mundatmung begünstigt werden4.
Schnuller abgewöhnen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Schon seit 2004 rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, den Schnuller mit sieben Monaten abzugewöhnen, weil dann die ersten Zähne kommen und der Saugreflex nachlässt1, 2. Frühgeborene dürfen bis zum ersten Geburtstag nuckeln1, 2. Spätestens zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr sollten Kinder völlig ohne Schnuller auskommen5; der dritte Geburtstag gilt als allerspätester Zeitpunkt1. Bleibt der Nuckel nach dem ersten Lebensjahr im Spiel, müssen entstandene Fehlstellungen später meist kieferorthopädisch behandelt werden2.
Sanfte Entwöhnung oder kalter Entzug?
Beides kann funktionieren – entscheidend ist, was zu eurem Kind passt. Manche Kinder verkraften es leichter, wenn der Schnuller von jetzt auf gleich verschwindet; für andere ist ein langsames Ausschleichen unkomplizierter5. Wichtig ist, dass ihr konsequent bleibt1, 5. Beim schrittweisen Weg hilft es, den Schnuller untertags zuerst wegzulassen3. Rituale wie die Schnullerfee oder das gemeinsame Wegwerfen erleichtern die Akzeptanz2. Meist dauert es nicht länger als drei Tage, bis sich das Kind gewöhnt hat2.

Quellen

  1. Schnuller abgewöhnen: 10 Tricks für jede Familie · Stand 09.09.2024
  2. Nuckeln macht Zähne und Kiefer krank: Kinderaerzte-im-Netz · Stand 11.10.2026
  3. Abschied vom Schnuller: So klappt die Entwöhnung · abgerufen am 10.10.2026
  4. Schnuller abgewöhnen · Stand 12.02.2025
  5. Schnuller abgewöhnen: Tschüss, geliebter Nuckel! · Stand 26.08.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
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