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Zahnwechsel bei Kindern: Was Eltern wissen sollten

Der Zahnwechsel bei Kindern beginnt meist um den sechsten Geburtstag und zieht sich bis etwa zum zwölften Lebensjahr hin3. Häufig lockern sich zuerst die unteren mittleren Schneidezähne, während die ersten großen Backenzähne oft unbemerkt hinter der Milchzahnreihe durchbrechen3, 2. Wichtig ist eine gründliche Zahnpflege in dieser Zeit, denn der Zahnschmelz der neuen Zähne härtet erst nach und nach aus1.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 11 Min. LesezeitRedaktionell geprüft
Kind zeigt stolz seinen ersten Wackelzahn und hält eine kleine Zahnbox – Zahnwechsel bei Kindern

Wie läuft der Zahnwechsel bei Kindern ab?

Beim Zahnwechsel löst das bleibende Gebiss das Milchgebiss ab. Der Wechsel ist in drei Phasen aufgeteilt, zwischen denen das Gebiss immer wieder zur Ruhe kommt1. So bleiben Essen und Sprechen durchgehend gewährleistet1.

Die erste Phase fällt meist in die ersten Grundschuljahre. Dann brechen die ersten großen Backenzähne durch, die Sechsjahrmolaren, und die Schneidezähne im Unter- und Oberkiefer werden gewechselt1. Die Milchzähne fallen dabei in der Regel schmerzfrei aus, weil sich ihre Wurzeln auflösen und die bleibenden Zähne sie aus dem Kiefer schieben1.

In der zweiten Phase, etwa mit neun bis zwölf Jahren, wechseln die kleinen Backen- und Eckzähne; außerdem brechen die zweiten großen Backenzähne durch1.

Zur dritten Phase gehören die Weisheitszähne. Sie brechen erst im Erwachsenenalter durch, vorausgesetzt, sie sind im Kiefer angelegt1. Weil sie Beschwerden verursachen und die Zahnstellung beeinflussen können, lohnt ein Blick darauf – idealerweise schon im Jugendalter2.

Zahnwechsel bei Kindern: das Alter

Der Zahnwechsel läuft in der Regel bis etwa zum zwölften Lebensjahr3. Der erste bleibende Zahn zeigt sich bei den meisten Kindern rund um die Einschulung, also im Alter von fünf bis sieben Jahren – häufig ist es ein großer Backenzahn2.

Bis das Kind etwa acht oder neun Jahre alt ist, fallen nach und nach alle Milch-Schneidezähne aus und die bleibenden wachsen nach2. Mit neun oder zehn Jahren beginnt die zweite Phase: Jetzt wechseln die seitlichen Milchzähne, also die kleinen Backen- und Eckzähne. Sind auch die zweiten großen Backenzähne durchgebrochen, besitzt das Kind statt 20 Milchzähnen insgesamt 28 bleibende Zähne – meist mit elf oder zwölf Jahren2.

Wann der Zahnwechsel bei Kindern einsetzt, ist von Kind zu Kind verschieden: Eine Abweichung von bis zu einem Jahr nach vorne oder hinten gilt als normal3. Auch mit 13 oder 14 Jahren kann der Wechsel vollständig abgeschlossen sein2.

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Zahnwechsel bei Kindern: die Reihenfolge

Bei den meisten Kindern ist die Reihenfolge ähnlich, nur das Tempo unterscheidet sich. Der Unterkiefer ist dem Oberkiefer meist einen kleinen Schritt voraus3.

Übersicht zur Reihenfolge und den typischen Durchbruchszeiten der bleibenden Zähne im 6. bis 13. Lebensjahr.
Bleibender ZahnErsetztTypischer Durchbruch
Erster großer Backenzahn (6-Jahr-Molar)keinen Milchzahn6.–7. Lebensjahr
Mittlere Schneidezähne untenmittlere Milchschneidezähne unten6.–7. Lebensjahr
Mittlere Schneidezähne obenmittlere Milchschneidezähne oben7.–8. Lebensjahr
Seitliche Schneidezähneseitliche Milchschneidezähne7.–9. Lebensjahr
Erster kleiner Backenzahn (Prämolar)erster Milchbackenzahn9.–11. Lebensjahr
EckzahnMilcheckzahn9.–12. Lebensjahr
Zweiter kleiner Backenzahn (Prämolar)zweiter Milchbackenzahn10.–12. Lebensjahr
Zweiter großer Backenzahn (12-Jahr-Molar)keinen Milchzahn11.–13. Lebensjahr

Diese Zeiträume sind Durchschnittswerte und kein Stundenplan3. Ein ausgefallener Milchzahn blutet manchmal leicht; das hört von allein auf oder mit kurzem Beißen auf ein sauberes Taschentuch3.

Zahnwechsel: Backenzähne beim Kind

Der erste bleibende Zahn ist bei den meisten Kindern kein Schneidezahn, sondern ein großer Backenzahn3. Der Sechsjahrmolar bricht um den sechsten Geburtstag hinter dem letzten Milchbackenzahn durch, ganz hinten in der Zahnreihe3.

Weil dafür kein Milchzahn ausfällt, halten viele Eltern ihn für einen weiteren Milchzahn oder bemerken ihn gar nicht3, 2. Dabei müssen diese vier Zähne ein Leben lang halten3. In der Anfangszeit sind sie besonders empfindlich: Zwar ist der Zahnschmelz der bleibenden Zähne doppelt so dick wie der der Milchzähne1, richtig hart wird er aber erst rund drei Jahre nach dem Durchbruch1. Außerdem sitzt der Sechsjahrmolar so weit hinten, dass Kinder ihn beim Putzen gern auslassen3.

Ab dem sechsten Lebensjahr lohnt deshalb ein regelmäßiger Blick in den Mund eures Kindes: Die Sechsjahrmolaren erkennt ihr als größere, breitere Zähne hinter der bisherigen Zahnreihe3. Die Fissurenversiegelung, bei der die tiefen Furchen der Kauflächen mit einem dünnen Kunststoff verschlossen werden, ist für die ersten bleibenden Backenzähne ab dem sechsten Lebensjahr Kassenleistung im Rahmen der individuellen Prophylaxe3.

Der zweite große Backenzahn, der 12-Jahr-Molar, bricht zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr durch – ebenfalls ohne Milchzahn-Vorgänger3.

Warum sind die Milchzähne für den Zahnwechsel so wichtig?

Bis zum Zahnwechsel besteht ein Kindergebiss aus 20 Milchzähnen5. Sie haben mehr Aufgaben als nur das Kauen: Sie sind an der Nahrungsaufnahme beteiligt, fördern über das Kauen die Ausbildung des Kiefers und halten die Lücke für die bleibenden Zähne frei5.

Deshalb lohnt sich die Pflege von Anfang an. Ein kariesfreies Milchgebiss ist die beste Basis für gesunde bleibende Zähne; haben die Milchzähne bereits Löcher, kann sich die Karies beim Durchbruch auf die neuen Zähne übertragen1. Auch die Kariesbakterien selbst können auf die bleibenden Zähne übergehen5.

Die Anlagen für beide Gebisse entstehen früh: Bereits zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche bilden sich die Keimanlagen für alle Zähne5. Bei der Geburt sind die Zahnkronen fertig ausgebildet, die Wurzelbildung ist etwa mit eineinhalb bis drei Jahren abgeschlossen5. Auch die bleibenden Zähne entwickeln sich schon in dem Alter, in dem Babys krabbeln5.

Zahnwechsel und Gefühle: Was hilft in der Wackelzahnpubertät?

Mit dem Zahnwechsel beginnt für viele Kinder ein neuer Lebensabschnitt: Die Einschulung steht an, und es verändert sich einiges – äußerlich wie innerlich2.

Die sogenannte Wackelzahnpubertät tritt häufig ab dem sechsten Lebensjahr auf, also genau in der Zeit des Zahnwechsels. Etliche Kinder reagieren dann ähnlich wie Pubertierende: Freude und gute Laune wechseln sich mit Stimmungstiefs, Wut und regelrechten Ausrastern ab2. Manche Kinder bekommen Angst oder leiden unter einer Art Verlustangst2.

Ein allgemeines Rezept gibt es nicht. Hilfreich ist, die Sorgen und Ängste des Kindes anzuerkennen und sich klarzumachen, dass Kinder ihre Eltern damit nicht ärgern wollen – sie leiden selbst2. Vielen Kindern helfen liebevolle Zuwendung und Rituale, die Sicherheit geben2.

Ein solches Ritual ist die Zahnfee: Fällt ein Zähnchen heraus, legt euer Kind den Zahn abends aufs Fensterbrett oder unter das Kopfkissen. Die Zahnfee nimmt ihn mit und hinterlässt dafür einen Brief oder ein kleines Geschenk4. Das Ritual kann nebenbei zum regelmäßigen Zähneputzen motivieren und die Angst vor dem Zahnarztbesuch nehmen1. Ideen, Vorlagen und Tipps rund um die Zahnfee findet ihr in unserem Bereich Zahnfee, darunter auch Vorlagen und Ideen für den Brief von der Zahnfee.

Was ist bei der Zahnpflege im Zahnwechsel wichtig?

Die bleibenden Zähne sind noch im Aufbau, wenn sie sichtbar werden. Erst ungefähr drei Jahre nach dem Durchbruch ist der Zahnschmelz um einen bleibenden Zahn herum richtig hart1. Bis dahin sind die neuen Zähne besonders kariesgefährdet1.

In dieser Zeit wackeln viele Milchzähne, und das Putzen kann unangenehm sein. Trotzdem ist es wichtig, die Mundhygiene nicht zu vernachlässigen – auch nicht bei einer Entzündung an der Wechselstelle2. Bei einem erschwerten Zahnwechsel ist das Zahnfleisch an der Stelle verändert oder entzündet, an der gerade ein Zahn wechselt; diese Stelle putzt ihr sanft und behaltet sie im Blick1.

Vor allem an die neuen hintersten Backenzähne ist beim Putzen zu denken1. Zahnärztinnen und Zahnärzte empfehlen außerdem, die Kontrolltermine während des Zahnwechsels wahrzunehmen. So lassen sich Komplikationen früh erkennen und negative Folgen für die bleibenden Zähne vermeiden2.

Was tun, wenn der Zahnwechsel stockt?

Manchmal wartet man vergeblich darauf, dass sich ein Milchzahn lockert. Dann sollte ein Termin beim Zahnarzt vereinbart werden. Auf dem Röntgenbild lässt sich sehen, ob die bleibenden Zähne im Kiefer angelegt sind – fehlt ein Zahn ganz, sprechen Zahnärzte von Hypodontie, sind mehrere nicht angelegt, von Oligodontie2.

Auch eine Wurzel, die sich nicht auflöst, kann den Zahnwechsel blockieren1. Häufig muss zunächst nichts getan werden, solange der Milchzahn kariesfrei und stabil ist2.

Wachsen bleibende Zähne in zweiter Reihe, fällt der Milchzahn meist bald aus; nur bei fortgeschrittenem Alter des Kindes kommt ein Ziehen in Betracht1. Wachsen Zähne schief, schiebt die Zunge sie häufig nach einiger Zeit an den richtigen Ort1. Ein Zahn darf übrigens wochenlang wackeln, das ist völlig normal3.

Was ihr nicht tun solltet: den klassischen Faden an der Türklinke oder ein Ruck am kaum gelockerten Zahn. Sitzt der Zahn noch an Wurzelresten fest, ist das schmerzhaft und blutet unnötig stark3.

Geht ein Milchzahn deutlich zu früh verloren, etwa durch Karies oder einen Unfall, sollte das abgeklärt werden: Die entstandene Lücke kann die Entwicklung des Kiefers stören2. Auch gelbliche oder bräunliche Flecken an den neuen Zähnen solltet ihr ansehen lassen; sie können auf eine Störung der Zahnschmelzbildung hinweisen, sogenannte Kreidezähne1.

Praxis-Tipps: Zahnwechsel bei Kindern

  1. Putzt nach der KAI-Methode: erst die Kauflächen, dann die Außenflächen, dann die Innenflächen4.
  2. Putzt in kleinen, kreisenden Bewegungen Zahn für Zahn – immer vom Zahnfleisch in Richtung Kaufläche und ohne zu viel Druck4.
  3. Stellt eine Sand- oder Eieruhr ins Badezimmer. Zwei Minuten Putzzeit sind damit für euer Kind gut sichtbar4.
  4. Putzt in der Grundschulzeit noch einmal nach. Erst in dieser Zeit reinigen Kinder ihre Zähne motorisch zuverlässig selbstständig4.
  5. Nehmt Zahnseide oder Interdental-Sticks dazu und helft beim Säubern der engen Zahnzwischenräume4.
  6. Schaut ab dem sechsten Lebensjahr regelmäßig selbst in den Mund, damit die neuen hintersten Backenzähne beim Putzen nicht vergessen werden3.
  7. Fragt beim Kontrolltermin nach einer Fissurenversiegelung für die ersten bleibenden Backenzähne3.
  8. Sammelt die ausgefallenen Zähne in einer schönen Dose – Kinder sind stolz darauf und warten gespannt auf den nächsten Wackelzahn1.
  9. Vorlagen und Ideen für eine Zahnfee-Urkunde findet ihr in unserem Zahnfee-Bereich – schön für den ersten ausgefallenen Zahn.
Persönliche HörgeschichteEine Hör-Nachricht von der Zahnfee zum ersten Wackelzahn – persönlich für euer Kind. Name, Alter und Lieblingsthema legt ihr im Konfigurator fest.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Wann beginnt der Zahnwechsel beim Kind?
Meist geht es um den sechsten Geburtstag los: Dann lockern sich typischerweise die unteren mittleren Schneidezähne3. Zu dieser Zeit bricht oft auch der erste große Backenzahn durch, ohne dass dafür ein Milchzahn ausfällt3. Rührt sich bei eurem Kind bis zum achten Geburtstag noch nichts, lässt sich beim Kontrolltermin per Röntgenbild klären, ob alle bleibenden Zähne angelegt sind3.
Wie lange dauert der Zahnwechsel bei Kindern?
Der Wechsel läuft nicht in einem Zug ab, sondern in drei Phasen, zwischen denen das Gebiss zur Ruhe kommt – deshalb zieht er sich über mehrere Jahre1. Er beginnt meist um den sechsten Geburtstag und läuft bis etwa zum zwölften Lebensjahr3. Danach folgt noch die dritte Phase mit den Weisheitszähnen, die erst im Erwachsenenalter durchbrechen, sofern sie angelegt sind5.
Wann ist der Zahnwechsel bei Kindern abgeschlossen?
Mit etwa 13 Jahren ist der Durchbruch der 28 bleibenden Zähne abgeschlossen5. Die vier Weisheitszähne zeigen sich erst etwa zur Volljährigkeit; oft brechen sie gar nicht durch5. Regelmäßige Kontrolltermine zeigen, ob die Entwicklung im üblichen Rahmen läuft1.
Warum überhaupt ein Zahnwechsel?
Weil der Mensch wächst und mit ihm der Kiefer: Die kleinen Milchzähne passen zur Kiefergröße von Babys und Kindern, für einen Erwachsenenkiefer wären sie viel zu klein2. Deshalb bekommt jeder Mensch eine zweite Garnitur Zähne – das bleibende Gebiss mit 32 Zähnen einschließlich der Weisheitszähne – das den Kiefer gut ausfüllt2. Außerdem ist das bleibende Gebiss robuster und besser geschützt als die Milchzähne2.
Welche Zahnpasta bei Zahnwechsel?
Beim ersten ausgefallenen Milchzahn könnt ihr langsam von Kinder- auf Junior-Zahnpasta umsteigen: Sie enthält mehr Fluorid und schmeckt trotzdem mild4. Vom sechsten Lebensjahr an empfehlen Fachgesellschaften Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt für Kinder2. Entscheidend ist, dass die Zahnpasta genügend Fluorid enthält, denn Fluorid schützt den Zahnschmelz und beugt Karies vor4. Beim Kontrolltermin bekommt ihr eine passende Empfehlung für euer Kind4.

Quellen

  1. Den Zahnwechsel beim Kind begleiten · Stand 05.07.2022
  2. Zahnwechsel beim Kind: Symptome und Verlauf · abgerufen am 11.10.2026
  3. Zahnwechsel bei Kindern: Reihenfolge & Tabelle (6–12 Jahre) · abgerufen am 11.10.2026
  4. Zahnwechsel bei Kindern: Pflege, Putzen und die Zahnfee · abgerufen am 11.10.2026
  5. Zahnentwicklung · Stand 30.04.2025
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