Adventsgeschichten: Geschichten zum Vorlesen und Anhören

- Alter
- 2 bis 6 Jahre
- Dauer
- etwa 4 bis 6 Minuten je Geschichte
Adventsgeschichten gehören in den Dezember wie Kerzenlicht und Plätzchenduft. Auf dieser Seite findet ihr fünf Geschichten, die ihr abends gemeinsam lesen oder einfach anhören könnt. Es geht um einen Wichtel unter der Treppe, um eine Maus im roten Handschuh und um einen Adventskalender für die Vögel. Jede Geschichte dauert etwa vier bis sechs Minuten, passt für Kinder von 2 bis 6 Jahren und endet ruhig – ohne Grusel und ohne Streit.
Adventsgeschichten für Kinder
Fünf Geschichten für die Adventszeit: kurze zum Einstieg, ruhige für den Abend und lustige Adventsgeschichten für zwischendurch. In der Liste stehen das Alter ab und die Lesezeit; jede Geschichte gibt es zusätzlich als Hörfassung.
24 kurze Adventsgeschichten für Kinder zum Ausdrucken
Ein Geschichten-Adventskalender braucht keine Schokolade: Ihr wählt 24 kurze Texte aus, druckt sie aus, faltet jedes Blatt einmal und legt alles in eine Kiste, ein Glas oder in 24 Umschläge. Jeden Abend zieht euer Kind ein Blatt, und ihr lest gemeinsam. Kurze Weihnachtsgeschichten mit drei bis fünf Minuten Lesezeit eignen sich dafür besonders gut, und für Kinder unter vier Jahren reichen fünf Minuten völlig aus4.
Damit die 24 Adventsgeschichten für Kinder nicht schon in der ersten Woche ausgehen, sammelt ihr am besten aus mehreren Quellen: Bilderbücher, Erzählbände, Texte aus der Kita und unsere fünf Geschichten auf dieser Seite. Schreibt auf die Rückseite jedes Blattes eine kleine Frage, zum Beispiel, was der Hauptfigur geholfen hätte – solche Gespräche sind ein guter Abschluss jeder Vorleserunde5.
Wenn abends keine Zeit zum Vorlesen bleibt, übernimmt die Hörfassung. Eine Geschichte in mehreren Kapiteln funktioniert auch als Fortsetzung über die Adventswochen: Es gibt Kalender, die täglich ein neues Hörkapitel bereitstellen7.
5-Minuten-Adventsgeschichten zum Ausdrucken
Fünf Minuten sind mehr, als viele denken: Für Kinder unter vier Jahren reichen sie für eine ganze Geschichte, für Vier- bis Sechsjährige sind zehn bis fünfzehn Minuten Vorlesezeit optimal4. Wer nur eine kurze Lücke hat – nach dem Mittagessen oder vor dem Schlafengehen – greift also zum kürzesten Text und hebt die längeren für den Sonntag auf.
Zum Ausdrucken eignen sich 5-Minuten-Adventsgeschichten besonders gut, weil sie auf eine Seite passen. Druckt den Text in großer Schrift, markiert beim Durchlesen vorher die Wörter, die ihr betonen möchtet, und heftet die Blätter in eine Mappe – so entsteht in wenigen Minuten ein kleines Vorleseheft für den Advent6.
Bei uns sind alle Texte so geschrieben, dass sie in einem Zug vorgelesen werden können. Für den Kindergarten eignen sich Adventskalender-Geschichten mit klarer Handlung und gutem Ende; Themen wie Freundschaft, Mut und Vorfreude lassen sich danach gut besprechen5.
Tilda und der Wichtel unter der Treppe
Seit dem ersten Advent hört Tilda ein Rascheln. Es kommt aus dem Winkel unter der Treppe, gleich neben ihren Winterstiefeln. Tilda kniet sich hin, hält die Luft an und horcht.
Nichts. Dann raschelt es wieder, und ein kleines Husten folgt.
„Ist da jemand?“, fragt Tilda leise. Aus dem Dunkel antwortet eine Stimme, dünn und ein wenig kratzig: „Ja. Und ich habe mich verlaufen.“
Unter dem Staubsauger sitzt ein Wichtel. Er trägt einen roten Mantel, eine viel zu große Mütze und hält einen winzigen Beutel im Arm. „Ich bin Fussel“, sagt er. „Ich soll in eurem Haus die Adventszeit ein wenig schöner machen. Aber ich habe meine Liste verloren.“
Tilda überlegt. „Dann erzähle ich dir, was wir gern mögen.“ Sie zählt an den Fingern ab: „Wir mögen Waffeln. Wir mögen es, wenn Papa beim Frühstück singt. Und wir mögen es, wenn morgens Schnee auf dem Fensterbrett liegt.“
Fussel schreibt nichts auf. Er hat keinen Stift. Stattdessen nickt er bei jedem Satz, so ernst, als wäre es die wichtigste Liste der Welt. „Waffeln“, murmelt er. „Papa singt. Schnee auf dem Fensterbrett. Verstanden.“
„Und was machst du damit?“, will Tilda wissen. „Kleine Dinge“, sagt Fussel geheimnisvoll. „Eine gefaltete Serviette auf dem Teller. Ein Krümel Glitzer im Schuh. Eine Waffel, die ein bisschen größer geraten ist als die anderen.“
Tilda muss lachen. „So etwas merkt doch keiner.“ Fussel schaut sie an und schüttelt den Kopf. „Doch“, sagt er. „Man muss nur genau genug hinschauen.“
Dann reibt er sich die Nase. „Nur eine Sache fehlt mir noch“, sagt er. „Meine Liste ist wirklich weg. Und ohne Liste vergesse ich die Hälfte.“ Er sucht in seinem Beutel, in seinen Taschen, unter der Mütze. Er dreht die Mütze um – und da fällt ein zusammengefaltetes Blatt Papier heraus.
„Da ist sie ja“, sagt Tilda. Fussel schaut lange auf das Papier. Dann wird er rot und steckt die Liste zurück in seine Mütze. „Ich habe sie gefunden“, sagt er feierlich. „Wichtel finden immer, was verloren ist. Das ist unsere wichtigste Aufgabe.“
Tilda sagt nichts dazu. Sie hat genau gesehen, wo die Liste die ganze Zeit gesteckt hat. Aber Fussel sieht so zufrieden aus, dass sie es ihm nicht sagt.
Am nächsten Morgen liegt eine kleine Waffel auf ihrem Teller. Sie ist ein bisschen größer als die anderen und hat eine Ecke, die wie ein Stern aussieht. Tilda schaut unter die Treppe. Der Winkel ist leer, nur ihre Winterstiefel stehen da.
Am Abend raschelt es wieder. Ganz leise. Tilda lächelt im Dunkeln und zieht die Decke bis zum Kinn.

Tilda und der Wichtel unter der Treppe
Alter: ab 4 Jahren
Ein Wichtel sucht seine Liste – humorvoll, warm und mit einer Waffel am Ende.
Nelli Maus und der rote Handschuh
Es ist Advent. Draußen liegt Schnee. Überall ist es weiß und still. Nelli Maus läuft durch den Garten. Ihre Pfoten sind ganz kalt.
Da liegt etwas im Schnee. Nelli Maus bleibt stehen. „Was ist das?“ Es ist ein Handschuh. Ein roter Handschuh. Er ist weich und warm. Nelli Maus kriecht hinein. „Oh“, sagt sie. „Hier ist es schön.“
Klopf, klopf.
„Wer klopft denn da?“, fragt Nelli Maus. „Ich bin Benni Hase“, sagt eine Stimme. „Meine Ohren sind so kalt.“ „Komm herein“, sagt Nelli Maus. „Der Handschuh ist warm.“ Benni Hase kriecht hinein.
Klopf, klopf.
„Wer klopft denn da?“, fragt Nelli Maus. „Ich bin Piep, der Spatz“, sagt eine Stimme. „Meine Federn sind ganz nass.“ „Komm herein“, sagt Nelli Maus. „Der Handschuh ist warm.“ Piep Spatz kriecht hinein.
Klopf, klopf.
„Wer klopft denn da?“, fragt Nelli Maus. Draußen steht ein Wichtel mit roter Mütze. „Ich bin Willi“, sagt er. „Mein Bauch ist so kalt.“ „Komm herein“, sagt Nelli Maus. „Der Handschuh ist warm.“ Willi Wichtel kriecht hinein.
Jetzt sind vier im roten Handschuh: eine Maus, ein Hase, ein Spatz und ein Wichtel. Es ist eng. Es ist warm. Es ist schön. Benni Hase legt seine langen Ohren um Nelli Maus. Piep Spatz steckt den Kopf unter den Flügel. Willi Wichtel rückt ein Stück zur Seite, damit alle Platz haben.
Draußen wird es dunkel. Der Schnee fällt leise. In einem Fenster brennt eine Kerze. Nelli Maus schaut hinaus. „Das ist das erste Licht im Advent“, flüstert sie. „Es ist für uns“, flüstert Benni Hase. „Für alle, die draußen waren“, flüstert Piep Spatz. „Und für alle, die noch kommen“, flüstert Willi Wichtel.
Dann ist es still im Garten. Kein Wind, kein Geräusch. Nur vier kleine Gäste, die zusammen warm sind.
Am Morgen hängt der Handschuh wieder an der Leine. Ein Kind hat ihn im Schnee gefunden. Es schaut hinein und lächelt. „Der ist ganz warm“, sagt es. „Da hat jemand darin geschlafen.“
Am Abend legt das Kind den Handschuh wieder auf die Bank im Garten. Und in dieser Nacht klopft es wieder. Klopf, klopf. „Wer klopft denn da?“, fragt Nelli Maus. „Ich bin Lotta Maus“, sagt eine Stimme. „Meine Pfoten sind ganz kalt.“ „Komm herein“, sagt Nelli Maus. „Der Handschuh ist warm.“
Und wenn ihr in dieser Woche aus dem Fenster schaut und ein kleines Licht seht, denkt an Nelli Maus und ihre Gäste.

Nelli Maus und der rote Handschuh
Alter: ab 2 Jahren
Teilen und Wärme im Schnee, mit kurzen Sätzen und Wiederholungen.
Die Keksdose, die nie leer wurde
Am ersten Advent stellt Oma eine große blaue Dose auf den Küchentisch. „Die gehört jetzt euch“, sagt sie. „Sie ist voll, solange alle etwas davon abgeben.“ Nele lacht. „Eine Dose mit Regeln“, sagt sie. „Das gibt es doch gar nicht.“
In der Dose liegen Plätzchen. Zimtsterne, Buttermonds und kleine Sterne mit Puderzucker. Nele nimmt sich einen. Dann nimmt sie einen zweiten und legt ihn der Nachbarin Frau Böhm auf die Fensterbank. Am nächsten Tag ist die Dose genauso voll wie vorher. „Merkwürdig“, sagt Papa.
So geht es weiter. Papa nimmt zwei Zimtsterne und bringt drei dem Briefträger mit. Ben nimmt eine Buttermond und steckt seinem Freund eine in die Jackentasche. Jeden Abend ist die Dose voll. Nicht ordentlich geschichtet, nicht schön – einfach voll.
Nele fragt Oma, wie das funktioniert. Oma zuckt mit den Schultern. „Ich glaube, so eine Dose zählt mit“, sagt sie. „Sie zählt, wie viel ihr abgebt.“ Nele schaut hinein. Die Plätzchen liegen nicht mehr so ordentlich wie am ersten Tag. Manche haben eine abgebrochene Ecke, andere sind schief. Aber es sind viele, viel mehr als am Anfang.
Am achten Tag klingelt Frau Böhm an der Tür. Sie hält einen kleinen Teller in der Hand. „Für euch“, sagt sie. „Zitronenkekse, mein Rezept.“ Nele trägt den Teller in die Küche und stellt ihn neben die blaue Dose. Von da an liegen drei Sorten in der Dose: Zimtsterne, Buttermonds und Zitronenkekse.
Jeden Abend schaut Nele als Erstes in die Dose. Sie zählt die Plätzchen nicht, sie schaut nur. Und jedes Mal muss sie lächeln, wenn oben ein Mond liegt, den Papa gebacken hat.
Am zehnten Tag nimmt Nele die Dose mit in ihr Zimmer. Sie setzt sich aufs Bett und isst. Einen. Zwei. Drei. Vier. Danach schaut sie in die Dose. Sie ist fast leer. Nur noch Krümel und ein einsamer Mond liegen unten.
Nele schüttelt die Dose. Nichts kommt nach. Sie wartet. Nichts. Dann versteht sie es: Sie hat genommen und nichts abgegeben.
Nele geht in die Küche. Sie stellt die Dose zurück auf den Tisch und legt einen Zimtstern auf Papas Teller. Einen auf Bens Teller. Einen auf die Fensterbank für Frau Böhm. Und einen zerkrümelten Stern streut sie auf das Fensterbrett für die Vögel.
Als sie am nächsten Morgen aufsteht, schaut sie zuerst in die Dose. Sie ist voll. Zimtsterne, Buttermonds, alles wieder da. Nele lacht und ruft: „Papa! Die Dose hat uns verziehen!“
Am Heiligabend kommt Oma zu Besuch. Die Dose steht auf dem Tisch. Oma klappt den Deckel auf, schaut hinein und lächelt. „Ich wusste es“, sagt sie. „Bei euch ist sie nie leer geworden.“ Nele drückt die Dose an sich. „Nächstes Jahr“, sagt sie, „backen wir zusammen. Dann füllen wir sie schon am Vorabend.“

Die Keksdose, die nie leer wurde
Alter: ab 4 Jahren
Eine Plätzchendose, die voll bleibt, solange alle abgeben.
Als der Weihnachtsmann eine Pause machte
Am dritten Advent klopft es an der Küchentür. Leni und Jonas schauen sich an. Es ist schon dunkel, und niemand hat sich angekündigt. Jonas öffnet die Tür einen Spalt.
Draußen steht ein großer Mann in einem roten Mantel. In seinem Bart hängen Schneeflocken. Er hält einen schweren Beutel, der ihm von der Schulter rutscht. „Verzeiht die Störung“, sagt er. „Ich bin auf dem Weg und ein bisschen müde. Dürfte ich mich einen Moment aufwärmen?“
Leni zieht die Tür ganz auf. „Natürlich.“ Sie kennt ihn aus ihren Geschichten, aber sie hat noch nie gesehen, dass er müde ist. „Setzt euch an den Ofen“, sagt Jonas. „Da ist es am wärmsten.“
Der Mann setzt sich hin und stellt den Beutel neben den Stuhl. Darin raschelt es: Papier, Schleifen, kleine Kartons. Leni holt warme Milch. Jonas holt einen Zimtstern, den letzten vom Sonntag. Der Gast trinkt in kleinen Schlucken und isst langsam.
„Ist das dein ganzer Beutel?“, fragt Leni. Der Mann schaut hinein. „Nein“, sagt er. „Das ist nur, was ich heute noch schaffe. Der Rest wartet zu Hause.“ Er löst einen Knoten am Henkel. „Und manchmal“, sagt er leise, „nehme ich einen Brief mit, weil er mich nicht loslässt.“ Jonas nickt. Er weiß genau, welchen Brief er schreiben würde.
„Woher kennst du alle diese Briefe?“, fragt Jonas. „Ich lese jeden“, sagt der Mann. „Das dauert lange, aber es geht nicht anders.“ Er klopft auf den Beutel, als wäre er ein alter Bekannter.
Nach einer Weile schließt er die Augen. Sein Kopf sinkt zur Seite. Er schnarcht, ganz leise. „Er schläft“, flüstert Jonas. Leni nickt. Beide schieben ihre Stühle ganz leise zur Seite und warten.
Leni legt eine Decke über seine Knie. Jonas rückt den Beutel ein Stück näher an den Ofen, damit er sich wärmt. Dann setzen sie sich auf den Boden und schauen ihm beim Schlafen zu.
Draußen fängt es wieder an zu schneien. Der Garten wird weiß bis zur Bank am Zaun.
Dann blinzelt der Mann, richtet sich auf und reibt sich den Bart. „Oh weh“, sagt er. „So lange hatte ich nicht mehr gesessen.“ Er steht auf, nimmt den Beutel und schaut aus dem Fenster. „Es ist schon spät. Ich muss weiter.“
An der Tür dreht er sich noch einmal um. „Ihr habt etwas sehr Kostbares gegeben“, sagt er. „Keine Milch. Zeit.“ Dann stapft er durch den Schnee, und seine großen Stiefel hinterlassen tiefe Spuren im Garten.
Am nächsten Abend hängt ein Schild an der Haustür: „Hier gibt es warme Milch für müde Gäste.“ Leni hat es mit ihren schönsten Buchstaben geschrieben. Und jeden Adventabend steht eine kleine Kanne Milch auf dem Küchentisch, für den Fall, dass wieder jemand eine Pause braucht. Der Zimtstern liegt daneben, frisch gebacken.

Als der Weihnachtsmann eine Pause machte
Alter: ab 5 Jahren
Ein müder Gast, warme Milch und ein Schild an der Haustür.
Mira baut einen Adventskalender für die Vögel
Im Advent steht Mira jeden Morgen am Küchenfenster. Draußen ist alles grau und kalt. Auf dem Zaun sitzen vier Vögel und plustern sich auf. „Die haben nichts“, sagt Mira. „Die haben Hunger.“
Mira holt eine lange Schnur, eine alte Zeitung und 24 kleine Pappbecher. Sie schneidet die Becher zurecht, malt auf jeden eine Zahl und hängt alle an die Schnur. Die Schnur spannt sie zwischen zwei Zweigen im Garten auf.
„Was wird das?“, fragt Papa. „Ein Adventskalender“, sagt Mira. „Nur nicht mit Schokolade. Mit Körnern.“
Am 2. Dezember ist der erste Becher dran. Mira streut ein paar Körner hinein. Kurz darauf kommt eine Meise, schaut, pickt und fliegt weg. Mira steht ganz still hinter dem Fenster und schaut zu. In ihr Heft malt sie einen kleinen Vogel.
„Guck mal, eine Blaumeise“, sagt Papa. Mira schüttelt den Kopf. „Die ist gelb“, sagt sie. „Also eine Gelbmeise.“ Papa lacht. „Stimmt. Im Winter kommen viele Meisen in den Garten, weil sie hier Futter finden.“ Mira malt die zweite Meise in ihr Heft und schreibt darunter: gelb. Das Wort ist ein bisschen schief, aber lesbar.
Am fünften Tag sitzen drei Spatzen auf dem Zaun und warten schon. Am neunten Tag ist der Rasen ganz weiß, und Mira muss mit der Schaufel einen Weg zu den Bechern freimachen. Ihre Stiefel sind nass, ihre Hände kalt, aber sie lacht.
Am zwölften Tag vergisst sie es. Abends liegt sie im Bett und schreckt hoch. „Der Becher!“, flüstert sie. Sie schaut aus dem Fenster. Draußen sitzen zwei Amseln auf dem Zaun und warten. Also zieht Mira ihre Jacke über den Schlafanzug und läuft in den Garten. Sie streut Körner in den Becher mit der Zwölf. „Entschuldigung“, sagt sie. Die Amseln warten nicht lange.
Am sechzehnten Tag liegt Schnee in den Bechern. Mira kippt ihn vorsichtig heraus und streut frische Körner nach. Ihre Fäustlinge sind ganz nass. „Manchmal“, sagt Papa, „ist so ein Kalender mehr Arbeit als Schokolade.“ Mira schaut ihn an. „Aber die hier können fliegen“, sagt sie.
Von da an malt Mira jeden Abend einen Haken an ihren Kalender in der Küche.
Am 24. Dezember ist die Schnur leer. Mira steht am Fenster und schaut in den grauen Garten. Kein Vogel ist da. Vielleicht sind sie satt, denkt sie. Da hört sie ein Flattern. Erst einer, dann drei, dann sechs. Sie sitzen im Apfelbaum und schauen zu ihr herüber.
Es ist noch Futter übrig. Mira füllt alle 24 Becher noch einmal. Dann geht sie hinein, wärmt ihre Hände an der Tasse und schaut den Vögeln zu, bis es dunkel wird. Mama stellt sich neben sie ans Fenster. „Den ganzen Advent lang“, sagt sie. Mira nickt. „Im nächsten Jahr hänge ich die Becher höher“, sagt sie. „Dann kommen noch mehr.“

Mira baut einen Adventskalender für die Vögel
Alter: ab 4 Jahren
Selbermachen und sich kümmern – ein Adventskalender im Garten.
Vorlese-Tipps
Mit ein paar kleinen Handgriffen wird aus dem Vorlesen ein Ritual, auf das euer Kind sich freut.
- Gleiche Zeit, gleicher Ort: Zündet eine Kerze an, dimmt das Deckenlicht und kuschelt euch mit Kissen und Decken zusammen. Ein Duft von Tannenzweigen oder Nelken auf der Orange gehört für viele Familien dazu1.
- Langsam lesen: Macht Pausen bei Punkt und Komma und betont die Satzenden – so können Kinder der Handlung folgen und sich die Bilder in Ruhe ansehen3.
- Stimmen für die Figuren: Ein Wichtel darf piepsig sprechen, der Weihnachtsmann tief und brummig. Flüstert, wenn im Text geflüstert wird, und macht passende Gesichter dazu6.
- Kurz ist genug: Schon fünf Minuten zwischendurch machen Spaß und unterstützen euer Kind; es muss nicht jeden Abend eine lange Runde sein3.
- Fragen zulassen: Wenn euer Kind dazwischenredet, ist das oft ein Zeichen von Interesse. Sprecht über das Gehörte, das schafft Nähe und fördert das Verständnis3.
- Weitererzählen: Ihr könnt nur den Anfang vorlesen und die Geschichte gemeinsam weiterspinnen, reihum, jeder mit einem Satz. So wird aus der Vorleserunde ein Gemeinschaftsspiel2.
Für den Übergang ins Bett gibt es die Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren. Und wenn euer Kind einen ruhigen Ausklang sucht, passt die Fantasiereise mit Geschichten zum Vorlesen und Anhören gut in den Abend.
Häufige Fragen
Welche Weihnachtsgeschichte passt zu euch?
Sucht ihr die biblische Weihnachtsgeschichte für Kinder?
Welche Weihnachtsgeschichte eignet sich für den Kindergarten?
Welche Weihnachtsgeschichte eignet sich für Kinder ab 3 Jahren?
Wie lange sollte eine Weihnachtsgeschichte für Kinder sein?
Quellen
- Vorlesen in der Weihnachtszeit · abgerufen am 11.10.2026
- Kurze Weihnachtsgeschichten mit Herz · Stand 30.09.2026
- Weihnachtszeit ist Vorlesezeit: Stiftung Lesen empfiehlt Bücher rund um beliebte Kinderserien: Stiftung Lesen · abgerufen am 11.10.2026
- Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen: Die schönsten für Kinder · abgerufen am 11.10.2026
- Weihnachtsgeschichten für Kinder: 6 kostenlose Geschichten · Stand 22.07.2026
- Kindern vorlesen: richtig und lebendig · Stand 24.03.2026
- Online-Adventskalender zum Hören · abgerufen am 11.10.2026
