Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen – alles auf einen Blick

- Alter
- 3 bis 6 Jahre
- Dauer
- 3 bis 5 Minuten je Geschichte
Jetzt beginnt die Zeit für Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen: Draußen wird es früh dunkel, drinnen brennen die ersten Kerzen. Auf dieser Seite warten fünf Geschichten für Kinder ab etwa drei Jahren. Jede dauert beim Vorlesen rund drei bis fünf Minuten, sodass auch vor dem Schlafengehen noch Zeit bleibt. Mal wird gelacht, mal wird es ganz ruhig, und jedes Ende ist warm. Die Geschichten spielen auf dem Bauernhof, am Waldrand, in einer Bärenhöhle und auf einem Dorfmarkt – mit einem Wichtel, einer Ziege und einem kleinen Engel.
Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen im Überblick
Fünf eigene Geschichten, jede auch als Hörfassung: Die Übersicht zeigt euch Alter, Thema und Lesezeit auf einen Blick. So findet ihr in wenigen Sekunden die Geschichte, die zu eurem Abend passt.
Lustige Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen
Nicht jede Geschichte muss besinnlich sein. Kinder lieben Szenen, in denen etwas schiefgeht: Eine Ziege frisst die Lebkuchenherzen, oder ein Bär verschläft den ganzen Advent4. Lustige Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen sind bei einer Weihnachtsfeier im Kindergarten oder im Familienkreis besonders beliebt5. Wichtig ist, dass der Humor kindgerecht bleibt und niemand ausgelacht wird4. In der Übersicht oben erkennt ihr die lustigen Geschichten am Thema.
Kurze Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen
Für den Morgenkreis, eine Pause am Nachmittag oder den Weg ins Bett reichen oft ein paar Minuten. Kurze Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen mit klarer Handlung und ruhigem Ende passen genau in diese Lücken3. Für Kinder unter vier Jahren genügen fünf Minuten, für Vier- bis Sechsjährige sind zehn bis fünfzehn Minuten gut4. Wenn euer Kind abends schnell müde wird, sind Geschichten zum Einschlafen eine gute Wahl, und für den gemütlichen Weg ins Bett gibt es Gute-Nacht-Geschichten.
Lustige bayerische Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen
In Bayern gehören Christkindlmärkte und Waldweihnachten zur Adventszeit, mancherorts mitten im Wald, mit Kerzen, Lichtern und Adventsliedern5. Viele bayerische Geschichten mischen bairischen Humor mit dem Familienalltag5. In dieser Sammlung spielt eine davon im Dorf unter den Bergen: Beim Christkindlmarkt im Schneegestöber hilft die ganze Familie, bis eine Ziege den Stand durcheinanderbringt. Der Humor bleibt dabei kindgerecht und lacht niemanden aus4.
Wichtel Wim und die verlorene Zipfelmütze
Im hohlen Baum hinter dem alten Bauernhof wohnt Wichtel Wim. Dort hat er es warm und gemütlich, und jeden Abend schaut er durch sein rundes Fenster in den Schnee. Sein größter Schatz ist eine rote Zipfelmütze mit einer kleinen Glocke an der Spitze. Wenn Wim den Kopf schüttelt, klingelt es leise.
An einem kalten Morgen ist die Mütze verschwunden. Wim sucht unter dem Bett, hinter dem Ofen und in der Holzkiste, doch die Mütze bleibt weg. Nur ein Streifen rote Wolle hängt noch am Fensterrahmen. Der Wind hat sie in der Nacht davongetragen.
Wim zieht seine Stiefel an und stapft nach draußen. Er muss etwas auf den Kopf bekommen, sonst frieren ihm die Ohren. Zuerst setzt er sich eine Teetasse auf. Die ist zu klein und rutscht bei jedem Schritt. Dann wickelt er sich einen Wollsocken um den Kopf. Der ist zu warm und kitzelt fürchterlich. Schließlich steckt er sich einen Tannenzapfen ins Haar. Der piekt, und die Meise lacht so sehr, dass sie fast vom Ast fällt.
„So geht das nicht“, seufzt Wim. Da kommt die Maus Mia aus ihrem Loch und schaut ihn an. „Deine Mütze habe ich gesehen“, piepst sie. „Sie liegt in unserem Nest. Meine drei Jungen schlafen darin, weil es so kalt ist.“ Wim kratzt sich am Kinn. Dann sagt er: „Dann soll sie dort bleiben, bis die Kleinen groß sind.“
Mia strahlt. „Du bist ein guter Wichtel“, sagt sie und verschwindet wieder in der Wand. Wim geht weiter durch den Schnee. Seine Ohren sind kalt, aber im Bauch fühlt es sich warm an.
Am Nachmittag klopft es an seiner Tür. Draußen stehen die beiden Kinder vom Bauernhof. In ihren Händen halten sie eine kleine Mütze, rot wie eine Beere, mit einer winzigen Glocke daran. „Die haben wir für dich gemacht“, sagen sie. „Jeden Winter hängen wir ein Körbchen auf, und immer ist am nächsten Morgen etwas darin.“ Wim setzt die Mütze auf. Sie passt genau. Die Glocke klingelt leise, als er nickt.
In dieser Nacht sitzt Wim vor seinem runden Fenster. Auf dem Kopf trägt er die neue Mütze, und in der Wand nebenan schlafen die Mausjungen in ihrer roten Wolle. Draußen fällt der Schnee in großen, weichen Flocken. Wim zieht die Knie an und lächelt. Manchmal ist Teilen das Schönste an einem kalten Wintertag.

Wichtel Wim und die verlorene Zipfelmütze
Alter: ab 3 Jahren
Lustig: Ein Wichtel sucht seine Mütze und lernt, dass Teilen warm macht.
Mira und das kleine Licht
Am Rand des Winterwaldes steht ein kleines Haus mit einem roten Dach. Dort wohnt Mira mit ihrer Familie. Am ersten Adventssonntag bekommt Mira eine Laterne geschenkt, rund und bunt bemalt, mit einem winzigen Licht darin.
Jeden Abend nach dem Essen geht Mira mit ihrer Laterne bis zum Waldrand. Immer kommt ihr jemand entgegen. Der Hase hoppelt aus dem Unterholz, das Reh bleibt weiter hinten stehen, und die kleine Maus setzt sich dicht neben Miras Stiefel. Sie alle schauen in das warme Licht, und keiner sagt ein Wort.
Manchmal fragt die kleine Maus, ob sie das Licht einmal halten darf. Mira hebt sie hoch, ganz sacht, und die Maus legt ihre Pfoten um die warme Scheibe. Dann setzt Mira sie wieder in den Schnee, und die Maus läuft mit einem kleinen Leuchten in den Augen nach Hause.
Manchmal bringt Mira eine Handvoll Nüsse mit und legt sie auf einen flachen Stein am Waldrand. Dann kommen die Tiere näher, das Reh zuerst, dann der Hase, und zuletzt die kleine Maus. Sie knabbern und schauen in das Licht, und Mira sitzt ganz still dabei. Wenn der Wind durch die Zweige geht, klingt es wie ein leises Lied.
„Woher kommt das Licht, wenn die Kerze aus ist?“, fragt Mira eines Abends ihre Oma. Die Oma denkt lange nach. „Vielleicht bleibt ein bisschen davon bei jedem, der es gesehen hat“, sagt sie. Mira nickt. Das klingt richtig.
Kurz vor Weihnachten ist es sehr kalt. Der Schnee liegt hoch, und Mira darf nur bis zum Gartentor gehen. Sie stellt die Laterne auf den Pfosten und schaut in den Wald. Ein Reh wartet, dann ein Hase, dann viele kleine Mäuse. Eines nach dem anderen kommt aus den Bäumen und steht still im Licht.
In dieser Nacht fällt ein Stern vom Himmel. Er landet ganz leise im Schnee vor Miras Fenster, so klein wie ein Kieselstein. Mira hebt ihn auf. Er ist kalt in der Hand und leuchtet trotzdem.
Als der Stern in ihrer Hand liegt, hört Mira auf zu frieren. Sie denkt an das Reh, an den Hasen und an die kleine Maus. Alle haben sie in das Licht geschaut, und alle haben ein bisschen davon mitgenommen. Vielleicht braucht der Stern genau das: jemanden, der ihn hinausträgt.
„Du gehörst nach oben“, flüstert Mira. Sie holt ihre Laterne, setzt den Stern hinein und trägt ihn zum Waldrand. Die Tiere kommen wieder, und gemeinsam schauen sie nach oben. Da wird der kleine Stern leicht wie eine Schneeflocke und steigt in den Himmel. Er wird größer und heller, bis er zwischen den anderen Sternen steht.
Von diesem Abend an leuchtet er über dem Winterwald. Mira erkennt ihn sofort. Er steht ein bisschen tiefer als die anderen, als würde er sich bücken. Die Laterne hängt jetzt neben ihrer Tür. An jedem Abend brennt darin ein kleines Licht, und ein paar Tiere stehen draußen im Schnee.
Und wenn Mira abends im Bett liegt, schaut sie zum Fenster hinaus. Über dem Wald steht der kleine Stern, der sich ein wenig bückt. Dann zieht sie die Decke bis zum Kinn und schläft ruhig ein.

Mira und das kleine Licht
Alter: ab 4 Jahren
Ruhig und besinnlich: Mira bringt Licht in den Winterwald und findet einen Stern.
Bruno Bär schläft durch den Advent
In einer Höhle hinter der großen Tanne liegt ein Bär und schnarcht. Er heißt Bruno, und er verschläft jedes Jahr die ganze Adventszeit. Wenn er im Frühling aufwacht, ist Weihnachten längst vorbei. Das ärgert Bruno sehr.
In diesem Jahr hat Bruno einen Plan. Er stellt fünf Wecker auf einen Stein neben sein Lager. Einen aus Blech, einen aus Holz, und drei, die das Eichhörnchen aus Zapfen gebaut hat. „Diesmal bleibe ich wach“, brummt Bruno und legt sich hin.
Die Wecker klingeln am nächsten Morgen. Bruno öffnet ein Auge. Draußen schneit es. Bruno dreht sich auf die andere Seite und schnarcht weiter.
Am zweiten Tag versucht er es anders. Er trinkt kaltes Wasser, stellt sich auf ein Bein und zählt Schneeflocken rückwärts. Das hilft alles nichts. Nach drei Minuten schläft er wieder, mitten im Satz, mit offenem Mund.
Das Eichhörnchen Fips kommt jeden Tag zu Besuch. Es schmückt die Höhle mit Tannenzweigen, legt einen kleinen Kranz auf Brunos Bauch und summt leise. Bruno bewegt die Nase. Er riecht Honig und Zimt, aber er wacht nicht auf.
Fips hat derweil viel zu tun. Es hängt Tannenzweige über den Höhleneingang, versteckt kleine Nüsse in Brunos Fell und übt ein neues Winterlied. Wenn es summt, brummt Bruno im Schlaf ein bisschen mit.
„Weihnachten ist nur einmal im Jahr“, sagt Fips zum Eichhörnchenjungen. „Und wenn Bruno schon schläft, soll er wenigstens schön träumen.“ Also legt es eine warme Decke über Brunos Pfoten und setzt sich daneben in den Schnee.
Am vierundzwanzigsten Dezember klopft Fips gegen Brunos Ohr. „Aufwachen!“, ruft es. „Heute ist Heiligabend.“ Bruno blinzelt. Dann schnuppert er. Vor der Höhle brennen Kerzen, ein kleiner Baum steht im Schnee, und alle Tiere des Waldes sitzen im Kreis.
„Wir haben einen Teller für dich aufgehoben“, sagt Fips. Auf dem Teller liegt ein Stück Honigkuchen und eine Mandarine. Bruno setzt sich hin und isst. Es schmeckt nach allem, was er verschlafen hat.
„Wie war das eigentlich, als du geschlafen hast?“, fragt die kleine Maus. Bruno überlegt lange. „Es war warm“, sagt er dann. „Und als ich aufgewacht bin, habt ihr alle hier gesessen. Das war noch wärmer.“ Die Maus kuschelt sich an seine Pfote.
Danach bleibt er noch lange wach. Die Tiere erzählen, was in den letzten Wochen passiert ist: vom ersten Schnee, von der Eule am Brunnen und von den vielen Lichtern im Dorf. Bruno hört zu und gähnt kein einziges Mal.
Draußen fällt der Schnee weiter, leise und gleichmäßig. Im Dorf unten brennen die Fenster, und aus einem Schornstein steigt Rauch auf. Bruno sieht es durch den Höhleneingang und brummt zufrieden.
Als alle müde sind, sagt Bruno: „Nächstes Jahr schlafe ich wieder. Aber heute bleibe ich hier.“ Dann deckt er die kleine Maus mit seiner Pfote zu, und bald schlafen alle zusammen ein. Der kleine Baum leuchtet noch eine Weile in die Nacht.

Bruno Bär schläft durch den Advent
Alter: ab 3 Jahren
Zum Lachen: Ein Bär will Weihnachten nicht verschlafen und probiert alles aus.
Der Christkindlmarkt im Schneegestöber
Im Dorf unter den Bergen steht ein Christkindlmarkt. Jeden Dezember bauen die Familien ihre Stände auf, und jede Familie hat ihre eigene Aufgabe. Toni und Leni dürfen in diesem Jahr zum ersten Mal mithelfen.
Ihr Stand ist der kleinste. Auf dem Tisch liegen Lebkuchenherzen mit roten Bändern, selbst gebacken von der Oma. „Wenn die Herzen verkauft sind, gehen wir heim“, sagt der Papa. Leni zählt sie: zwölf. Toni nickt. Zwölf Herzen, das schaffen sie leicht.
Am Nachmittag kommt die Ziege Liesel vorbei. Liesel gehört zum Nachbarhof und ist bekannt dafür, dass sie überall hinkommt. Sie schnuppert am Tisch, schnuppert noch einmal, und dann frisst sie ein Lebkuchenherz. Dann noch eins. Leni ruft laut, Toni lacht, und Liesel schaut beide freundlich an.
„Jetzt haben wir nur noch neun“, sagt Leni. Der Papa holt tief Luft. „Dann backen wir neue“, sagt die Oma. Sie hat immer einen Teig im Korb. Also sitzen alle zusammen hinter dem Stand, rollen Teig aus, stechen Herzen aus und schieben sie auf das Blech.
Der Teig klebt an den Fingern, und Leni hat Mehl auf der Nase. Toni rollt eine lange Schlange daraus, bis der Papa lacht und sie wieder zusammenknetet. „Herzen, bitte“, sagt die Oma. Also werden es Herzen, schief und rund und viel zu groß.
Es schneit immer stärker. Die Lichter am Stand verschwinden fast im Weiß, und die Leute laufen schnell nach Hause. Nur der Bäcker bleibt stehen, kauft vier Herzen und sagt: „Die sind die besten weit und breit.“ Leni strahlt. Toni hängt eines der Herzen an Liesels Hals, damit sie keine mehr frisst.
Der Bäcker kommt noch einmal zurück und kauft zwei Herzen für seine Frau. „Sind sie wirklich die besten?“, fragt Leni. „Die schiefsten bestimmt“, sagt er und zwinkert. Da muss sogar die Ziege schnuppern.
Als es dunkel wird, sind alle Herzen verkauft. Die Oma packt den Teig ein, der Papa trägt den Tisch, und Liesel läuft hinterher, das rote Band um den Hals. Auf dem Weg nach Hause dreht sich Leni noch einmal um. Der Marktplatz ist still, nur die Lichter brennen weiter im Schnee.
Beim Heimweg hält Leni das letzte Herz in der Hand, ein kleines mit einer Kerbe am Rand. Sie hat es für sich behalten. Zu Hause hängt sie es an ihr Fenster, und jeden Morgen leuchtet die Kerbe ein bisschen im Licht.
Zu Hause gibt es heiße Milch mit Honig. Leni malt mit dem Finger eine Ziege auf die Fensterscheibe. „Nächstes Jahr backen wir dreißig Herzen“, sagt Toni. „Und wir binden Liesel am Zaun an.“ Da lacht die ganze Küche, sogar die Oma, die sonst nie lacht, wenn es um Ziegen geht.
In dieser Nacht schneit es weiter. Die Stände stehen leer, und unter einer weißen Decke glimmen noch ein paar Lichter. Irgendwo zwischen den Buden steht eine Ziege und schaut zufrieden in die Nacht.

Der Christkindlmarkt im Schneegestöber
Alter: ab 4 Jahren
Bayerisch und lustig: Lebkuchenherzen, Schnee und eine hungrige Ziege.
Der kleine Engel und die letzte Kerze
Hoch über den Wolken gibt es eine Kammer, in der viele Kerzen stehen. Jede Kerze gehört zu einem Menschen auf der Erde. Der kleine Engel Flori hat die Aufgabe, sie jeden Abend anzuzünden. Das ist eine ruhige, wichtige Arbeit.
In der letzten Adventswoche ist nur noch eine Kerze übrig. Flori schaut sie an. Sie ist klein und ein bisschen schief, und sie brennt nicht. „Diese Kerze muss noch zu jemandem“, sagt der alte Engel. „Bring sie hin, wo sie gebraucht wird.“
Der alte Engel hat Flori einmal erklärt, dass nicht jede Kerze groß brennt. Manche leuchten nur ein kleines Stück, gerade so weit wie ein Fensterbrett. Das reicht, hat er gesagt, wenn es der richtige Platz ist.
Flori steigt hinunter. Es ist Nacht, und in dem Dorf unter ihm brennen nur wenige Fenster. Er geht die Straße entlang und schaut in jedes Licht. In einem Haus sitzt eine Familie am Tisch und lacht. Dort braucht niemand eine Kerze. In einem anderen Haus wird laut geredet. Flori bleibt stehen, traut sich aber nicht hinein.
Am Ende der Straße steht ein kleines Haus mit einem dunklen Fenster. Flori klettert auf die Fensterbank und schaut hinein. In dem Zimmer liegt ein Kind im Bett. Es liegt still da und schaut an die Decke. Es kann nicht einschlafen, weil es zu viele Gedanken im Kopf hat.
Flori kennt dieses Zimmer. Er hat hier schon einmal gesessen, als das Kind noch kleiner war und ein Lied gesummt hat, ohne den Text zu kennen. Damals hat es gelacht. Jetzt ist es still.
Flori überlegt, ob er klopfen soll. Doch die Kerze gehört auf das Fensterbrett, nicht hinter eine Tür. Also bleibt er draußen im Schnee, ganz still, und wartet auf den richtigen Moment.
Flori stellt die Kerze auf das Fensterbrett. Er hält das Streichholz daran und wartet. Erst zittert die Flamme, dann wird sie ruhig und warm. Das Licht fällt ins Zimmer und auf die Decke.
Das Kind dreht sich zur Seite und schaut in das kleine Licht. Es atmet langsamer. Nach einer Weile schließt es die Augen. Flori bleibt noch sitzen und schaut zu, bis das Atmen ganz gleichmäßig geht.
Dann steigt er wieder hinauf in die Kammer. Der alte Engel wartet schon. „Und?“, fragt er. „Sie brennt“, sagt Flori. Er schaut noch einmal nach unten. In dem Dorf leuchtet ein winziges Fenster, ganz klein, fast wie ein Stern.
„Weißt du, wie es sich anfühlt?“, fragt Flori auf dem Rückweg. Der alte Engel schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt er. „Aber du weißt es jetzt.“ Flori nickt. Er wird es nie vergessen.
Unten im Dorf schläft das Kind ruhig weiter. Es träumt von einem kleinen Licht, das neben ihm steht und nicht erlischt. Am Morgen wird es die Kerze auf dem Fensterbrett finden und sich freuen.

Der kleine Engel und die letzte Kerze
Alter: ab 5 Jahren
Still und warm: Ein kleiner Engel sucht den richtigen Platz für die letzte Kerze.
Vorlese-Tipps
Diese sieben Tipps lassen sich ohne Vorbereitung umsetzen.
- Langsam lesen: Sprecht deutlich und macht an spannenden Stellen eine Pause. Kinder brauchen Zeit, um das Bild im Kopf fertigzumalen.
- Stimmen verteilen: Gebt jeder Figur eine eigene Stimme – die Maus piepst, der Bär brummt4.
- Kerzenlicht: Dimmt das Licht und zündet eine Kerze an. Dazu passen eine weiche Decke und ein kleiner Snack1.
- Mitreden lassen: Fragt nach, wie es weitergehen könnte, oder lasst euer Kind beschreiben, was es sieht. Dieses dialogische Vorlesen macht die Geschichte lebendig4.
- Feste Zeit: Eine kurze Geschichte nach dem Adventskalender wird schnell zum täglichen Ritual4.
- Danach fragen: Sprecht hinterher über Freundschaft, Mut oder Warten – dazu passt fast jede Geschichte3.
- Abwechslung: Neben Weihnachtsgeschichten passen auch Märchen zum Vorlesen in den Advent.
Wer genauer wissen möchte, wie Vorlesen im Alltag gelingt, findet auf der Seite Vorlesen: Was Eltern wissen sollten weitere Anregungen.
Häufige Fragen
Welche Weihnachtsgeschichte passt zu euch?
Welche Weihnachtsgeschichte eignet sich für den Kindergarten?
Welche Weihnachtsgeschichte eignet sich für Kinder ab 3 Jahren?
Wie lange sollte eine Weihnachtsgeschichte für Kinder sein?
Kann ich die Weihnachtsgeschichten kostenlos vorlesen?
Quellen
- Vorlesen in der Weihnachtszeit · abgerufen am 11.10.2026
- Kurze Weihnachtsgeschichten mit Herz · Stand 30.09.2026
- Weihnachtsgeschichten für Kinder: 6 kostenlose Geschichten · Stand 22.07.2026
- Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen: Die schönsten für Kinder · abgerufen am 11.10.2026
- Weihnachtsgeschichten · abgerufen am 11.10.2026
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