Kurze Gute-Nacht-Geschichte – zum Vorlesen und Anhören

- Alter
- 2 bis 6 Jahre
- Dauer
- 2 bis 5 Minuten je Geschichte
Eine kurze Gute-Nacht-Geschichte ist der leise Schlusspunkt für den Abend: wenig Text, ruhiger Ton, gutes Ende. Unsere Sammlung ist für Kinder von etwa 2 bis 6 Jahren gedacht.
Je nach Tempo dauert eine Geschichte zwei bis fünf Minuten. Jede Geschichte gibt es bei uns zusätzlich als Hörfassung – praktisch, wenn ihr abends selbst zu müde zum Lesen seid oder euer Kind lieber lauscht.
Kurze Gute-Nacht-Geschichte zum Vorlesen
Fünf kurze Geschichten warten darauf, vorgelesen oder angehört zu werden. Die Altersangabe ist eine Empfehlung – probiert aus, welche Geschichte zu eurem Kind passt.
Wenn ihr mehr lesen möchtet, schaut bei den Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren vorbei.
Kurze Gute-Nacht-Geschichte in 3 Minuten
Nicht jeder Abend lässt viel Zeit für eine lange Geschichte. Kurze Texte haben trotzdem Kraft: Auch bei wenig Zeit lässt sich ein Vorleseritual etablieren2, und schon eine Minute Vorlesen schafft einen Moment der Ruhe und Nähe2.
Wie lange ihr tatsächlich braucht, hängt von eurem Tempo ab. Schätzungen rechnen mit 120 bis 150 Wörtern pro Minute3; Fragen, Stimmen und Pausen verlängern die Zeit3. Unsere kürzesten Geschichten sind deshalb in rund zwei Minuten vorgelesen, die längeren in drei bis vier Minuten.
Kurze Gute-Nacht-Geschichte für Kinder
Für die Allerkleinsten eignen sich Bilderbücher mit wenig Text1. Schon Babys ab vier Monaten genießen das abendliche Vorlesen, weil der beruhigende Klang der vertrauten Stimme beim Einschlafen hilft1. Spätestens mit einem Jahr sollten Kinder jeden Abend vorgelesen bekommen1.
Welche Geschichte wann passt, entscheidet ihr am besten nach der Stimmung des Abends. Vertraute Tierfiguren mögen viele Kinder besonders – weitere Texte gibt es bei den Gute-Nacht-Geschichten mit Tieren. Und wer abends noch kichern möchte, findet in der Sammlung auch eine kurze, lustige Gute-Nacht-Geschichte.
Fips, das Schaf, zählt die Sterne
Auf der Wiese hinter dem Bauernhof wohnt das Schaf Fips. Jeden Abend liegt Fips im weichen Gras und schaut in den Himmel. Der Himmel ist dunkelblau, und über der Wiese blitzen die Sterne.
Fips kann nicht schlafen. „Ich zähle die Sterne“, sagt Fips. „Eins.“ Fips blinzelt. „Zwei.“ Fips gähnt. „Drei.“
Neben Fips liegt die kleine Maus Milli. Sie schaut auch nach oben und wackelt mit den Ohren. „Vier“, sagt Fips. „Fünf“, sagt Milli. „Sechs.“
Da fällt ein Stern vom Himmel. Er zieht eine silberne Linie über die Wiese und verschwindet hinter dem Hügel. „Oh“, sagt Fips. „Der Stern geht jetzt schlafen“, flüstert Milli. „Dann dürfen wir auch schlafen.“
Im Baum über der Wiese sitzt ein Käuzchen. „Uhu, uhu“, ruft es. Fips blinzelt. „Das war nicht ich“, sagt Fips. „Das ist nur das Käuzchen“, sagt Milli.
Ein Grashalm kitzelt Fips an der Nase. Fips niest ganz leise. „Hatschi!“ Milli kichert. „Das war ein Mini-Niesen“, sagt sie. Dann ist die Wiese wieder still.
Fips kuschelt sich ins warme Gras. Der Wind streichelt über die Ohren, ganz sacht. Die Wiese raschelt leise, als würde sie etwas flüstern.
„Sieben“, flüstert Fips. Aber Fips zählt gar nicht mehr. Fips schläft schon, und seine Ohren zucken im Schlaf.
Milli holt ein trockenes Blatt und deckt es Fips auf den Rücken zu. Dann kuschelt sie sich darunter. „Gute Nacht, Fips“, flüstert sie. „Gute Nacht, liebe Sterne.“
Am Rand der Wiese steht ein alter Apfelbaum. Seine Blätter rauschen im Wind. Ein Apfel hängt noch ganz oben und schaukelt leise hin und her.
Über der Wiese ist es still. Die Sterne blitzen weiter, und Fips träumt von einer Wiese, auf der alle Sterne hell leuchten.

Fips, das Schaf, zählt die Sterne
Alter: ab 2 Jahren
Schaf Fips zählt mit der Maus Milli Sterne, bis es einschläft – ruhige Wiederholungen für die Kleinsten.
Lulu, die langsame Schnecke
Lulu ist eine Schnecke. Sie wohnt in einem Garten mit vielen Blumen, Steinen und einem alten Wassereimer. Lulu ist nicht schnell. Schnecken sind nie schnell.
Heute will Lulu schnell sein. „Ich renne“, sagt Lulu und kriecht los. Ein Käfer saust an ihr vorbei und ruft: „Zu langsam!“
Lulu kriecht weiter. Eine Ameise läuft vorbei. Dann noch eine. Dann zehn. „Zu langsam“, rufen die Ameisen. Lulu seufzt. Ihre Fühler hängen ganz traurig.
Da sieht Lulu etwas Blaues im Gras. Sie kriecht näher. Es ist ein Wassertropfen auf einem Blatt. Darin spiegelt sich der Abendhimmel.
Lulu schaut in den Tropfen hinein. Sie sieht einen kleinen Mond und viele kleine Sterne. „So schön“, flüstert sie. Wenn sie gerannt wäre, hätte sie das nie gesehen.
Die Ameisen sind schon weit vorn. Der Käfer ist auch weg. Lulu ist noch da, mitten im Garten. Der Abend wird leise, und die Blumen riechen süß.
Lulu kriecht auf ihr Lieblingsblatt. Das Blatt ist weich und warm. Über ihr wiegen sich die Blumen im Wind. „Ich bin langsam“, sagt Lulu. „Aber ich bin da.“
Sie zieht ihren Kopf ein und wird ganz klein. Nur ihr Häuschen bleibt zu sehen, rund und braun wie ein kleiner Stein.
Im Garten zwitschert noch ein Vogel. Dann ist es still. Lulu schläft, und der Mond scheint auf ihr Häuschen.
Am nächsten Morgen kriecht Lulu zur Bank. Dort sitzen die Ameisen und schauen in den Garten. „Wisst ihr, was ich gestern gesehen habe?“, fragt Lulu. „Einen Mond im Wassertropfen.“ Die Ameisen schauen Lulu an. „Zeig ihn uns“, sagen sie.
Lulu kriecht los. Die Ameisen laufen langsam neben ihr her, Schritt für Schritt. Kein Käfer saust vorbei. Keiner ruft etwas.
Lulu, die langsame Schnecke
Alter: ab 3 Jahren
Schnecke Lulu will schnell sein und entdeckt, dass Langsamkeit schöne Dinge sichtbar macht.
Kater Knurr schnarcht zu laut
Kater Knurr schläft am liebsten auf dem Sofa. Und Kater Knurr schnarcht. Er schnarcht wie ein kleiner Traktor.
Hündin Wanda liegt neben ihm. Wanda kann nicht schlafen. „Knurr“, macht Knurr. „Rrrrrr.“ „Das ist wirklich zu laut“, sagt Wanda und stupst ihn an. Knurr schnarcht weiter.
Wanda zieht vorsichtig an Knurrs Pfote. „Rrrhh“, macht Knurr. Wanda legt sich auf den Teppich. Von dort hört sie es immer noch.
Wanda holt ihr Kissen und baut eine Höhle. Sie steckt den Kopf hinein. „Rrrrrr“, brummt es durch das Kissen. „So geht das nicht“, sagt Wanda.
Da kommt Igel Pippa aus ihrem Versteck. „Ich kenne einen Trick“, sagt Pippa. „Ihr müsst zusammen schnarchen. Dann klingt es wie ein Lied.“
Wanda legt sich ganz nah an Knurr. Sie atmet tief ein. „Rrrrr.“ Und Wanda macht mit: „Rrrrr.“ Zusammen klingt es wirklich wie ein leises Lied.
Wanda gähnt. Ihre Augen werden schwer. „Rrrrr“, machen die beiden. „Rrrrr.“ Immer leiser. Immer langsamer.
Pippa schaut noch einmal vorbei. Sie kichert leise. „Es funktioniert“, flüstert sie und verschwindet wieder unter dem Regal.
Am Morgen wacht Knurr zuerst auf. Wanda liegt neben ihm und schnarcht. Ganz laut. Knurr kichert. „Dann schlafe ich noch ein bisschen“, sagt er und kuschelt sich an Wanda.
Um sieben klingelt der Wecker. Um acht klingelt er wieder. Knurr und Wanda hören nichts. Sie schlafen einfach weiter.
Als die Sonne auf das Sofa scheint, streckt Knurr die Pfoten. „Gut geschlafen?“, fragt Wanda. Knurr nickt. „Du hast geschnarcht“, sagt Wanda. „Ich?“, fragt Knurr. „Du!“, sagt Wanda. Und dann lachen sie beide.

Kater Knurr schnarcht zu laut
Alter: ab 4 Jahren
Hündin Wanda kann wegen Kater Knurr nicht schlafen – eine lustige Geschichte mit gemeinsamem Schnarch-Lied.
Nela und das Glühwürmchen
Nela sitzt im Garten hinter dem Haus. Es ist schon spät. Der Himmel ist grau, und die Blumen wiegen sich müde im Wind.
Plötzlich leuchtet etwas neben dem großen Stein. Klein und grün. „Hallo“, sagt Nela. „Wer bist du?“
„Ich bin ein Glühwürmchen“, antwortet das Licht. „Ich suche ein Bett für die Nacht.“
Nela schaut sich um. „Unter dem Blatt am Boden ist es weich“, sagt sie. Das Glühwürmchen fliegt hin. Es blinkt zweimal. „Zu kalt.“
„Im Gras neben der Bank ist es warm“, sagt Nela. Das Glühwürmchen fliegt zur Bank. Es blinkt wieder. „Zu laut. Da krabbeln die Ameisen.“
Nela denkt nach. Dann weiß sie es. „Papa hat eine Laterne“, sagt sie. „Da ist es gemütlich.“ Das Glühwürmchen schüttelt sich. „Ich bin doch selbst ein Licht.“
Da lacht Nela. „Stimmt.“ Sie öffnet ihre Hände. Das Glühwürmchen setzt sich hinein. Nela hält es ganz vorsichtig. Ihre Hände sind warm, und es ist ganz still.
„Hier ist es gut“, flüstert das Glühwürmchen. Es blinkt noch einmal. Dann leuchtet es ganz langsam und gleichmäßig, wie ein kleiner Atem.
Von der Terrasse ruft Papa leise: „Nela, kommst du?“ Nela steht auf. Sie setzt das Glühwürmchen behutsam ins Gras. Es leuchtet ihr nach, wie eine kleine Lampe auf dem Weg zum Haus.
Im Haus riecht es nach warmem Tee. Nela zieht die Schuhe aus. „Papa“, sagt sie, „kann ein Licht ein eigenes Bett haben?“ Papa lacht. „Ich glaube schon“, sagt er. „Im Gras, unter einem Blatt.“
Nela nickt. Genau das wollte sie hören. Sie kuschelt sich in ihr Bett. Draußen blinkt es noch zweimal im Garten, ganz grün und ganz freundlich.
Nela macht die Augen zu. Sie denkt an das Glühwürmchen, das nun in seinem Blatt liegt. Dann schläft sie ein.

Nela und das Glühwürmchen
Alter: ab 4 Jahren
Nela hilft einem Glühwürmchen bei der Suche nach einem Schlafplatz im Garten.
Mika und der erste Schnee
Mika steht am Fenster. Draußen ist es dunkel. Auf dem Dach liegt noch nichts, und die Straße ist leer.
„Heute Nacht kommt der Schnee“, hat Opa am Nachmittag gesagt. Mika wartet. Er schaut auf die Bäume und auf den Himmel.
Da kommt Mama ins Zimmer. „Zähne putzen“, sagt sie. Mika putzt die Zähne. Danach schaut er noch einmal aus dem Fenster. Nichts.
Mika liegt im Bett. Er hört den Wind. Er hört das Haus knistern. Dann hört er etwas Neues: ein ganz feines Rascheln am Fenster.
Mika schaut hin. Eine Flocke fällt vorbei. Dann noch eine. Dann viele. Sie tanzen im Licht der Straßenlaterne.
Mika steht auf und geht zum Fenster. Die Flocken sind so leise, dass er kaum glauben kann, wie viele es sind. Bald ist die Wiese weiß.
Mika legt die Hand an die Scheibe. Draußen liegt der Schnee, weich und still. „Morgen bauen wir einen Schneemann“, flüstert Mika.
Dann geht er zurück ins Bett. Seine Hände sind noch kalt. Er kuschelt sie unter die Decke und zieht sie bis zum Kinn hoch.
Der Schnee fällt weiter, ganz ohne Eile. Auf das Dach, auf den Apfelbaum und auf die kleine Bank im Garten.
Im Traum steht Mika auf einer weißen Wiese. Es ist so still, dass man die Flocken hören kann. Er streckt die Arme aus und lässt sich zurücksinken. Der Schnee ist weich wie ein Kissen.
Am Morgen ruft Opa leise durch die Tür: „Mika, schau mal.“ Mika läuft zum Fenster. Alles ist weiß. Die Straße, die Bäume, die Bank.
„Heute bauen wir einen Schneemann“, sagt Mika. Opa nickt. „Aber erst frühstücken.“ Mika lacht und zieht sich die Socken an.

Mika und der erste Schnee
Alter: ab 4 Jahren
Mika wartet auf den ersten Schnee und schläft mit weißen Flocken vor dem Fenster ein.
Vorlese-Tipps
Mit ein paar kleinen Handgriffen wird aus einer kurzen Geschichte ein Abendritual. Übrigens vergrößert das Lauschen von Geschichten den Wortschatz von Kindern und fördert die Konzentration1.
- Immer zur gleichen Zeit: Wenn Kinder abends vorgelesen bekommen, sollte daraus ein gemütliches Ritual werden. Es hilft ihnen zu verstehen, dass jetzt Schlafenszeit ist, und ist ein sanfter Übergang vom Tag in die Nacht1.
- Ruhiges Tempo: Lest langsamer, als ihr denkt. Nach jedem Absatz darf eine kleine Pause entstehen, in der euer Kind die Bilder im Kopf fertig malen kann.
- Eigene Stimmen für die Figuren: Das Schaf spricht etwas höher, der Kater etwas tiefer. Zum Ende hin werden alle Stimmen leiser, bis sie fast flüstern.
- Gutes Ende wählen: Gute Einschlafgeschichten haben immer ein gutes Ende. Sie sind kurz, nicht zu aufregend und machen zum Beispiel Mut oder Lust auf den nächsten Tag1.
- Eine kleine Frage zum Schluss: Fragt nach einer Kleinigkeit: „Wo schläft das Schaf?“ So klingt der Abend ruhig aus, und euer Kind hat noch etwas zu erzählen.
- Weiterlesen erlaubt: Nur weil größere Kinder schon selbst lesen können, müsst ihr nicht mit Gute-Nacht-Geschichten aufhören. Kinder dürfen so lange vorgelesen bekommen, wie es ihnen Spaß macht1; mit älteren Kindern klappt auch Lesen mit verteilten Rollen1.
- Mit einem leisen Lied ausklingen lassen: Wer mag, singt noch ein Lied. Zum Lied Stille Nacht, heilige Nacht gibt es Liedtext und Herkunft. In der Adventszeit passen außerdem Weihnachtsgeschichte für Kinder zum Vorlesen und Anhören.
Häufige Fragen
Wie lang darf die Vorlesezeit für mein Baby sein?
Sind alle kurzen Geschichten automatisch für Babys geeignet?
Quellen
- Kurze Gute-Nacht-Geschichten · abgerufen am 11.10.2026
- 1 Minute Gute Nacht Geschichte · Stand 28.04.2024
- Gute-Nacht-Geschichten für Babys: kurze Vorlesemomente · Stand 10.09.2026
Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Gute-Nacht-Geschichten.
