Halloween-Geschichte – zum Vorlesen und Anhören

- Alter
- 2 bis 6 Jahre
- Dauer
- 4 bis 6 Minuten je Geschichte
Für lange Oktoberabende gibt es hier fünf eigene Halloween-Geschichten zum Vorlesen und zum Anhören. Sie sind für Kinder von etwa zwei bis sechs Jahren geschrieben, dauern beim Vorlesen je vier bis sechs Minuten und kommen ohne Szenen aus, die Alpträume machen. Stattdessen warten kleine Überraschungen, freundliche Geister und Kürbisse mit warmem Licht. Jede Geschichte gibt es zusätzlich als Hörfassung, damit euer Kind auch dann zuhören kann, wenn niemand Zeit zum Vorlesen hat.
Alle Geschichten im Überblick
Die Sammlung wächst mit dem Herbst: Jede Geschichte hat eine Altersangabe und eine Lesezeit, damit ihr schnell die passende findet. Alle fünf Texte sind mild erzählt, also Gruselgeschichten für Kinder, die auch jüngere Zuhörerinnen und Zuhörer nicht erschrecken. Wer noch mehr Lesestoff sucht, findet in den Vorlesegeschichten alles auf einen Blick.
Geschichte über Halloween
Beim Stichwort Halloween denken viele zuerst an Kürbisse mit grinsenden Gesichtern. Sie werden ausgehöhlt, bekommen ein Gesicht geschnitzt und eine Kerze hineingestellt; diese Kürbislaternen heißen Jack O'-Lantern, und die Tradition geht auf eine irische Geschichte zurück3. Dazu gehört das Verkleiden: Kinder ziehen als Feen, Hexen oder Geister von Haus zu Haus, klopfen an die Türen und rufen „Süßes oder Saures“3. In den USA ist das ein großer Brauch, und seit ein paar Jahren wird das Fest auch bei uns gefeiert3. Geschichten zu Halloween greifen diese Bräuche auf, ohne zu erschrecken.
Halloween-Geschichte für Kinder als PDF
Ein Ausdruck ist praktisch, wenn ihr beim Vorlesen kein Gerät in der Hand halten wollt. Öffnet die Geschichte am Bildschirm und nutzt die Druckfunktion eures Browsers; dort könnt ihr die Seite auch als PDF speichern und für später ablegen. Druckt mit großer Schrift, dann findet ihr die Stelle leichter wieder, an der ihr gerade seid, und ein Blatt in einer Klarsichthülle übersteht auch eine Tasse Kakao. Für die Hände gibt es außerdem Ausmalbilder Halloween zum Ausdrucken.
Halloween-Geschichte kurz
Nicht jede Vorleserunde hat eine halbe Stunde Zeit. Alle fünf Geschichten sind so gebaut, dass sie in einer Sitzung zu Ende gehen: kein Cliffhanger, kein trauriges Ende kurz vor dem Einschlafen. Am kürzesten ist die Geschichte ab zwei Jahren, die längeren passen gut für Vorschulkinder. Wenn es schnell gehen muss, sagt vorher, wie lange ihr lest, und sucht eine ruhige Stelle zum Unterbrechen. Für das Zubettgehen gibt es außerdem Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren.
Lina und die kleine Kürbislaterne
Lina hat einen Kürbis. Er ist rund und orange und hat einen kleinen grünen Stiel. Auf dem Wochenmarkt war er der kleinste Kürbis im ganzen Korb. Lina hat ihn ausgesucht, weil er so freundlich aussah.
Zu Hause stellt Lina den Kürbis auf den Küchentisch. Sie holt einen großen Löffel und kratzt den Kürbis aus. Kratz, kratz, kratz. Die Kerne plumpsen in eine Schüssel, einer nach dem anderen.
Mama wäscht die Kerne ab und schiebt sie in den Ofen. Bald duftet die ganze Küche. Lina darf probieren. Die Kerne sind warm und ein bisschen salzig.
Dann schneidet Lina zwei Augen in den Kürbis. Und einen kleinen runden Mund. „Jetzt kannst du leuchten“, sagt Lina.
Lina holt ein Teelicht. Sie stellt es in den Kürbis. Aber das Licht geht aus. Pfft. Lina probiert es noch einmal. Wieder aus. Pfft. Sie holt ein drittes Licht, ein rotes, das nach Zimt riecht. Auch das geht aus. Pfft.
„Warum willst du nicht leuchten?“, fragt Lina. Der Kürbis sagt nichts. Kürbisse sagen nie etwas. Aber Lina ist sicher: Er denkt nach.
Vielleicht zieht es? Lina schaut im Zimmer nach. Ein kleines Fenster steht auf Kipp. Der Wind kommt herein und streicht leise über den Tisch. Lina schließt das Fenster. Klick.
Dann setzt sie sich neben den Kürbis und wartet. Der Kater kommt und legt sich dazu. Der Kater heißt Muck und schnurrt wie ein kleiner Motor. Lina summt dazu ein Lied ohne Worte.
Sie erzählt dem Kürbis von ihrem Tag. Vom Laubhaufen im Garten. Von der Katze, die darin geschlafen hat, bis nur noch der Schwanz herausgeschaut hat.
Da macht es leise klick. Das Licht brennt! Der Kürbis leuchtet. Seine Augen leuchten, sein Mund leuchtet, sogar der kleine grüne Stiel sieht zufrieden aus.
„Du hast dir Zeit gelassen“, sagt Lina. Der Kürbis leuchtet einfach weiter.
Am Abend tragen Lina und Mama den Kürbis nach draußen. Sie stellen ihn auf die Fensterbank neben der Haustür. Draußen wird es dunkel, und die Straßenlaterne wirft ein gelbes Viereck auf den Gehweg.
Die Nachbarskinder bleiben stehen. Ein kleines Mädchen mit Katzenohren sagt: „Der lacht ja!“ Lina nickt. „Er lacht nur, wenn man geduldig ist“, sagt sie.
Später liegt Lina im Bett. Durch das Fenster sieht sie ein kleines warmes Licht. Das ist ihr Kürbis. Das Licht flackert nicht mehr. Es bleibt ruhig, wie eine kleine gute Nacht.
Muck springt aufs Bett und rollt sich an Linas Füßen zusammen. Lina schläft ein und träumt von einem runden, lachenden Licht.
Am nächsten Morgen ist das Licht aus. Lina pustet in den Kürbis hinein. Es riecht nach warmem Wachs und ein bisschen nach Herbst.
Lina und die kleine Kürbislaterne
Alter: ab 2 Jahren
Ein ausgehöhlter Kürbis leuchtet erst, als Lina geduldig wartet.
Momo, die kleine Fledermaus
Im Apfelbaum hinter dem Haus hängt eine kleine Fledermaus. Sie heißt Momo und schläft den ganzen Tag kopfüber an einem Ast.
Am Abend wird sie wach. Es ist der letzte Abend im Oktober, und im Garten hängen Lichterketten. Die Kinder aus der Nachbarschaft laufen mit kleinen Laternen über den Weg.
Die anderen Fledermäuse üben für die Nacht. „Buh!“, ruft Fleder-Frida. „Buhu!“, ruft Fleder-Fritz. Alle kichern.
Jetzt ist Momo dran. Sie holt tief Luft. „Huhu!“, macht sie. „Huhu ist kein Gruseln“, sagt Frida. „Huhu klingt wie eine Begrüßung.“
Momo lässt die Flügel hängen. Sie möchte auch gruselig sein. Sie versucht es noch einmal. „Huuuuhu!“ Es klingt wie ein freundliches Rufen über den Garten.
„Dann bist du eben keine Grusel-Fledermaus“, sagen die anderen und fliegen davon. Momo bleibt allein im Apfelbaum. Das ist kein schönes Gefühl.
Da hört sie unten im Gras ein leises Schniefen. Etwas Kleines sitzt zwischen den Blättern. Es ist der Igel Piks. „Ich finde meinen Weg nicht“, sagt Piks. „Es ist so dunkel, und überall raschelt es.“
Momo fliegt hinunter. „Ich fliege vor dir her“, sagt sie. „Ich sehe im Dunkeln gut.“ Sie fliegt langsam, so langsam, wie eine Fledermaus nur fliegen kann. Unter ihr tappst der Igel über den Weg.
„Da vorne ist dein Laubhaufen“, sagt Momo. „Der mit dem großen Ast.“ Piks schnauft erleichtert. „Danke“, sagt er. „Du bist die mutigste Fledermaus, die ich kenne. Du fliegst einfach los, obwohl es dunkel ist.“
Momo denkt nach. Mutig sein ist also auch eine Kunst. Vielleicht sogar eine bessere als Gruseln.
Als sie zurück zum Apfelbaum fliegt, warten Frida und Fritz schon auf sie. „Wo warst du so lange?“, fragen sie. Momo erzählt von Piks und dem Laubhaufen und dem dunklen Weg.
„Dann kannst du etwas, was wir nicht können“, sagt Fritz. „Du hilfst im Dunkeln.“ Momo wird ganz warm. „Und ihr könnt gruselig gucken“, sagt sie. „Das ist auch manchmal nützlich.“
Unten im Garten gehen die Lichter an und wieder aus. An den Haustüren rufen die Kinder „Süßes oder Saures“.
Zum Schluss hängen alle Fledermäuse zusammen im Apfelbaum. Momo sitzt in der Mitte. Sie macht noch einmal „Huhu“, ganz leise. Diesmal sagen alle: „Schön.“
Momo träumt von einem Igel, der sicher in seinem Laubhaufen schläft. Und von Laternen, die kleine runde Flecken auf den Weg malen. Dann schlafen alle ein.
Und wenn ihr im Oktober draußen seid, schaut mal nach oben: Vielleicht fliegt Momo gerade über den Garten und passt auf alle auf, die im Dunkeln unterwegs sind.

Momo, die kleine Fledermaus
Alter: ab 3 Jahren
Eine Fledermaus, die nicht gruselig sein kann, hilft einem Igel im Dunkeln.
Das Lichterfest im Wald
Im Wald ist heute etwas los. Der letzte Oktobertag ist da, und die Tiere feiern ihr Lichterfest.
Der Igel trägt einen Mantel aus rotem Laub. Der Hase hat sich Farn um die Ohren gebunden, und das Eichhörnchen sitzt mit einer Eichelkappe auf dem Kopf da.
Jedes Tier hat eine Laterne mitgebracht. Eine ist aus Rinde gebaut, eine aus einer hohlen Nuss, eine aus einem alten Teebecher, den jemand im Wald verloren hat.
Nur Milli, die kleine Maus, hat eine winzige Laterne. Sie besteht aus einer Nussschale und leuchtet kaum. Milli hält sie ganz nah an ihr Gesicht.
„Meine Laterne ist zu klein“, sagt Milli leise. „Man sieht sie gar nicht.“ Der Igel schaut genau hin. „Doch“, sagt er. „Man sieht ein kleines Licht.“
Die Tiere ziehen los. Sie gehen einmal um den ganzen Waldsee. Die Laternen schaukeln im Takt der Schritte.
Die Eule kann nicht mitgehen, weil ihre Küken schlafen. Sie schaut vom Ast aus zu und ruft: „Ich sehe euch! Alle!“ Das freut die Tiere.
Der Weg führt an einer dicken Wurzel vorbei, über die sonst alle stolpern. Milli leuchtet genau dorthin, wo die Wurzel liegt, und diesmal stolpert niemand.
Dann kommt der Wind. Er pustet über die Blätter. Eine Laterne nach der anderen flackert. Dem Hasen geht seine aus. Dem Eichhörnchen auch.
Milli hält ihre Nussschalen-Laterne mit beiden Pfoten fest. Und tatsächlich: Das kleine Licht bleibt an. Es zittert, aber es bleibt.
„Milli, dein Licht!“, ruft der Hase. „Es ist noch da!“ Alle Tiere bleiben stehen und schauen auf die winzige Nussschale. So klein war noch nie ein Licht, das alle sehen konnten.
Milli geht nach vorne. Sie leuchtet dem Igel über die Wurzeln, dem Hasen um den See und dem Eichhörnchen unter den tiefen Zweigen hindurch. Immer langsam, immer mit dem kleinen Licht.
Am Ende sitzen alle am Waldsee. Die Eule kommt aus ihrem Baum herunter. „Das kleinste Licht hat den Weg gehalten“, sagt sie.
Dann teilen sie, was sie mitgebracht haben: Nüsse, Haselnüsse, ein Stück Honigwabe und drei süße Beeren. Der Igel summt ein Lied ohne Worte, und alle summen mit.
Als die Tiere nach Hause gehen, ist es still im Wald. Milli legt ihre Nussschalen-Laterne neben das Moosbett. Sie ist nicht größer als ein Daumen.
Aber weil alle Tiere sie heute gesehen haben, ist aus dem kleinen Licht ein großes geworden. Über dem Wald stehen die Sterne, und ein schmaler Mond schaut zu. Milli schläft ein.

Das Lichterfest im Wald
Alter: ab 3 Jahren
Waldtiere feiern mit kleinen Laternen, und das kleinste Licht bleibt am längsten an.
Finn und der freundliche Geist
Auf dem Dachboden von Finns Haus wohnt ein kleiner Geist. Er heißt Wim und ist ungefähr so groß wie ein Sofakissen. Den ganzen Tag hängt er am Dachfenster und schaut in den Garten.
Wim ist nicht gruselig, obwohl er ein Geist ist. Er kann es einfach nicht. Wenn er versucht, böse zu gucken, sieht er höchstens nachdenklich aus.
Sein größter Wunsch ist ein Freund. Nur: Wer steigt schon auf einen Dachboden, wenn unten alle Leute verkleidet durch die Straßen laufen?
„An Halloween erschreckt man die Menschen, dann bleiben sie stehen“, hat Wim von den Fledermäusen gehört, die hinten im Garten wohnen. Also übt er.
Er stellt sich vor den alten Spiegel. „Buh!“, sagt er. Es klingt wie ein Niesen. Er nimmt Anlauf und versucht es noch einmal. „BUH!“ Es klingt wie ein noch größeres Niesen. Wim seufzt. Selbst das klingt freundlich.
Am Abend des letzten Oktobertags poltert es plötzlich im Dachboden. Unten hört Finn das. Finn ist sechs Jahre alt und hat gerade seine Süßigkeiten gezählt.
„Ich schaue mal nach“, sagt Finn und steigt die Treppe hoch, Stufe für Stufe. Dann öffnet er die Dachbodentür.
In der Mitte des Bodens steht ein großer Wäschekorb. Darin liegt Wim. Sein Laken hat sich um seine Füße gewickelt, weil er sich beim Gruselig-Gucken zu schnell gedreht hat.
Finn lacht. Aber er lacht nicht aus. Er hilft Wim aus dem Korb. „Du bist der freundlichste Geist, den ich kenne“, sagt er.
„Ich wollte dich erschrecken“, gibt Wim zu. „Damit du stehen bleibst und mit mir spielst.“ Finn überlegt kurz. „Dann spielen wir“, sagt er. „Verstecken. Ich zähle bis zehn.“
Wim versteckt sich hinter dem weißen Vorhang am Fenster. Finn sucht unter dem alten Koffer, hinter der Kiste mit den Winterjacken und sogar im Wäschekorb. Nichts.
„Wim, ich weiß, dass du da bist“, ruft Finn. Hinter dem Vorhang kichert es. „Woher weißt du das?“ – „Weil der Vorhang kichert“, sagt Finn. Da kommt Wim zum Vorschein und lacht, dass ihm das Laken wackelt.
Sie spielen bis zum Abendessen. Dann ruft Finns Mama. „Kommst du morgen wieder?“, fragt Wim. Finn nickt. „Klar.“
Wim hat an diesem Abend etwas gelernt: Gruselig sein ist anstrengend, und Freundlichkeit hält viel länger. Außerdem weiß er jetzt, wie Verstecken geht.
Und so ist es jedes Jahr. Am letzten Oktobertag kommt Finn mit einem Stück Kuchen und einer Taschenlampe hoch in den Dachboden.
Wim summt dazu ein Lied ohne Worte. Manchmal, wenn draußen die Blätter fallen, hört man oben ein leises Kichern. Es klingt nicht gruselig. Es klingt wie ein Gruß.

Finn und der freundliche Geist
Alter: ab 4 Jahren
Ein Geist sucht einen Freund und lernt, dass man Freunde nicht erschreckt.
Hexe Hedda und der Honigkuchen
Am Waldrand steht ein windschiefes Häuschen. Darin wohnt Hexe Hedda. Sie hat einen grünen Hut mit einer Beule und einen Besen, der lieber fegt als fliegt.
Hedda ist eine freundliche Hexe. Sie zaubert gern, aber ihre Zaubersprüche klappen nur fast.
Am letzten Oktobertag will sie für die Kinder aus dem Dorf einen Honigkuchen backen. Die Kinder kommen auf ihrem Weg vorbei, und bei Hedda gibt es jedes Jahr etwas Warmes zu trinken und ein Stück Kuchen.
In der Küche steht eine große Schüssel. Mehl, Honig, Eier, Butter und ein Löffel Zimt liegen daneben.
Hedda rollt die Ärmel hoch und rührt. Sie rührt und rührt. Der Teig ist zäh wie alte Klebrigkeit? Nein: klebrig wie ein Kaugummi, der zu lange in der Sonne lag.
Also nimmt sie ihren Zauberstab. „Kürbis, Kürbis, Kuchen, komm!“, sagt sie und dreht den Stab.
Der Teig macht „plopp“ und springt aus der Schüssel. Er hüpft über den Tisch, über den Boden und zur Tür hinaus.
Hedda läuft hinterher. Der Teig rollt über den Hof, an der Katze vorbei und unter dem Apfelbaum hindurch. Die Katze schaut kurz hin und dreht sich wieder um.
Am Gartenzaun bleibt der Teig hängen. Er zittert. Er sieht aus wie eine große, klebrige Mütze.
Da kommen Jule und Ben den Weg entlang. Sie sind als Fledermaus und als Stern verkleidet und bleiben stehen.
„Was ist das?“, fragt Jule. „Mein Kuchen“, sagt Hedda. „Er wollte nicht in der Schüssel bleiben.“ Ben lacht. „Vielleicht hat er zu viel Zauber abbekommen.“
Also tragen sie den Teig zurück in die Küche. Jule rührt von links, Ben rührt von rechts, und Hedda zählt laut bis zehn.
Der Teig wird weich und glatt. Hedda füllt ihn in die Form, stellt sie in den Ofen und setzt sich auf einen Stuhl davor, damit er nicht wieder ausbüxt.
Nach einer Weile duftet die Küche nach Honig und Zimt. Der Kuchen ist fertig. Er ist ein bisschen schief, weil der Teig sich noch einmal bewegt hat, aber er riecht wunderbar.
Hedda schneidet drei große Stücke ab. Draußen ist es dunkel, drinnen ist es warm.
„Dein Zauber war gar nicht nötig“, sagt Ben mit vollem Mund. „Der Kuchen ist auch so gelungen.“ Hedda lacht. „Das habe ich heute gelernt.“
Sie hängt den Zauberstab an den Haken neben der Küchentür und setzt sich zu den Kindern. Der Kuchen schmeckt nach Honig, Zimt und ein bisschen nach Abenteuer.
Als Jule und Ben nach Hause gehen, bekommt jedes noch ein Stück in Papier gewickelt mit. Hedda winkt ihnen nach, räumt die Küche auf und geht schlafen.
Am nächsten Morgen liegt noch ein Stück Kuchen in der Dose. Hedda isst es zum Frühstück und schreibt ein Rezept auf, für das man keinen Zauberstab braucht.

Hexe Hedda und der Honigkuchen
Alter: ab 4 Jahren
Ein verzauberter Kuchenteig hüpft davon, bis zwei Kinder beim Backen helfen.
Vorlese-Tipps
Geschichten helfen Kindern, mit Angst umzugehen, und sie stärken die Vorstellungskraft1. Mit diesen Tipps wird die Vorleserunde für alle gemütlich.
- Lest langsamer, als ihr denkt. Kurze Pausen zwischen den Sätzen geben eurem Kind Zeit, sich das Bild im Kopf auszumalen.
- Wechselt die Stimme: leise und ein bisschen dunkel bei der Spannung, warm und ruhig beim Ende. Auf die Anspannung folgt Entspannung, und genau das macht eine Gruselgeschichte für Kinder aus2.
- Schafft Atmosphäre: gedimmtes Licht, eine Kerze oder eine Kürbislaterne und eine kuschelige Decke. Kleine Geräusche wie ein Klopfen an der Tür oder das Heulen des Windes steigern die Spannung1.
- Lasst euer Kind mitmachen und fragt nach Ideen oder Vorhersagen, was als Nächstes passiert1. Wenn ihr an der Tür ein Sprüchlein braucht, findet ihr passende Reime in den Halloween-Sprüchen.
- Akzeptiert ein Stoppsignal: Wenn euer Kind die Geschichte abbrechen oder eine Pause machen möchte, ist das in Ordnung2. Schwitzige Hände, eine angespannte, unbewegliche Haltung oder angehaltener Atem sind Zeichen von zu viel Angst2. Ein Happy End löst die Anspannung oft wieder auf2.
- Plant ein Ritual: gleiche Zeit, gleicher Platz, Lieblingskuscheltier. Wenn die Hände danach noch beschäftigt sein sollen, passt Halloween basteln mit Kindern gut dazu. Wer im Winter weiterlesen möchte, findet in den Adventsgeschichten neue Texte zum Vorlesen und Anhören.
Häufige Fragen
Was ist die Geschichte von Halloween?
Quellen
- Halloween-Geschichten · abgerufen am 11.10.2026
- Halloween-Bücher mit Gruselgeschichten für Kinder · abgerufen am 11.10.2026
- Süßes oder Saures · Stand 19.10.2023
