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Herbstgeschichte: Geschichten zum Vorlesen und Anhören

Eine Herbstgeschichte für Kinder erzählt von raschelndem Laub, Kürbissen, Igeln und Erntetagen. Hier findet ihr fünf eigene Geschichten zum Vorlesen und Anhören, für Kinder von 2 bis 6 Jahren. Vorgelesen dauert jede etwa 3 bis 5 Minuten, und jede endet ruhig und warm.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 18 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Herbstgeschichte für Kinder: buntes Laub, ein Kürbis und ein Igel in warmem Herbstlicht – Titelbild zum Vorlesen und Anhören
Alter
2 bis 6 Jahre
Dauer
3 bis 5 Minuten je Geschichte

Raschelndes Laub, dicke Kürbisse und ein Igel auf dem Weg ins Winterbett: Diese Herbstgeschichte-Sammlung holt die bunte Jahreszeit ins Kinderzimmer. Fünf Geschichten laden zum Vorlesen und Anhören ein, für Kinder von 2 bis 6 Jahren. Vorgelesen dauert jede etwa 3 bis 5 Minuten, als Hörfassung ähnlich lang. Alle Geschichten enden ruhig und warm, ohne Grusel und ohne Streit. Wenn euer Kind abends schwer zur Ruhe kommt, passen auch die Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren.

Alle Geschichten im Überblick

Hier findet ihr alle fünf Geschichten mit Alter und Lesezeit auf einen Blick. Jede gibt es als Text und als Hörfassung; weitere Hörgeschichten zum Vorlesen und Anhören haben wir in einer eigenen Sammlung zusammengestellt.

Herbstgeschichte zum Ausdrucken

Jede Geschichte lässt sich gut ausdrucken, weil sie in kurzen Absätzen steht und ohne Bilder auskommt. Druckt am besten eine Geschichte pro Blatt und lasst am Rand Platz für eigene Kritzeleien.

  • Große Schrift hilft, wenn ihr beim Vorlesen im Halbdunkel sitzt.
  • Für die Kita-Tasche steckt den Ausdruck in eine Klarsichthülle, dann hält er länger.
  • Für unterwegs reicht eine Seite – so bleibt die Geschichte übersichtlich.
  • Schreibt den Namen eures Kindes oben auf das Blatt, dann gehört die Geschichte ihm.

Herbstgeschichte für den Kindergarten

Im Kindergarten und in der Kita lassen sich Herbstgeschichten gut mit Bewegung und Basteln verbinden2. Für den Morgenkreis eignen sich Mitmachgeschichten, bei denen die Kinder raschelndes Laub, Wind und Regentropfen mit Händen und Stimme begleiten2.

Für die Grundschule passt eine Herbstgeschichte, die nebenbei erklärt, warum die Blätter im Herbst bunt werden2. Eine kurze Herbstgeschichte hat überall ihren Platz: Sie lässt sich in jeder Pause vorlesen, und die Kinder behalten die Handlung leichter. Typische Herbstthemen sind Erntedank, Kastanien und Kürbisse1.

Taps, der kleine Igel

Hörfassung · 5 Min.
Taps, der kleine Igel
0:004:36
MP3 herunterladen (2,6 MB)

Unter der Hecke am Gartenrand wohnt ein kleiner Igel. Er heißt Taps. Jeden Abend schaut er nach oben und sagt: „Bald wird es kalt.“

Taps möchte ein warmes Bett für den Winter. Ein Bett aus Blättern. Weiche Blätter. Bunte Blätter.

Er läuft in den Garten. Dort liegen viele Blätter. Rote Blätter, gelbe Blätter, braune Blätter.

Taps schiebt ein Blatt auf seinen Rücken. Raschel, raschel. Das Blatt bleibt in seinen Stacheln hängen. „So kann ich es tragen“, freut er sich.

Da kommt der Wind. Er pustet: Puh! Das Blatt fliegt hoch in die Luft. Taps schaut hinterher. „Mein Blatt!“, ruft er.

Taps holt ein neues Blatt. Raschel, raschel. Der Wind kommt wieder. Puh! Das Blatt fliegt fort.

Taps holt ein drittes Blatt. Raschel, raschel. Puh! Weg ist das Blatt.

„Ach“, sagt Taps. „Alle meine Blätter fliegen weg.“ Er setzt sich neben die Hecke. Seine Nase zittert.

Neben der Hecke sitzt Frau Schnecke. Sie schaut zu. „Der Wind ist stark“, sagt sie. „Aber du bist stärker.“

Taps denkt nach. Dann holt er ein Blatt. Und noch eins. Und noch eins. Er legt sie unter die Hecke. Raschel, raschel, raschel.

Der Wind kommt wieder. Puh! Er zerrt an den Blättern. Taps hält sie fest. Er hält sie ganz fest. Da bleiben die Blätter liegen.

Taps holt mehr Blätter. Eins für jede Seite. Zwei für den Kopf. Drei für die Füße. Er sammelt und sammelt, bis die ganze Hecke voller Blätter ist.

Neben der Hecke piept es leise. „Piep, piep.“ Taps schaut hin. Da sitzt eine kleine Maus. Sie heißt Fips. Fips zittert.

„Komm zu mir“, sagt Taps. „Mein Blätterbett ist warm.“ Fips kriecht unter die Blätter. Taps kriecht hinterher. Raschel, raschel.

Die Blätter duften nach Herbst. Nach Erde, nach Regen, nach Sonne.

„Ist es warm bei dir?“, fragt Fips. „Ja“, sagt Taps. „Sehr warm.“ „Und was machen wir, wenn der Wind kommt?“ „Dann halten wir zusammen.“

Der Wind kommt. Er pustet über die Hecke. Puh! Aber er kann nichts fortblasen. Unter den Blättern ist es still und warm.

Taps deckt Fips noch ein Blatt über die Ohren. Fips deckt Taps ein Blatt über die Nase. „So ist es noch wärmer“, sagt Fips.

Draußen wird der Garten dunkel. Die Sterne kommen. Über der Hecke steht der Mond und leuchtet ein wenig.

„Gute Nacht, Taps“, sagt Fips. „Gute Nacht, Fips“, sagt Taps. „Schlaf schön in unserem Blätterbett.“

Die Blätter rascheln noch ein kleines bisschen. Dann rascheln sie nicht mehr. Die beiden schlafen. Rund um die Hecke ist der Herbst ganz still.

  • Igel Taps trägt ein raschelndes Blatt über den Gartenweg zur Hecke – Herbstgeschichte zum Vorlesen ab 2 Jahren

    Taps, der kleine Igel

    Alter: ab 2 Jahren

    Der Igel Taps sammelt Blätter und teilt sein warmes Blätterbett mit der Maus Fips.
Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesErstellt eine Hörgeschichte mit dem Namen, Alter und Lieblingsthema eures Kindes. Im Konfigurator wählt ihr als Anlass zum Beispiel Einschlafen; die MP3 ist sofort nach eurer Freigabe bereit.Jetzt Hörgeschichte erstellen

Lina und der Kürbis im Morgennebel

Hörfassung · 4 Min.
Lina und der Kürbis im Morgennebel
0:004:10
MP3 herunterladen (2,4 MB)

An diesem Morgen sieht Lina den Garten kaum. Vor dem Fenster steht dichter Nebel. Alles ist weiß und weich.

Lina zieht ihre Jacke an und läuft hinaus. Das Gras ist nass. Ihre Gummistiefel machen leise Geräusche auf dem Weg.

Neben dem Komposthaufen liegt etwas Großes und Rundes. Lina bleibt stehen. „Was ist das?“, flüstert sie.

Es ist ein Kürbis. Ein dicker, oranger Kürbis. Gestern war er noch nicht da. Jedenfalls hat Lina ihn gestern nicht gesehen.

Lina kniet sich hin. Der Kürbis fühlt sich kalt an. „Du zitterst bestimmt“, sagt sie.

Sie wickelt ihren Schal ab und legt ihn um den Kürbis. Jetzt hat der Kürbis einen warmen, wolligen Hals.

„So frierst du nicht mehr“, sagt Lina. Der Kürbis sagt nichts. Kürbisse sagen nie etwas. Trotzdem ist Lina zufrieden.

Papa kommt in den Garten. Er trägt zwei Tassen Tee. „Was machst du da?“, fragt er.

„Ich wärme den Kürbis“, sagt Lina. Papa schaut den Kürbis an. Dann schaut er Lina an. Er lächelt.

„Weißt du, woher der Kürbis kommt?“, fragt Papa. Lina schüttelt den Kopf.

„Er ist über den Sommer im Beet gewachsen“, sagt Papa. „Erst war er klein und grün. Dann wurde er groß und orange. Und heute ist er reif.“

Lina legt beide Hände auf den Kürbis. „Dann ist er gar nicht traurig?“, fragt sie.

„Nein“, sagt Papa. „Er ist fertig. Fertige Kürbisse warten auf etwas.“ „Worauf?“, fragt Lina.

„Auf Suppe“, sagt Papa. Lina kichert. Dann holt sie ihren Bollerwagen.

Zusammen rollen sie den Kürbis zum Haus. Er ist schwer. Lina schiebt, Papa zieht. Langsam kullert der Kürbis über den Weg.

In der Küche schneidet Papa den Kürbis auf. Innen ist er hell und voller Kerne. Lina darf die Kerne in eine Schüssel tun.

„Die Kerne heben wir auf“, sagt Papa. „Nächstes Jahr steckt ihr sie ins Beet.“ Lina wählt fünf Kerne aus und legt sie auf ein Tuch zum Trocknen.

Dann kommt der Kürbis in den Topf. Er wird weich und duftet süß. Lina rührt mit einem langen Löffel.

Am Abend essen alle Kürbissuppe. Der Nebel ist weg. Draußen ist der Himmel orange wie der Kürbis am Morgen.

Lina trägt keinen Schal mehr. Sie hat ihn ja dem Kürbis geschenkt. Kalt ist ihr trotzdem nicht. Die Suppe wärmt von innen.

In ihrem Zimmer liegen fünf Kürbiskerne auf dem Tuch. Lina zählt sie noch einmal. Eins, zwei, drei, vier, fünf.

„Nächstes Jahr“, sagt Lina, „bekommt ihr auch einen Schal.“ Dann deckt sie sich zu und schläft.

  • Lina kniet im Morgennebel neben einem dicken orangen Kürbis und ihrem Schal – Herbstgeschichte mit warmem Ende

    Lina und der Kürbis im Morgennebel

    Alter: ab 3 Jahren

    Lina wärmt einen Kürbis mit ihrem Schal und kocht am Abend mit Papa Kürbissuppe.

Frida und der wilde Laubhaufen – Lustige Herbstgeschichte

Hörfassung · 5 Min.
Frida und der wilde Laubhaufen
0:004:43
MP3 herunterladen (2,7 MB)

Frida hat einen Plan. Sie will den größten Laubhaufen der Straße bauen. Nicht irgendeinen. Den allergrößten.

Sie holt den Rechen aus der Garage. Der Rechen ist fast so groß wie Frida. „Passt schon“, sagt sie.

Sie rechnet das Laub zusammen. Immer in einer Linie, immer zum selben Fleck. Nach zehn Minuten liegt dort ein kleiner Hügel.

Dann kommt ihr Bruder Ben. Ben sieht den Hügel. Ben rennt los. Wusch! Die Blätter fliegen in alle Richtungen.

„Ben!“, ruft Frida. „Ich baue hier einen Laubhaufen!“ Ben lacht. „Jetzt ist es ein Laubwolkenhaufen“, sagt er.

Frida seufzt und rechnet wieder. Ben hilft mit. Er rechnet mit den Händen. Er wirft die Blätter über die Schulter. Er wirft sie auf seinen Kopf.

„So wird das nichts“, sagt Frida. „Du musst in eine Richtung rechen.“ „Welche Richtung?“, fragt Ben. „Nach oben!“, ruft er und wirft ein Blatt in die Luft.

Frida muss lachen. Dann hat sie eine Idee. „Wir machen es zusammen“, sagt sie. „Du sammelst, ich häufe.“

Ben sammelt. Er sammelt mit den Füßen. Er schiebt einen ganzen Blätterberg vor sich her. Frida häuft und klopft und drückt.

Nach einer Weile ist der Haufen so hoch wie Bens Knie. Dann so hoch wie Fridas Bauch. Dann so hoch wie beide zusammen.

„Jetzt“, sagt Frida. „Jetzt springen wir.“ Sie nehmen Anlauf. Eins, zwei, drei!

Wusch! Die Blätter spritzen wie Wasser. Rote, gelbe und braune Blätter fliegen bis zum Gartenzaun.

Frida liegt im Laub. Ben liegt neben ihr. Beide lachen so laut, dass die Nachbarskatze auf den Zaun klettert und neugierig herunterschaut.

„Noch mal“, sagt Ben. „Noch mal“, sagt Frida. Sie springen noch drei Mal. Beim vierten Mal fliegen die Blätter nicht mehr so hoch.

Da kommt Papa um die Ecke. Er hat die Harke dabei. Er sieht den Haufen. Er sieht die Kinder.

„Ihr habt aber fleißig gearbeitet“, sagt Papa. Frida und Ben schauen sich an. Sie sagen nichts. Sie grinsen nur.

Papa stellt die Harke hin. „Darf ich auch mal springen?“ Frida hat nichts dagegen. Ben hat nichts dagegen. Also nimmt Papa Anlauf.

Wusch! Die Blätter fliegen bis an sein Kinn. Papa sinkt bis zu den Knien ins Laub. Er sieht sehr lustig aus.

„Der Haufen ist zu wild für einen Erwachsenen“, sagt Papa und krabbelt heraus. „Ihr müsst ihn wieder zusammenrechen.“

Frida und Ben rechen. Dieses Mal in dieselbe Richtung. Der Haufen wird wieder rund und groß.

Am Abend liegt der Laubhaufen ordentlich am Straßenrand. Frida schaut ihn an und ist ein bisschen stolz.

„Morgen bauen wir einen noch größeren“, sagt Ben. „Aber nur, wenn du mir nicht wieder auf den Kopf wirfst“, sagt Frida. „Abgemacht“, sagt Ben – und wirft ihr ein Blatt auf die Nase.

Frida lacht und steckt das Blatt in ihre Jackentasche. So hat sie ein Stück Laubhaufen für später.

  • Frida und Ben springen lachend in einen großen Laubhaufen im Garten – lustige Herbstgeschichte für Kinder ab 4 Jahren

    Frida und der wilde Laubhaufen

    Alter: ab 4 Jahren

    Frida und ihr Bruder Ben bauen gemeinsam einen Laubhaufen und springen lachend hinein.

Der Apfelkorb von Oma Rosi

Hörfassung · 4 Min.
Der Apfelkorb von Oma Rosi
0:004:18
MP3 herunterladen (2,5 MB)

Milo mag den Herbst. Im Herbst fährt er mit dem Fahrrad zu Oma Rosi. Oma Rosi hat einen Apfelbaum im Garten.

Der Baum ist alt. Seine Äste hängen tief. Überall leuchten Äpfel zwischen den Blättern.

„Heute ernten wir“, sagt Oma Rosi. Sie stellt einen Korb unter den Baum. Der Korb ist groß und aus Weiden geflochten.

Milo pflückt die Äpfel, die er erreicht. Er muss sich strecken. Er muss sich auf die Zehenspitzen stellen. Dann hat er einen Apfel.

Plumps! Der Apfel fällt in den Korb. Plumps! Noch einer. Plumps! Noch einer.

Die Äpfel oben am Baum bekommt Milo nicht. „Dafür haben wir etwas“, sagt Oma Rosi. Sie holt einen Apfelpflücker. Das ist ein langer Stab mit einem kleinen Korb am Ende.

Milo darf den Stab halten. Er schiebt ihn zwischen die Zweige. Dann dreht er ihn. Plumps! Der Apfel landet im kleinen Korb.

So geht es weiter. Milo dreht, Oma Rosi hält den Korb. Die Äpfel fallen und fallen.

Im Korb liegen runde Äpfel, kleine Äpfel und einer, der wie eine Birne aussieht. Milo legt den lustigen Apfel obenauf.

Nach einer Weile ist der Korb voll. Milo zählt: „Eins, zwei, drei …“ Er zählt bis zwanzig und hört dann auf.

Der Korb ist schwer. Milo kann ihn nicht tragen. Oma Rosi auch nicht. „Dann nehmen wir den Wagen“, sagt Oma Rosi.

Milo zieht den Wagen. Die Räder holpern über den Gartenweg. Im Korb kullern die Äpfel hin und her.

In der Küche duftet es schon. „Jetzt machen wir Apfelmus“, sagt Oma Rosi.

Milo wäscht die Äpfel und schneidet sie in Viertel. Er darf mit einem kleinen Messer arbeiten.

Oma Rosi kocht die Äpfel mit ein wenig Wasser. Der Topf zischt leise. Bald riecht die ganze Küche süß und warm.

„Warum sind unsere Äpfel so süß?“, fragt Milo. Oma Rosi lacht. „Weil sie den ganzen Sommer draußen hängen durften“, sagt sie.

Oma Rosi schält einen Apfel und gibt Milo ein Stück. Es knackt zwischen den Zähnen.

Sie füllt das Apfelmus in Gläser. Milo bekommt ein kleines Glas für sich. Es hat einen Deckel mit einem Stern.

Am Nachmittag kommt Mama, um Milo abzuholen. „Nimm ein Glas mit“, sagt Oma Rosi. Milo nimmt das mit dem Stern.

Auf dem Weg nach Hause hält Milo das Glas mit beiden Händen. Es ist noch warm von der Küche.

Zu Hause isst Milo das Apfelmus mit einem Löffel. Nur ein kleines bisschen. Den Rest hebt er für das Frühstück auf.

Abends sagt er: „Oma Rosi, nächstes Jahr komme ich wieder.“ Am Telefon lacht Oma Rosi. „Der Baum wartet schon.“

  • Milo und Oma Rosi ziehen einen vollen Apfelkorb im Wagen durch den Garten – Herbstgeschichte zum Anhören

    Der Apfelkorb von Oma Rosi

    Alter: ab 4 Jahren

    Milo erntet mit Oma Rosi Äpfel und bekommt ein Glas Apfelmus mit einem Stern.

Das Laternenlicht am Feldrand

Hörfassung · 4 Min.
Das Laternenlicht am Feldrand
0:004:10
MP3 herunterladen (2,4 MB)

Mila hat ihre Laterne fertig. Sie hat sie selbst gebastelt: aus einem Glas, buntem Papier und einem Draht zum Tragen.

Am Abend gehen Mila und Papa los. Draußen ist es schon dunkel. Die Straßenlaternen sind an.

Mila trägt ihre Laterne am Stock. Sie leuchtet nach unten auf ihre Schuhe. Immer ein kleiner runder Fleck Licht.

Sie laufen durch die Siedlung. An den Fenstern stehen andere Laternen. Manche sind rot, manche gelb, manche haben Sterne ausgeschnitten.

Am Ende der Straße beginnt der Feldweg. Dort ist es still. Nur der Wind geht über die Stoppeln.

Papa bleibt stehen. „Hörst du das?“, fragt er. Mila hört. Da ist ein Rascheln im Gras. Dann noch eins.

Aus dem Feld kommt ein Hase. Er hat lange Ohren. Er schaut Mila an. Mila schaut zurück. Sie bewegt sich nicht.

„Er sieht das Licht“, flüstert Papa. Der Hase hoppelt ein Stück weiter. Dann setzt er sich auf einen Ackerrand und bleibt sitzen.

Mila hält ihre Laterne höher. Der Lichtfleck fällt auf den Hasen. Seine Augen glänzen. Dann hoppelt er fort in die Dunkelheit.

„Wo wohnt er?“, fragt Mila. „Irgendwo da draußen“, sagt Papa. „Am Feldrand, wo es warm ist.“

Sie gehen weiter. Über ihnen sind Sterne. Mehr Sterne, als Mila in der Stadt je gesehen hat. Der Himmel ist groß und dunkelblau.

Mila lässt ihre Laterne schwingen. Der Lichtschein wandert über den Weg.

„Ist dir kalt?“, fragt Papa. „Nein“, sagt Mila. „Die Laterne wärmt mich.“

Nach einer Weile kommen sie an den Rand des Dorfes. Dort treffen sie andere Kinder mit Laternen. Jemand beginnt ein Laternenlied, das Mila aus dem Kindergarten kennt.

Mila summt mit. Sie kennt die Melodie noch nicht ganz. Aber das macht nichts.

Ein Junge hat eine Laterne mit einem Fuchs darauf. Ein Mädchen hat eine mit einem Blatt. Alle Laternen leuchten.

Nach einer halben Stunde ist die Runde zu Ende. Die Kinder sagen Tschüss. Mila geht mit Papa zurück nach Hause.

Zu Hause zieht Mila die Jacke aus. Papa macht warmen Kakao. Mila hält ihre Hände um die Tasse.

„War es schön?“, fragt Mama. „Es war sehr schön“, sagt Mila. „Und der Hase war auch da.“

Mama staunt. Mila erzählt ihr alles: vom Feldweg, von den Sternen und von dem kleinen Tier im Gras.

Später liegt Mila im Bett. Ihre Laterne steht auf dem Fensterbrett. Sie leuchtet nicht mehr. Aber Mila sieht sie noch.

Draußen ist es dunkel und still. Über dem Feld stehen die Sterne. Und irgendwo am Feldrand schläft ein Hase.

  • Mila hält ihre selbst gebastelte Laterne am Feldrand, über dem Feld stehen Sterne – Herbstgeschichte ab 5 Jahren

    Das Laternenlicht am Feldrand

    Alter: ab 5 Jahren

    Mila geht mit Papa und ihrer Laterne am Feldrand spazieren und sieht einen Hasen.

Vorlese-Tipps

Vorlesen ist am schönsten, wenn ihr euch Zeit lassen könnt. Diese Tipps passen zu allen Geschichten auf dieser Seite.

  • Tempo: Lest langsamer, als ihr denkt, und macht nach jedem Absatz eine kleine Pause. Die Kinder brauchen die Lücken, um die Bilder im Kopf zu sehen.
  • Stimme: Gebt jedem Tier eine eigene Stimme – ein tiefes Brummen für den Wind, ein hohes Piepen für Fips.
  • Geräusche: Rascheln, pusten, plumpsen: Geräusche dürfen laut sein, sie machen aus dem Zuhören ein Mitspielen.
  • Fragen: Stellt eine Frage, die sich nicht mit Ja oder Nein beantworten lässt, zum Beispiel: „Was hat Taps unter der Hecke gebaut?“
  • Ritual: Vorlesen klappt leichter, wenn es immer zur selben Zeit stattfindet – nach dem Abendessen oder direkt vor dem Zubettgehen.
  • Bewegung: Zu einer Bewegungsgeschichte zum Thema Herbst dürfen die Kinder rascheln, hüpfen und den Wind spielen2.
  • Hörfassung: Wenn eure Stimme abends müde ist, lasst die Hörfassung laufen und schaut gemeinsam auf die Bilder.
Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesErstellt eine Hörgeschichte mit dem Namen, Alter und Lieblingsthema eures Kindes. Im Konfigurator wählt ihr als Anlass zum Beispiel Einschlafen; die MP3 ist sofort nach eurer Freigabe bereit.Jetzt Hörgeschichte erstellen

Quellen

  1. Herbstgeschichten · abgerufen am 11.10.2026
  2. Herbstgeschichten Kinder · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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