Bunt sind schon die Wälder – Liedtext, Herkunft und Bewegungen

Bunt sind schon die Wälder: der Liedtext
1.
Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.
2.
Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.
3.
Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.
4.
Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
deutschen Ringeltanz.
Herkunft des Liedes
Gedichtet hat das Lied der Schweizer Dichter Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762–1834). Er verfasste den Text 1782; erstmals veröffentlicht wurde er im Musen-Almanach für das Jahr 17862, 3. Bekannt ist das Lied bis heute auch unter dem Namen Herbstlied2.
Statt Wehmut zeigt der Text ein farbenfrohes Bild von Natur und Bauernleben: Der Herbst steht für den Lohn eines arbeitsreichen Jahres und lässt sich genießen wie der Abend eines langen Tages3. Darum ist das Lied bis heute als Erntedanklied beliebt4 und steht in vielen Kinder- und Schulliederbüchern3.
Bunt sind schon die Wälder – Text
Der Erstdruck umfasst sieben Strophen2, 3. Eine Ausgabe von 1793 brachte es auf fünf Strophen, wobei die ersten beiden und die letzte mit der Fassung von 1786 übereinstimmen2. Heute ist eine Version mit vier Strophen am weitesten verbreitet; den Text von Bunt sind schon die Wälder findet ihr oben in dieser Fassung2.
Einziger wesentlicher Unterschied zur damaligen Zeit ist die letzte Zeile: Statt „deutschen Ringeltanz“ heißt es heute oft „frohen Erntetanz“2. Eine zusätzliche Strophe aus der Ausgabe von 1793 wird heute nicht mehr gesungen2.
Bunt sind schon die Wälder – Lied
Die bekannteste Melodie komponierte Johann Friedrich Reichardt; als Entstehungsjahr nennt eine Quelle 17992, 4, eine andere 17823. Mit dieser Melodie zählt das Lied bis heute zu den bekanntesten deutschsprachigen Herbstliedern3.
Für das Jahr 1816 ist eine weitere Vertonung von Franz Schubert überliefert (D 502), die heute kaum noch gesungen wird2, 4. Frühere Vertonungen stammen unter anderem von Georg Rolle, Ludwig Seidel, Peter Grönland und Georg Nägeli3.
Für Kinderstimmen ist die Melodie geeignet, aber nicht ganz einfach: Die abwechslungsreiche Tonfolge erfordert etwas Übung, Kinder ab etwa fünf Jahren kommen gut mit4. In den abfallenden Tonfolgen klingt ein leichter melancholischer Unterton mit, der zum Herbst passt3.
Bunt sind schon die Wälder – Text als PDF zum Ausdrucken
Wer den Liedtext von Bunt sind schon die Wälder schnell zur Hand haben möchte, greift zum Liedblatt weiter unten. Es lässt sich auf A4 ausdrucken, sodass jede Strophe auch ohne Bildschirm lesbar bleibt – praktisch für Morgenkreis, Klassenraum und Liedermappe.
Bewegungen zum Lied
Die Bewegungen passen zu den vier Strophen und lassen sich im Stehen oder im Sitzen mitmachen.
Strophe 1
Bei „Stoppelfelder“ halten beide Hände flach nach unten ein Feld. Bei „Rote Blätter“ rieseln die Finger langsam von oben nach unten, als würden Blätter fallen.
Strophe 2
Bei „volle Traube“ formen beide Hände eine runde Kugel. Bei „Am Geländer“ fährt der Zeigefinger eine waagerechte Linie durch die Luft.
Strophe 3
Bei „Flinke Träger“ traben die Füße auf der Stelle. Bei „Bunte Bänder“ schwingen die Arme über dem Kopf hin und her.
Strophe 4
Bei „Geige tönt“ legt eine Hand die Geige an die Schulter, die andere führt den Bogen. Bei „junge Winzerinnen“ winken alle einander zu und schließen einen Kreis.
Spielideen
Das Lied passt in viele Situationen im Herbst. Diese Ideen lassen sich ohne Vorbereitung umsetzen:
- Morgenkreis in der Kita: Das Lied Bunt sind schon die Wälder eignet sich als Einführungslied in die Jahreszeit Herbst, wenn die ersten Blätter fallen4.
- Grundschule: Beim gemeinsamen Singen in der Klasse übernimmt eine Gruppe die Naturstrophen, eine andere die Strophen vom Ernten und Feiern4.
- Erntedankfest: In ländlichen Gegenden gehören traditionelle Erntedankfeste zum Herbst3 – dort passt das Lied zum gemeinsamen Essen und Feiern.
- Herbstspaziergang: Blätter sammeln und pressen, Kastanientiere bauen oder Äpfel und Weintrauben ernten – das Lied begleitet die Pausen dazwischen4.
- Gemütlicher Nachmittag: Mit einer warmen Tasse Tee, frisch gepresstem Apfelsaft und Zwetschgen wird das Singen zum Herbstritual4.
- Abend: Wer es ruhiger mag, summt die Melodie beim Zubettgehen nur vor sich hin.
Liedblatt zum Ausdrucken
Das Liedblatt bringt alle vier Strophen und eine KI-Illustration mit herbstlich gefärbten Bäumen und Weinreben auf eine A4-Seite. Ihr könnt das PDF ausdrucken und in der Kita, in der Klasse oder zu Hause aufhängen.
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Ausmalbild zum Lied
Das Ausmalbild zeigt einen herbstlichen Waldrand mit Blättern, Trauben und einem Korb voller Früchte. Es passt gut als ruhige Beschäftigung nach dem Singen oder für die Kreativecke.
Ausmalbild zum AusdruckenSchwarz-Weiß-Vorlage mit Blättern, Trauben und einem Erntekorb als Ausmalbild zum Lied
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Häufige Fragen
Wer hat das Lied Bunt sind schon die Wälder geschrieben?
Quellen
- Bunt sind schon die Wälder · abgerufen am 11.10.2026
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