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O du fröhliche – Liedtext, Herkunft und Bewegungen

O du fröhliche gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtsliedern und wird vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit gesungen1. Hier findet ihr den vollständigen Text mit allen Strophen zum Mitsingen. Dazu gibt es die Herkunft des Liedes, Bewegungsideen für die Strophen sowie ein Liedblatt und ein Ausmalbild zum Ausdrucken.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 6 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
O du fröhliche: Festliche Weihnachtsstimmung mit singender Familie bei Kerzenschein und Tannenzweigen

O du fröhliche: der Liedtext

Alter Kirchengesang des Palaestrina,
nach der Weise des O sanctissima!

1.
O du fröliche,
O du selige,
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren,
Christ ist geboren,
Freue, freue dich, Christenheit!

2.
O du fröliche,
O du selige,
Gnadenbringende Osterzeit!
Welt liegt in Banden,
Christ ist erstanden,
Freue, freue dich, Christenheit!

3.
O du fröliche,
O du selige,
Gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister,
Heiligt die Geister,
Freue, freue dich, Christenheit!

Zum Schluß:
Gloria dir Dreyeinigkeit! In Ewigkeit! Du bist,
du warst vor aller Zeit, und bleibst es bis in
Ewigkeit! Gloria! Gloria! Gloria!

Text: Johannes Daniel Falk, Melodie: unbekannt, Quelle: Wikisource – Text laut Wikisource-Fassung

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Herkunft des Liedes

Die erste Strophe von O du fröhliche stammt von dem Weimarer Waisenvater Johannes Daniel Falk (1768–1826), die beiden weiteren Strophen des heutigen Weihnachtslieds verfasste Heinrich Holzschuher (1798–1847) aus Wunsiedel1. Die Melodie beruht auf dem Marienlied O sanctissima; in der ältesten bekannten Quelle von 1792 wird das Lied als Hymne eines sizilianischen Seefahrers an die Jungfrau Maria bezeichnet, die behauptete Herkunft aus Sizilien lässt sich aber nicht belegen1. Veröffentlicht wurde O du fröhliche 1816, der Erstdruck findet sich in dem am 30. Januar 1817 abgeschlossenen Zweiten Bericht des Fördervereins Gesellschaft der Freunde in der Noth1.

Bekannt wurde das Lied als Weihnachtshymnus mit drei Strophen1. In vielen evangelischen Kirchen in Deutschland wird es am Heiligen Abend zum Abschluss der Christvesper gesungen, mancherorts erklingt dazu das volle Geläut der Kirche1. Es steht unter anderem im Evangelischen Gesangbuch (EG 44) und im katholischen Gotteslob (GL 238)1.

O du fröhliche: Text und Aufbau der Strophen

Jede Strophe ist gleich aufgebaut: Auf die beiden Anrufungsverse folgt die Zeit des Festes, danach zwei Verse zur Heilstat, am Ende steht der Aufruf zur Freude1. In den ergänzten Strophen sind Anfangs- und Schlussverse dieselben wie in Falks erster Strophe1.

In seiner heutigen Form kennt man O du fröhliche vor allem als Weihnachtslied, wobei der Wortlaut regional unterschiedlich ausfällt1. Die Fassung auf dieser Seite folgt der Quelle, die Schreibweise ist dort historisch gehalten. Wenn Kinder verstehen, worum es in den alten Wörtern geht, können sie den Text leichter auswendig lernen2.

O du fröhliche: Text als PDF zum Ausdrucken

Wenn ihr den Text von O du fröhliche nicht am Bildschirm lesen möchtet, druckt ihn euch vorher aus. Ein Blatt auf dem Tisch lässt sich beim Singen mit dem Finger mitführen, und nach dem Fest wandert es in die Liedermappe oder ins Weihnachtsbuch. Für ein Treffen mit mehreren Familien reicht ein Ausdruck pro Sitzgruppe; die Strophen lassen sich dann untereinander aufteilen.

O du fröhliche: das Original und die Urfassung

In seiner Urfassung war das Lied ein Allerdreifeiertagslied: Es besang mit Weihnachten, Ostern und Pfingsten die drei Hauptfeste der Christenheit1. Johannes Daniel Falk widmete es den Kindern des Weimarer Rettungshauses, das er nach dem Verlust von vier seiner zehn Kinder durch eine Typhusseuche gegründet hatte1.

In Falks posthum erschienenem Liederbuch stehen über viele Seiten verteilt sechs weitere Strophen, vier zur Martinszeit und zwei zu Katharina von Bora. Ob sie von Falk, von dem Herausgeber Karl Reinthaler oder von Heinrich Holzschuher stammen, ist ungeklärt1. Übersetzt wurde das Lied unter anderem ins Englische, Französische, Italienische und Schwedische1.

Bewegungen zum Lied

Zeigt die Gesten zuerst langsam vor und singt dann gemeinsam; die Kinder machen schnell mit.

  • Strophe 1 (Weihnachtszeit): Bei „Gnadenbringende Weihnachtszeit“ malen die Kinder mit beiden Armen einen weiten Bogen über den Kopf. Bei „Welt ging verloren“ sinken die Arme nach unten, bei „Christ ist geboren“ formen die Hände eine kleine Wiege vor dem Bauch, bei „Freue, freue dich“ klatschen alle zweimal in die Hände.
  • Strophe 2 (Osterzeit): Bei „in Banden“ verschränken die Kinder die Arme fest vor der Brust, bei „Christ ist erstanden“ stehen sie aus der Hocke auf und strecken die Arme nach oben.
  • Strophe 3 (Pfingstenzeit): Bei „Heiligt die Geister“ flattern die Hände über dem Kopf, beim „Freue, freue dich“ am Strophenende fassen alle die Hände und wiegen sich im Takt.

Spielideen

O du fröhliche passt in viele Situationen, in denen im Dezember gesungen wird.

  • Im Morgenkreis der Kita und beim Adventssingen, wenn alle Kinder mitsingen mögen.
  • Am Heiligen Abend zum Abschluss der Christvesper1.
  • Begleitend zum Basteln und Backen in der Weihnachtszeit2.
  • In Krippenspielen und kleinen musikalischen Aufführungen2.
  • Als Einschlafritual: Die Strophen werden mit jeder Runde leiser gesungen.
  • Als Wechselgesang: Eine Gruppe singt die Anrufungsverse, die andere antwortet mit dem Freudenruf.
  • Als Wartezeit-Lied, wenn die Plätzchen im Ofen sind oder der Baum geschmückt wird.

Liedblatt zum Ausdrucken

Zum Mitsingen am Tisch oder in der Kita gibt es eine A4-Seite mit dem Text und einer Illustration zum Herunterladen und Ausdrucken.

Kostenlos für Familie, Kita und Schule · Nutzungsbedingungen

Ausmalbild zum Lied

Zum Malen beim Zuhören gibt es ein Bild als PDF, das die Kinder nach Lust und Laune ausmalen können.

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Häufige Fragen

Wer hat O du fröhliche geschrieben?
Die erste Strophe schrieb Johannes Daniel Falk (1768–1826), die beiden weiteren Strophen stammen von Heinrich Holzschuher (1798–1847) aus Wunsiedel1. Holzschuher veröffentlichte das drei Strophen umfassende Weihnachtslied erstmals zu Weihnachten 18261. Als Vorlage diente eine ältere Marienlied-Melodie; Falk könnte sie in der zweiten Ausgabe von Herders Liedsammlung kennengelernt haben1. Mehr dazu steht im Abschnitt zur Herkunft des Liedes.

Quellen

  1. O du fröhliche · abgerufen am 11.10.2026
  2. O du Fröhliche · abgerufen am 11.10.2026
  3. O du fröliche · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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