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Morgen, Kinder, wird's was geben – Liedtext, Herkunft und Bewegungen

Morgen, Kinder, wird's was geben ist ein deutsches Weihnachtslied, das die Vorfreude auf die Bescherung besingt2. Der Text stammt von Karl Friedrich Splittegarb und erschien 1795 zum ersten Mal im Druck2, 4. Hier findet ihr alle Strophen zum Mitsingen, die Herkunft des Liedes, Bewegungen zum Mitmachen sowie Liedblatt und Ausmalbild zum Ausdrucken.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 7 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Zwei Kinder schauen im Kerzenlicht erwartungsvoll in eine geschmückte Stube – Titelbild zum Lied Morgen, Kinder, wird's was geben

Morgen, Kinder, wird's was geben: der Liedtext

Weihnachten.

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
Morgen werden wir uns freun;
Welch ein Jubel, welch ein Leben
Wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
Heisa, dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
Von der großen Lichterzahl,
Schöner als bei frohen Tänzen
Ein geputzter Kronensaal!
Wißt ihr noch vom vorgen Jahr,
Wie’s am Weihnachtsabend war?

Wißt ihr noch mein Reiterpferdchen,
Malchens nette Schäferin?
Jettchens Küche mit dem Herdchen
Und dem blank geputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
Mit der gelben Violin?

Wißt ihr noch den großen Wagen
Und die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
Und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
Mit der Kugel unten dran?

Welch ein schöner Tag ist morgen,
Viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgen
Lange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
Ist der ganzen Lust nicht wert!

Anmerkungen (Wikisource)

Zur Geschichte des Lieds unterrichtet Max Friedlaender: Das deutsche Lied im 18. Jahrhundert: Quellen und Studien. 2. Band: Dichtung. Stuttgart und Berlin: Cotta, 1902. S. 424. Internet Archive. Auszug:

1795 zuerst gedruckt in C. F. Splittegarb’s Liedern zur Bildung des Herzens. 2. Auflage. Berlin.

Das Gedicht ist die Nachbildung eines älteren Liedes:

Morgen! morgen wird’s was geben!
Morgen! morgen! welch ein Leben!
Morgen, Gustchen, freue dich!

in dessen weiterem Verlauf auch die Verse vorkommen:

Zweimal werden wir noch wach:
Heißa! dann – ists Weihnachtstag.

Gedruckt steht dieses Lied in Joachim Heinrich Campe’s Kleiner Kinderbibliothek 1779–82, aus der es zweimal in Musik gesetzt worden ist, nämlich von Joh. Phil. Kirnberger 1783 und von Joh. Friedr. Reichardt (Lieder für Kinder, III, 1787, S. 11).

Das vorliegende Gedicht wurde komponiert von:

Carl Gottlob Hering: Neue praktische Singschule für Kinder, IV, Leipzig 1809.

Unbekannt (Bartsch?): Martin Friedrich Philipp Bartsch’ Melodien zur Liedersammlung. Berlin 1811. S. 201.

Unbekannt: Ferdinand Bauer’s Schulgesangbuch 1820.

Unbekannt:

Mit der letzterwähnten Melodie, über deren Herkunft ich leider nichts ermitteln konnte, wird das Lied noch jetzt allgemein gesungen; in einzelnen Gegenden Deutschlands ist auch die Hering’sche Composition

verbreitet.

Text: nach Karl Friedrich Splittegarb, Quelle: Wikisource – Text laut Wikisource-Fassung

Statt Schlaflied: Gute-Nacht-Geschichte mit dem Namen eures KindesEine Weihnachtsgeschichte oder Nachricht vom Weihnachtsmann, Christkind oder Wichtel – mit dem Namen eures Kindes.Jetzt Geschichte erstellen

Herkunft des Liedes

Ursprünglich trug das Lied den Titel Die Weihnachtsfreude2. Gedichtet hat es Karl Friedrich Splittegarb (1753–1802) aus der Oberlausitz; sein Text umfasst sieben Strophen2. Zum ersten Mal gedruckt wurde es in der zweiten Auflage seiner Sammlung Lieder zur Bildung des Herzens2. Vorlage war ein älteres Lied aus der Zeit um 1780, das in Joachim Heinrich Campes Kleiner Kinderbibliothek abgedruckt ist, die zwischen 1779 und 1782 erschien2, 3. Dieses ältere Lied war bereits vertont worden, 1783 von Johann Philipp Kirnberger und 1787 von Johann Friedrich Reichardt2.

Inhaltlich geht es nicht um die Geburt Jesu, sondern um die Bescherung am Weihnachtsfest2, 3. Erinnert wird an die geschmückte Stube und an die Geschenke des Vorjahres2. Von einem Weihnachtsbaum ist noch nicht die Rede – anders als in später entstandenen Liedern wie O Tannenbaum (1824) oder Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen (1841)2. Die letzte Strophe mahnt, den Eltern dankbar zu sein, die lange für das Fest sorgen2.

Vertonungen von Splittegarbs Text erschienen 1809 in Carl Gottlieb Herings Neuer praktischer Singschule für Kinder und 1811 in Martin Friedrich Philipp Bartschs Melodien zur Liedersammlung2. Das Lied ist mit zwei Melodien verbreitet2. Die heute gebräuchliche Fassung geht einer verbreiteten Einordnung nach auf eine Berliner Volksweise zurück3. Für die andere Melodiefassung vermutete Max Friedlaender Bartsch als Komponisten, versah die Angabe aber mit einem Fragezeichen2. In mehreren Liederbüchern wird der Text fälschlich Bartsch zugeschrieben2; einzelne Ausgaben nennen daneben auch Hoffmann von Fallersleben1. 1927 veröffentlichte Erich Kästner eine sozialkritische Parodie auf das Lied, die seinen Inhalt ins Gegenteil verkehrt2.

Bewegungen zum Lied

Zu jeder Strophe passt eine kleine Bewegung. Macht sie vor, euer Kind macht beim Singen mit – die Stichwörter aus dem Liedtext geben den Takt an.

  • Erste Strophe: Bei „Morgen“ streckt ihr den Arm nach vorn, als rücke das Fest näher. Bei „Weihnachtstag“ klatscht ihr einmal laut in die Hände.
  • Zweite Strophe: Zu „Stube glänzen“ malt ihr mit beiden Händen einen weiten Kreis in die Luft, als ginge ein Licht nach dem anderen an. Bei „Lichterzahl“ haltet ihr die gespreizten Finger hoch und wackelt damit.
  • Dritte Strophe: Zu „Reiterpferdchen“ ballt ihr die Hände zu Fäusten und macht mit den Knien kleine Galoppschritte.
  • Vierte Strophe: Zu „großen Wagen“ formt ihr mit den Armen eine breite Ladefläche und tut so, als legtet ihr Geschenke hinein.
  • Fünfte Strophe: Zu „Eltern sorgen“ kreuzt ihr die Arme vor der Brust und drückt euch selbst einmal fest.

Spielideen

In der Adventszeit wächst die Vorfreude mit jedem Tag. Diese Ideen passen zu Morgen, Kinder, wird's was geben.

  • Am Adventskranz: Die erste Strophe passt an den Abend, an dem nur noch einmal geschlafen wird. Zündet gemeinsam eine Kerze an und singt sie leise.
  • Beim Schmücken: Wenn die Lichter in der Wohnung aufgehängt werden, passt die zweite Strophe mit der glänzenden Stube2.
  • Im Morgenkreis der Kita: Jede Gruppe übernimmt eine Strophe, die kurzen Zeilen lassen sich leicht mitsprechen.
  • Beim Backen: In der Vorweihnachtszeit wird in vielen Familien gemeinsam gebacken und genascht3.
  • Mit den Großeltern: Die Strophen fragen, was im vorigen Jahr war – ein Anlass, gemeinsam Erinnerungen an frühere Feste zu erzählen2.
  • Zum Einschlafen: Leise gesungen begleitet das Lied in den Schlaf; Einschlafrituale helfen Kindern, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen5.

Liedblatt zum Ausdrucken

Das Liedblatt zum Ausdrucken enthält alle Strophen von Morgen, Kinder, wird's was geben und eine Illustration dazu – als PDF im Format A4, zum Mitsingen, Weitergeben und Sammeln.

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Ausmalbild zum Lied

Das Ausmalbild zeigt die geschmückte Stube mit Lichtern und dem alten Spielzeug aus dem Lied und lässt sich als PDF ausdrucken.

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    Ausmalbild zum Ausdrucken

    Umrisszeichnung einer geschmückten Stube mit Lichterkette, Kerzen und Spielzeug zum Ausmalen

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Quellen

  1. Morgen, Kinder wird's was geben · abgerufen am 11.10.2026
  2. Morgen, Kinder, wird's was geben · abgerufen am 11.10.2026
  3. Morgen, Kinder, wirds was geben · abgerufen am 11.10.2026
  4. Morgen, Kinder, wird's was geben · abgerufen am 11.10.2026
  5. Testseite für Umfrage · abgerufen am 11.10.2026
  6. Weihnachtslied · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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