Schnuller zum Einschlafen: Was Eltern wissen sollten
Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Ab wann Schnuller zum Einschlafen?
Gesunde Babys dürfen ab der Geburt einen Schnuller nutzen1. Ob ihr ihn zum Einschlafen anbietet, hängt vor allem davon ab, wie euer Kind ernährt wird. Bekommt euer Baby die Flasche, ist ein Schnuller von Anfang an möglich1.
Stillt ihr, ist der Zeitpunkt wichtiger: Der Schnuller sollte erst angeboten werden, nachdem sich das Stillen eingespielt hat – frühestens nach der 2. oder 3. Lebenswoche2. Eine andere Angabe nennt 4 bis 6 Wochen, bis das Stillen problemlos läuft1. Beide Empfehlungen zielen auf dasselbe: Wird der Schnuller zu früh eingeführt, kann er mit dem Saugen an der Brust konkurrieren, und es kann zu Saugverwirrung kommen1.
Der Schnuller ist außerdem kein Ersatz für eine Mahlzeit. Er sollte nicht gegeben werden, um die Zeit bis zum Stillen oder bis zum Fläschchen hinauszuzögern, und er darf nie mit Zucker oder Honig versüßt werden2.
Einen festen Stichtag gibt es also nicht – entscheidend sind die Reife eures Babys und euer Alltag. Mehr zu Modellen und Pflege lest ihr unter Schnuller: Was Eltern wissen sollten.
Schnuller zum Einschlafen bei Neugeborenen
Neugeborene bringen einen angeborenen Saugreflex und ein starkes Saugbedürfnis mit3. Beim Nuckeln am Schnuller wird dieses Bedürfnis befriedigt, und euer Baby verknüpft Saugen mit Beruhigung3. Diese Erfahrung hilft später beim Einschlafen und beim Aufbau einer Einschlafroutine3.
Sicher ist der Schnuller nur, wenn ihr ihn richtig einsetzt: einteilige Modelle in der passenden Größe, keine Schnüre und Bänder1. Befestigt ihn nie mit einem Bändchen am Hals oder an der Kleidung eures Babys, denn es besteht Strangulationsgefahr2. Welche Größe zu welchem Alter passt, zeigt die Übersicht in Schnuller-Größen: Was Eltern wissen sollten.
Für Frühchen kann das Saugen ohne Trinken Vorteile haben: Untersuchungen zufolge fördert es die Verdauung und kann Klinikaufenthalte verkürzen1. Das Vorgehen besprecht ihr am besten individuell mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt1. Mehr dazu lest ihr unter Schnuller für Frühchen: Was Eltern wissen sollten.
Nicht jedes Neugeborene mag den Schnuller. Wenn euer Kind ihn verweigert, zwingt es nicht – das ist ausdrücklich in Ordnung2.
Schnuller als Ersatz zum Einschlafen
Ein Schnuller ist eine Einschlafhilfe auf Zeit. Bietet ihn gezielt zum Einschlafen und zum Trösten an, nicht durchgehend über den Tag. Verliert euer Kind ihn im Schlaf, müsst ihr ihn nicht zurückgeben4.
Wenn der Schnuller gerade nicht da oder nicht sauber ist, helfen andere Wege: Kuscheln, Tragen, Pucken und Hautkontakt beruhigen viele Babys1. Ein Kuscheltuch oder Kuscheltier lässt sich in einer ruhigen Minute als zweiter Begleiter einführen; es ist leichter zu greifen als ein Schnuller3. Ein solcher Begleiter kann eine große Hilfe beim Ein- und Durchschlafen sein und die abendliche Trennung von euch erleichtern5.
Ergänzend strukturiert ein ruhiges Ritual den Abend: In der Stunde vor dem Schlafengehen passen Vorlesen, Malen oder einfach Kuscheln gut5. Wer mag, baut ein Hörspiel zum Einschlafen als festen Baustein in dieses Ritual ein.
So entsteht ein Ablauf, der auch dann trägt, wenn der Schnuller einmal fehlt.
Schnuller und plötzlicher Kindstod: Was Fachleute sagen
Seit Eltern ihre Babys zum Schlafen auf den Rücken legen und weitere Empfehlungen beachten, sind die Fälle des plötzlichen Säuglingstodes in Deutschland um nahezu 80 Prozent zurückgegangen4. Fachleute gehen davon aus, dass sich annähernd 90 Prozent dieser Todesfälle verhindern ließen, wenn alle einfachen Vorbeugemaßnahmen beachtet würden4.
Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Schnuller, der speziell zum Einschlafen verwendet wird, die Gefahr des plötzlichen Kindstodes verringern kann2. Er sollte dann bei jedem Einschlafen gegeben werden, also auch beim Mittagsschlaf2. Fällt er während des Schlafens heraus, schiebt ihn nicht zurück2.
Warum der Schnuller schützen könnte, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Vermutet wird, dass Kinder mit Schnuller weniger tief schlafen und einen höheren Atemantrieb haben, sodass sich Unregelmäßigkeiten der Atmung eher normalisieren2.
Der Umkehrschluss gilt nicht: Braucht ein Kind keinen Schnuller, ist sein Risiko nicht erhöht, und niemand sollte zum Schnuller gedrängt werden2. Weitere wichtige Maßnahmen sind eine rauchfreie Umgebung, 18 Grad Celsius im Schlafzimmer, ein Schlafsack statt einer Decke und ein eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer4.
Schnuller nachts: Wie euer Baby ihn selbst findet
Nachts steckt der Schnuller oft schon im Mund, bevor euer Baby überhaupt merkt, dass es wach ist3. Das hilft allen schnell weiterzuschlafen, doch mit der Zeit übernehmt ihr einen nächtlichen Schnullerservice – manchmal alle 2 Stunden beim Schlafphasenwechsel3. Euer Kind bleibt dabei passiv und kommt gar nicht auf die Idee, dass Selbstberuhigung möglich ist3.
Ab dem 6. Monat können Babys lernen, den Schnuller oder das Kuscheltier selbst zurückzuholen3. Übt das zuerst tagsüber, etwa auf der Krabbeldecke: Greifen, Drehen und in den Mund führen braucht viele Wiederholungen3. In der ersten Nachthälfte steckt den Schnuller nicht automatisch hinein, sondern helft eurem Kind, ihn selbst zu finden3.
Praktisch ist es, mehrere Schnuller im Bett zu verteilen, sodass sie nicht durch die Gitterstäbe fallen können3. Ein Kuscheltuch ist oft leichter zu ertasten als ein Schnuller3.
Wichtig bleibt: Fällt der Schnuller heraus und euer Kind schläft ruhig weiter, lasst ihn liegen2.
Wann ist Schluss mit dem Schnuller?
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt, ab etwa 1 Jahr mit der Entwöhnung zu beginnen, um Zahn- und Sprachprobleme zu vermeiden1. Nach dem ersten Lebensjahr sollte der Schnuller möglichst nicht weiter verwendet werden, weil ein zu langer Gebrauch Fehlstellungen des Gebisses zur Folge haben kann; auch das Risiko für Mittelohrentzündungen ist dann erhöht2.
Viele Kinder gewöhnen sich zwischen dem 2. und 4. Geburtstag von selbst ab1. Wenn ihr den Schnuller zum Einschlafen abgewöhnen möchtet, geht das am besten schrittweise: erst nur noch im Bett, dann nur noch beim Einschlafen und irgendwann gar nicht mehr. Lobt jeden Fortschritt, auch die kleinen.

Ein zweiter Begleiter macht den Abschied leichter: Kinder mit einem geliebten Kuscheltier können eher auf den Schnuller verzichten3. Manche Familien machen aus dem letzten Schnullertag ein kleines Ritual: Dann kommt die Schnullerfee, nimmt den Schnuller mit und lässt dafür eine kleine Überraschung da.
Wird das Abgewöhnen schwierig, wendet euch an die Kinderärztin oder den Kinderarzt1.
Was tun, wenn euer Baby den Schnuller ablehnt?
Mag euer Baby den Schnuller nicht, ist das völlig in Ordnung – jedes Kind ist anders1. Zwingt euer Kind nicht2. Ob Schnuller zum Einschlafen ja oder nein – beides kann für euer Kind richtig sein, und eure Entscheidung darf sich mit der Zeit ändern.
Manchmal dauert die Gewöhnung oder die Suche nach der passenden Form etwas länger1. Probiert verschiedene Modelle und Tageszeiten aus1. Ein sanftes Streicheln an der Wange oder am Mundwinkel kann den Saugreflex fördern1. Am besten gelingt das in ruhigen Momenten, in denen euer Baby aufnahmebereit ist und nicht schreit3.
Lehnt euer Kind den Schnuller plötzlich ab, kann das mehrere Gründe haben: Zahnen, neue Bedürfnisse oder ein nachlassendes Saugverlangen1. Dann sind Kuscheln, Tragen, Pucken oder ein Kuscheltuch gute Alternativen1, 3.
Praxis-Tipps: Schnuller zum Einschlafen
Diese Tipps lassen sich direkt im Alltag umsetzen:
- Führt den Schnuller in ruhigen Momenten ein, nicht wenn euer Baby gerade schreit3.
- Bietet ihn bei jedem Einschlafen an, also auch beim Mittagsschlaf2.
- Schiebt den Schnuller nicht zurück, wenn er im Schlaf herausgefallen ist2.
- Verzichtet auf Schnüre und Bändchen am Hals oder an der Kleidung2.
- Reinigt den Schnuller regelmäßig: etwa 5 Minuten in kochendem Wasser oder im Sterilisator; nach 6 Monaten reicht heißes Wasser mit etwas Spülmittel1.
- Legt nachts mehrere Schnuller ins Bett, damit euer Kind selbst einen findet3.
- Übt das Greifen und In-den-Mund-Führen tagsüber auf der Krabbeldecke3.
- Versüßt den Schnuller nie mit Zucker oder Honig2.
- Achtet auf eine rauchfreie Schlafumgebung und 18 Grad Celsius im Schlafzimmer4.
- Beginnt ab etwa 1 Jahr mit dem Abgewöhnen und lobt jeden Schritt1.
Häufige Fragen
Brauchen Babys einen Schnuller?
Wann und wie kann man einen Schnuller einführen?
Was tun, wenn euer Baby keinen Schnuller mag?
Dürfen Babys mit Schnuller schlafen?
Wann sollten Babys mit dem Schnuller aufhören?
Quellen
- Ab wann darf ein Baby mit Schnuller schlafen? · abgerufen am 10.10.2026
- FAQ Einzelansicht · abgerufen am 10.10.2026
- Schnuller & Kuscheltier: Einschlafhilfe für Babys · abgerufen am 11.10.2026
- Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen · Stand 01.05.2025
- Praktische Tipps für eine gute Nacht (1–6 Jahre), Schlafempfehlungen fürs Baby und Schlafbedarf 0–6 Jahre (Infopaket) · Stand 05/2025
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