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Traumreise für Kinder: Geschichten zum Vorlesen und Anhören

Eine Traumreise für Kinder ist eine ruhige, geführte Geschichte, die euer Kind mit geschlossenen Augen in eine eigene Bilderwelt begleitet. Auf dieser Seite findet ihr fünf eigene Geschichten für Kinder von etwa drei bis sechs Jahren – jede zum Vorlesen und jede auch als Hörfassung. Vorgelesen dauert eine Geschichte drei bis acht Minuten und endet ruhig und warm, damit euer Kind gut einschlafen kann.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 19 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Traumreise für Kinder: Kind liegt mit geschlossenen Augen im warmen Bett und schwebt in Gedanken über einen stillen Abendsee
Alter
3 bis 6 Jahre
Dauer
3 bis 8 Minuten je Geschichte

Auf dieser Seite findet ihr fünf eigene Traumreisen für Kinder zum Vorlesen und Anhören. Sie sind für Kinder von etwa drei bis sechs Jahren geschrieben, ruhig erzählt und enden leise und warm.

Vorgelesen dauert eine Geschichte drei bis acht Minuten. Ihr könnt sie abends im Bett vorlesen, in der Mittagsruhe anhören oder unterwegs abspielen – ganz so, wie es zu eurem Tag passt.

Kurze Traumreise für Kinder – alle Geschichten im Überblick

In der Übersicht seht ihr, wie lang jede Geschichte ist und ab welchem Alter sie sich eignet. Traumreisen heißen auch Fantasiereisen oder Entspannungsgeschichten; die Begriffe werden im Alltag gleichbedeutend verwendet1, 3. Wenn ihr mehr davon möchtet, findet ihr auf der Seite Fantasiereise weitere Geschichten zum Vorlesen und Anhören.

Traumreise für Kinder als PDF zum Ausdrucken

Ihr müsst nichts herunterladen: Am einfachsten speichert ihr eine Geschichte über die Druckfunktion eures Browsers als PDF und druckt sie aus. Für das Vorlesen im Halbdunkel hilft eine große Schrift, etwa 14 Punkt oder mehr.

Praktisch ist ein Ausdruck mit einer Seite pro Geschichte – dann bleibt eine Hand frei und ihr müsst beim Vorlesen nicht umblättern. Auf dem Tablet könnt ihr den Text im Querformat zeigen und den Bildschirm dabei dimmen.

Traumreise für Kinder als PDF in der langen Fassung

Vorgelesen dauert eine Traumreise etwa fünf Minuten; mit ruhigen Pausen zwischen den Bildern lässt sie sich auf zehn Minuten dehnen3. Eine lange Fassung braucht also kein neues Material, sondern nur mehr Zeit.

Am besten lest ihr jeden Absatz langsam und wartet danach, bis euer Kind ruhig ausatmet. Für den Ausdruck verteilt ihr die Absätze auf zwei Seiten mit breitem Rand – dort ist Platz für eigene Bilder oder Notizen.

Mit dem Boot über den stillen See

Hörfassung · 4 Min.
Mit dem Boot über den stillen See
0:003:58
MP3 herunterladen (2,3 MB)

Mach es dir bequem. Du liegst auf dem Rücken, deine Decke ist warm, und wenn du magst, schließen sich deine Augen von selbst.

Stell dir vor, du stehst am Ufer eines großen, stillen Sees. Es ist Abend, das Wasser liegt glatt wie ein Spiegel, und nur kleine Ringe wandern darüber, wenn ein Fisch im Schlaf mit der Flosse winkt.

Du atmest tief ein. Die Luft riecht nach feuchtem Gras und nach Holzfeuer von weit her. Der Boden unter deinen Füßen ist weich, und dein Atem geht ganz ruhig.

Vor dir liegt ein kleines Boot aus hellem Holz. An seinem Rand hängt eine Laterne, die sacht leuchtet. Das Boot wartet auf dich, als hätte es den ganzen Tag nichts anderes getan.

Du steigst vorsichtig ein, lehnst dich an das weiche Kissen und lässt eine Hand ins warme Wasser hängen. Das Boot schaukelt ein wenig und hält dich sicher.

Ganz langsam schiebt sich das Boot vom Ufer weg. Du brauchst kein Ruder, kein Motor ist zu hören. Es gleitet von selbst, so leise, dass du deinen eigenen Atem hören kannst.

Über dir steht der Mond, rund und freundlich. Er wirft einen silbernen Weg auf das Wasser, und genau auf diesem Weg fährt dein Boot dahin.

Libellen tanzen über dem Wasser, ihre Flügel glitzern. Eine setzt sich auf den Bootsrand und schaut dich an, als wollte sie sagen: Alles ist gut. Ihr Flügelschlag kitzelt deine Nase.

Am Horizont taucht eine kleine Insel auf. Zwischen den Bäumen mit den runden Kronen leuchten winzige Lichter. Dort wohnen Glühwürmchen und summen leise vor sich hin.

Dein Boot bleibt an einem Steg aus Treibholz stehen. Ein alter Igel sitzt dort, hat eine kleine Brille auf der Nase und strickt an einem Schal.

„Setz dich zu mir“, sagt er, „das Wasser singt heute besonders schön.“ Du setzt dich neben ihn und hörst zu. Er erzählt von Seerosen, die morgens aufwachen, und von Fröschen, die im Chor üben.

Während er spricht, wird dein Atem noch ruhiger. Deine Schultern werden leicht, deine Hände warm. Du musst nichts tun und nichts sagen. Du darfst einfach da sein.

Zum Abschied legt dir der Igel den weichen Schal um die Schultern. „Damit du gut nach Hause kommst“, sagt er. Dann gleitet dein Boot zurück über den stillen See.

Die Lichter der Insel werden kleiner, der Mond bleibt bei dir. Sanft legt sich das Boot an dein Ufer, und du gehst langsam zurück in dein Bett.

Du ziehst die Decke bis zum Kinn. Der See bleibt da, der Mond bleibt da, und der Schal wärmt dich. Nun kannst du die Augen öffnen oder einfach weiterträumen.

  • Kleines Holzboot mit Laterne auf einem stillen See im Abendlicht, Illustration zu einer Traumreise zum Vorlesen

    Mit dem Boot über den stillen See

    Alter: ab 4 Jahren

    Sanfte Fahrt über einen Abendsee zu einer Insel mit Glühwürmchen und einem freundlichen Igel
Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesDie Gute-Nacht-Geschichte, in der euer Kind selbst die Hauptrolle spielt – mit ruhigem Tempo und leiser Musik.Jetzt Geschichte erstellen

Im Sternengarten hinter dem Mond

Hörfassung · 4 Min.
Im Sternengarten hinter dem Mond
0:004:08
MP3 herunterladen (2,4 MB)

Leg dich bequem hin. Deine Arme liegen locker neben dir, deine Beine sind schwer und warm.

Stell dir vor, du gehst barfuß über eine Wiese im Sommer. Das Gras ist weich, und über dir steht der Abendhimmel, erst hellblau, dann rosa, dann tiefblau.

Vor dir liegt ein schmaler Pfad, der zwischen zwei Hecken hindurchführt. Am Ende des Pfades steht ein Tor aus silbernen Ranken. Es ist nur angelehnt.

Du gehst hindurch, und auf einmal ist alles still. Hinter dem Tor beginnt ein Garten, in dem Blumen wachsen, die wie kleine Sterne aussehen. Sie leuchten in deinem Tempo, ganz langsam.

Ein großer, grauer Kater sitzt auf einer Bank. Er gähnt, streckt sich und sagt: „Willkommen im Sternengarten. Hier darfst du so langsam sein, wie du möchtest.“

Der Kater geht mit dir durch die Beete. Er zeigt dir Blumen, die nach Honig riechen, und einen kleinen Teich, in dem sich der Mond spiegelt.

Am Teich steht eine Bank aus Moos. Ihr setzt euch. Der Kater schnurrt, und sein Schnurren klingt wie ein leises Lied, das du schon kennst, ohne es je gehört zu haben.

„Der Garten hat für jedes Kind eine Aufgabe“, sagt er. „Deine Aufgabe ist heute: gar nichts. Schau dir an, was du siehst, und atme dabei ruhig weiter.“

Du schaust in den Teich. Du siehst die Sterne, die Wolken und dein eigenes Gesicht. Du atmest ein, du atmest aus, und mit jedem Atemzug wird es ein bisschen ruhiger.

Der Kater führt dich zu einem kleinen Hügel. Von dort oben siehst du den ganzen Garten. Die Sternenblumen leuchten in Reihen, und dazwischen fliegen Nachtfalter mit samtenen Flügeln. Einer setzt sich auf deine Schulter und bleibt ganz ruhig sitzen. Du atmest langsam ein und aus.

Nach einer Weile steht der Kater auf und tippt mit der Pfote an eine Sternenblume. Sie öffnet sich und lässt einen kleinen, hellen Funken in deine Hände fallen.

Der Funke ist warm und weich wie ein kleines Kissen. „Den darfst du behalten“, sagt der Kater. „Wenn du ihn brauchst, ist er einfach da.“

Ihr geht zusammen zurück zum Tor aus silbernen Ranken. Der Kater stupst dich mit dem Kopf an und sagt: „Komm bald wieder. Der Garten bleibt offen.“

Du gehst den Pfad zurück, und mit jedem Schritt wird die Wiese ein wenig dunkler und dein Körper ein wenig schwerer. Ganz langsam kommst du in deinem Bett an.

Der Funke liegt in deiner Hand, warm wie ein Kissen. Der Sternengarten bleibt offen, und der Kater passt auf ihn auf. Nun darfst du schlafen.

  • Illustration eines Gartens mit Blumen aus Sternenlicht und einem grauen Kater auf einer Moosbank

    Im Sternengarten hinter dem Mond

    Alter: ab 5 Jahren

    Ein Garten mit Blumen aus Sternenlicht und ein Kater, der zum Nichtstun einlädt

Mit dem leisen Wind über die Felder

Hörfassung · 4 Min.
Mit dem leisen Wind über die Felder
0:004:01
MP3 herunterladen (2,3 MB)

Mach es dir bequem. Dein Kopf liegt weich, deine Decke deckt dich zu, und du darfst die Augen schließen.

Stell dir vor, du liegst auf einer Decke im Gras. Es ist später Nachmittag, die Sonne steht tief, und ein leiser Wind streicht über deine Stirn.

Dieser Wind kennt dich. Er hat schon an deinem Fenster gerüttelt und die Blätter in eurem Garten bewegt. Heute nimmt er dich mit auf eine Reise.

Du stehst auf, und der Wind hebt dich ganz sanft an. Es fühlt sich an, als würdest du auf einer riesigen, weichen Schaukel sitzen, die nur ein kleines Stück vom Boden abhebt.

Unter dir ziehen die Felder vorbei. Weizen, Mohn und ein kleiner Bach, der sich durch die Wiesen schlängelt. Alles ist von oben ganz still.

Über den Feldern dreht sich langsam ein Windrad. Seine Flügel gehen so gemächlich, dass du jede Umdrehung zählen kannst. Es dreht sich in deinem Tempo. Der Wind legt dir eine Handvoll Mohnblütenblätter in den Schoß.

Der Wind trägt dich ein Stück tiefer. Nun erkennst du den Bach genau: Zwei Enten schwimmen darauf und ziehen silberne Linien hinter sich her. Du hörst das Wasser leise plätschern, und dein Atem geht im gleichen Takt. Ganz ohne Eile.

Über einem Bauernhof macht ihr Halt. Der Wind legt dich auf ein Heubett neben einer alten Katze. Sie öffnet kurz ein Auge und schläft gleich weiter.

Vom Heu aus siehst du Hühner, die pickend durch den Hof laufen, und einen Hund, der im Schatten döst. Nichts ist laut, nichts ist eilig.

Ein paar Schwalben fliegen neben euch her und rufen sich leise etwas zu. Sie fliegen so leicht, dass ihre Flügel kaum zu sehen sind.

Die Katze dreht sich zu dir und sagt: „Bleib ruhig liegen. Der Wind kommt gleich wieder. Er vergisst niemanden, der bei ihm mitgefahren ist.“

Du liegst im warmen Heu und hörst dem Wind zu, wie er um die Ecken streicht. Deine Arme werden schwer, deine Füße ganz warm.

Dann ist der Wind wieder da. Er nimmt dich mit, ganz sanft, und trägt dich über den Hof, über den Bach und über die Felder zurück zu deiner Decke.

Dort setzt er dich ab, als würde er ein Kissen aufs Sofa legen. Zum Abschied streicht er dir noch einmal über die Stirn.

Die Katze vom Hof schläft weiter, die Felder bleiben da, und der Wind zieht seine Wege. Du aber liegst warm und geborgen in deinem Bett.

Atme noch einmal tief ein. Und dann darfst du die Augen schließen und schlafen.

  • Mit dem leisen Wind über die Felder

    Alter: ab 4 Jahren

    Der Wind trägt dich über Felder zu einem Bauernhof, wo eine Katze im Heu döst

Auf der weichen Federwolke

Hörfassung · 4 Min.
Auf der weichen Federwolke
0:004:29
MP3 herunterladen (2,6 MB)

Kuschel dich ein. Deine Decke ist warm. Du bist sicher.

Stell dir vor, du liegst auf einer Wiese. Das Gras ist weich. Über dir ist der Himmel.

Am Himmel schwebt eine Wolke. Sie sieht aus wie eine große, weiche Feder. Sie kommt zu dir herunter.

Die Wolke ist ganz weich. Weicher als ein Kissen. Du darfst dich draufsetzen.

Die Wolke hat lange, weiche Arme. Sie nimmt dich in den Arm. Das tut gut.

Die Wolke hebt dich hoch. Ganz langsam. Du fliegst nicht schnell. Du schwebst.

Unter dir ist die Wiese. Sie wird kleiner. Kleiner und kleiner. Die Blumen sehen aus wie bunte Punkte.

Neben dir fliegt ein Schmetterling. Er ist gelb. Er sagt: „Ich fliege mit.“

Der Schmetterling hat bunte Flügel. Gelb und ein bisschen weiß. Er flattert ganz ruhig.

Ihr schwebt an einem Baum vorbei. Oben im Baum sitzt ein Vogel. Der Vogel singt ein leises Lied.

Die Wolke schaukelt. Hin und her. Ganz sacht. Wie eine Schaukel.

Du legst dich auf die Wolke. Sie ist warm und weich. Deine Arme werden ganz schwer.

Der Schmetterling setzt sich auf deine Hand. Er bleibt bei dir. Du bist nicht allein.

Die Wolke fliegt mit dir über ein stilles Tal. Unter dir liegen Wiesen und kleine Wälder.

Über dir sind viele Sterne. Sie zwinkern ganz leise. Einer ist besonders hell. Er bleibt bei dir.

Am Himmel steht der Mond. Er ist rund und hell. Er leuchtet dir nach.

Unter dir fließt ein Fluss. Er glitzert im Mondlicht. Er fließt ganz langsam. Wie die Wolke.

Die Wolke fliegt an einem Berg vorbei. Der Berg schläft. Sein Gipfel ist weiß. Wie Zucker.

Unten leuchtet ein Haus. In einem Fenster brennt noch Licht. Dort wohnt ein Kind. Es schläft schon. Sein Licht ist klein und warm.

Die Wolke summt ein Lied. Ohne Worte. Nur eine Melodie. Du kennst sie nicht. Aber sie klingt schön.

Du legst deine Hand auf die Wolke. Sie ist weich. Weich wie Watte. Weich wie dein Kissen.

Deine Augen werden schwer. Deine Hände sind warm. Die Wolke hält dich fest. Ganz fest und ganz weich.

Der Schmetterling fliegt nach Hause. Er winkt dir zu. Er sagt: „Schlaf gut.“

Du bist warm. Du bist sicher. Alles ist gut.

Die Wolke schwebt zurück. Zur Wiese. Ganz langsam. Ganz sacht.

Unter dir kommt die Wiese wieder. Sie wird größer. Immer größer.

Du steigst ab. Die Wiese ist warm. Du gehst in dein Bett.

Die Wolke bleibt neben deinem Bett. Sie passt auf dich auf. Nun darfst du schlafen.

  • Auf der weichen Federwolke

    Alter: ab 3 Jahren

    Kurze Reise auf einer watteweichen Wolke, begleitet von einem Schmetterling

Mit dem Nachtzug ans Meer

Hörfassung · 4 Min.
Mit dem Nachtzug ans Meer
0:003:54
MP3 herunterladen (2,2 MB)

Mach es dir gemütlich. Du liegst weich, und deine Decke ist warm.

Stell dir vor, du sitzt in einem Zug. Es ist Nacht. Der Zug fährt langsam, und die Räder machen ein ruhiges Geräusch: dum-dum, dum-dum.

Dein Abteil ist klein und warm. Eine kleine Lampe brennt über deinem Sitz. Neben dir liegen ein Kissen und eine dünne Decke.

Über deinem Kopf hängt ein kleines Gepäcknetz. Darin liegen ein Buch und ein Apfel. Beides brauchst du heute nicht.

Durch das Fenster siehst du Felder, Bäume und kleine Häuser. In den Häusern brennen Lichter. Die Menschen dort schlafen schon oder lesen noch.

Der Zug fährt an einem Fluss entlang. Auf dem Wasser spiegeln sich die Laternen der Dörfer, und die Spiegelbilder schaukeln mit dir mit. Du legst die Stirn an die kühle Scheibe.

Ein Schaffner kommt vorbei. Er hat eine runde Mütze und eine Taschenlampe. Er fragt leise: „Alles in Ordnung?“ Du nickst.

„Wir fahren durch die ganze Nacht“, sagt er. „Du darfst schlafen. Ich wecke dich, wenn wir da sind.“ Dann geht er weiter.

Du kuschelst dich in dein Kissen. Der Zug wiegt dich sacht. Vor dem Fenster ziehen die Lichter vorbei, eins nach dem anderen, wie kleine Sterne.

An einer Station hält der Zug. Draußen steht ein Bahnsteig mit einer Bank und einer Laterne. Ein Mann mit Hut wartet, steigt aber nicht ein. Dann fährt der Zug weiter.

Du hörst den Regen an der Scheibe. Er trommelt ganz leise. Der Zug fährt durch den Regen, und du wirst schwer und warm.

Der Zug fährt durch einen langen Tunnel. Für einen Moment ist es ganz dunkel und ganz still. Dann kommt das Licht zurück, und draußen ziehen die Felder weiter.

Du zählst die Lichter am Fenster. Eins, zwei, drei. Dann hörst du auf zu zählen und schaust nur noch. Die Räder singen weiter ihr leises Lied.

In der Ferne siehst du das Meer. Es ist dunkel und ruhig. Die Wellen kommen und gehen, kommen und gehen.

Ist das der Bahnhof am Meer? Er liegt still da. Auf dem Bahnsteig stehen eine Bank, ein Korb mit warmen Decken und eine Laterne.

Der Schaffner kommt zurück. Er legt dir die Decke über die Schultern. „Wir sind da“, flüstert er. „Hier ist es schön ruhig.“

Der Zug wird langsamer. Vor dem Fenster siehst du dein Haus, dein Fenster und dein Bett. Ganz sanft hält der Zug an.

Der Schaffner öffnet die Tür und lächelt. „Schlaf gut“, sagt er. Du legst dich hin, und die Räder singen leise weiter: dum-dum.

  • Warm beleuchtetes Zugabteil bei Nacht mit Kissen und Blick auf vorbeiziehende Lichter am Meer

    Mit dem Nachtzug ans Meer

    Alter: ab 4 Jahren

    Ruhige Zugfahrt durch die Nacht mit Regen am Fenster und einem freundlichen Schaffner

Vorlese-Tipps

Eine Traumreise lebt von Ruhe, nicht von Spannung. Diese sechs Tipps helfen euch, den Rahmen ruhig zu halten.

  • Ruhiger Rahmen: Dimmt das Licht, legt eine weiche Decke bereit und schaltet Benachrichtigungen aus. Ein Kuscheltier darf mitreisen4.
  • Langsam und leise: Sprecht langsamer als bei einer normalen Geschichte und lasst zwischen den Bildern kleine Pausen. Wird euer Kind unruhig, werden die Pausen kürzer2.
  • Bequem liegen: Am besten liegt euer Kind auf dem Rücken, auf einer Matte oder im Bett. Die Augen dürfen zu sein, müssen aber nicht2, 4.
  • Sanftes Signal: Leise Musik ohne Gesang kann den Anfang markieren. Während der Reise wirken meist nur eure Worte2.
  • Danach nachfragen: Fragt, was euer Kind gesehen hat, und lasst es erzählen oder malen. Das vertieft das Erlebte und übt Sprache4.
  • Alter beachten: Grundsätzlich können Fantasiereisen von allen erlebt werden, die die Sprache verstehen2; für Kinder ab etwa vier Jahren sind sie geeignet, wenn sie einfach formuliert und langsam gesprochen werden1. Jüngere Kinder hören oft schon gern zu, wenn ihr leise vorlest3.
Kuschelige Vorleseecke mit Decke, Kissen und gedimmtem Licht für eine Traumreise am Abend

Als Abendritual passt eine Traumreise dorthin, wo sonst eine Gute-Nacht-Geschichte steht. Wenn ihr mehr für den Abend sucht, findet ihr weitere ruhige Geschichten bei den Gute-Nacht-Geschichten für Kinder von 2 bis 6 Jahren und bei den Geschichten zum Einschlafen.

Diese Geschichte mit dem Namen eures KindesDie Gute-Nacht-Geschichte, in der euer Kind selbst die Hauptrolle spielt – mit ruhigem Tempo und leiser Musik.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Was ist eine Traumreise?
Eine Traumreise ist eine ruhige Geschichte, die ein Kind mit seiner Vorstellungskraft an einen schönen Ort begleitet3. Beschrieben werden weniger spannende Ereignisse als Bilder und Sinneseindrücke, oft aus der Natur2. Das Kind ruht dabei mit geschlossenen Augen und lauscht den Worten2.
Was sind Fantasiereisen?
Fantasiereisen sind geführte Geschichten, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in eine innere, bildreiche Welt begleiten1. Häufig sind die Kinder selbst die Hauptfigur und dürfen zum Beispiel auf einer Wolke schweben oder ihr Lieblingstier treffen4. Viele Fantasiereisen spielen in der Natur, an einem See, auf einer Wiese oder in einem Wald2.
Wie funktionieren Fantasiereisen?
Sie wirken über bildhafte Sprache, eine ruhige Stimme und einen geschützten Rahmen. Am Anfang steht eine kurze Hinführung zum Ankommen, dann folgt die Reise mit Sinneseindrücken, und ein Ausklang holt die Kinder zurück1, 2. Der Atem vertieft sich dabei, die Muskelspannung lässt nach2. Eine Sitzung dauert meist 7 bis 15 Minuten, je nach Alter und Aufmerksamkeitsspanne1.
Warum funktioniert das so gut bei Kindern?
Kinder verfügen über eine natürliche Vorstellungskraft und tauchen intuitiv in Fantasiewelten ein1. Ihr bildhaftes Vorstellungsvermögen ist meist besser ausgeprägt als das von Erwachsenen2. So können sie den Alltag loslassen, ihr Nervensystem beruhigen und Emotionen ausbalancieren1. Wichtig bleibt, dass die Sprache einfach ist und das Tempo ruhig bleibt2.
Wobei können Traumreisen helfen?
Traumreisen werden als Einschlafhilfe bei Unruhe eingesetzt, zur Entspannung nach einem aufregenden Tag und zum Stressabbau in Schule oder Kindergarten1. Sie können Kinder darin unterstützen, Emotionen zu verarbeiten und innere Sicherheit aufzubauen1. Werden sie regelmäßig durchgeführt, werden Kinder nach Erfahrungen aus Kitas und Schulen auch im Alltag ruhiger und konzentrierter2. Wenn Kinder über ihren Wohlfühlort nachdenken, richten sie ihren Blick auf etwas Positives; das trägt zum Aufbau von Resilienz bei5.

Quellen

  1. Fantasiereisen für Kinder » Kostenlos lesen bei Zwergenstark · Stand 03.12.2025
  2. Fantasiereisen für Kinder · Stand 23.08.2026
  3. Traumreise für Kinder: Mit der Wolke zum Regenbogen (kostenlos) · Stand 13.08.2026
  4. Traumreisen im Kindergarten · abgerufen am 10.10.2026
  5. Einzelansicht Nachrichten · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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