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Sommergedichte – zum Vorlesen und Aufsagen

Auf dieser Seite findet ihr 63 Sommergedichte zum Kopieren: kurze Zweizeiler, moderne Zeilen, christliche Segenswünsche und klassische Gedichte von Rilke, Heine, Frida Schanz und Viktor Blüthgen. Die Texte sind nach Kategorien sortiert und passen auf Karten, in die Grundschule oder zum Vorlesen am Abend. Vier klassische Gedichte stehen in der Originalschreibweise ihrer Ausgabe, alle übrigen Texte sind eigens für schnuller.de geschrieben.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 12 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Sommergedichte: Aufgeschlagenes Buch zwischen Gräsern und rotem Mohn auf einer Sommerwiese

Diese Sammlung bietet Sommergedichte für jede Stimmung – kurze Zweizeiler für die Karte, lustige Sommergedichte fürs Kind und klassische Sommergedichte von Rilke, Heine oder Storm1. Insgesamt sind es 63 Texte, sortiert nach kurzen Versen, modernen Zeilen, christlichen Segenswünschen, Gedichten für die Grundschule und Vorlagen für die Karte.

Alles ist kopierfertig: auswählen, kopieren und auf die Karte schreiben, vorlesen oder aufsagen lassen. Vier klassische Gedichte stehen im Original, alle übrigen Texte sind eigens für schnuller.de entstanden.

Sechs Kategorien, ein Klick: Springt direkt zu der Sammlung, die zu eurem Anlass passt.

Sommergedichte von Rilke

Rainer Maria Rilkes Gedicht „Im Sommer“ steht hier neben eigenen, leisen Versen, die den Blick auf kleine Sommermomente richten.

  • Im Sommer trägt ein kleiner Dampfer auf Moldauwogen uns nach Zlichov zu jenem Kirchlein, hoch und frei. Im blauen Nebel schwindet Smichov; – zur Rechten Flächen braun von Ampfer, zur Linken stolz die ›Loreley‹. Wir legen an; und sieh, ein Alter begrüßt uns leiernd: »Hej, Slované!« Am Friedhofsrand dann lehnen wir. Hoch blaut des Himmels Prachtzyane, und unser Träumen hebt, ein Falter, auf Sonnenflügeln sich zu ihr.

    Text: Rainer Maria Rilke, „Im Sommer“, Quelle: Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 47.
  • Mittags steht die Luft still über den Feldern, kein Halm bewegt sich. Irgendwo ruft eine Amsel den warmen Tag aus.

  • Heißer Nachmittag – eine Libelle steht über dem Wasser.

  • Die Wiese atmet warm, der Tag vergisst die Uhr.

  • Der Fluss trägt das Licht bis zum Abend. Wir legen uns ins Gras und hören zu, wie der Wind die Pappeln zählt.

  • Steine warm unter den Füßen, der Weg staubt, und hinter der Hecke riecht es nach Heu.

  • Sommermorgen: Die Luft schmeckt nach dem Regen von gestern, und die Rosen sind über Nacht größer geworden.

  • Der Tag ist lang, die Nacht ist lau, der Garten steht in vollem Grün. Ich sehe still den Wolken zu und lasse alles andre ziehn.

  • Zwischen zwei Hitzetagen liegt ein Gewitter wie ein tiefer Atemzug. Danach glänzt jedes Blatt.

  • Die Sonne steht hoch, die Schatten werden klein. Im Schilf raschelt etwas und will nicht gesehen werden.

Kurze Sommergedichte

Manchmal reichen zwei Zeilen, und hier stehen kurze Sommergedichte für die Karte, für die Pause und für den Gruß zwischendurch, eines davon von Heinrich Heine.

  • Auf deinen Wängelein; Es liegt der Winter, der kalte, In deinem Herzchen klein. Das wird sich bei dir ändern, Du Vielgeliebte mein! Der Winter wird auf den Wangen, Der Sommer im Herzen seyn.

    Text: Heinrich Heine, „Es liegt der heiße Sommer“, Quelle: Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo, S. 153 1
  • Sonne im Rücken, Sand in den Schuhen – so sieht ein guter Tag aus.

  • Sommer: hell, laut, lang. Und irgendwann ganz still.

  • Der Himmel blau, die Wiese satt, nun hat der Sommer richtig Platz.

  • Füße im Gras, Kopf in der Sonne, ein Tag ohne Eile.

  • Warm vom Weg, kühl vom Brunnen: So schmeckt der Sommer.

  • Wir pflücken Beeren, rot und rund, und naschen gleich ein halbes Pfund.

  • Der Grill raucht, die Limonade ist kalt, und niemand will ins Haus.

  • Ein Sommertag reicht für drei Abenteuer und ein Nickerchen.

  • Erst Hitze, dann Donner, dann Regenbogen. Der Sommer nimmt alles mit.

  • Die Schwalben fliegen tief und schnell, bald wird die Luft am Abend kühl.

  • Kurzer Schatten, langer Nachmittag: Der Sommer dehnt die Stunden, bis niemand mehr zählt.

Persönliche HörgeschichteUnsicher, was es werden soll? Verschenkt einen Gutschein – die Eltern füllen die Fragen selbst aus.Gutschein wählen

Sommergedichte für die Grundschule

Für die Klassenstufen 3 und 4 gibt es Sammlungen mit klassischen Sommergedichten, etwa von Morgenstern, Eichendorff, Fontane, Storm, Ringelnatz oder Heine2; daneben stehen hier einfache eigene Verse zum Aufsagen.

  • Nach dem Oelgemälde von N. Sichel. Sommer. Mit Illustration S. 429. Wie so schnell im Südwindhauch Sprang der Knospen zarte Hülle! Blüthenpracht und Duftesfülle Weht und webt um Baum und Strauch. Gestern, zitternd und verstohlen, Träumten Rosen und Violen Schlummernd noch im Kelchesgrün. Heut, auf leisbewegten Zweigen, Welch ein Prangen, welch ein Neigen, Welch ein Glühn und Farbensprühn! Scheu verstummt vor all der Pracht Ist der Ruf der Nachtigallen In des Haines Säulenhallen. – Aber Falter über Nacht Lernten ihre goldbeschneiten, Feingewebten Schwingen breiten. – Auf der Lilie schlankem Schaft Brennt die reine, wundersame, Silberweiße Blüthenflamme, Dustgetränkt und märchenhaft. Still ward in der Juniruh Auch dein Herz, du Mädchenblüthe, Das der Sehnsucht Weh durchglühte! Selig-still bist nun auch du! Mit der Nachtigallen Werben Mußte all dein Klagen sterben: Denn berauschend, süß und rein, Wie der Lilie keusches Prangen, Ist die Lieb dir aufgegangen In des Sommers Sonnenschein. Frida Schanz.

    Text: Frida Schanz, „Sommer“, Quelle: Vorgeschlagene Gedichte: „Sommer (Frida Schanz)“; „Im Sommer“; „Es liegt der heiße Sommer“; „Sommer (Gartenlaube 1888)“
  • Wenn draußen lastet die Sommergluth, In Wipfeln schlafen die Winde: Wo ist die Liebe behütet gut? Unter der blühenden Linde. Das wölbt sich so klug, Und dämmert genug, Daß die laute Welt sie nicht finde. Hoch oben summt es, und hier ist’s still; Grasmückchen hascht mit dem Gatten – Da fragen die Lichter, wer küssen will? Ins Herz tief duften die Schatten. Im Aug’ ein Stern – Und ein Kuckuck fern – O wunderselig Ermatten! Viktor Blüthgen.

    Text: Viktor Blüthgen, „Sommer“, Quelle: Vorgeschlagene Gedichte: „Sommer (Frida Schanz)“; „Im Sommer“; „Es liegt der heiße Sommer“; „Sommer (Gartenlaube 1888)“
  • Ferien, endlich: Der Ranzen fliegt in die Ecke, die Schuhe bleiben im Flur. Heute zählt nur, wer zuerst am Wasser ist.

  • Im Gras am Weg sitzt ein Käfer still. Wer leise geht, sieht mehr als schnell.

  • Im Schwimmbad zählt nur eins: Wer traut sich vom Beckenrand? Danach zählt nur noch das Eis.

  • Zwei Kinder, ein Gartenschlauch, ein heißer Nachmittag – fertig ist das Sommerfest.

  • Die Bienen summen um den Mohn, die Ameise schleppt schwer, wir liegen faul im Wiesengrün und wollen gar nichts mehr.

  • Was im Sommer am schönsten ist? Barfuß laufen, Kirschen essen, bis es dunkel wird.

  • Am Teich sitzt ein Frosch und sagt nichts. Wir sitzen daneben und sagen auch nichts. Das ist unser bestes Gespräch.

  • Eins, zwei, drei – der Sommer ist dabei. Vier, fünf, sechs – wir hüpfen übern Bach. Sieben, acht, neun – wer stehen bleibt, muss warten.

  • Ein Tag am See, ein Kuchen im Korb, drei Freunde und ein Hund: mehr Ferien braucht niemand.

Moderne Sommergedichte

Moderne Verse brauchen keine Rosen und keine Nachtigallen – sie spielen auf dem Balkon, im Park und am offenen Fenster.

  • Balkon im sechsten Stock, ein Ventilator, zwei Tomaten im Kübel: Der Sommer wohnt auch in der Stadt.

  • Kurznachricht an die Freundin: Bin im Park. Antwort: Bin schon da. So beginnt ein Mittwoch im Juli.

  • Der Asphalt gibt die Wärme zurück, die Kinder laufen barfuß zum Brunnen, ein Rasensprenger dreht sich, und niemand sagt etwas.

  • Eistruhe, Sonnencreme, Klappstuhl: das Stadtpark-Paket.

  • Wir arbeiten mit offenem Fenster und tun so, als wäre es Urlaub.

  • Der Sommer kennt keine Uhrzeit, nur Helligkeit.

  • Regen im Juli: Alle rennen, alle lachen, alle riechen nach nassem Asphalt.

  • Später Abend, noch hell: Kinder draußen, Eltern auf der Bank, Rolläden offen.

  • Ein Sommer, in dem nichts geplant war, wird der, an den wir uns erinnern.

  • Am Fluss ist es 10 Grad kühler als in der Straße. Deshalb sitzen dort alle.

Sommergedichte für die Karte

Für Karten zum Ferienstart, zum Geburtstag oder zu einer Geburt im Sommer findet ihr hier fertige Grüße; herzliche Vorlagen zum Ausdrucken gibt es zusätzlich bei unserem Gedicht zur Geburt.

  • Ich wünsche dir einen Sommer, der sich Zeit lässt: lange Abende, kühles Wasser und genug Eis für alle.

  • Sommerliche Grüße aus dem Garten! Die Rosen blühen, die Liege ist frei und du fehlst genau hier.

  • Ein Gruß in die Ferne: Mögen deine Tage warm sein und die Nächte mild, und mag der Herbst noch lange auf sich warten lassen.

  • Zum Geburtstag im Sommer: Bleib so sonnig wie der Tag, an dem du geboren bist.

  • Liebe Grüße zum Ferienstart! Pack die Badesachen ein, der Rest ergibt sich.

  • Für euch beide: ein Sommer mit Zeit füreinander, mit Kirschen und langen Fahrradwegen.

  • Danke für diesen Sommer – für den Kaffee im Garten, für die Abende auf der Bank und für alles, was du nicht extra erwähnt hast.

  • Herzlichen Glückwunsch, Sommerkind! Mögest du immer einen Platz im Schatten finden und jemanden, der mit dir schwimmen geht.

  • Ich hoffe, die Sonne scheint an deinem Festtag. Und wenn nicht, feiern wir eben drinnen weiter.

  • Sonne im Gesicht, Sand zwischen den Zehen und ein Kuchen, der nach Zitrone schmeckt: Genieß den Sommer!

  • Wenn du im Wasser liegst und der Himmel blau ist, denk an uns – wir denken auch an dich.

  • Ein Sommer voller kleiner Feste: Erdbeeren, Grillabende, Ferien. Eines davon feiern wir mit dir.

Christliche Sommergedichte

Diese Segenswünsche danken für Licht, Wachstum und Ernte und bitten um Schutz für die warmen Wochen.

  • Gott, lass diesen Sommer gnädig sein: hell genug zum Wachsen, warm genug zum Danken und still genug zum Ausruhen.

  • Auf die Ernte warten, auf Regen hoffen, für das Wachsen danken: So hält der Sommer unsere Hände offen.

  • Gottes Segen liegt über diesem Sommer wie das Licht auf den Feldern – sichtbar in allem, was wächst.

  • Ein Sommer unter freiem Himmel zeigt uns, wie viel geschenkt ist: Wasser, Schatten, ein Platz am Tisch.

  • Herr, du gibst das Wachsen, wir geben Wasser und Geduld. Danke für jeden warmen Tag.

  • Gesegnete Sommertage! Möge der Schatten rechtzeitig kommen und die Hoffnung so lang sein wie ein Junitag.

  • Für die Reise in den Süden: Möge der Weg leicht sein, der Himmel freundlich und die Heimkehr gesegnet.

  • Gott segne die Tage, die vor uns liegen, und die Menschen, mit denen wir sie verbringen.

So schreibt ihr die Karte

Eine Karte zum Sommer braucht nicht viel: eine Anrede, zwei oder drei eigene Sätze und einen Gruß. Schreibt zuerst den Namen der Person, danach folgt, was ihr ihr wünscht.

Haltet den Text kurz. Auf eine Karte passen etwa 30 bis 50 Wörter; alles Weitere wirkt schnell wie ein Brief. Ein Vers aus dieser Sammlung reicht oft schon als Höhepunkt – er darf in die Mitte oder ans Ende.

  • Anrede: „Liebe Oma“, „Hallo ihr zwei“, „Für dich“ – kurz und persönlich.
  • Länge: drei bis vier Zeilen, dann ist die Karte voll, ohne überfüllt zu sein.
  • Persönlicher Bezug: Nennt eine gemeinsame Erinnerung: das Kirschenpflücken, den Abend im Garten, den Sprung ins Wasser.
  • Gruß: „Herzliche Grüße“, „Alles Liebe“, „Genießt den Sommer“ – ein Gruß genügt.
  • Beispiel: „Liebe Oma, bei uns blühen die Rosen, und der Kuchen schmeckt im Garten am besten. Wir denken an dich. Genieß den Sommer!“

Für besonders kurze Grüße eignen sich die kurzen Sommergedichte, für festliche Anlässe die klassischen und für Dank oder Trost die Segenswünsche. Wählt einen Text, der zu euch passt, nicht den längsten.

Wer mag, schreibt die Karte von Hand; wer es eilig hat, kopiert einen fertigen Vers. Beides kommt an und darf gemischt werden. Wenn ihr für die nächste Jahreszeit vorlesen möchtet, findet ihr bei den Herbstgedichten schon die passenden Verse. Mehr zum Vorlesen und Aufsagen gibt es in der Sammlung Gedichte für Kinder.

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Quellen

  1. Sommergedichte · abgerufen am 11.10.2026
  2. Hessischer Bildungsserver · abgerufen am 11.10.2026
  3. Sommer · abgerufen am 11.10.2026
  4. Im Sommer · abgerufen am 11.10.2026
  5. Es liegt der heiße Sommer · abgerufen am 11.10.2026
  6. Sommer · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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