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Der Kuckuck und der Esel – Liedtext, Herkunft und Bewegungen

Der Kuckuck und der Esel ist ein bekanntes deutsches Kinderlied mit drei kurzen Strophen: Kuckuck und Esel streiten sich, wer besser singt, und singen am Ende gemeinsam.1, 2 Den Text schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1835, die Melodie geht auf Carl Friedrich Zelters Vertonung eines Goethe-Gedichts aus dem Jahr 1810 zurück.1 Auf dieser Seite findet ihr den vollständigen Liedtext mit allen Strophen, die Herkunft des Liedes, Bewegungsideen und ein Liedblatt zum Ausdrucken.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 6 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Kuckuck und Esel sitzen auf einem blühenden Zweig im Maienwald – Titelbild zum Lied Der Kuckuck und der Esel

Der Kuckuck und der Esel: der Liedtext

Der Kuckuck und der Esel,
Die hatten großen Streit,
𝄆 Wer wohl am besten sänge 𝄇
𝄆 Zur schönen Maienzeit. 𝄇

Der Kuckuck sprach: „das kann ich!“
Und hub gleich an zu schrei’n.
𝄆 „Ich aber kann es besser!“ 𝄇
𝄆 Fiel gleich der Esel ein. 𝄇

Das klang so schön und lieblich,
So schön von fern und nah:
𝄆 Sie sangen alle beide 𝄇
𝄆 Kuku kuku ia! 𝄇

Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben († 1874), Melodie: Carl Friedrich Zelter (1810), Quelle: de.wikipedia.org – Fassung nach dem Erstdruck in: Gedichte. Neue Sammlung, Aderholz, Breslau 1837, S. 97

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Herkunft des Liedes

Die Melodie geht auf Carl Friedrich Zelter zurück, der sie 1810 für das humoristische Gedicht „Es ist ein Schuss gefallen“ von Johann Wolfgang von Goethe schrieb.1, 2 Den Text verfasste August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1835; gedruckt erschien er 1837 in Breslau in der Sammlung „Gedichte. Neue Sammlung“.1

Im Lied ist der Kuckucksruf im Mai dargestellt, in den der Esel mit seinem Schreien einfällt.1 Verwandt ist das Motiv mit dem Volkslied vom Wettstreit des Kuckucks mit der Nachtigall aus „Des Knaben Wunderhorn“: Dort erklärt der Esel als Schiedsrichter den Kuckuck zum Sieger, weil er brav nach den Regeln der Tonlehre singt.1 Gustav Mahler vertonte diesen Stoff als „Lob des hohen Verstands“, auch Johann Karl Gottfried Loewe schrieb eine Fassung.1 Dahinter steht der antike Mythos vom Musikwettstreit zwischen Pan und Apollo, bei dem sich Midas als Schiedsrichter Eselsohren zuzieht.1

Kuckuck und der Esel: Text

Beide Tiere halten sich für die besseren Sänger: Der Kuckuck meldet sich mit „das kann ich!“ und beginnt zu schreien, der Esel fällt sofort ein.1

Der Kuckuck und der Esel Text ist knapp gehalten und kommt ohne Moral aus.1 Die dritte Strophe klingt nach einem Lob des Gesangs und ist doch ironisch gemeint: Das Wort „schrei'n“, das auch für den Kuckuck steht, verrät, dass sich hier zwei Schreihälse messen.1 Die kurze Handlung erinnert an Sinnsprüche wie den vom Einäugigen unter den Blinden.1 Peter Rühmkorf zählte das Lied zu Hoffmanns vollendeten Gedichten.1

Der Kuckuck und der Esel als Lied

Zelter hatte seine Vertonung so angelegt, dass sich in der zweiten Hälfte das Tempo verdoppelt; in der Volksliedfassung ist dieser Wechsel ausgeglichen.1 Vom Lied gibt es zahlreiche musikalische Bearbeitungen, darunter Variationen für Violine, Violoncello und Klavier von Hans Poser und einen Satz für Sopran und Klavier von Hans-Klaus Heinz.1 Im Film „Amadeus“ erklingt die Melodie als Marsch, den Salieri für Kaiser Joseph II. geschrieben haben soll und den Mozart verbessert.1

Für Kinderstimmen ist die volkstümliche Fassung gut geeignet: Jede Strophe wird auf dieselbe Melodie gesungen, und der Wechsel zwischen Kuckucksruf und Eselsschrei bringt Abwechslung ins Mitsingen.

Bewegungen zum Lied

Die ersten zwei Bewegungen gehören zur ersten Strophe, die nächsten zwei zur zweiten und die letzten zwei zur Schlussstrophe. Am schönsten wirkt das Lied, wenn alle im Kreis stehen und mitmachen.

  1. „Der Kuckuck“: Formt mit der Hand einen Schnabel und nickt dazu im Takt.
  2. „großen Streit“: Stemmt die Fäuste in die Hüften und wiegt den Kopf hin und her.
  3. „das kann ich“: Tippt euch mit der flachen Hand auf die Brust und hebt das Kinn.
  4. „schrei'n“: Haltet die Hände wie einen Trichter vor den Mund und sperrt den Mund weit auf.
  5. „fern und nah“: Streckt eine Hand weit nach vorn und führt die andere nah ans Ohr.
  6. „Kuku kuku ia“: Klatscht zweimal in die Hände und breitet dann die Arme aus.

Spielideen

Das Lied passt in den Frühling, denn der Ruf des Kuckucks erklingt häufig im Mai.2 Zu jeder anderen Jahreszeit lässt es sich aber genauso singen.2

  • Tierstimmen vorspielen: Stellt Kuckuck und Esel zuerst mit ihren Stimmen vor. Die Kinder imitieren beide Tiere, mal laut, mal leise – danach singt die ganze Gruppe.2
  • Rollenspiel mit verteilten Rollen: Ein Kind singt die Zeilen des Kuckucks, ein zweites die des Esels, alle anderen singen im Chor mit.2
  • Im Morgenkreis: Als gemeinsames Lied zum Start, mit den passenden Bewegungen. Die kurzen Strophen sind auch für jüngere Kinder leicht zu halten.
  • Beim Spaziergang im Mai: Erst lauschen, ob ein Kuckuck zu hören ist, dann draußen gemeinsam singen.
  • Als Abschluss eines Tierprojekts: Kuckuck und Esel lassen sich gut neben anderen Tierliedern singen.
  • Zwei Gruppen im Wechsel: Eine Gruppe übernimmt den Kuckuck, die andere den Esel, zum Schluss singen alle zusammen.

Liedblatt zum Ausdrucken

Das Liedblatt bündelt alle Strophen und eine Illustration auf einer A4-Seite, die ihr ausdrucken und mit in die Kita oder zum Singen nach Hause nehmen könnt.

Kostenlos für Familie, Kita und Schule · Nutzungsbedingungen

Ausmalbild zum Lied

Das Ausmalbild zeigt Kuckuck und Esel im Maienwald als klare Umrisszeichnung und lässt sich als PDF ausdrucken.

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Wer im Frühling singen möchte, findet in den Frühlingsliedern weitere Lieder mit Text.

Quellen

  1. Der Kuckuck und der Esel · abgerufen am 11.10.2026
  2. Der Kuckuck und der Esel · abgerufen am 10.10.2026
  3. Der Kuckuck und der Esel · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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