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Eingewöhnung in der Kita: Was Eltern wissen sollten

Die Eingewöhnung in der Kita beginnt mit den ersten Tagen, an denen euer Kind die Einrichtung besucht – die ersten Tage und Wochen gelten als Eingewöhnung5. Wie sie abläuft, richtet sich nach dem Konzept der Kita: Üblich sind eine gemeinsame Grundphase mit einer Bezugsperson, ein erster kurzer Trennungsversuch und eine schrittweise Verlängerung der Zeit ohne euch3. Entscheidend ist, dass sich euer Kind sicher fühlt und sich von der Bezugserzieherin trösten lässt2.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 6 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Eingewöhnung in der Kita: Mutter begleitet ihr Kind mit Tasche und Kuscheltier in den Gruppenraum

Die Eingewöhnung in der Kita ist für viele Familien der erste große Übergang: Euer Kind lernt neue Räume, neue Erwachsene und einen neuen Tagesablauf kennen. Ein behutsamer Start hilft ihm, Vertrauen aufzubauen und sich sicher zu fühlen5. Jede Einrichtung gestaltet diese Zeit nach ihrem eigenen Konzept – vom Berliner Modell bis zu neueren Ansätzen3. Auf dieser Seite bekommt ihr den Überblick: wie die ersten Tage ablaufen, was ihr als Begleitung tun könnt und welche Fragen sich viele Eltern stellen. Unsere Unterseiten vertiefen einzelne Punkte: das Berliner Modell, den Zeitrahmen und den Fall, dass die Eingewöhnung nicht rund läuft.

Alle Themen im Überblick

Hier findet ihr alle Unterseiten zum Thema auf einen Blick – von den Modellen über den Zeitrahmen bis zu Ideen, wenn die Eingewöhnung nicht rund läuft.

Eingewöhnungsmodelle

Ablauf und Zeitrahmen

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Wenn es nicht rund läuft

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Persönliche HörgeschichteDen Kita-Start vorwegnehmen: eine Geschichte über Bringen, Spielen und Abholen – mit dem Namen eures Kindes.Jetzt Geschichte erstellen

Wie die Eingewöhnung in der Kita abläuft

Vor dem ersten Tag steht das Aufnahmegespräch: Ihr erzählt von Schlaf- und Essgewohnheiten, Interessen und bisherigen Trennungserfahrungen eures Kindes, die Einrichtung stellt Konzept, Ablauf und offene Formalitäten vor5, 6. Die wichtigsten Ergebnisse werden schriftlich festgehalten, damit ihr Absprachen später nachlesen könnt6.

Dann startet die gemeinsame Zeit. In der Grundphase seid ihr an mindestens drei Tagen jeweils ein bis drei Stunden mit eurem Kind in der Kita3; viele Häuser beginnen mit etwa 1,5 bis 2 Stunden, in denen euer Kind Spielsachen, Gruppe und Morgenkreis kennenlernt2. Danach folgt der erste Trennungsversuch: Beim Berliner Modell findet er am vierten Tag statt und dauert etwa 30 Minuten, in denen ihr in der Nähe bleibt und zurückgeholt werden könnt3, 2. Manche Einrichtungen wagen diesen Schritt schon ab dem dritten Tag und begrenzen ihn ebenfalls auf höchstens 30 Minuten2.

Läuft die Trennung gut, wird die Zeit ohne euch ab dem fünften Tag täglich etwas länger3. In der Schlussphase seid ihr nur noch telefonisch erreichbar3. Ziel ist, dass euer Kind die Bezugserzieherin als sichere Basis annimmt und sich von ihr trösten lässt2.

Reflexionsgespräch zur Eingewöhnung in der Kita: Vorlage

Gespräche begleiten die gesamte Zeit: zuerst im Aufnahmegespräch, dann in kurzen Rückmeldungen im Alltag und am Ende in einer gemeinsamen Auswertung und Reflexion im Elterngespräch6, 3. Die einzelnen Schritte werden gemeinsam abgestimmt und täglich besprochen5.

Für ein Reflexionsgespräch braucht es keine besondere Form. Hilfreich sind feste Punkte: Was lief heute gut? Wann brauchte euer Kind Unterstützung, und wie ließ es sich beruhigen? Welcher Schritt ist als Nächstes geplant? Wer ist die feste Ansprechperson in der Gruppe? Wenn die wichtigsten Ergebnisse schriftlich festgehalten werden, könnt ihr Absprachen später nachlesen, und auch im Team bleibt der Stand nachvollziehbar6.

Vereinbart gemeinsam erste Ziele für die Eingewöhnungszeit und notiert, was noch offen ist6. Fehlen euch Informationen oder seid ihr unsicher, fragt nach: Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen euch und den Fachkräften hilft eurem Kind, sich gut begleitet zu fühlen5.

Was ihr in den ersten Tagen tun könnt

Am besten begleitet immer dieselbe Person das Kind durch die gesamte Eingewöhnung – das gibt Verlässlichkeit4. Bringt Kuscheltier, Schmusetuch oder Schnuller mit, wenn sie eurem Kind Sicherheit geben2, 4. Kommt möglichst jeden Tag, außer wenn euer Kind krank ist4.

Verabschiedet euch kurz, klar und herzlich, statt den Moment hinauszuzögern oder euch heimlich davonzuschleichen: Ein klarer Abschied mit dem Versprechen, wiederzukommen, ist leichter zu verkraften2, 4. Ein immer gleiches Ritual unterstützt dabei2. Bleibt in dieser Zeit telefonisch erreichbar, damit die Kita euch erreichen kann2.

Rechnet mit Erschöpfung: Ein Kita-Tag bringt so viele Eindrücke mit sich wie ein Arbeitstag für Erwachsene5. Manche Kinder protestieren erst nach einigen Tagen, weil ihnen dann klar wird, dass sie jeden Tag kommen4. Reagiert dann nicht ungeduldig, sondern sprecht darüber, was euer Kind in der Kita erlebt und dass ihr es wieder abholt4.

Wenn der Abschied über Wochen schwerfällt, findet ihr Ideen auf der Seite Kita-Eingewöhnung klappt nicht. Für Tränen beim Trennen gibt es den Ratgeber Trennungsangst beim Kind, für Wut und Protest den Ratgeber Trotzphase.

Kurzer Abschied an der Kita-Tür: Mutter verabschiedet sich, das Kind hält sein Kuscheltier

Welche Eingewöhnungsmodelle gibt es?

Wie eine Eingewöhnung abläuft, hängt vom Konzept der Einrichtung ab: Kitas arbeiten mit unterschiedlichen Eingewöhnungsmodellen3. Verbreitet sind das Münchener Modell und das Berliner Eingewöhnungsmodell3.

Beim Berliner Modell ist die Bindung eures Kindes an seine wichtigste Bezugsperson entscheidend: Je nach Bindungsqualität fällt die Eingewöhnung kürzer oder länger aus, und eure Begleitung ist die Voraussetzung dafür, dass euer Kind eine sichere Bindung zur neuen Betreuungsperson aufbauen kann3. Ausführlich beschreiben wir das auf der Unterseite Kita-Eingewöhnung nach dem Berliner Modell.

Daneben gibt es neuere Formate wie das partizipatorische Modell oder die Eingewöhnung in der Peer3. Werden mehrere Kinder unter drei Jahren gleichzeitig aufgenommen, empfiehlt sich eine gruppenorientierte Aufnahme mit gestaffelten Startzeiten; nach sechs Wochen Aufnahmephase folgt eine Pause zur Konsolidierung der Gruppe3. Welches Konzept in eurer Kita gilt, erfahrt ihr im Aufnahmegespräch6.

Und egal, wie die Eingewöhnung verläuft: Die wichtigste Bezugsperson bleibt ihr – die neue Beziehung zur Fachkraft ändert daran nichts7.

Häufige Fragen

Wann beginnt die Eingewöhnung in der Kita?
Die Eingewöhnung beginnt mit den ersten Tagen, an denen euer Kind die Einrichtung besucht: Die ersten Tage und Wochen in der Kita gelten als Eingewöhnung5. Schon vorher findet ein Aufnahmegespräch statt, in dem ihr Ablauf, Zeiten und Besonderheiten eures Kindes besprecht6. Viele Kitas laden außerdem zu einem Schnuppertag ein, bevor die gemeinsame Zeit startet2.
Wann ist die Kita-Eingewöhnung abgeschlossen?
Abgeschlossen ist sie, wenn euer Kind die Bezugserzieherin als sichere Basis akzeptiert und sich von ihr trösten und beruhigen lässt2. In der Schlussphase seid ihr nur noch telefonisch erreichbar3. Das kann unterschiedlich lange dauern: Manche Kinder fühlen sich schnell sicher, andere brauchen mehr Zeit5. Die Begleitung durch ein Elternteil ist in der Regel ein bis zwei, längstens drei Wochen nötig2.
Was sind die Schwerpunkte des Münchener Eingewöhnungsmodells?
Das Münchener Modell zählt zu den bekanntesten Eingewöhnungsmodellen3. Fachinformationen beschreiben dazu ein Vorgehen nach Prof. E. Kuno Beller: Das Kind wird nicht eingewöhnt, sondern gewöhnt sich aktiv ein, und die Kinder der Gruppe spielen eine zentrale Rolle3. Die Eingewöhnung ist in Phasen gegliedert – Vorbereitung, Kennenlernen von etwa einer Woche, Sicherheit, Vertrauen und eine gemeinsame Auswertung im Elterngespräch3. Wie eure Kita es konkret umsetzt, erfahrt ihr im Aufnahmegespräch6.
Worauf fokussiert das partizipatorische Eingewöhnungsmodell?
Das partizipatorische Modell nach Marjan Alemzadeh fragt nicht, wie ein Kind sich möglichst schnell in eine neue Routine einfügt, sondern ob es die neue Situation als positive Herausforderung annehmen kann3. Kinder nehmen ihre Umwelt aktiv wahr und entwickeln ihr Bild von sich und der Welt im eigenen Tun und im Kontakt mit anderen3. Ziel ist, dass sie in Anwesenheit ihrer wichtigsten Bezugspersonen den neuen Raum erkunden und ihn als einladend erleben3.
Was sieht das Modell der Eingewöhnung in der Peer vor?
Das Modell setzt den Schwerpunkt auf die Interaktion der Kinder3. Angenommen wird, dass die Kinder der Kitagruppe den wichtigsten Einfluss auf das neu aufgenommene Kind haben und es aktiv unterstützen3. Eine Variante sieht vor, dass drei bis fünf Kinder gleichzeitig aufgenommen und gemeinsam mit ihren Eltern und ein bis zwei Fachkräften in einer eigenen neuen Gruppe eingewöhnt werden3.

Quellen

  1. Kita Eingewöhnung klappt nicht · Stand 04.04.2024
  2. Kinderhaus Mobile · abgerufen am 11.10.2026
  3. Eingewöhnung in die Krippe · abgerufen am 11.10.2026
  4. Eingewöhnungsphase nach dem Berliner Modell · abgerufen am 11.10.2026
  5. Eingewöhnung in der Kita · Stand 11.06.2026
  6. Leitfaden fuer Aufnahmegespraech BIOEG kindergesundheit info · Stand 09/2025
  7. Die richtige Betreuung für Ihr Kind · Stand 27.06.2023
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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Begriffe aus dem Baby-Lexikon: Eingewöhnung (Lexikon), Münchener Modell (Lexikon)