Zum Inhalt springen

Kita-Eingewöhnung: Wie lange? Was Eltern wissen sollten

Wie lange die Kita-Eingewöhnung dauert, lässt sich nicht pauschal sagen, denn sie richtet sich nach dem Tempo des Kindes1. Als Orientierung planen viele Kitas sechs bis acht Wochen für die Eingewöhnungsphase ein1, während die Begleitung durch ein Elternteil in der Regel ein bis zwei, längstens drei Wochen dauert3. Eine Kita-Fachseite nennt als Regel zwei bis vier Wochen und betont, dass es länger oder kürzer sein kann2. Plant deshalb genug Flexibilität ein und bleibt in dieser Zeit erreichbar, auch wenn ihr nicht durchgehend vor Ort seid1.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 11 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Kita-Garderobe: Elternteil bindet dem Kind die Schuhe neben Rucksack und Kuscheltier. Kita-Eingewöhnung: Wie lange dauert sie?

Kita-Eingewöhnung: Wie lange dauert sie in der Regel?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht: Wie lange eine Eingewöhnung dauert, entscheidet das Kind mit seinem eigenen Tempo1. Kitas arbeiten deshalb mit Zeitrahmen, die sich anpassen lassen, statt mit festen Fristen1.

In Fachtexten tauchen vor allem drei Orientierungen auf:

  • Sechs bis acht Wochen für die gesamte Eingewöhnungsphase – so viel Zeit sollten Eltern sich in der Regel einplanen1.
  • Ein bis zwei, längstens drei Wochen – so lange ist die Begleitung durch ein Elternteil in der Regel nötig3.
  • Zwei bis vier Wochen als Regel, ausdrücklich mit der Möglichkeit, dass es länger oder kürzer dauert2.

Die Spannen messen nicht dasselbe: Die eine beschreibt die Zeit bis zum Ankommen in der Gruppe, die andere die Zeit, in der ein Elternteil in der Nähe gebraucht wird. Klar ist in allen Angaben nur die Richtung – die Trennungszeiten wachsen schrittweise, je sicherer sich das Kind fühlt1.

Für die Planung heißt das: Während der Eingewöhnung müsst ihr nicht dauerhaft in der Einrichtung bleiben, aber abrufbar und schnell vor Ort sein, falls sich euer Kind nicht beruhigen lässt1.

Wie lange dauert die Eingewöhnung in der Kita?

Weil die Dauer vom Kind abhängt, ist der Weg das eigentliche Maß. Ein Blick in den Ablauf einer Kita zeigt, wie die Zeiten wachsen können3:

  • Tag 1 und 2: Das Kind kommt mit einem Elternteil für etwa 1,5 bis 2 Stunden, lernt Spielsachen, Kinder und Bezugserzieherin kennen und geht dann gemeinsam nach Hause3.
  • Ab Tag 3: Nach der Brotzeit findet der erste Trennungsversuch statt, höchstens 30 Minuten lang. Ein Elternteil bleibt im Haus und kann jederzeit zurückgeholt werden3.
  • Tag 4: Die zweite Trennung dauert rund 1 bis 1,5 Stunden, Morgenkreis und Brotzeit laufen ohne Begleitung3.
  • Nach etwa 1,5 Wochen: die erste Mahlzeit in der Kita. Sinnvoll ist, das Kind zwei- bis dreimal um 12.30 Uhr abzuholen, bevor der Mittagsschlaf dazukommt3.
  • Am 6. oder 7. Tag: Übergabe an der Tür, das Kind geht mit der Bezugserzieherin in die Gruppe3.

Nach dem Verlauf des ersten Trennungsversuchs entscheidet die Kita, ob eine kurze oder eine längere Eingewöhnung nötig ist3. Er zeigt auch, ob schon eine Beziehung zur Bezugserzieherin entstanden ist – etwa daran, dass das Kind ihre Nähe sucht oder sich von ihr trösten lässt3. Danach werden die Trennungszeiten so gesteigert, wie es die Sicherheit des Kindes zulässt1.

Ein Kuscheltier, ein Tuch oder der Schnuller dürfen als Übergangsobjekt mit – sie helfen beim Trösten3. Wann der Schnuller abgewöhnt wird, lest ihr im Ratgeber Wie lange Schnuller? Was Eltern wissen sollten.

Persönliche HörgeschichteDen Kita-Start vorwegnehmen: eine Geschichte über Bringen, Spielen und Abholen – mit dem Namen eures Kindes.Jetzt Geschichte erstellen

Welche Eingewöhnungsmodelle gibt es?

Kitas arbeiten mit unterschiedlichen Eingewöhnungsmodellen. Am häufigsten vertreten sind das Berliner Modell, das Münchener Modell und das Tübinger Modell, das auch als Peergroup-Modell bekannt ist1. In vielen Einrichtungen findet die Eingewöhnung in Anlehnung an das Berliner Modell statt1.

Alle drei Modelle setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und eine schrittweise Trennung von der vertrauten Bezugsperson1. Welche Einrichtung welches Modell nutzt und wie sie es ausgestaltet, lässt sich vor dem Start in einem Gespräch klären.

Für die Dauer heißt das: Nicht das Modell bestimmt, wie viele Wochen nötig sind, sondern die Signale des Kindes1. Das Modell liefert nur den Rahmen, in dem die Schritte geplant und bei Bedarf wieder verkürzt werden können1.

Wie Eltern ihr Kind in dieser Zeit begleiten, beschreibt der Ratgeber Eingewöhnung in der Kita: Was Eltern wissen sollten.

Eingewöhnung in der Kita nach dem Berliner Modell: Wie lange dauert sie?

Das Berliner Eingewöhnungsmodell ist in vielen Kitas die Grundlage und arbeitet mit vier Phasen, die aufeinander aufbauen und individuell an das Kind angepasst werden2:

  1. Grundphase: Die Eltern begleiten das Kind in den ersten Tagen und bleiben präsent, damit es die Umgebung in Ruhe erkunden kann2.
  2. Stabilisierungsphase: Die Eltern ziehen sich nach und nach zurück, die Fachkräfte übernehmen mehr Verantwortung für das Kind2.
  3. Schwellensituation: Die Eltern verlassen die Kita für kurze Zeit, die Trennungen werden langsam gesteigert2.
  4. Abschlussphase: Die Eltern sind nur noch sporadisch anwesend, das Kind hat sich eingewöhnt2.

Die Phasen geben also eine Reihenfolge vor, aber keine feste Wochenzahl. Wie schnell die Trennungen länger werden, richtet sich danach, wie sicher sich das Kind mit der Bezugserzieherin fühlt2.

Was Eltern über die Kita-Eingewöhnung nach dem Berliner Modell wissen sollten, steht im Ratgeber Kita-Eingewöhnung nach dem Berliner Modell: Was Eltern wissen sollten.

Ablauf der Kita-Eingewöhnung nach dem Berliner Modell in vier Schritten von der Grundphase bis zur Abschlussphase.

Warum ist die Eingewöhnung wichtig?

Die Eingewöhnung ist mehr als eine Formalität. Sie schafft die Grundlage dafür, dass sich ein Kind in der Kita sicher fühlt und sich auf die neue Umgebung einlassen kann1. Kinder können sich nur dann lernend ihrer Umwelt zuwenden, wenn sie sich sicher fühlen3.

Dafür muss das Kind erst Vertrauen zu neuen Bezugspersonen, Räumen und Abläufen aufbauen – Schritt für Schritt und im eigenen Tempo1. Jedes Kind baut diese Beziehung unterschiedlich schnell auf, und jedem Kind fällt es unterschiedlich leicht, sich von den Eltern zu lösen1.

Besonders Kinder unter drei Jahren brauchen am Anfang eine möglichst feste Betreuungsperson, die ihre Signale wahrnimmt und auf ihre Bedürfnisse eingeht4. Während der Eingewöhnung ist ein Elternteil die sichere Basis, von der aus das Kind die Räume und Menschen erkundet; die Zeiten ohne Begleitung werden langsam erhöht4.

Bis eine Bindung zu den neuen Bezugspersonen aufgebaut ist, kann es einige Wochen oder Monate dauern4. Eine Untersuchung der Freien Universität Berlin zeigte: Kinder, die ohne Begleitung eines Elternteils in eine Krippengruppe aufgenommen wurden, fehlten im ersten halben Jahr ihres Krippenbesuchs durchschnittlich bis zu viermal länger wegen Erkrankung3. Der Bindung zu den Eltern schadet die neue Beziehung nicht – sie bleiben die wichtigsten Bezugspersonen4.

Woran erkennt man, dass die Eingewöhnung gelungen ist?

Ob die Eingewöhnung geglückt ist, zeigt sich in mehreren kleinen Signalen1:

  • Euer Kind wirkt nach der Kita zufrieden und ausgeglichen, zeigt Freude beim Betreten der Einrichtung und verabschiedet sich ohne großen Widerstand oder Tränen1.
  • Es hat eine Beziehung zu den Betreuer:innen aufgebaut, sucht deren Nähe und lässt sich von ihnen trösten1.
  • Es beteiligt sich an den Aktivitäten, spielt mit anderen Kindern und zeigt Interesse an den Abläufen der Gruppe1.
  • Es erzählt von Spielen, Freund:innen und Betreuer:innen und teilt sich von sich aus mit1.
  • Routinen und Übergänge gelingen, ohne dass das Kind große Schwierigkeiten zeigt1.
  • Es zeigt keine Anzeichen von Stress wie Schlafprobleme, Appetitlosigkeit oder vermehrtes Weinen1.
  • Es wird selbstständiger, knüpft erste Freundschaften und kann mit kleinen Frustrationen umgehen1.

Auch die Rückmeldung der Fachkräfte zählt: Sie können bestätigen, dass sich euer Kind eingelebt hat und aktiv am Kita-Leben teilnimmt1. Ein gutes Zeichen ist es außerdem, wenn sich euer Kind von den Eltern lösen kann, ohne übermäßige Ängste oder Stress zu zeigen2. Als sicherer Anker gilt die Eingewöhnung dann als abgeschlossen, wenn die Bezugserzieherin vom Kind als sichere Basis akzeptiert wird und es sich von ihr trösten und beruhigen lässt3.

Was tun, wenn die Eingewöhnung nicht klappt?

Nicht jede Eingewöhnung läuft geradlinig. Wenn euer Kind sich beim Abschied kaum beruhigen lässt oder die Trennung schwerfällt, ist ein Schritt zurück kein Rückschritt: Ihr könnt wieder mit in die Gruppe kommen oder die Zeit ohne euch zunächst auf wenige Minuten verkürzen1.

Lässt sich das Kind bei der Trennung gar nicht beruhigen, werden Eltern in der Regel wieder zurückgerufen1. Besprecht das Vorgehen mit der Bezugserzieherin; wichtig ist, dass die Eingewöhnung im Tempo eures Kindes bleibt und ihr Signale von Überforderung ernst nehmt1.

Ein Abbruch kann sinnvoll sein, wenn sich euer Kind auch nach längerer Eingewöhnungsphase von den Betreuungspersonen nicht beruhigen lässt und die Zeit der Trennung nicht verlängert werden kann1. Auch wenn über mehrere Wochen kein Vertrauen zu den Fachkräften entsteht und das Kind dauerhaft stark belastet wirkt, ist ein späterer Neustart eine Option1. Hört dabei auf euer Bauchgefühl und sprecht offen mit der Kita1.

Was ihr tun könnt, wenn die Eingewöhnung stockt, lest ihr im Ratgeber Kita-Eingewöhnung klappt nicht: Was Eltern wissen sollten.

Praxis-Tipps: Kita-Eingewöhnung

  1. Plant die Eingewöhnung flexibel: Ihr müsst nicht durchgehend in der Kita bleiben, aber erreichbar und schnell vor Ort sein, falls sich euer Kind nicht beruhigen lässt1.
  2. Besucht die Einrichtung vorher gemeinsam mit eurem Kind, damit Räume, Geräusche und Gesichter vertraut werden1, 2.
  3. Stellt die Morgenroutine schon vor dem Start auf den Kita-Rhythmus um – das nimmt Stress aus den ersten Wochen1.
  4. Sprecht vorab mit eurem Kind darüber, was in der Kita passiert: gemeinsames Spielen, neue Freund:innen, der Garten1, 2.
  5. Bezieht euer Kind ein und sucht Rucksack, Brotdose oder Trinkflasche gemeinsam aus1.
  6. Gebt eurem Kind Freiraum, die neue Umgebung selbst zu erkunden, und lauft ihm nicht hinterher1.
  7. Verabschiedet euch kurz, klar und mit einem festen Ritual; ein langsamer Abschied fällt Kindern meist schwerer als ein kurzer, bestimmter und herzlicher3. Schleicht euch nicht unbemerkt davon3.
  8. Gebt ein Übergangsobjekt wie Kuscheltier, Tuch oder Schnuller mit und bleibt telefonisch erreichbar, damit die Kita euch zurückrufen kann3.
  9. Besprecht Sorgen und Bedenken nicht vor eurem Kind, sondern sucht separat das Gespräch mit den pädagogischen Fachkräften1.
  10. Rechnet damit, dass die vielen neuen Eindrücke euer Kind in den ersten Wochen schneller ermüden lassen oder ungewohnte Reaktionen auslösen – das ist normal3.
  11. Klärt vor der Aufnahme die Formalitäten: Zeitnah vor Aufnahme des Kindes ist eine ärztliche Beratung zum Impfschutz nachzuweisen5.
Persönliche HörgeschichteDen Kita-Start vorwegnehmen: eine Geschichte über Bringen, Spielen und Abholen – mit dem Namen eures Kindes.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Welche Eingewöhnungsmodelle gibt es in der Kita?
Am häufigsten vertreten sind das Berliner Modell, das Münchener Modell und das Tübinger Modell, das auch als Peergroup-Modell bekannt ist1. Alle drei setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und eine schrittweise Trennung von der vertrauten Bezugsperson1. Das Berliner Modell verläuft in vier Phasen: Grundphase, Stabilisierungsphase, Schwellensituation und Abschlussphase2. Welches Modell eure Kita nutzt, erfahrt ihr beim Aufnahmegespräch und in der Konzeption der Einrichtung.
Woran erkenne ich, dass die Eingewöhnung gelungen ist?
Ein gutes Zeichen ist, wenn euer Kind gern in die Kita geht, sich von den Betreuer:innen trösten lässt und sich nach einer Trennung wieder beruhigen kann1. Es beteiligt sich am Gruppengeschehen, knüpft erste Kontakte und erzählt von seinen Erlebnissen1. Auch wenn Schlaf, Appetit und Stimmung stabil bleiben und kein vermehrtes Weinen auftritt, spricht das für eine gelungene Eingewöhnung1. Bei Unsicherheit hilft die Einschätzung der Bezugserzieherin.
Wann sollte ich die Kita-Eingewöhnung abbrechen?
Ein Abbruch kommt in Frage, wenn sich euer Kind auch nach längerer Eingewöhnungsphase von den Betreuungspersonen nicht beruhigen lässt und die Trennungszeit nicht verlängert werden kann1. Auch wenn über mehrere Wochen kein Vertrauen zu den Fachkräften entsteht und das Kind dauerhaft stark belastet wirkt, ist ein Neustart zu einem späteren Zeitpunkt eine Möglichkeit1. Sprecht offen mit der Kita und hört auf euer Bauchgefühl1.
Warum ist die Eingewöhnung wichtig?
Die Eingewöhnung gibt Kindern Zeit, Vertrauen zu neuen Bezugspersonen, Räumen und Abläufen aufzubauen1. Kinder können sich nur dann lernend ihrer Umwelt zuwenden, wenn sie sich sicher fühlen3. Besonders Kinder unter drei Jahren brauchen am Anfang eine feste Betreuungsperson, die ihre Signale wahrnimmt4. Bis eine Bindung entstanden ist, können einige Wochen oder Monate vergehen – der Bindung zu den Eltern schadet die neue Beziehung nicht4.
Wie lange dauert die Eingewöhnung in der Kita?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jedes Kind sein eigenes Tempo mitbringt1. Verbreitete Orientierungen sind sechs bis acht Wochen für die gesamte Eingewöhnungsphase1 sowie ein bis zwei, längstens drei Wochen Begleitung durch ein Elternteil3; eine Kita-Fachseite nennt zwei bis vier Wochen als Regel2. Auch danach kann die Vielfalt der neuen Eindrücke euer Kind schneller ermüden lassen oder ungewohnte Reaktionen auslösen3.

Quellen

  1. Behutsamer Kita-Start: So klappt die Eingewöhnung · abgerufen am 10.10.2026
  2. Erfolgreiche Kita-Eingewöhnung: Tipps für Eltern und Fachkräfte · Stand 28.09.2026
  3. Kinderhaus Mobile · abgerufen am 11.10.2026
  4. Die richtige Betreuung für Ihr Kind · Stand 27.06.2023
  5. Kita-Thema Impfen · Stand 25.04.2025
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

Mehr zum Thema

Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Eingewöhnung in der Kita.

Begriffe aus dem Baby-Lexikon: Eingewöhnung (Lexikon)