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Rübezahl – die Sage kindgerecht erzählt

Rübezahl ist der Berggeist des Riesengebirges. Der Sage nach hilft er den Armen und Gutmütigen, neckt und straft aber alle, die geizig, hochmütig oder spöttisch sind. Seine bekannteste Geschichte erzählt, wie er die Königstochter Emma in sein unterirdisches Reich entführte und dabei zu seinem Spottnamen kam. Hier ist sie kindgerecht nacherzählt – zum Vorlesen, zum Anhören und zum Weiterfragen.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 16 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Rübezahl als bärtiger Berggeist mit langem Stab auf einem Felsvorsprung im Riesengebirge, Nebel in den Tälern – Titelbild zur Rübezahl-Sage.
Alter ab
6
Autor/Herkunft
Rudolf Reichhardt (Rübezahl. Deutsche Volksmärchen vom Berggeist, Gutenberg #40327)

Neu erzählt nach Rudolf Reichhardt

Die Sage vom launischen Berggeist, der im Riesengebirge über Schätze, Wetter und die Menschen wacht – kindgerecht neu erzählt zum Vorlesen und Anhören.

Rübezahl – Herr der Berge

Hörfassung · 10 Min.
Rübezahl – Hörfassung der Nacherzählung
0:009:49
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Im Südosten des alten deutschen Sprachraums, wo heute Polen und Tschechien aneinandergrenzen, liegt das Riesengebirge. Zwischen seinen Felsen und Wäldern haust der Sage nach ein Geist, den das Volk Rübezahl nennt. Er selbst bezeichnet sich als Herrn des Gebirges, und wer ihn in seinem Reich mit dem Spottnamen ruft, muss mit seinem Zorn rechnen.

An der Oberfläche gehört ihm nur ein kleines Gebiet, doch tief unter der Erde reicht sein Reich weit hinab, bis dorthin, wo die Erze und Schätze lagern. Rübezahl ist ein launischer Geselle: heute euer warmherziger Freund, morgen kalt und fremd; einmal gütig und hilfsbereit, dann wieder stolz, übermütig und ungestüm, je nach Laune. Wer ihn freundlich grüßt, hat nichts zu fürchten. Wer die Armen schindet oder ihn verspottet, bekommt seinen Schabernack zu spüren.

Als er nach langer Zeit wieder ans Tageslicht stieg, staunte er: Aus den dunklen Wäldern waren Äcker, Dörfer und weidende Herden geworden. Die Menschen hatten sich ausgebreitet, ohne ihn zu fragen, und doch ließ er sie gewähren, weil ihm das geschäftige Treiben gefiel. Er wollte sie kennenlernen und verdingte sich als Ackerknecht unter dem Namen Rips. Er arbeitete so tüchtig, dass ihn bald alle im Dorf rühmten. Doch sein erster Herr war ein Prasser, der nächste ein Geizhals, der dritte ein ungerechter Richter. Als Rips nicht zum Werkzeug der Ungerechtigkeit werden wollte, sperrte man ihn ein – und er verschwand durch das Schlüsselloch aus dem Kerker. Enttäuscht kehrte er in sein Reich zurück.

Bald darauf begegnete er Emma. Die Königstochter saß mit ihren Gespielinnen an einem Wasserfall, und Rübezahl sah sie, verwandelte sich in einen jungen Mann und baute die wilde Felsengegend über Nacht in einen Zaubergarten um: ein Marmorbecken, aus dem eine Wasserfontäne stieg, blühende Rosenhecken, eine Grotte mit funkelnden Kristallwänden und Körbe voller Früchte. Als Emma beim Baden in die Tiefe glitt, führte er sie durch einen unterirdischen Gang in sein Schloss.

Dort umgab er sie mit allem Glanz, den er aufbieten konnte, und gestand ihr seine Liebe. Emma aber hatte Heimweh. Sie vermisste ihre Gespielinnen und wusste nicht, mit wem sie reden sollte. Da kam ihm ein Einfall: Er brachte einen Korb voller Rüben und einen bunt geschälten Stab. „Berühre die Rüben mit dem Stab“, erklärte er, „dann wird jede zu der Gestalt, die du dir wünschst.“

Emma rief Brünhild herbei, ihre liebste Gespielin, und danach ihren ganzen Hofstaat. Zwei Rüben verwandelte sie in eine Katze und ein Hündchen. Einige Wochen lang war sie glücklich und ließ sich bedienen und bespielen. Doch die herbeigezauberten Wesen welkten wie Rüben im Keller. Eines Morgens trat Emma in den Saal und fand statt ihrer fröhlichen Mädchen einen Haufen zittriger alter Frauen. Sie erschrak heftig und forderte Rübezahl zornig auf, ihnen Jugend und Schönheit zurückzugeben. Der Berggeist bedauerte es ehrlich: Solange Saft und Kraft in den Rüben gesteckt hatten, war der Zauber möglich gewesen, nun waren sie vertrocknet. Er versprach, im Frühjahr neuen Samen zu säen.

Über den Winter schmiedete Emma einen Plan. Als im Frühling die jungen Rüben grünten, sagte sie: „Wenn du mich heiraten willst, zähle mir alle Rüben auf diesem Acker. Verzählst du dich, muss ich frei sein.“ Rübezahl machte sich sofort an die Arbeit und hüpfte flink zwischen den Reihen umher. Weil er sich nicht sicher war, zählte er gleich noch einmal – und erhielt eine andere Zahl. Er begann von vorn. Während er rechnete und zählte, schwang sich Emma auf ein Rübenpferd und ritt über die Berge ins Maiental, wo ihr Verlobter Ratibor mit seinen Reitern wartete. Zum Abschied rief sie ihm den Spottnamen zu, der seitdem an ihm haftet. Rübezahl tobte, als er die Flucht bemerkte, doch über die Grenze seines Reiches hinaus war seine Macht zu Ende. Sein Zauberreich zerfiel, und er zog sich tief in die Erde zurück.

Erst nach langer Zeit kam er wieder ans Licht, und weil ihn ein übermütiger Wanderer mit dem Spottnamen gerufen hatte, beschloss er, mit den Menschen sein Spiel zu treiben. Dem ehrlichen Schneider Benedix spielte er übel mit: Er versteckte das geraubte Geldsäckel eines Kaufmanns in dessen Rucksack. Benedix wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Als Rübezahl aber Klärchen sah, die untröstliche Braut, die sich die Schuld an dem Unglück gab, verwandelte sich sein Zorn in Mitleid. Im Mönchsgewand befreite er den Schneider aus dem Kerker, steckte ihm Brot und eine Wurst mit Goldstücken in die Tasche, und Benedix entkam zu Klärchen. Die beiden zogen fort und lebten als ehrliche Leute.

Dem Bauern Veit, den ein böser Nachbar um Hof und Gut gebracht hatte, lieh Rübezahl hundert Taler. Veit musste einen Schuldschein ausstellen und versprach, in drei Jahren Kapital und Zins zurückzuzahlen. Mit dem Geld wirtschaftete er fleißig, kaufte Acker um Acker und gedieh. Als der Zahltag kam, war die Höhle im Felsen verschwunden. Da wirbelte der Wind ihm einen zerrissenen Zettel vor die Füße: seinen Schuldschein, darauf geschrieben stand: „Zu Dank bezahlt.“

Auch Kindern half er. Dem kleinen Peter, dessen mürrische Muhme ihn Tag für Tag plagte, schickte er als freundlicher Jäger Sperlinge, die die Ähren auflasen, dann Fische in Hülle und Fülle und zuletzt ein Wurzelmännchen für den kranken Vater. Die Muhme lachte und tanzte daraufhin einen ganzen Tag vor Freude und verließ das Dorf.

Prinzessin Emma reitet auf einem verzauberten Rübenpferd aus dem Gebirge, im Hintergrund der Berggeist Rübezahl auf einem Felsen.

Der Glaserfrau Ilse, die mit vier Kindern und schwerer Laubtracht unterwegs war, spielte er einen Schabernack, der sich in Segen verwandelte: Ihre Ziege starb, doch in ihrem Magen lagen goldene Blätter. Ihrem mürrischen Mann Steffen zerbrach Rübezahl mit einem Windstoß den ganzen Glaskorb, woraufhin der Geizhals zahm wurde und seine Frau in Ehren hielt.

Der Waise Susi, die bei einem armen Köhlerspaar lebte, schenkte er als Kräutermann ein Spinnrad. Mit den Kräutern des Fremden wurde der kranke Oheim wieder gesund und verdiente bald selbst mit geschnitzten Spinnrädern Geld. Bei ihrer Hochzeit segnete der geheimnisvolle Mann die Braut.

Dem geizigen Bäcker in Hirschberg, der einem armen Bauern einen Taler vom Holzpreis abzog, hackte er als angeblicher Holzhacker das ganze Holz mit seinem eigenen Bein klein und trug es samt Hocke fort. Danach war der Bäcker wie umgewandelt.

Drei übermütige Studenten, die sich über ihn lustig machten, bewirtete er in einem Zauberwirtshaus mitten im Wald, das nach ihrer Abreise verschwand. In ihren Päckchen fanden sie einen Frosch und eine Eidechse; nur Philipp, der nicht gespottet hatte, bekam einen goldenen Kegel.

Dem Botenmann Leopold fuhr sein Stock zwischen die Beine und trug ihn durch die Luft zum Jahrmarkt nach Schmiedeberg, wo man ihn für einen Hexenmeister hielt. Auch den Richter entführte der Stab durch die Luft, und so kam Leopold frei. Die Zauberkraft des Stabes aber erlosch.

Im strengen Winter schickte eine arme Weberfamilie den Jungen Gottlieb mit einem Ballen Leinwand in die Stadt. Der Kaufmann jagte ihn fort, und auf dem Rückweg sank der erschöpfte Junge in den Schnee. Er rief Rübezahl um Hilfe, wurde in einen warmen Pelz gehüllt und in ein Schloss gebracht; der hartherzige Kaufmann aber zahlte danach den Webern einen gerechten Preis.

Auch Hans, dem Hirtenjungen, der sich wünschte, alles zu besitzen, was ihm auf dem Weg begegnet, erfüllte er den Wunsch – mitsamt einer hässlichen Braut. Erst als Hans merkte, was für eine tüchtige und liebe Frau Liese war, löste Rübezahl die Verzauberung, und Liese bekam ihre frühere Gestalt zurück.

Zuletzt begegnete ihm Gräfin Cäcilie, die an keine Geister glaubte. Ein Räuber erschreckte ihre Reisegesellschaft als kopfloser Reiter; Rübezahl entlarvte den Schwindler, brachte die Damen in ein prächtiges Schloss, das danach niemand mehr finden konnte, und kehrte in seine unterirdischen Staaten zurück.

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Rübezahl in Kürze

Rübezahl ist der Berggeist des Riesengebirges. Als Königstochter Emma in sein unterirdisches Reich gerät, will er sie heiraten und schenkt ihr Zauberrüben, die sich in Menschen verwandeln lassen. Die Rüben welken, Emma sehnt sich heim. Sie verspricht ihm die Hand, wenn er alle Rüben auf dem Feld zählt – und flieht auf einem Rübenpferd zu ihrem Verlobten Ratibor, während er rechnet. Ihren Spottruf behält er als Namen. Später begegnet er den Menschen in vielen Geschichten: Er hilft den Armen, neckt die Geizigen und lässt sich von Übermütigen nicht verspotten.

Die Figuren

  • Rübezahl – der Berggeist und Herr des Riesengebirges, der Schätze und Wetter beherrscht und jede Gestalt annehmen kann.
  • Emma – die Königstochter, die er in sein unterirdisches Reich entführt und mit einem Zählspiel überlistet.
  • Fürst Ratibor – Emmas Verlobter, der sie im Maiental mit seinen Reitern erwartet.
  • Brünhild – Emmas liebste Gespielin, die als erste aus einer Zauberrübe entsteht.
  • Der alte König – Emmas Vater, der seine Tochter am Wasserfall verliert und den Verlust betrauert.
  • Rips – der Ackerknecht, in dessen Gestalt Rübezahl die Menschen kennenlernen will.
  • Benedix und Klärchen – der ehrliche Schneider, den Rübezahls Streich an den Galgen bringt, und seine untröstliche Braut.
  • Bauer Veit – der Bauer, der sich hundert Taler leiht und sich als ehrlicher Schuldner bewährt.
  • Der kleine Peter – der Knabe, dem der Berggeist als freundlicher Jäger beisteht.
  • Mutter Ilse und Steffen – die mutige Glaserfrau, die ihr Kind verteidigt, und ihr mürrischer Mann.
  • Susi – die fleißige Waise, die von Rübezahl als Kräutermann beschenkt wird.
  • Christoph und Else – das arme Köhlerspaar, das Susi aufnimmt und durch die Kräuter des Fremden wieder gesund wird.
  • Der geizige Bäcker – der reiche Bäcker in Hirschberg, dem Rübezahl einen Denkzettel verpasst.
  • Hans, Georg und Philipp – drei Studenten, die in einem Zauberwirtshaus bewirtet werden; nur Philipp geht beschenkt davon.
  • Leopold – der Botenmann, den ein Hexenstab durch die Luft trägt.
  • Gottlieb – der Weberjunge, der im Winter die Leinwand in die Stadt trägt und Rübezahl um Hilfe ruft.
  • Hans und Liese – der Hütejunge, der zu viel wünscht, und die verzauberte Braut, die ihn glücklich macht.
  • Gräfin Cäcilie – die Reisende, die an keine Geister glaubt und Rübezahl zuletzt doch erlebt.

Was lernen Kinder daraus?

Am Ende siegen in diesen Geschichten nie die Geizigen und Hochmütigen, sondern die Ehrlichen, Mutigen und Fleißigen. Veit zahlt seine Schulden und wird belohnt, Susi spinnt und wird reich, Gottlieb geht für seine Familie durch den Schnee und wird gerettet. Umgekehrt ergeht es dem habgierigen Bäcker und dem betrügerischen Schneider: Ihr Verhalten fällt auf sie zurück, bis sie sich ändern.

Kinder können daraus mitnehmen, dass Prahlen und Spotten selten gut enden, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft aber tragen. Emmas Geschichte zeigt außerdem: Wer sich etwas wünscht, sollte nicht über das Ziel hinausgehen. Rübezahl selbst bleibt zwiespältig – mal Helfer, mal Neckender. Genau das macht die Sage lebendig: Sie erzählt nicht von einem makellosen Helden, sondern von einem Wesen, dem man mit Respekt begegnen sollte.

Herkunft und Entstehung

Rübezahl gilt als die bekannteste Sagengestalt des Riesengebirges an der heutigen Grenze zwischen Polen und Tschechien4. Die Erzählungen wurden über Jahrhunderte mündlich weitergegeben. Der erste große Sammler war Johannes Praetorius, der in drei Bänden 241 Geschichten über den Berggeist zusammentrug2. Nachhaltig bekannt wurde Rübezahl durch Johann Karl August Musäus, der 1783 in seinen Volksmärchen der Deutschen fünf längere Legenden veröffentlichte – darunter die Geschichte, die den Namen erklärt2, 4. Schon 1561 zeigt ihn die erste Landkarte Schlesiens von Martin Helwig als geschwänzten Dämon2, 4.

Woher der Name stammt, ist bis heute nicht geklärt2. Sprachforscher deuten ihn als Verbindung des althochdeutschen hriobo („der Raue“) mit zagel („Schwanz“), was auf die Gestalt eines geschwänzten Dämons verweist2, 4. Im Polnischen heißt er seit 1898 Liczyrzepa, wörtlich „Rübe zählen“2; im Tschechischen ist er als Krakonoš bekannt2, 4.

Im 19. Jahrhundert wurde Rübezahl zur Identifikationsfigur der Schlesier2. Viele auffällige Felsformationen tragen bis heute seinen Namen, etwa „Rübezahls Würfel“, „Rübezahls Fußstapfen“ oder „Rübezahls Tanzplatz“, und ein eigens angelegter Rübezahlweg führt durch das Gebirge5. Kräuter- und Wurzelsammler verehrten ihn als Schutzpatron und meinten, er habe ihren Pflanzen besondere Heilkraft gegeben2.

Für die Jugend bearbeitet wurde der Stoff unter anderem von Rudolf Reichhardt; seine Fassung der Volksmärchen vom Berggeist diente als Grundlage dieser Nacherzählung.

Der Originaltext

Rübezahl

Deutsche Volksmärchen vom Berggeist und Herrn des Riesengebirges

Für die Jugend bearbeitet von Rudolf Reichardt Mit Illustrationen in Farbendruck nach Originalen von Eugen Siegert

Meidinger's Jugendschriften Verlag G. m. b. H. Berlin

Inhaltsverzeichnis.

1. Rübezahl, der Berggeist und Herr des Riesengebirges 2. Rübezahls erste Bekanntschaft mit den Menschen 3. Wie Rübezahl zu seinem Namen kam 4. Rübezahl und der Schneider Benedix 5. Rübezahl und der Bauer Veit 6. Der kleine Peter 7. Glaser Steffen und sein Weib Ilse 8. Susi und der Kräutermann 9. Der geizige Bäcker 10. Das sonderbare Wirtshaus 11. Der Hexenstab 12. Der arme Weberlieb 13. Wünsche nicht zuviel 14. Fischbach 15. Meister Meckerling 16. Gräfin Cäcilie

1. Rübezahl, der Berggeist und Herr des Riesengebirges.

Im Südosten unseres lieben deutschen Vaterlandes breitet sich ein Gebirge aus, das man seiner großartigen Naturbeschaffenheit und seiner Ausdehnung halber das Riesengebirge nennt. Es bildet einen Teil der Sudeten und scheidet Schlesien von Böhmen und Mähren. …

Text: Rudolf Reichhardt, Quelle: Project Gutenberg #40327. Fassungshinweis: Originalschreibweise der Ausgabe.

Fragen zum Gespräch mit eurem Kind

  1. Was würdet ihr tun, wenn euch im Gebirge ein Wanderer in die Irre führt?
  2. Warum war Emma in Rübezahls Schloss so traurig, obwohl es dort alles gab?
  3. Wie hätte Rübezahl es anstellen können, Emmas Freundschaft zu gewinnen?
  4. Rübezahl hilft den Armen und neckt die Geizigen – welche seiner Geschichten gefällt euch am besten?
  5. Was bedeutet für euch die Mahnung „Wünsche nicht zu viel“?

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Häufige Fragen

Wohin lockt Rübezahl die Wanderer?
Ein bestimmtes Ziel gibt es nicht – der Sage nach führt Rübezahl Wanderer im Riesengebirge in die Irre, sodass sie den rechten Weg verlieren2. Häufig erscheint er dabei als Mönch in aschgrauer Kutte oder in anderer Gestalt2. Wer ihn verspottet, muss außerdem mit einem plötzlichen Wetterumschwung rechnen, denn er gilt als Wetterherr des Gebirges2. Wer ihm freundlich und respektvoll begegnet, kommt meist unbehelligt davon.
Wer war Rübezahl?
Rübezahl ist der Berggeist des Riesengebirges, der Sage nach ein launischer Riese2, 3. Er hilft den Armen und Gutmütigen, bestraft aber Geizige und Hartherzige3. Schon Johannes Praetorius beschrieb ihn im 17. Jahrhundert als Widerspruchsgeist, der im einen Moment gerecht und hilfsbereit, im nächsten arglistig und launenhaft auftritt2. Er zeigt sich in vielen Gestalten: als Mönch, Bergmann, Junker oder Handwerker, auch als Tier2.
Wo lebte Rübezahl?
Der Sage nach lebt Rübezahl im Riesengebirge an der heutigen Grenze zwischen Polen und Tschechien, wo er die bekannteste Sagengestalt ist4. Seine Geschichten spielen im Gebirge und in den umliegenden Dörfern und Städten, etwa in Hirschberg, Schmiedeberg oder Giersdorf2. Auch eigentümliche Felsbildungen wurden nach ihm benannt, zum Beispiel die Rübezahlkanzel über den Schneegruben2.
Warum heißt Rübezahl Rübezahl?
Der Name ist ein Spottname, denn er erinnert an die Geschichte, in der Rübezahl sich beim Zählen der Rüben überlisten lässt2, 3. Diese Erklärung geht auf Johann Karl August Musäus zurück, der sie 1783 in seinen Volksmärchen der Deutschen erzählte2, 4. Sprachforscher vermuten dagegen eine andere Herkunft: Das althochdeutsche hriobo bedeutet „der Raue“, zagel steht für „Schwanz“ – zusammen deutet das auf einen geschwänzten Dämon hin2, 4. Genau geklärt ist die Herkunft des Namens bis heute nicht2.

Quellen

  1. Rübezahl · abgerufen am 11.10.2026
  2. Rübezahl · abgerufen am 11.10.2026
  3. Rübezahl · abgerufen am 11.10.2026
  4. Die Wiedergeburt des Rübezahl · abgerufen am 10.10.2026
  5. Rübezahl · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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