Ab wann Schnuller? Was Eltern wissen sollten
Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Ab wann Schnuller geben?
Wie euer Baby ernährt wird, entscheidet mit darüber, wann ein Schnuller passt. Bekommt euer Kind die Flasche, darf es den Schnuller von Geburt an nutzen2. Für ein Kind, das ausschließlich mit der Flasche gefüttert wird, ist der korrekte Einsatz eines Schnullers sogar sinnvoll, weil die Flasche das Saugbedürfnis nicht ausreichend stillt1, 3.
Stillt ihr, liegt das Augenmerk zunächst auf einer gelingenden Stillbeziehung: Das Neugeborene lernt zuerst das richtige Saugen an der Brust und trägt durch häufiges, ausgedehntes Saugen zur vollen Milchmenge und zu seiner Gewichtsentwicklung bei1. Deshalb wird ein Schnuller erst angeboten, wenn sich das Stillen eingespielt hat – meist ist das nach 4 bis 6 Wochen der Fall2, 3.
Wie unterschiedlich die Angaben ausfallen, zeigen die Empfehlungen: Der Flyer der Uniklinik Ulm nennt den Zeitraum ab der 6. bis 8. Lebenswoche und höchstens bis zum 12. Lebensmonat1. kindergesundheit-info.de nennt als frühesten Zeitpunkt die 2. oder 3. Lebenswoche5. Der Ulmer Flyer betont, dass außerhalb dieser Zeiten die Nachteile deutlich überwiegen1.
Wichtiger als ein starres Datum ist, wie euer Baby reagiert: Suchbewegungen mit dem Mund, Saugen an den Händen oder langes Unruhigsein beim Einschlafen können auf ein starkes Saugbedürfnis hinweisen. Dann gilt die Faustregel, so wenig wie möglich und so viel wie nötig zu geben1, 3. Was in den ersten Wochen zu beachten ist, lest ihr unter Schnuller für Neugeborene: Was Eltern wissen sollten.
Ab wann Schnuller für Babys?
Das Bedürfnis zu saugen ist angeboren und geht über die Nahrungsaufnahme hinaus: Nahrungsunabhängiges Saugen wirkt beruhigend, kann Schmerzen lindern und hilft beim Einschlafen1, 3. Deshalb ist die Frage, ab wann einen Schnuller zu geben sinnvoll ist, für viele Familien schnell beantwortet – sobald das Baby ihn annimmt und die Ernährung geklärt ist.
Die Vorteile aus Sicht der Fachquellen: Der Schnuller beruhigt Säuglinge, kann bei kleineren Eingriffen wie Impfungen oder Blutabnahmen als alternatives Schmerzmittel dienen und sorgt in bestimmten Situationen für Entlastung der Eltern1. Wird er zum Einschlafen verwendet, zählt er zu den Maßnahmen zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes1, 5.
Diesen Vorteilen stehen Nachteile gegenüber. Gewöhnt sich ein Baby zu sehr an den Schnuller, kann das zu Stillproblemen und verfrühtem Abstillen führen1. Bei Kindern, die den Schnuller nach dem 12. Lebensmonat nutzen, treten vermehrt Mittelohrentzündungen auf1. Der Mund eines wachen, interessierten Babys sollte frei bleiben, damit es die Hand-Mund-Koordination übt, lautiert und die Umwelt entdeckt1.
Saugen ist nicht die einzige Beruhigungsmethode: Stillen, Haut-zu-Haut-Kontakt, Tragen, Kuscheln, Streicheln, Singen und vertraute Gerüche sind ebenso wirksam wie ein Schnuller1. Einen Überblick über Handhabung, Reinigung und Auswahl findet ihr unter Schnuller: Was Eltern wissen sollten.
Ab wann Schnuller abgewöhnen?
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt, ab etwa 1 Jahr mit der Entwöhnung zu beginnen, um Zahn- und Sprachprobleme zu vermeiden2. Nach dem 1. Lebensjahr sollte der Schnuller möglichst nicht weiter verwendet werden, weil ein zu langer Gebrauch Fehlstellungen des Gebisses zur Folge haben kann und das Risiko für Mittelohrentzündungen erhöht5.
Aus zahnärztlicher Sicht hat sich ein Absetzen mit etwa 2 Jahren bewährt – oder früher, wenn euer Kind anfängt zu sprechen und zu kauen4. Sind zu diesem Zeitpunkt bereits Zahn- oder Kieferfehlstellungen vorhanden, bilden sie sich oft durch die natürlichen Wachstumsprozesse von selbst zurück4.

Das Tempo gibt euer Kind vor: Viele Kinder gewöhnen sich zwischen dem 2. und 4. Geburtstag von selbst vom Schnuller ab2. Der Schnuller hat für viele Kinder die Funktion eines Übergangsobjekts, deshalb hinterlässt der Abschied eine Lücke, die gefüllt werden möchte4. Als Ersatz kann ein anderes Übergangsobjekt dienen, etwa ein Kuscheltier oder ein Schnuffeltuch: Was Eltern wissen sollten. Euer Kind darf sich selbst aussuchen, was ihm hilft4.
Konkrete Rituale erleichtern den Abschied: Der Schnuller kann gemeinsam verschickt, verschenkt oder an einen Schnullerbaum gehängt werden4. Auch ein Abschiedsfest ist möglich – vielleicht nimmt die Schnullerfee ihn mit und lässt dafür ein Kuscheltier da4.
Schnuller und Stillen: Worauf ihr achten könnt
Das Saugen am Schnuller unterscheidet sich vom Saugen an der Brust: Gewöhnt sich das Baby zu sehr an den Schnuller, kann das zu Stillproblemen und verfrühtem Abstillen führen1. Solange die Milchbildung noch nicht voll etabliert ist, erhöht häufiges Saugen am Schnuller das Risiko, dass das Baby seltener an der Brust nuckelt – das wirkt sich negativ auf die Milchbildung aus3.
Auch nachdem die Milchmenge etabliert ist, kann ein zu häufiger Schnullereinsatz dazu führen, dass Gewichtszunahme und Gedeihen suboptimal verlaufen3. Der gelegentliche Einsatz bei einer Stillbeziehung ohne Probleme scheint dagegen keinen negativen Effekt auf das Stillen zu haben; bestehen bereits Stillprobleme, kann der Schnuller die Lage verschärfen3.
Internationale Empfehlungen gehen in eine ähnliche Richtung: Nach den Schritten zum erfolgreichen Stillen sollen gestillte Kinder keine künstlichen Sauger erhalten, mit besonderem Augenmerk auf die ersten 4 bis 6 Wochen3. Die American Academy of Pediatrics rät, den Schnuller gezielt einzusetzen und ihn nach etabliertem Stillen zum Einschlafen anzubieten3.
Stillen ist die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen verschiedene Erkrankungen und Risiken – dazu zählen auch der plötzliche Kindstod, Mittelohrentzündungen und Zahnfehlstellungen3. Deshalb steht die gelingende Stillbeziehung an erster Stelle, bevor ein Schnuller ins Spiel kommt3.
Schnuller beim Schlafen: Was ist sicher?
Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Schnuller, der speziell zum Einschlafen verwendet wird, die Gefahr des plötzlichen Kindstodes verringern kann5. Dann sollte er bei jedem Einschlafen gegeben werden, also auch beim Mittagsschlaf5. Fällt er während des Schlafens heraus, wird er nicht zurückgeschoben5.
Fachleute weisen darauf hin, dass ein Kind nicht gezwungen werden sollte, wenn es den Schnuller verweigert; ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod besteht nicht, wenn ein Kind keinen Schnuller braucht5. Nicht gestillte Kinder sollten zum Einschlafen einen Schnuller erhalten, sofern sie ihn annehmen3. Der schützende Effekt gilt für das Einschlafen, nicht für den alltäglichen Gebrauch3.
Sicherheit steht vor Bequemlichkeit: Der Schnuller darf nicht mit einem Bändchen am Hals oder an der Kleidung befestigt werden, es besteht Strangulationsgefahr5. Sinnvoll sind leichte, einteilige Modelle ohne Schnüre oder Bänder2.
Eine Abweichung gibt es in der zahnärztlichen Praxis: Dort wird teils geraten, den Schnuller beim Schlafen nicht im Mund zu lassen4, während die Empfehlungen zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes auf den Schnuller gerade beim Einschlafen setzen1, 5.
Form, Größe und Material: Wie ihr den passenden Schnuller findet
Beim Kauf zählen Größe, Gewicht und Saugteil. Das Gesamtgewicht des Schnullers sollte möglichst gering sein, der Sauger weich und anpassungsfähig, mit kleinem Durchmesser und flachem Schnullerschaft1. Empfohlen wird immer die kleinste Schnullergröße1.
Der Saugteil sollte möglichst klein und flach sein; eine querovale, flache Form ist am besten geeignet4. Vorteilhaft ist ein nach oben abgewinkelter Saugteil, der am Gaumen anliegt und die Zunge im hinteren Mundraum nach oben führt4. Anomalien des Oberkiefers entwickeln sich meist innerhalb der ersten 18 Lebensmonate, oft durch zu große Saugteile4. Deshalb bleibt ihr von Anfang an bis zum Entwöhnen bei der kleinsten Größe – der Kiefer wächst kaum in die Breite4.
Auch der Schaft ist wichtig: Er sollte nicht zu dick sein, damit der Zusammenbiss nicht gestört und das Wachstum der Schneidezähne nicht behindert wird; ein gestufter Schaft sorgt dafür, dass Ober- und Unterkieferzähne nah beieinanderliegen können4. Kinder, die den Schnuller drehen, kommen mit symmetrischen Modellen gut zurecht4. Weiches, bewegliches Material ist von Vorteil, Latex gilt dabei als besser geeignet als Silikon4.
Welche Form euer Baby bevorzugt, ist individuell. Modelle der Marke BIBS findet ihr unter BIBS-Schnuller: Was Eltern wissen sollten.
Was tun, wenn euer Baby keinen Schnuller möchte?
Will euer Baby den Schnuller anfangs nicht, ist das normal: Manchmal dauern die Gewöhnung oder die Suche nach der richtigen Form etwas länger2. Manche Babys wollen grundsätzlich keinen Schnuller – aufgedrängt werden sollte er nie4.
Hilfreich sind Geduld und kleine Versuche: testet verschiedene Formen und unterschiedliche Tageszeiten, haltet den Schnuller sanft an den Mund oder streichelt die Mundwinkel, das kann den Saugreflex fördern2. Am besten gelingt das in ruhigen Momenten2.
Fällt es eurem Kind schwer, den Schnuller im Mund zu halten, lohnt ein Blick auf das Bedürfnis: Vielleicht möchte es gerade einfach keinen2. Grundsätzlich dürfen Kinder nicht zum Schnullergebrauch gezwungen werden1.
Dann helfen andere Wege: Pucken, Tragen, Kuscheln und Haut-an-Haut-Kontakt beruhigen viele Babys zuverlässig2. Auch Singen, sanfte Musik, vertraute Stimmen und vertraute Gerüche gehören zu den Methoden, die ebenso effektiv sind wie ein Schnuller1.
Praxis-Tipps: Schnuller im Alltag
- Prüft zuerst die Grundbedürfnisse: Nähe, Berührung, Nahrung, Ruhe, Schlaf, Interaktion und eine frische Windel. Erst wenn all das erfüllt ist und euer Baby weiterhin unruhig ist, kommt der Schnuller zum Einsatz1.
- Gebt den Schnuller nur zum Schlafen, bei Schmerzen oder zur Beruhigung in Kombination mit Körperkontakt1.
- Spuckt euer Baby den Schnuller aus, steckt ihn nicht wieder hinein1.
- Kocht neue Schnuller vor der ersten Nutzung ab und reinigt sie regelmäßig1. Für die Reinigung reichen etwa 5 Minuten in kochendem Wasser; nach 6 Monaten genügt heißes Wasser mit etwas Spülmittel, das ihr gründlich abspült2.
- Süßt den Schnuller nie, teilt ihn nicht zwischen Geschwistern und leckt ihn nicht selbst ab1.
- Bleibt bei der kleinsten Schnullergröße und verzichtet auf Schnullerketten1.
- Befestigt den Schnuller nie mit Bändchen oder Schnüren am Hals oder an der Kleidung, es besteht Strangulationsgefahr5.
- Gebt den Schnuller bei jedem Einschlafen, auch beim Mittagsschlaf, und schiebt ihn nach dem Herausfallen nicht zurück5.
- Beginnt ab etwa 1 Jahr mit dem Abgewöhnen2 und bietet parallel ein Kuscheltuch oder ein anderes Übergangsobjekt an4.
- Achtet darauf, dass der Mund beim Spielen und Sprechen frei bleibt, damit Wahrnehmung und Austausch nicht gestört werden4.
Häufige Fragen
Welcher Schnuller eignet sich für Stillkinder?
Brauchen Babys einen Schnuller?
Wann und wie kann man einen Schnuller einführen?
Was tun, wenn euer Baby keinen Schnuller mag?
Dürfen Babys mit Schnuller schlafen?
Quellen
- 2024 06 20 Flyer Schnuller · abgerufen am 11.10.2026
- Ab wann darf ein Baby mit Schnuller schlafen? · abgerufen am 10.10.2026
- Schnuller · abgerufen am 10.10.2026
- Schnuller · abgerufen am 10.10.2026
- FAQ Einzelansicht · abgerufen am 10.10.2026
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