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Schnuller für Neugeborene: Was Eltern wissen sollten

Ein Schnuller für Neugeborene ist kein Muss, kann aber unterstützen: Er beruhigt, lindert Schmerzen bei kleinen Eingriffen und kann das Risiko des plötzlichen Kindstodes senken, wenn er zum Einschlafen genutzt wird1, 4. Stillt ihr, wartet am besten, bis sich die Stillbeziehung eingespielt hat2, 4. Danach gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig – und spätestens nach dem ersten Lebensjahr sollte der Schnuller möglichst nicht mehr genutzt werden1, 4.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 10 Min. LesezeitRedaktionell geprüft

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kleiner Schnuller für Neugeborene liegt auf einem hellen Musselintuch – Titelbild zum Ratgeber über Schnuller für Neugeborene

Ab wann ist ein Schnuller für Neugeborene sinnvoll?

Neugeborene kommen mit einem angeborenen Saugbedürfnis zur Welt. Das Saugen dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern hilft dem Baby auch, sich zu regulieren – etwa beim Einschlafen oder wenn es sich unwohl fühlt1. Ein Schnuller befriedigt dieses Bedürfnis, ist aber kein Muss: Stillen, Haut-zu-Haut-Kontakt, Tragen, Berührung, Kuscheln, vertraute Stimmen und Singen beruhigen ebenso wirksam1.

Stillt ihr, sollte zuerst die Stillbeziehung gelingen. Erst dann kommt ein Beruhigungssauger infrage1. Beim konkreten Zeitpunkt gibt es unterschiedliche Angaben: Die kindergesundheit-info.de nennt als frühesten Zeitpunkt die zweite oder dritte Lebenswoche, also nach dem Einspielen des Stillens4. Die Uniklinik Ulm empfiehlt, den Schnuller frühestens von der 6. bis 8. Lebenswoche an und höchstens bis zum 12. Lebensmonat zu verwenden1.

Wird euer Baby ausschließlich mit der Flasche gefüttert, sieht die Empfehlung anders aus: Dann ist der Einsatz eines Schnullers sinnvoll, weil die Flasche das Saugbedürfnis nicht ausreichend stillt1. Wer den Zeitpunkt genauer einordnen möchte, findet die wichtigsten Hinweise unter Ab wann Schnuller?

Welche Schnuller für Neugeborene sind geeignet?

Für Neugeborene gilt: immer die kleinste Schnullergröße verwenden1. Der Sauger sollte weich und anpassungsfähig sein, einen kleinen Durchmesser und einen flachen Schnullerschaft haben1. Als besonders geeignet gelten anatomisch geformte Schnuller mit flachem Saugteil3. Das Gesamtgewicht sollte möglichst gering sein – und Schnullerketten sind ausdrücklich nicht zu empfehlen1.

Beim Material habt ihr die Wahl: Silikon ist geschmacksneutral, sehr hitzebeständig und langlebig. Latex ist weicher und elastischer und passt sich flexibler an, kann bei empfindlichen Babys aber allergische Reaktionen auslösen3. Ist in eurer Familie eine Latexallergie bekannt, ist ein Schnuller aus Silikon die bessere Wahl3.

Ein häufiges Missverständnis: Nuckel müssen nicht mitwachsen. Ihr könnt auch bei einem älteren Kind bei der kleinsten Größe bleiben, weil der Kiefer so weniger belastet wird3. Wenn ihr eine Schnullerkette nutzt, sollte sie der Norm für Schnullerbänder (EN 12586) entsprechen3. Ein Bändchen am Hals oder an der Kleidung ist tabu, weil Strangulationsgefahr besteht4.

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Schnuller für Neugeborene: ja oder nein?

Ob euer Baby einen Schnuller bekommt, entscheidet ihr. Die Vorteile sind gut beschrieben: Der Schnuller beruhigt Säuglinge, kann bei kleineren Eingriffen wie Impfungen oder Blutabnahmen als alternatives Schmerzmittel dienen und entlastet Eltern in anstrengenden Situationen1. Nutzt ihr ihn zum Einschlafen, kann er das Risiko des plötzlichen Kindstodes senken1, 4.

Auf der anderen Seite stehen Nachteile, die mit Dauer und Häufigkeit der Nutzung zunehmen. Gewöhnt sich ein Baby zu stark an den Schnuller, kann das zu Stillproblemen und verfrühtem Abstillen führen1. Bei Kindern, die den Schnuller nach dem 12. Lebensmonat nutzen, treten vermehrt Mittelohrentzündungen auf; bei häufigem und langem Gebrauch sind Kiefer- und Zahnverschiebungen sowie Sprachstörungen möglich1. Ein erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen nennt auch das Stillen-Institut2.

Ein weiterer Punkt: Der Mund eines wachen, interessierten Babys sollte frei sein, damit es die Hand-Mund-Koordination üben, lautieren und seine Umwelt entdecken kann1. Häufiger Schnullergebrauch kann die Interaktion zwischen Baby und Erwachsenen behindern2. Einen Überblick über alle Fragen rund um das Thema bietet Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Schnuller und Stillen: Was gilt für Neugeborene?

Stillen ist die wichtigste Vorbeugung gegen verschiedene Risiken – dazu zählen der plötzliche Kindstod, Mittelohrentzündungen und Zahnfehlstellungen2. Deshalb sollte das Stillen zuerst gut klappen. Solange die Milchbildung noch nicht voll etabliert ist, erhöht häufiges Saugen am Schnuller das Risiko, dass zu selten non-nutritiv an der Brust gesaugt wird – das wirkt sich negativ auf die Milchbildung aus2.

Nach den „10 Schritten zum erfolgreichen Stillen“ sollen gestillten Kindern keine künstlichen Sauger angeboten werden. Besonderes Augenmerk liegt auf den ersten 4 bis 6 Wochen, in denen auf den Schnuller verzichtet werden sollte2. Auch die American Academy of Pediatrics empfiehlt, einen Schnuller erst nach erfolgreicher Etablierung des Stillens gezielt zum Einschlafen anzubieten2.

Ist die Stillbeziehung etabliert und verläuft ohne Probleme wie wunde Mamillen oder Milchstau, scheint der gelegentliche Schnullergebrauch keinen negativen Effekt auf das Stillen zu haben. Bestehen bereits Stillprobleme, kann der Schnuller die Situation verschärfen2. Gestillte Kinder sollten ihr Saugbedürfnis an der Brust befriedigen dürfen; eine Begrenzung der Stillzeit wird nicht empfohlen2. Für Babys, die ausschließlich Flaschennahrung bekommen, ist ein Schnuller dagegen sinnvoll und zu empfehlen1.

Schützt ein Schnuller Neugeborene vor dem plötzlichen Kindstod?

Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass es die Gefahr des plötzlichen Kindstodes verringern kann, wenn ein Schnuller speziell zum Einschlafen verwendet wird4. Dann sollte er aber bei jedem Einschlafen gegeben werden, also auch beim Mittagsschlaf4. Fällt er im Schlaf heraus, wird er nicht wieder zurückgeschoben4.

Warum das so sein könnte, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Vermutet wird, dass Kinder mit Schnuller weniger tief schlafen und bei Atemunregelmäßigkeiten leichter aufwachen4. Wichtig ist die Einordnung: Die Studienlage erlaubt nicht den Umkehrschluss, dass das Risiko steigt, wenn ein Kind keinen Schnuller braucht4. Und ein Baby, das den Schnuller verweigert, sollte nicht dazu gezwungen werden4.

Der Schnuller darf außerdem niemals mit einem Bändchen am Hals oder an der Kleidung befestigt werden, weil Strangulationsgefahr besteht4. Nutzt ihr ihn zum Einschlafen, achtet darauf, dass die übrigen Schlafempfehlungen ebenfalls stimmen – Rückenlage, rauchfreie Umgebung, Schlafsack statt Decke und ein karges Bettchen5.

Wie haltet ihr den Schnuller für Neugeborene sauber?

Vor der ersten Anwendung wird der Schnuller abgekocht, danach regelmäßig gereinigt1. Für Babys bis 4 Monate ist es empfehlenswert, den Schnuller täglich auszukochen oder zu sterilisieren. Ab einem Alter von 5 Monaten reicht es, ihn zweimal wöchentlich auszukochen, und ab etwa einem halben Jahr genügt eine wöchentliche Reinigung3. Neue Schnuller sollten vor dem ersten Gebrauch immer sterilisiert werden3.

Wichtig ist außerdem der regelmäßige Sicherheitscheck: Zieht einmal kräftig am Schnuller und prüft, ob er Löcher oder Risse hat3. Laut Herstellerangaben sollten Schnuller rund alle 2 Monate ausgetauscht werden3.

Und zwei Regeln, die oft unterschätzt werden: Den Schnuller niemals süßen, also nicht mit Honig, Sirup oder Zucker bestreichen oder bestreuen1, 3. Und er gehört nur in den Mund eures Babys: Nehmt ihr ihn selbst in den Mund, könnt ihr Karies und andere Krankheiten übertragen3. Fällt der Schnuller herunter und ihr könnt ihn gerade nicht reinigen, legt ihn weg und greift zu einem sauberen Ersatz3.

Schnuller für Neugeborene abgewöhnen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Faustregel lautet: Nach dem ersten Lebensjahr sollte der Schnuller möglichst nicht weiter verwendet werden, weil ein zu langer Gebrauch Fehlstellungen des Gebisses begünstigt und das Risiko für Mittelohrentzündungen erhöht4. Die Uniklinik Ulm nennt als Nutzungszeitraum höchstens bis zum 12. Lebensmonat und weist darauf hin, dass die Abgewöhnung oft schwerfällt1.

Für die Zähne gilt eine beruhigende Einordnung: Auch kiefergerechte Schnuller sind Fremdkörper, die die Stellung der Zähne verändern – bis zu einem Alter von 3 Jahren aber überwiegend vorübergehend3.

Den richtigen Moment erkennen viele Eltern daran, dass ihr Kind von sich aus weniger Interesse am Schnuller zeigt und der angeborene Saugreflex nachlässt. Dann darf der Nuckel weg3. Bei vielen Kindern geschieht das nicht von allein; hier hilft zum Beispiel die Schnullerfee beim Abgewöhnen3.

Frühgeborene und kranke Neugeborene: Was gilt beim Schnuller?

Frühgeborene und kranke Neugeborene sind ein Sonderfall im Umgang mit Schnullern1. In der Kinderklinik dient der Schnuller als Therapie: Er beruhigt die Kleinen bei einer Trennung von den Eltern, unterstützt sie bei der Ernährung und fördert einen leichteren Übergang zwischen der Magensonde und dem Saugen an der Flasche oder Brust1.

Auch das Stillen-Institut beschreibt diese therapeutische Wirkung für Frühgeborene und kranke, hospitalisierte Säuglinge – hilfreich vor allem dann, wenn die Eltern gerade nicht anwesend sind2. Gleichzeitig gilt: Intensiver Haut- und Körperkontakt ist dem Schnuller immer vorzuziehen2. Und ganz gleich, ob euer Baby reif oder zu früh geboren ist – es darf nicht zum Schnullergebrauch gezwungen werden1.

Wenn euer Baby in einer Klinik betreut wird, fragt das Behandlungsteam, wie der Schnuller bei eurem Kind eingesetzt wird; dort ist er Teil der Versorgung1.

Praxis-Tipps: Schnuller für Neugeborene

  1. Wartet bei Stillkindern, bis sich das Stillen eingespielt hat, bevor ihr den ersten Schnuller anbietet2, 4.
  2. Wählt die kleinste Schnullergröße und bleibt auch später dabei – so wird der Kiefer weniger belastet1, 3.
  3. Kocht neue Schnuller vor dem ersten Gebrauch ab und reinigt sie danach regelmäßig1, 3.
  4. Gebt den Schnuller nur zum Schlafen, bei Schmerzen oder zur Beruhigung in Kombination mit Körperkontakt1.
  5. Steckt den Schnuller nicht wieder in den Mund, wenn euer Baby ihn ausgespuckt hat1, 2.
  6. Verzichtet auf Schnullerketten oder nutzt nur Modelle nach EN 12586; ein Bändchen am Hals ist tabu1, 3, 4.
  7. Prüft den Schnuller regelmäßig mit einem kräftigen Zug auf Risse und tauscht ihn laut Herstellerangaben etwa alle 2 Monate aus3.
  8. Süßt den Schnuller nie und nehmt ihn nicht selbst in den Mund1, 3.
  9. Plant das Abgewöhnen nach dem ersten Lebensjahr ein und nutzt Rituale wie die Schnullerfee, wenn es nicht von allein klappt3, 4.
Infografik mit Praxis-Tipps zur Schnullernutzung bei Neugeborenen, von der Größenauswahl über die Hygiene bis zum richtigen Einsatz.
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Häufige Fragen

Welcher Schnuller eignet sich für Neugeborene, die gestillt werden?
Für gestillte Neugeborene zählt zuerst der Zeitpunkt: Bietet den Schnuller erst an, wenn sich das Stillen eingespielt hat2, 4. Passt dann die kleinste Schnullergröße mit kleinem Durchmesser und flachem Schnullerschaft, kann euer Baby daran nuckeln1. Verweigert es den Schnuller, ist das völlig in Ordnung – Zwang ist nie sinnvoll1, 4. Gestillte Kinder dürfen ihr Saugbedürfnis weiter an der Brust stillen2.
Warum bekommen manche Neugeborene keinen Schnuller?
Viele Stillfachleute betrachten den Schnuller kritisch, besonders wenn er schon in den ersten Tagen nach der Geburt eingesetzt wird2. Das Stillen ist die wichtigste Vorbeugung unter anderem gegen den plötzlichen Kindstod, Mittelohrentzündungen und Zahnfehlstellungen, deshalb soll sich zuerst die Stillbeziehung etablieren2. Außerdem sollte der Schnuller nie die erste Beruhigungsmaßnahme sein – Zuwendung, Körperkontakt und Tragen stehen zuerst2. Verweigert das Baby den Schnuller, wird es nicht dazu gezwungen1.
Wie viele Schnuller braucht ein neugeborenes Baby?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Praktisch ist ein sauberer Ersatzschnuller: Fällt einer herunter und ihr könnt ihn gerade nicht reinigen, ist es besser, ihn wegzulegen und einen zweiten dabeizuhaben3. Aus hygienischen Gründen gehört regelmäßiges Reinigen dazu3. Mit einem Ersatz in der Wickeltasche seid ihr für unterwegs gut gerüstet. Eine große Auswahl braucht es nicht, wichtiger sind passende Größe und ein sicherer Zustand1, 3.
Worauf sollten Eltern beim Kauf eines Schnullers achten?
Achtet darauf, dass die Größe zum Alter eures Babys passt und der Schnuller nicht zu groß ist3. Wählt ein Modell, dessen Schadstofffreiheit belegt ist3. Für Neugeborene ist die kleinste Schnullergröße vorgesehen1. Schnuller sind keine einmalige Anschaffung: Laut Herstellerangaben sollten sie rund alle 2 Monate ausgetauscht werden3. Da im Test auch günstige Modelle gut abgeschnitten haben, lohnt es sich, erst einmal diese anzubieten3.
Ab wann kann ich meinem Baby einen Schnuller geben?
Bei gestillten Babys dauert es in der Regel 4 bis 6 Wochen, bis sich das Stillen eingespielt hat; erst danach kann ein Schnuller eingeführt werden3. Bekommt euer Baby Fläschchen mit Pre-Nahrung, spricht nichts dagegen, schon früher mit der Einführung zu beginnen3. Wichtig ist, dass ihr den Schnuller nicht aufzwingt und ihn nicht wieder in den Mund steckt, wenn euer Baby ihn ausgespuckt hat1, 2.

Quellen

  1. 2024 06 20 Flyer Schnuller · abgerufen am 11.10.2026
  2. Schnuller · abgerufen am 10.10.2026
  3. Schnuller Test: Das sind die aktuellen Testsieger · Stand 08.07.2026
  4. FAQ Einzelansicht · abgerufen am 10.10.2026
  5. Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen · Stand 01.05.2025
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