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Schnuller angewöhnen: Was Eltern wissen sollten

Den Schnuller angewöhnen gelingt am ehesten in ruhigen Momenten, in denen euer Baby satt, wach und entspannt ist. Fachleute empfehlen, ihn erst anzubieten, wenn sich das Stillen eingespielt hat – frühestens nach 2 bis 3 Wochen4; eine andere Empfehlung nennt 3 bis 4 Wochen1. Ein Kind sollte nicht gezwungen werden, wenn es den Schnuller verweigert4; lasst es stattdessen selbst danach suchen und rechnet mit 1 bis 2 Wochen Geduld2.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 10 Min. LesezeitRedaktionell geprüft

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Mutter hält ihr Baby im Arm und bietet ihm ruhig einen Schnuller an – Titelbild zum Ratgeber Schnuller angewöhnen

Babys an den Schnuller angewöhnen

Neugeborene haben einen angeborenen Saugreflex und ein ausgeprägtes Saugbedürfnis. Nuckeln am Schnuller befriedigt dieses Bedürfnis, und euer Baby lernt, Saugen und Ruhigwerden zu verknüpfen3. Diese positive Erfahrung hilft später beim Einschlafen und beim Aufbau einer Einschlafroutine3.

Beim Zeitpunkt geht es zuerst ums Stillen. kindergesundheit-info.de rät, den Schnuller erst anzubieten, wenn sich das Stillen eingespielt hat – frühestens nach 2 bis 3 Wochen4. Eine andere Empfehlung nennt 3 bis 4 Wochen, bis ein stabiler Saug- und Essensrhythmus entstanden ist1.

Wenn ihr euer Baby an den Schnuller angewöhnen möchtet, darf euer Bauchgefühl mitentscheiden. Ein Muss ist der Schnuller nicht: Fachleute weisen darauf hin, dass ein Kind nicht gezwungen werden sollte, wenn es den Schnuller verweigert4. Wenn ein Schnuller nicht zu eurem Kind passt, kann stattdessen ein Kuscheltier oder Kuscheltuch zur vertrauten Einschlafhilfe werden3.

Manche Eltern wünschen sich den Schnuller als Einschlafhilfe, andere möchten das Nuckeln am Daumen oder am kleinen Finger ersetzen2.

Einen Überblick über Formen, Material und Hygiene gibt Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Wie kann man den Schnuller angewöhnen?

Am wichtigsten ist der richtige Moment: Bietet den Schnuller an, wenn euer Baby ruhig und aufnahmebereit ist – nicht, wenn es hungrig oder aufgeregt ist1, 3. Gute Gelegenheiten sind nach dem Stillen, wenn es wach und zufrieden ist, kurz vor dem Einschlafen oder in einer vertrauten, ruhigen Umgebung1.

Legt den Schnuller an die Lippen und lasst euer Baby selbst danach suchen; erzwingt nichts und lasst euer Baby das Tempo bestimmen1. In den ersten Tagen schieben viele Säuglinge die Zunge nach vorn, sodass der Sauger wieder herausfällt. Es kann helfen, ihn vorsichtig festzuhalten – nach 1 bis 2 Tagen hat das Baby die Technik meist verstanden und hält ihn selbst2. Steckt den Sauger sanft so in den Mund, dass er den Gaumen leicht berührt; so setzt der Saugreflex leichter ein2.

Wärme und Geruch erhöhen oft die Akzeptanz: Ein kurz unter warmem Wasser gehaltener Schnuller erinnert eher an die Brust1. Wer ihn ein paar Stunden am eigenen Shirt trägt, gibt ihm den vertrauten Geruch mit1. Sanftes Summen, Wiegen oder Tragen in der Trage schafft zusätzliche Geborgenheit1, 3.

Über das Tempo entscheidet euer Kind: Familien berichten in Foren und Elterngruppen von etwa 1 bis 2 Wochen, in denen das Angewöhnen dauert – die ersten Tage sind meist die schwierigsten2. Was beim Nuckeln am Daumen und am Schnuller zu beachten ist, steht unter Nuckeln.

Infografik mit fünf Tipps zum Angewöhnen des Schnullers: passender Moment, sanftes Anbieten, Wärme, Geborgenheit und Geduld.
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Warum lehnt mein gestilltes Baby den Schnuller ab?

Beim Stillen erlebt euer Baby Geborgenheit: Duft, Wärme, Milchfluss und der Rhythmus der Brust sind vertraut. Ein Schnuller fühlt sich anders an, deshalb wird er anfangs oft abgelehnt1.

Häufige Gründe sind: Euer Baby verbindet Saugen nur mit dem Füttern; die Form oder Textur wirkt fremd; oder es bekommt den Schnuller, obwohl es hungrig oder aufgeregt ist1.

Auch Material und Form spielen eine Rolle. Naturkautschuk ist gelblich, hat einen deutlichen Eigengeruch und einen eigenen Geschmack – manche Kinder verziehen das Gesicht und spucken den Schnuller schnell wieder aus. Modelle aus Silikon sind transparent, geruchs- und geschmacksneutral und robuster, fühlen sich aber weniger weich an2.

Hinzu kommt die andere Saugtechnik: Stillkinder schieben die Zunge nach vorn – beim Trinken nötig, beim Schnuller lässt sie ihn wieder herausfallen. Abgeflachte Modelle sind für Stillkinder deshalb oft ungewohnt2.

Manche Familien möchten beim Abstillen den Schnuller angewöhnen. Auch dann gilt: in ruhigen Momenten anbieten und nie gegen Widerstand1, 4.

Schnuller angewöhnen: Tipps

Übt nicht nur im Bett, sondern auch tagsüber – auf der Krabbeldecke, beim Trösten und in Ruhephasen. So wird der Schnuller zu einem vertrauten Gegenstand3.

Das Greifen und das Treffen des Mundes sind für Babys motorisch anspruchsvoll und brauchen viele Wiederholungen3. Mit einem Kuscheltuch klappt das oft leichter, weil es keine richtige Seite hat und groß genug ist, um es schnell zu finden3.

Ab dem 6. Monat können Babys lernen, den Schnuller selbst zurückzuholen3. Verteilt dafür mehrere Schnuller im Bett, so dass sie nicht durch die Gitterstäbe fallen können; größere Kinder wissen oft genau, wo sie liegen3.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst tagsüber üben, später nachts. Wird der Schnuller nachts schon beim ersten Mucks in den Mund gesteckt, bleibt das Kind passiv und kommt gar nicht in die Situation, sich selbst zu helfen3. Hilfreicher ist, in der ersten Nachthälfte nicht automatisch nachzuschieben, sondern das Kind beim Suchen zu begleiten und seine Hand zum Mund zu führen3.

Welcher Schnuller eignet sich zum Angewöhnen?

Für die Akzeptanz ist vor allem das Material ausschlaggebend. Naturkautschuk (Latex) fühlt sich weicher und flexibler im Mund an, reißt aber schneller ein; Silikon ist robuster und geruchs- und geschmacksneutral. Manche Babys sind latexallergisch und haben nur Silikonvarianten zur Verfügung2.

Ebenso wichtig ist die Form: Stillkinder sind die Form und Beschaffenheit der Brustwarze gewöhnt und tun sich mit abgeflachten Modellen oft schwer2. Der Anbieter BIBS führt seine Schnuller in runder, symmetrischer und anatomischer Form und beschreibt den runden Sauger aus Naturkautschuk als besonders brustähnlich1. Mehr zu den Modellen steht unter BIBS-Schnuller.

Wird ein Schnuller immer wieder verweigert, lohnt es sich, eine andere Form oder ein anderes Material zu probieren – ohne sich in Unkosten zu stürzen2.

Zur Hygiene: Lutscht Schnuller nicht ab, sondern reinigt sie mit einem sauberen Tuch; so verringert ihr die Gefahr, Kariesbakterien auf euer Kind zu übertragen5. Bestreicht den Schnuller nie mit Honig, Sirup oder Zucker5. Wie ihr ihn zwischendurch auskocht, steht unter Schnuller auskochen.

Schnuller angewöhnen als Einschlafhilfe: Was dahintersteckt

Hinter dem Schnuller steckt mehr als Beruhigung: Die Idee der selbststeuerbaren Einschlafhilfen ist, dass Kinder lernen, sich beim Einschlafen und Weiterschlafen selbst zu helfen3. Nachts ist elterliche Aufmerksamkeit nicht sofort verfügbar. Kann ein Baby seinen Schnuller selbst finden und nutzen, beruhigt es sich eigenständig und schläft meist schnell wieder ein3.

Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Schnuller, der speziell zum Einschlafen verwendet wird, die Gefahr des Plötzlichen Kindstodes verringern kann. Er sollte dann bei jedem Einschlafen gegeben werden, auch beim Mittagsschlaf, und nicht zurückgeschoben werden, wenn er herausgefallen ist4.

Umgekehrt gilt: Die Studienlage lässt nicht den Rückschluss zu, dass das Risiko erhöht ist, wenn ein Kind keinen Schnuller braucht4.

Für die Frage, bis wann sich der Schnuller angewöhnen lässt, gibt es eine klare Orientierung: Nach dem 1. Lebensjahr sollte er möglichst nicht weiter verwendet werden, weil ein zu langer Gebrauch zum Beispiel Fehlstellungen des Gebisses zur Folge haben kann; auch das Risiko für Mittelohrentzündungen wird durch Schnullern erhöht4.

Schnuller angewöhnen: Was tun, wenn es nicht klappt?

Wird der Schnuller immer wieder ausgespuckt, ist nichts schiefgelaufen: Anfängliche Ablehnung ist ganz normal. Manche Babys nehmen ihn schnell an, andere brauchen mehr Zeit – kleine Erfolge zählen1.

Probiert in solchen Fällen eine andere Form oder ein anderes Material – vielleicht kommt euer Baby mit einem bestimmten Saugteil besser klar2.

Ihr dürft das Thema auch lassen: Wenn ein Schnuller nicht zu eurem Kind passt, kann ein Kuscheltier oder Kuscheltuch zur vertrauten Einschlafhilfe werden3. Wer ein Kuscheltier liebt, kann später leichter auf den Schnuller verzichten3.

Für alle Eltern gilt: informieren, das Kind beobachten und auf das eigene Bauchgefühl hören. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ein Schnuller nicht zu eurem Kind passt, ist das völlig in Ordnung3.

Praxis-Tipps: Schnuller angewöhnen

  1. Prüft den Zeitpunkt: Bietet den Schnuller erst an, wenn sich das Stillen eingespielt hat – frühestens nach 2 bis 3 Wochen4.
  2. Wählt einen ruhigen Moment: satt, entspannt und wach, nicht hungrig oder aufgeregt1, 3.
  3. Nutzt den Halbschlaf: Wenn euer Baby beim Stillen oder bei der Flasche wegdöst, lässt sich Brust oder Flasche gegen den Schnuller tauschen2.
  4. Macht ihn warm und vertraut: kurz unter warmes Wasser halten oder ein paar Stunden am eigenen Shirt tragen1.
  5. Lasst euer Baby selbst suchen: außer in den ersten Tagen, in denen vorsichtiges Festhalten beim Üben hilft1, 2.
  6. Wechselt Form oder Material: Wenn der Schnuller immer wieder herausfällt, probiert einen anderen Sauger aus2.
  7. Übt tagsüber: auf der Krabbeldecke und in Tröstesituationen, nicht nur im Bett3.
  8. Legt mehrere Schnuller bereit: ab dem 6. Monat so im Bett verteilt, dass euer Baby sie selbst wiederfinden kann3.
  9. Reinigt mit einem Tuch statt abzulecken, und gebt Honig, Sirup oder Zucker nie auf den Schnuller5.
Persönliche HörgeschichteFür ein vertrautes Ritual zum Einschlafen und Trösten: Erstellt eine Hörgeschichte mit dem Namen, Alter und Lieblingsthema eures Kindes.Jetzt Geschichte erstellen

Häufige Fragen

Wie kann man den Schnuller angewöhnen?
Am ehesten in ruhigen Momenten: satt, entspannt, kurz vor dem Einschlafen, nicht hungrig oder aufgeregt1, 3. Legt den Schnuller an die Lippen, statt ihn zu fixieren, und gebt eurem Baby Zeit1. In den ersten Tagen fällt er oft heraus, weil die Zunge nach vorn schiebt; vorsichtiges Festhalten hilft, bis die Technik sitzt2. Für die Gewöhnung solltet ihr 1 bis 2 Wochen einplanen2.
Warum lehnt mein gestilltes Baby den Schnuller ab?
Stillkinder verbinden die Brust mit Duft, Wärme, Milchfluss und einem vertrauten Rhythmus; ein Schnuller fühlt sich anders an1. Oft ist auch die Saugtechnik eine andere: Die Zunge schiebt nach vorn und befördert den Sauger wieder hinaus2. Dazu kommen Material und Form – Naturkautschuk riecht und schmeckt eigen, abgeflachte Modelle sind für Stillkinder ungewohnt2. Geduld und ruhige Momente helfen am meisten1.
Selbststeuerbare Einschlafhilfe für Babys – was bedeutet das und warum ist das wichtig?
Selbststeuerbar heißt: Euer Baby kann sich beim Einschlafen und Weiterschlafen selbst helfen, indem es Schnuller oder Kuscheltier eigenständig findet und nutzt3. Das ist wichtig, weil elterliche Aufmerksamkeit nachts nicht sofort verfügbar ist. Beruhigt sich das Kind selbst, schläft es meist schnell wieder ein – und ihr müsst nicht bei jedem Erwachen eingreifen3. Ab dem 6. Monat können Babys das lernen, geübt wird zuerst tagsüber3.
Sollte man Babys an den Schnuller gewöhnen – ja oder nein?
Ein Muss ist es nicht – die Entscheidung gehört zu euch. Der Schnuller kann das angeborene Saugbedürfnis befriedigen und beim Einschlafen helfen3; Untersuchungen geben zudem Hinweise, dass er beim Einschlafen das Risiko des Plötzlichen Kindstodes verringern kann4. Verweigert ein Kind ihn, sollte es aber nicht gezwungen werden4. Wenn der Schnuller nicht passt, ist eine andere Beruhigungshilfe wie ein Kuscheltier eine gute Alternative3.
Was ist, wenn mein Kind keinen Schnuller nimmt?
Das ist kein Grund zur Sorge: Fachleute weisen darauf hin, dass das Risiko des Plötzlichen Kindstodes nicht erhöht ist, wenn ein Kind keinen Schnuller braucht4. Zwingt euer Kind nicht, wenn es ihn verweigert4. Als vertraute Einschlafhilfe kann stattdessen ein Kuscheltier oder Kuscheltuch dienen, das durch liebevolle Rituale und Wiederholung zum Wohlfühlobjekt wird3.

Quellen

  1. Wie Sie Ihr gestilltes Baby an einen Schnuller gewöhnen · abgerufen am 10.10.2026
  2. Schnuller angewöhnen · Stand 16.05.2022
  3. Schnuller & Kuscheltier: Einschlafhilfe für Babys · abgerufen am 11.10.2026
  4. FAQ Einzelansicht · abgerufen am 10.10.2026
  5. So bleiben Kinderzähne gesund · Stand 30.04.2025
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am Redaktionell geprüft am nach unseren Redaktionsgrundsätzen

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