Zum Inhalt springen

Welche Schnuller sind am besten? Was Eltern wissen sollten

Einen einzelnen Schnuller, der für jedes Baby der beste ist, gibt es nicht – wichtig sind Alter, Anlass und die Frage, ob euer Kind den Sauger annimmt. Welche Schnuller sind am besten? Die Empfehlungen setzen beim Schlafen an: Bietet eurem Baby einen Schnuller an, ohne es zu zwingen; das senkt das Risiko des Plötzlichen Kindstods1, 3. Nach 6 Monaten raten Experten zum Abgewöhnen2.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 9 Min. LesezeitRedaktionell geprüft

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Zwei schlichte Schnuller auf einem hellen Holztisch neben Babyschlafsack – welche Schnuller sind am besten für Babys, Zähne und Kiefer

Welche Schnuller sind am besten – worauf es ankommt

Ein einzelnes Modell, das für jedes Kind die beste Wahl wäre, gibt es nicht. Die Frage, welcher Schnuller der beste ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten: Ob ein Sauger passt, zeigt sich im Zusammenspiel von Alter, Anlass und eurem Baby.

Eine Empfehlung gilt trotzdem für fast alle Familien: Beim Schlafen darf ein Schnuller dabei sein. Die Empfehlungen zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstods raten, dem Baby einen Schnuller zum Einschlafen anzubieten – ohne Zwang1. Dass sich die heutigen Empfehlungen auszahlen, zeigen die Fallzahlen: In Deutschland sind die Fälle des Plötzlichen Säuglingstodes um nahezu 80 Prozent zurückgegangen1.

Zweitens begleitet der Schnuller nur eine Phase. Experten empfehlen, Babys nach 6 Monaten den Schnuller abzugewöhnen2. Dazu kommen Sauberkeit und ein sicherer Schlafplatz.

Auch ein Schnuller-Test oder eine Vergleichsliste hilft nur begrenzt weiter: Beide sagen nichts darüber, ob euer Kind den Sauger annimmt. Den besten Schnuller für euer Baby erkennt ihr daran, dass es ihn annimmt und sich damit wohlfühlt.

Einen Überblick über alle Fragen rund um das Saugen findet ihr in Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Welche Schnuller sind am besten für Babys?

Für Babys gibt es keinen Sauger, der für alle passt – aber einen guten Zeitpunkt. Bietet den Schnuller nach dem 1. Lebensmonat an3. Mag euer Kind ihn, darf er beim Einschlafen dabei sein, und es macht nichts, wenn er im Schlaf herausfällt1. Lehnt euer Baby ihn ab, ist auch das ein normaler Verlauf.

Welche Schnuller sind am besten für Neugeborene? Diese Frage entscheidet sich weniger am Modell als an der Schlafumgebung. Legt euer Baby im 1. Lebensjahr zum Schlafen immer auf den Rücken, nie auf den Bauch; auch die Seitenlage wird nicht empfohlen1. Stellt das Bettchen im Elternschlafzimmer auf, sorgt für eine rauchfreie Umgebung und haltet den Schlafraum mit etwa 18 Grad Celsius eher kühl1, 3.

Wickelt euer Baby zum Schlafen nicht fest ein, denn Pucken kann das Risiko erhöhen3. Verzichtet außerdem auf Kopfkissen, Bettdecken, Bettumrandungen und Fellunterlagen, weil sie das Gesicht bedecken können3.

Ob euer Kind einen bestimmten Sauger annimmt, zeigt sich erst im Alltag. Probiert in Ruhe aus und bleibt bei einem Modell, das sich gut reinigen lässt und eurem Baby gefällt.

Persönliche HörgeschichteUnsicher, was es werden soll? Verschenkt einen Gutschein – die Eltern füllen die Fragen selbst aus.Gutschein verschenken

Welche Schnuller sind am besten für die Zähne?

Der erste Milchzahn bricht meist ab dem 4. Lebensmonat durch, und mit etwa 3 Jahren hat euer Kind alle 20 Milchzähne2. Solche Angaben sind Richtwerte – jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

In diese Phase fällt eine Empfehlung, die viele Eltern überrascht: Experten raten, Babys nach 6 Monaten den Schnuller abzugewöhnen2. Der Grund liegt im Mund: Längeres Tragen eines Schnullers kann zu Fehlstellungen bei den durchbrechenden Zähnen führen2.

Zeitstrahl von ab 4 Monaten bis etwa 3 Jahren mit Meilensteinen zum Durchbruch der Milchzähne und zum Schnuller-Abgewöhnen.

Für die Zähne zählt also vor allem, wie lange euer Kind den Schnuller regelmäßig nutzt. Auch die Sprachentwicklung kann sich verzögern, wenn der Schnuller beim Sprechen im Weg ist und Wörter dadurch falsch ausgesprochen werden2.

Nehmt den Sauger deshalb beim Erzählen, Singen und Vorlesen heraus – so bleibt der Mund frei. Und wenn euer Kind den Schnuller fast den ganzen Tag im Mund hat, lohnt sich ein Blick auf die Gewohnheiten: In Wachphasen lässt er sich meist leichter weglassen als beim Einschlafen.

Welche Schnuller sind am besten für den Kiefer?

Beim Kiefer spielt das Saugen selbst eine zentrale Rolle. Das Saugen an der Brust fördert die Entwicklung der Kiefermuskulatur und kann Fehlstellungen der Zähne vorbeugen5. Stillt ihr, müsst ihr deshalb nicht auf einen Schnuller verzichten: Er beeinträchtigt das Stillen nicht, wenn sich das Stillen vorher eingespielt hat – meist ab der 2. bis 3. Lebenswoche1.

Gut zu wissen: Ein Schnuller kann zu einer besseren Atmung des Säuglings führen1. Neben dem Saugen zählt die Bewegung: Legt euer waches Baby regelmäßig für kurze Zeit auf den Bauch und behaltet es dabei im Blick1. Das kräftigt die Nacken- und Rückenmuskulatur, beugt einer einseitigen Verformung des Schädels vor1 und fördert die motorische Entwicklung3.

Wichtig ist, dass euer Kind in dieser Position nicht einschläft1. Wenn der Schnuller viele Stunden am Tag im Mund bleibt, sind zusätzliche Pausen eine gute Idee – zum Beispiel beim Spielen und beim Essen.

Hygiene: So bleiben Schnuller sauber

Bei der Hygiene geht es nicht um Keimfreiheit, sondern um einfache Routinen. Kocht Schnuller und Fläschchensauger täglich aus4. Fällt der Schnuller auf den Boden, wascht ihn kurz ab – und steckt ihn auf keinen Fall selbst in den Mund4.

Ein Thema, das viele Eltern unterschätzen, ist Mundsoor. Grauweiße Flecken und krümelige Auflagerungen auf Zunge und Mundschleimhaut sind typische Anzeichen; oft tritt die Pilzinfektion zusammen mit einem Windelsoor auf4. Besteht ein Verdacht, sucht die Kinder- und Jugendarztpraxis auf: Sie klärt die Ursachen und verschreibt meist pilzabtötende Medikamente4.

Gegen das Stillen spricht auch bei Mundsoor nichts – lasst euch dazu in der Praxis beraten4. Kamillentee ist dagegen nicht empfehlenswert, weil er in Verdacht steht, die Infektion eher zu fördern4. Die Mundschleimhaut eures Babys braucht außerdem keine spezielle Reinigung4.

Wenn mehrere Kinder in der Kita ihre Sauger dabeihaben, hilft eine eindeutige Zuordnung. Wie das mit Namen funktioniert, lest ihr in Schnuller mit Namen.

Warum Kinder saugen: Trost und Sicherheit

Saugen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Bestimmte Gegenstände erinnern Kinder daran, dass sie sich geborgen, sicher und geliebt fühlen2. Der Schnuller gehört in diese Gruppe: Er begleitet viele Kinder beim Einschlafen und in unruhigen Momenten.

Früher wurden solche Objekte kritisch gesehen: In den 1940er-Jahren galten sie als Zeichen einer schlechten Elternbindung2. Der Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott sah das später anders – für ihn waren sie eine Erinnerung an Liebe und Sicherheit2.

Eine Studie fand heraus, dass kleine Kinder mit einer starken Bindung an solche Objekte eine stärkere Bindung zu ihren Eltern haben und glücklicher sind als Kinder ohne2. Bei Jugendlichen zeigte dieselbe Studie ein anderes Bild: Eine starke Bindung an ein Komfortobjekt ging häufiger mit schlechterer psychischer Gesundheit einher2.

Für den Alltag heißt das: Eltern müssen sich keine Sorgen machen2. Einen Gegenstand wegen seiner Erinnerungen zu behalten, ist völlig in Ordnung. Ihn als Jugendlicher oder Erwachsener täglich zu brauchen, kann dagegen ein Anzeichen für Probleme sein2.

Abgewöhnen: So gelingt der Abschied vom Schnuller

Wenn euer Kind laufen und sprechen kann, sind andere Begleiter oft die bessere Wahl: Kuscheldecke, Lieblingspuppe oder Spielzeugauto können den Trost übernehmen, den vorher der Schnuller gespendet hat2.

Für das Abgewöhnen gibt es keinen festen Fahrplan, aber einen bewährten ersten Schritt. Professor Amy Brown rät, zunächst tagsüber mit dem Weglassen zu beginnen und etwas Positives anzubieten – mehr Umarmungen, ein Buch, Kuscheln oder ein Spielzeug, das ablenkt2.

Kleine Schritte sind meist leichter als ein Verbot über Nacht. Beginnt mit dem Tag und lasst den Schnuller abends zunächst weiter zu, damit das Einschlafen vertraut bleibt. Und wenn eine Phase besonders anstrengend ist, darf der Schnuller als Trost zurückkommen – Ausnahmen gehören zum Abgewöhnen dazu.

In Wie lange Schnuller? findet ihr, was Fachleute zur Dauer sagen.

Praxis-Tipps: Schnuller im Alltag

  1. Regeln festlegen: Bestimmt, wann der Schnuller dabeisein darf – zum Beispiel beim Einschlafen und auf langen Fahrten. Klare Zeiten geben eurem Kind Orientierung.
  2. Doppelt ausstatten: Ein Sauger bleibt im Bettchen, einer ist für unterwegs. So müsst ihr nachts nicht suchen.
  3. Sauber transportieren: Bewahrt Schnuller in einem sauberen, verschließbaren Behälter auf statt lose in der Wickeltasche.
  4. Abendritual pflegen: Feste Abläufe vor dem Schlafen – Kuscheln, ein Buch, ein Lied – machen das Zubettgehen leichter.
  5. Ablenkung einplanen: In Zeiten, in denen der Schnuller bisher automatisch im Mund war, helfen Spiel, Musik oder ein Spaziergang.
  6. Nähe zuerst: Bietet beim Trösten zuerst Umarmung, Hand oder Stimme an und greift erst danach zum Schnuller.
  7. Mund frei halten: Beim Erzählen, Singen und Essen darf der Sauger draußen bleiben, damit euer Kind sprechen und kauen kann.
  8. Geduld einplanen: Rückfälle gehören dazu. Lasst den Schnuller mit der Zeit seltener auftauchen, statt ihn demonstrativ wegzuräumen.
Persönliche HörgeschichteUnsicher, was es werden soll? Verschenkt einen Gutschein – die Eltern füllen die Fragen selbst aus.Gutschein verschenken

Häufige Fragen

Welche Schnuller sind am besten für Babys?
Für Babys zählt nicht ein bestimmtes Modell, sondern der Zeitpunkt und der Umgang mit dem Sauger. Nach dem 1. Lebensmonat könnt ihr einen Schnuller anbieten, ohne euer Kind zu drängen3. Mag es ihn, darf er beim Einschlafen dabei sein; fällt er heraus, ist das kein Problem1. Kocht die Sauger außerdem täglich aus und steckt sie nie selbst in den Mund4.
Welche Schnuller sind am besten für den Kiefer?
Für den Kiefer zählt vor allem, wie gesaugt wird. Das Saugen an der Brust fördert die Kiefermuskulatur und kann Fehlstellungen der Zähne vorbeugen5. Ein Schnuller steht dem nicht entgegen: Er beeinträchtigt das Stillen nicht, wenn sich das Stillen vorher eingespielt hat1. Entscheidend sind deshalb die Dauer und die Gewohnheiten eures Kindes – nicht ein einzelnes Merkmal eines Saugers.

Quellen

  1. Dem Plötzlichen Kindstod vorbeugen · Stand 01.05.2025
  2. Ab welchem Alter sind Teddys, Schmusedecken und Co. bedenklich?: Kinderaerzte-im-Netz · abgerufen am 11.10.2026
  3. Plötzlicher Kindstod · Stand 16.06.2025
  4. News-Archiv · abgerufen am 11.10.2026
  5. Ist Stillen was für mich? · Stand 27.11.2025
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am Redaktionell geprüft am nach unseren Redaktionsgrundsätzen

Mehr zum Thema

Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Schnuller.