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Schnuller in Kirschform: Was Eltern wissen sollten

Ein Schnuller in Kirschform hat ein rundes, ballonartiges Saugteil und wird vor allem für Neugeborene und kleine Babys gewählt2, 3. Stillberaterinnen empfehlen die runde Form häufig, Zahnärzte und Kieferorthopäden raten dagegen öfter zur kiefergerechten Variante, weil das Saugteil Druck auf den Gaumen ausüben kann2, 3. Entscheidend ist weniger die Form als der Umgang: ein schmaler Schaft, die kleinere Größe, kurze Nutzungszeiten und kein Dauernuckeln halten die Belastung für Zähne und Kiefer klein1. Spätestens mit 3 Jahren sollte der Schnuller Geschichte sein, damit sich Kiefer und Zähne erholen können1, 5.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 10 Min. LesezeitRedaktionell geprüft

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Nahaufnahme von zwei Babyschnullern auf hellem Holz: links ein Schnuller in Kirschform mit rundem Saugteil, rechts ein kiefergerechter Sauger

Was ist ein Schnuller in Kirschform?

Schnuller gibt es in drei verbreiteten Saugerformen: kiefergerecht mit abgeflachter Unterseite, symmetrisch mit gleich geformter Ober- und Unterseite sowie als Kirschform mit einem runden, ballonartigen Saugteil2. Diese runde Form ist besonders bei Neugeborenen und kleinen Babys beliebt3.

Infografik zu den drei Saugerformen: Kirschform, kiefergerechte und symmetrische Form im Vergleich.

Stillberaterinnen empfehlen die runde Form häufig, weil sie flexibel und trotzdem vorgeformt ist und der Brustwarze recht ähnlich sein soll. Beim Nuckeln ahmt sie die Vor- und Zurück-Bewegung der Brustwarze nach, was einer Saugverwirrung vorbeugen kann3.

Zahnärzte und Kieferorthopäden sehen dieselbe Form kritischer: Ein Kirschform-Schnuller kann Druck auf den Gaumen ausüben, deshalb raten sie häufiger zur kiefergerechten Variante2. Die symmetrische Form hat im Alltag einen praktischen Vorteil, weil sie immer richtig herum im Mund sitzt2.

Für alle Formen gilt: Häufiger Gebrauch führt zu Kieferschäden, auch wenn der Schnuller kiefergerecht geformt ist2. Welche Modelle, Materialien und Pflegehinweise es außerdem gibt, lest ihr im Ratgeber Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Kirschform-Schnuller: gut oder schlecht?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Ein Schnuller kann im Alltag viel leisten: Er beruhigt und erleichtert das Einschlafen1. Als Einschlafhilfe hat er sogar einen anerkannten Nutzen: Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass sich die Gefahr des plötzlichen Kindstodes verringern kann, wenn ein Schnuller speziell zum Einschlafen verwendet wird4. Dann sollte er bei jedem Einschlafen im Mund sein, also auch beim Mittagsschlaf, und nach dem Herausfallen nicht zurückgeschoben werden4.

Zugleich ist der Schnuller kein Allheilmittel1. Sinnvoll ist er, wenn die anderen Bedürfnisse des Kindes nach Nahrung, Nähe oder Schlaf schon erfüllt sind und es sich anders nicht beruhigen lässt1.

Für die runde Form spricht aus Sicht der Stillberatung, dass Babys den Unterschied zwischen Brust und Schnuller weniger stark wahrnehmen3. Aus zahnärztlicher Sicht wiegt schwerer, dass das runde Saugteil den Gaumen berührt2.

Beide Perspektiven treffen sich beim Umgang: Nicht die Form allein, sondern Dauer und Häufigkeit der Nutzung entscheiden darüber, wie stark Zähne und Kiefer belastet werden2. Ein Schnuller mit Kirschform ist deshalb nicht grundsätzlich verkehrt – problematisch wird Dauernuckeln1.

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Kirschform-Schnuller und der Kiefer

Beim Kiefer kommt es auf die Details an. Wer den Schaden möglichst gering halten möchte, achtet auf einen möglichst dünnen Schaft, also den Bereich zwischen Schild und Sauger; dadurch entwickelt sich ein offener Biss weniger stark1. Eine eingebaute Dentalstufe und ein nach oben abgewinkeltes Saugteil sind von Vorteil, weil die Zunge dann wenigstens im hinteren Mundbereich nach oben geführt wird1.

Auch das Gewicht spielt eine Rolle: Ein leichter Schnuller wirkt mit weniger Kraft auf den Kiefer1. Schnullerketten machen den Nuckel schwerer und halten ihn dauerhaft verfügbar1. Wie ihr Ketten und Aufbewahrung handhabt, beschreibt Schnullerbox: Was Eltern wissen sollten.

Je weniger Platz der Schnuller im Mund einnimmt, desto weniger Schaden kann er anrichten. Deshalb sollte der Nuckel nicht mitwachsen1.

Und die Kirschform selbst? Ihr rundes Saugteil kann Druck auf den Gaumen ausüben, deshalb raten Zahnärzte und Kieferorthopäden häufiger zu einem unten abgeflachten Sauger2.

Schnuller in Kirschform – schädlich?

So einfach ist die Antwort nicht. Häufiger und langer Gebrauch kann die Milchzähne nach vorn drücken; je intensiver der Schnuller genutzt wird, umso ausgeprägter entwickelt sich der Schiefstand. Das kann sich sogar auf die bleibenden Zähne auswirken1.

Typische Folge ist ein lutschoffener Biss: Die oberen Frontzähne stehen vor, und beim Aufeinanderbeißen der Backenzähne treffen die Frontzähne nicht mehr aufeinander. Er wirkt sich negativ auf die Sprach- und Gebissentwicklung aus, auch eine eingeschränkte Nasen- und Mundatmung kann die Folge sein – die Sauerstoffversorgung ist dadurch um bis zu 40 Prozent reduziert1.

Ein lutschoffener Biss muss kieferorthopädisch behandelt werden1. Wie er entsteht und woran ihr ihn erkennt, erklärt Offener Biss durch Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Ein weiteres Risiko: Durch Schnullern erhöht sich die Gefahr von Mittelohrentzündungen4. Schieben sich die oberen Frontzähne nach vorn, ist es Zeit, den Schnuller allmählich abzugewöhnen1. Bleibt es bei kurzen Nutzungszeiten zur Beruhigung und zum Einschlafen, haben Fachleute nichts gegen den Schnuller einzuwenden1.

Ab wann ist ein Schnuller in Kirschform sinnvoll?

Nicht sofort. In den ersten Wochen stillen Babys ihr Saugbedürfnis im Idealfall an der Brust, und ein Schnuller stört, solange sich die Milchproduktion noch einpegelt. Ihr solltet deshalb möglichst so lange verzichten, bis das Stillen gut läuft1.

Für den frühesten Zeitpunkt gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Nach verbreiteter Beratung sollte ein Schnuller erst angeboten werden, nachdem sich das Stillen eingespielt hat, also frühestens nach der zweiten oder dritten Lebenswoche4. Eine andere Empfehlung lautet, in den ersten 4 Wochen nach der Geburt ganz auf einen Schnuller zu verzichten3.

Klar ist: Der Schnuller darf das Stillen nicht beeinträchtigen. Er ist auch kein Ersatz, um die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit zu überbrücken4.

Beim Schlafen hilft er, wenn er zum Einschlafen angeboten wird – ohne Zwang und ohne ihn zurückzuschieben4. Worauf der mögliche Schutzeffekt beruht, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt4.

Latex oder Silikon: Welches Material passt zum Schnuller in Kirschform?

Die gängigen Sauger bestehen aus Latex oder Silikon1. Latex wird aus dem natürlichen Rohstoff Kautschuk hergestellt1. Das Material ist elastisch und reißfest, altert aber schneller und verfärbt sich mit der Zeit2. Es hat einen Eigengeruch und einen dezenten Eigengeschmack und wird durch Sonneneinstrahlung und häufiges Auskochen schneller porös oder klebrig1, 3. Bei einer Latexallergie ist Silikon die richtige Wahl1.

Silikon ist geruchs- und geschmacksneutral und sehr temperaturbeständig, lässt sich also häufig auskochen. Dafür ist es fester und weniger elastisch und reißt bei starker Benutzung schneller3.

Für den Austausch gibt es Richtwerte: Latexsauger sollten alle 4 bis 6 Wochen ersetzt werden2; für Schnuller insgesamt werden teils auch 2 bis 3 Monate genannt3.

Beim Schild achtet ihr darauf, dass es Löcher hat, damit sich der Schnuller nicht festsaugt und die Haut besser atmen kann2. Achtet außerdem auf den Herstellerhinweis BPA-frei2.

Wann sollte der Schnuller in Kirschform abgewöhnt werden?

Der Kiefer erholt sich: In den ersten beiden Lebensjahren bildet sich ein durch den Schnuller verformter Kiefer noch von selbst wieder zurück5. Mit den ersten Milchzähnen steigt jedoch das Risiko für bleibende Gebissschäden und Zahnfehlstellungen5.

Nach dem ersten Lebensjahr sollte der Schnuller möglichst nicht mehr weiter verwendet werden, weil ein zu langer Gebrauch Fehlstellungen des Gebisses zur Folge haben kann4. Ab dem ersten Geburtstag könnt ihr ihn tagsüber deshalb immer öfter zur Seite legen, etwa beim Spielen1.

Zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag bestehen noch gute Chancen, dass sich ein offener Biss von allein zurückbildet. Wird dieses Zeitfenster verpasst, kann sich die Zahnfehlstellung auf die bleibenden Zähne übertragen, und häufig wird eine langwierige kieferorthopädische Behandlung nötig1.

Zum Abgewöhnen gehört Geduld. Wird der Schnuller einfach weggenommen, lutscht das Kind oft am Daumen weiter – und der Finger ist für das Gebiss noch schädlicher5. Beginnt langsam mit dem Verzicht: Tagsüber fällt er zunächst leichter als in der Nacht5. Oft steckt hinter dem Wunsch nach dem Schnuller etwas anderes – Müdigkeit, Kummer oder Unzufriedenheit5.

Praxis-Tipps: Schnuller in Kirschform

  1. Kocht neue Schnuller vor dem ersten Gebrauch aus und danach täglich; 5 Minuten in kochendem Wasser genügen. Drückt vorher die Luft aus dem Sauger, damit er nicht oben schwimmt.1, 2, 3
  2. Prüft den Sauger vor jedem Gebrauch auf Risse, raue und klebrige Stellen. Bei den ersten Anzeichen von Beschädigung kommt ein neuer Schnuller her.1, 3
  3. Gebt nie Zucker oder Honig auf den Sauger.4
  4. Befestigt den Schnuller nicht mit einem Bändchen am Hals oder an der Kleidung eures Babys – es besteht Strangulationsgefahr.4
  5. Beim Spielen, Sprechen und Spazierengehen bleibt der Schnuller draußen; er gehört nicht dauerhaft in den Mund.1
  6. Zieht den Schnuller nach dem Einschlafen vorsichtig aus dem Mund und steckt ihn nachts nicht wieder nach, wenn euer Baby nicht danach verlangt.1, 2
  7. Rechnet mit Rückschritten: Klappt es mit dem Verzicht nicht, versucht es etwas später erneut – ohne Stress.1
  8. Macht den Abschied greifbar: Ein Loch im Sauger, ein Lutschkalender oder ein Geschenk der Schnullerfee nach einer schnullerfreien Nacht helfen vielen Kindern.5
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Häufige Fragen

Warum mögen Babys den Schnuller so sehr?
Nuckeln gehört zur natürlichen Entwicklung: In den ersten zwei Lebensjahren vermitteln Saugen und Nuckeln Babys ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit5. Dazu kommt der angeborene Saugreflex – Saugen beruhigt und hilft beim Einschlafen1. Deshalb greifen viele Eltern zum Schnuller, wenn ihr Kind unruhig ist oder nicht zur Ruhe kommt. Wie stark das Saugbedürfnis ausgeprägt ist, ist von Kind zu Kind verschieden1.
Braucht jedes Kind einen Schnuller?
Nein. Ob ein Kind einen Schnuller braucht, hängt von seinem Saugbedürfnis ab: Manche Babys lassen sich damit gut beruhigen, anderen genügt Nähe1. Wichtig ist, dass kein Kind zum Schnuller gedrängt wird – wer ihn ablehnt, kommt auch ohne zurecht4. Sobald Babys festere Nahrung essen und die ersten Zähnchen kommen, nimmt das Saugbedürfnis ohnehin deutlich ab1.
Welches Material und welche Form ist geeignet?
Eine Patentlösung gibt es nicht. Für Stillkinder spricht viel für einen runden Sauger, weil er der Brustwarze ähnelt3. Beim Material kommt es auf den Alltag an: Für Kinder, die gern auf dem Sauger herumkauen, ist Latex die bessere Wahl, weil es widerstandsfähiger ist und nicht so schnell reißt1. Wer den Schnuller häufig auskocht, ist mit Silikon gut beraten3. Wichtig sind ein schmaler Schaft und ein Schild mit Löchern2.
Sind kiefergerechte Schnuller oder symmetrische Schnuller besser?
Das hängt vom Kind ab. Kiefergerechte Sauger sind unten abgeflacht, symmetrische oben und unten gleich geformt2. Zahnärzte empfehlen häufig die kiefergerechte Variante2. Dreht euer Kind den Schnuller gern im Mund, ist ein symmetrischer Sauger die bessere Wahl: Mit einer Dentalstufe verkehrt herum im Mund wird der Schaden größer1. Welchen Sauger ein Baby akzeptiert, lässt sich vorher nicht planen – probiert verschiedene Modelle aus3.
Welche Größe ist die Richtige?
Handelsübliche Schnuller gibt es in zwei bis drei Größen für Kinder zwischen 6 und 18 Monaten2. Achtet auf die Altersempfehlungen, damit sich der Kiefer gut entwickeln kann2. Viele Fachleute raten zusätzlich, lieber bei der kleineren Größe zu bleiben: Der Kiefer wächst von der Geburt bis zum Wechselgebiss nur etwa 1,5 Millimeter in die Breite, deshalb ist der kleinste Schnuller auch bei älteren Kindern groß genug1.

Quellen

  1. Welcher Schnuller ist der richtige? · Stand 27.01.2021
  2. Welcher Schnuller ist der Richtige? · Stand 23.10.2024
  3. Schnuller in Kirschform Test: die BESTEN im Vergleich » (10/2026) 🥇 · Stand 24.01.2022
  4. FAQ Einzelansicht · abgerufen am 10.10.2026
  5. Schnullerentwöhnung: Kinderaerzte-im-Netz · Stand 11.10.2026
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am Redaktionell geprüft am nach unseren Redaktionsgrundsätzen

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