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Kautschuk-Schnuller: Was Eltern wissen sollten

Ein Kautschuk-Schnuller ist ein Beruhigungssauger aus Naturkautschuk – weich, flexibel und bissfest, aber weniger hitzebeständig als Silikon1. Für Neugeborene bis 6 Monate ist Größe 1 üblich, Größe 2 passt für 6 bis 18 Monate, Größe 3 ab 18 Monaten1. Nach dem Gebrauch reicht Abspülen unter fließendem Wasser; Spülmaschine, Mikrowelle und Vaporisator sind für das Naturmaterial nicht geeignet2.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 11 Min. LesezeitRedaktionell geprüft

Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung.

Kautschuk-Schnuller aus Naturkautschuk neben einer Schnullerbox auf einem hellen Holztisch

Kautschuk-Schnuller: Was das Material ausmacht

Naturkautschuk wird aus dem Gummi des Gummibaums Hevea brasiliensis gewonnen5. Schnuller aus diesem Rohstoff sind plastikfrei und haben im Vergleich zu Silikon-Schnullern eine bessere Ökobilanz1.

Für den Alltag mit Baby spricht einiges dafür: Naturkautschuk ist biss- und reißfest, sodass Feuchtigkeit und Bakterien kaum eindringen können. Er ist außerdem flexibler und weicher, was Druckstellen im Mundbereich vorbeugt1. Ein Kautschuk-Schnuller darf sogar in den Kühlschrank und dient dann als Zahnungshilfe1.

Die Grenzen zeigen sich beim Thema Hitze: Das Naturmaterial ist nicht so hitzebeständig wie Silikon und wird bei häufigem Auskochen sowie bei Kontakt mit Sonnenlicht schneller porös und rissig; deshalb ist es in der Regel nicht zum Sterilisieren in einem Vaporisator geeignet1. Wenn ihr euch zuerst einen allgemeinen Überblick wünscht, findet ihr die wichtigsten Grundlagen auf der Seite Schnuller: Was Eltern wissen sollten.

Naturkautschuk-Schnuller

Schnuller aus Naturkautschuk fühlen sich weich und elastisch an und passen sich der Form des Babymunds an, was viele Babys als angenehm empfinden5. Das Mundstück ist beige-braun und damit gut vom durchsichtigen Silikon zu unterscheiden3. Allerdings hat das Naturmaterial einen Eigengeruch, den nicht alle Babys mögen3.

Bei der Verträglichkeit gibt es unterschiedliche Einschätzungen: Naturkautschuk wird als hypoallergen und damit als gute Wahl für Kinder mit empfindlichem Mund oder Allergien beschrieben5. Bei einer Latexallergie kann er dagegen Reaktionen auslösen; dann ist Silikon die Alternative3. Die Entscheidung zwischen einem Schnuller aus Silikon oder Latex hängt also davon ab, wie euer Kind auf das Material reagiert.

Ein Pluspunkt ist die Umweltbilanz: Naturkautschuk ist biologisch abbaubar und wiederverwendbar5. Silikon dagegen braucht Hunderte von Jahren, um in der Natur abgebaut zu werden, und seine Herstellung ist oft energieintensiver5.

Mit der Zeit verändert sich das Material: Es kann porös werden oder sich verfärben3 und dehnt sich durch den Gebrauch aus, sodass der Sauger größer wird4. Deshalb gehört ein Naturkautschuk-Schnuller regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig ausgetauscht2, 4.

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Schnuller aus Silikon oder Kautschuk

Beide Materialien haben ihre Stärken. Naturkautschuk ist ein Naturmaterial, Silikon ein Kunststoff3. Wer vergleicht, sollte auf vier Punkte achten.

  • Aussehen und Geruch: Das Mundstück aus Naturkautschuk ist beige-braun und hat einen Eigengeruch; Silikon ist durchsichtig, glatt, leicht glänzend und geruchs- sowie geschmacksneutral3.
  • Belastbarkeit: Naturkautschuk ist sehr reiß- und bissfest, was besonders vorteilhaft ist, wenn die ersten Zähnchen kommen. Silikon ist formstabil, aber unelastischer und kann schneller reißen oder brechen, wenn Kinder darauf kauen3.
  • Hitze: Naturkautschuk darf nur kurz ausgekocht werden und ist auf Dauer weniger hitzebeständig. Silikon verträgt hohe Temperaturen und ist beim Auskochen langlebiger3.
  • Haltbarkeit und Entsorgung: Naturkautschuk kann mit der Zeit porös werden oder sich verfärben, lässt sich aber umweltfreundlicher entsorgen; Silikon ist länger haltbar und dafür weniger umweltfreundlich3.

Silikon lässt sich kochen, um Bakterien abzutöten, und ist als Kunststoff sehr langlebig5. Ein Schnuller aus Kautschuk punktet dagegen mit seinem weichen, flexiblen Mundgefühl und der besseren Umweltbilanz1, 5 – dafür gehört er regelmäßig ausgetauscht4.

Infografik: Schnuller aus Silikon und Kautschuk im Vergleich nach Aussehen, Belastbarkeit, Hitze und Haltbarkeit.

Welche Größe passt zu welchem Alter?

Kautschuk-Schnuller gibt es in drei gängigen Hauptgrößen: Größe 1 ist für Neugeborene bis 6 Monate vorgesehen, Größe 2 für Babys von 6 bis 18 Monaten und Größe 3 für Kinder ab 18 Monaten, die sie häufig als Entwöhnungsschnuller nutzen1. In Größe 2 haben Zähne und Zunge mehr Raum, weil in diesem Alter die ersten Zähnchen kommen1. Zwischen den Herstellern kann es geringe Altersabweichungen geben1; eine weitere Übersicht beschreibt dieselbe Einteilung und versteht die Altersangaben als Leitfaden, nicht als endgültige Antwort4.

Für die Auswahl gilt: Wählt immer die altersgemäß kleinste Schnullergröße3. Ein guter Schnuller ist möglichst leicht – das Europäische Institut für Stillen und Laktation empfiehlt ein Gewicht unter 10 g –, hat einen schmalen, flachen Schaft für einen besseren Mundschluss und ein weiches, flexibles Mundstück, das die Zungenbewegung nicht einschränkt3. Das Mundstück sollte außerdem so klein und flach wie möglich sein3.

Nicht jedes Kind passt in das Raster: Die Mundform ist individuell, und manchmal zeigt sich erst im Alltag, welche Größe wirklich passt4.

Formen und Schild: Kirsch, symmetrisch, kiefergerecht

Am weitesten verbreitet sind drei Formen. Die runde Kirschform ist die älteste Schnullerform und ähnelt der Brustwarze; sie wird besonders von Stillbabys oft gut akzeptiert und kann helfen, einer Saugverwirrung vorzubeugen3. Weil sie den Mundraum stark ausfüllt, wählt man hier besser die kleinste Größe3. Im Mund liegt sie nie verkehrt herum, weil sie die mütterliche Brustwarze imitiert1.

Die leicht abgeflachte, kiefergerechte Form soll Zahn- und Kieferfehlstellungen vorbeugen – unter Zahnärzten ist allerdings umstritten, ob das gelingt3. Kritisch gesehen wird, dass die abgeschrägte Form die Zunge nach hinten drücken kann; das Europäische Institut für Stillen und Laktation empfiehlt deshalb eher symmetrische Schnuller3. Auch die asymmetrische Herzform übt weniger Druck auf den Kiefer aus1.

Symmetrische Schnuller sind oben und unten gleich geformt und können nicht falsch herum in den Mund genommen werden. Schaft und Mundstück sind flacher als bei der Kirschform, das belastet den Gaumen weniger und lässt der Zunge mehr Platz; viele Fachleute sehen die symmetrische Form als die beste Alternative3.

Auch das Schild gehört zum Vergleich: Ventilationslöcher sorgen für Luftzirkulation und beugen Hautirritationen vor1, 3. Modelle unterscheiden sich in der Anzahl der Löcher; in Vergleichsübersichten tauchen Schnuller mit vier oder sechs Ventilationslöchern auf1. Es gibt nach außen gewölbte Schilder mit wenig Hautkontakt, Schmetterlingsformen mit großen Belüftungslöchern und die klassisch runde Form3.

So setzt ihr den Schnuller sinnvoll ein

Ob ein Schnuller überhaupt gebraucht wird, hängt vom Saugbedürfnis ab: Säuglinge haben ein angeborenes, nicht-nährendes Saugbedürfnis, das unterschiedlich stark ausgeprägt ist; ab etwa dem ersten Lebensjahr nimmt es allmählich ab3. Wer die Grundsatzfrage klären möchte, findet die wichtigsten Argumente auf der Seite Schnuller: ja oder nein?.

Beim Stillen raten Hebammen, mit dem Schnuller zu warten, bis sich die Stillbeziehung etabliert hat – das ist etwa ab der sechsten bis achten Lebenswoche der Fall3. Bei Flaschennahrung kann ein Schnuller von Anfang an eine sinnvolle Ergänzung sein, bei Stillproblemen ist es besser, ganz darauf zu verzichten3.

Im Alltag gilt: Prüft zuerst, was euer Baby braucht – Nahrung, Nähe, Schlaf oder Trost –, und bietet den Schnuller nicht als erste Lösung bei jedem Schreien an3. Setzt ihn gezielt und für kurze Momente ein und legt ihn weg, sobald sich euer Kind beruhigt hat3. Ist er herausgefallen, steckt ihn nicht einfach wieder in den Mund3. Befestigt ihn nicht an der Kleidung, weil das zum ständigen Nuckeln verleitet3. Beim Spielen und Sprechen sollte der Mund frei bleiben: Mit etwa sechs bis acht Wochen beginnt euer Baby zu lautieren, und dauerhaftes Nuckeln kann diese Phase hemmen3. Die Faustregel lautet: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich3.

Aufbewahrung, Kontrolle und rechtzeitiger Austausch

Naturkautschuk altert mit der Zeit. Deshalb gehört ein Kautschuk-Schnuller regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig ersetzt2. Zieht den Sauger vor jedem Gebrauch vorsichtig in alle Richtungen und prüft, ob Risse, Bissspuren oder andere Veränderungen sichtbar sind – klebrig, spröde oder beschädigt darf er nicht weiterverwendet werden2. Als Richtwert für den Austausch werden 4 bis 6 Wochen genannt, weil sich der Naturkautschuk durch den Gebrauch ausdehnt und der Sauger größer wird4.

Zur Lagerung: Lasst den Schnuller nach dem Reinigen auf einem sauberen Tuch vollständig trocknen und legt ihn erst dann in eine saubere Schnullerbox oder einen geeigneten Behälter2. Bewahrt ihn trocken, sauber und geschützt vor Sonne und Hitze auf; Heizungen, Fensterbänke und andere Wärmequellen sind dafür nicht geeignet2. Für unterwegs ist eine Schnullerbox praktisch, und ein Ersatzschnuller gehört mit in die Tasche2.

Fällt der Schnuller auf den Boden, reinigt ihn vor der nächsten Verwendung gründlich2. Steckt ihn nicht in euren eigenen Mund, um ihn zu säubern: So können Keime, Karies- oder Herpesviren übertragen werden, und Geschwister sollten keinen Schnuller teilen3. Scharfe Reinigungsmittel und Desinfektionslösung sind für das Naturmaterial ebenfalls nicht geeignet2.

Praxis-Tipps: Kautschuk-Schnuller

  1. Wählt die Schnullergröße nach dem Alter und greift im Zweifel zur kleinsten passenden Größe3.
  2. Achtet auf ein leichtes Modell mit schmalem, flachem Schaft und weichem, flexiblem Mundstück3.
  3. Prüft, dass das Schild genug Ventilationslöcher hat – sie sorgen für Luftzirkulation und beugen Hautreizungen vor1, 3.
  4. Kocht einen neuen Schnuller vor dem ersten Gebrauch etwa 2 Minuten aus und drückt danach das Wasser aus dem Saugstück1.
  5. Spült ihn nach dem Gebrauch unter fließendem Wasser ab und lasst ihn auf einem sauberen Tuch vollständig trocknen, bevor er in die Box kommt2.
  6. Bewahrt ihn trocken und geschützt vor Sonne und Hitze auf – Fensterbänke und Heizkörper sind tabu2.
  7. Nehmt für unterwegs eine saubere Schnullerbox und einen Ersatzschnuller mit2.
  8. Zieht den Sauger vor jedem Gebrauch vorsichtig in alle Richtungen und ersetzt ihn sofort, wenn er rissig, klebrig oder spröde wirkt2.
  9. Nehmt den Schnuller beim Sprechen und Spielen heraus und taucht ihn nie in gesüßte Getränke oder Speisen3.
  10. Steckt einen heruntergefallenen Schnuller nicht in euren eigenen Mund, sondern reinigt ihn unter fließendem Wasser2, 3.
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Häufige Fragen

Wie reinige ich einen Naturkautschuk-Schnuller nach dem Gebrauch?
Nach dem Gebrauch reicht es, den Schnuller unter fließendem Wasser abzuspülen; so lassen sich Speichelreste und leichte Verschmutzungen einfach entfernen2. Legt ihn anschließend auf ein sauberes Tuch und lasst ihn vollständig trocknen, bevor er wieder in die Schnullerbox kommt2. Ist der Schnuller unterwegs heruntergefallen, reinigt ihn vor der nächsten Verwendung gründlich und greift am besten auf einen Ersatzschnuller zurück2.
Wie reinige ich den Schnuller bei Babys bis 6 Monate?
Bei Babys bis 6 Monate könnt ihr den Schnuller zur Keimreduzierung kurz in kochendes Wasser legen; wichtig ist, dass er nicht länger als 2 Minuten darin bleibt2. Taucht ihn währenddessen mehrmals vorsichtig unter, zum Beispiel mit einem sauberen Holzlöffel, und legt ihn danach auf ein sauber gereinigtes Tuch, damit er vollständig trocknet2. Je jünger ein Kind ist, desto gründlicher sollte die Reinigung erfolgen, weil sich das Immunsystem erst allmählich entwickelt3.
Wie funktioniert die Reinigung Schritt für Schritt?
Beginnt damit, den Schnuller unter fließendem Wasser abzuspülen2. Gebt dann Wasser in einen Topf und legt den Schnuller kurz – höchstens 2 Minuten – in das kochende Wasser; taucht ihn mehrmals vorsichtig unter2. Nehmt ihn heraus, legt ihn auf ein sauberes Tuch und lasst ihn vollständig trocknen2. Zum Schluss kommt er trocken und sauber in einen geeigneten Behälter2.
Darf ein Naturkautschuk-Schnuller in die Spülmaschine?
Nein, ein Schnuller aus Naturkautschuk gehört nicht in die Spülmaschine. Die Hitze, die Reinigungsmittel und die lange Feuchtigkeit können das natürliche Material belasten2. Zudem reichen die Temperaturen im Spülgang oft nicht aus, um Keime zuverlässig abzutöten, während Spülmittel und Zusätze das Material angreifen3. Spült den Schnuller stattdessen von Hand unter fließendem Wasser ab und lasst ihn vollständig trocknen2.
Darf ein Naturkautschuk-Schnuller in die Mikrowelle oder den Vaporisator?
Nein, Naturkautschuk-Schnuller dürfen weder in die Mikrowelle noch in den Vaporisator. Sie sind nicht für Mikrowelle, Vaporisator oder Dampfsterilisator geeignet, weil zu starke Hitze und Dampf das Material unnötig beanspruchen und seine Eigenschaften verändern2. Auch in Desinfektionslösung sollten sie nicht eingelegt werden2. Für Babys bis 6 Monate ist das kurze Bad in kochendem Wasser die passende Methode; danach sollte der Schnuller vollständig trocknen2.

Quellen

  1. Top 10 Kautschuk-Schnuller Test & Vergleich · Stand 10.10.2026
  2. Schnuller richtig reinigen · abgerufen am 11.10.2026
  3. Der große Schnuller-Ratgeber: Alles Wissenswerte zum Nuckel · Stand 02.07.2026
  4. Der ultimative Leitfaden für BIBS Schnuller: Alles, was du wissen muss · abgerufen am 11.10.2026
  5. Sauger aus Silikon oder Naturkautschuk? Lesen Sie unseren Leitfaden hier · abgerufen am 11.10.2026
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Begriffe aus dem Baby-Lexikon: Naturkautschuk (Lexikon), Silikonsauger (Lexikon)