Die Schatzinsel – kindgerecht nacherzählt

- Jahr
- 1922
- Alter ab
- 6
- Autor/Herkunft
- Robert Louis Stevenson (Die Schatzinsel, Drei Masken Verlag München 1922; Übersetzung anonym)
Neu erzählt nach Robert Louis Stevenson
Die Schatzinsel ist Robert Louis Stevensons Abenteuerroman von 1883 – hier nacherzählt für Kinder ab etwa sechs Jahren.
Die Schatzinsel – die Geschichte zum Vorlesen
Der alte Seebär im Gasthof
Der Gasthof „Zum Admiral Benbow“ liegt einsam an der englischen Küste, ein Stück von Bristol entfernt. Dort lebt der Junge Jim Hawkins mit seinem Vater und seiner Mutter. Eines Abends torkelt ein großer, schwerer Mann zur Tür herein. Er trägt einen Matrosenzopf, eine schmutzige blaue Jacke und eine helle Narbe quer über die Wange. Hinter ihm schiebt ein Karrenjunge seinen schweren Koffer.
„Nennt mich Kapitän“, brummt der Fremde und wirft ein paar Goldmünzen auf den Tisch. Er verlangt Rum, Speck und Eier – und einen Platz am Fenster, von dem aus er die Bucht überblicken kann. Die Goldstücke sind rasch verbraucht, doch der Kapitän bleibt im Gasthof und trinkt weiter. Wenn ihn jemand anspricht, schnaubt er wie ein Nebelhorn durch die Nase.
Meistens ist er schweigsam. Nur wenn er zu viel Rum getrunken hat, wird er laut und singt ein altes Seemannslied von fünfzehn Männern und einem Fläschchen Rum. Die Gäste fürchten ihn und fürchten sich gleichzeitig vor seinen Geschichten von Stürmen, Galgen und Seeräubern.
Jim mag den launischen Gast nicht, doch die beiden haben ein Geheimnis. Jeden Monat bekommt Jim ein silbernes Vierpennystück, wenn er Ausschau hält nach einem Seefahrer mit einem Bein. „Wenn er auftaucht, sag es mir sofort“, verlangt der Kapitän. Wer dieser einbeinige Mann ist, verrät er nicht. Jim träumt in stürmischen Nächten von ihm.
Eines Abends kommt Dr. Livesey in die Gaststube. Der freundliche Arzt mit der weißen Perücke raucht seine Pfeife und lässt sich nicht stören. Der betrunkene Kapitän brüllt und zückt sein Messer. Doch Dr. Livesey bleibt ganz ruhig: „Steckt das Messer weg, oder wir sehen uns vor Gericht wieder.“ Der Seebär schweigt, steckt das Messer ein und knurrt wie ein geschlagener Hund. Jim merkt: Der Kapitän hat Angst vor etwas.
Der schwarze Hund und der blinde Pew
Im Januar kommt ein blasser, aufgedunsener Mann in den Gasthof, dem zwei Finger der linken Hand fehlen. Der Kapitän fährt zusammen, als er ihn sieht. „Schwarzer Hund!“, ruft er. Der Fremde grinst: „Wer denn sonst?“ Die beiden Männer setzen sich an einen Tisch. Jim hört nur Gemurmel, dann plötzlich Geschrei, fliegende Stühle und klirrende Klingen. Der schwarze Hund flieht mit einer Wunde an der Schulter, der Kapitän jagt ihn bis vor die Tür.
Kurz darauf stürzt der alte Seebär zu Boden. Dr. Livesey kommt gerade rechtzeitig und stellt fest: Es war kein Messerstich, sondern ein Schlaganfall, ausgelöst vom vielen Rum. Der Doktor warnt ihn: „Noch so ein Anfall, und es ist aus mit Euch.“
In dieser Zeit wird Jims Vater immer schwächer. Er stirbt wenige Tage später, und Jim und seine Mutter führen den Gasthof nun allein. Der Kapitän liegt oben im Bett, blass und zittrig, und bittet Jim immer wieder um ein Gläschen Rum. „Ich sehe schon Gespenster“, flüstert er. „Und bald kommt der schwarze Fleck.“
Was ein schwarzer Fleck ist, sagt er nicht. Stattdessen erzählt er von dem Piratenkapitän Flint, dem er als Maat gedient hat, und von einer Karte, die er angeblich besitzt. Dann tappt eines nebligen Nachmittags ein blinder Bettler den Weg herauf. Er trägt einen grünen Schirm über den Augen und tastet mit einem Stock. Jim will ihm helfen, doch der Alte packt ihn mit eisernem Griff. „Führ mich zum Kapitän!“, befiehlt er mit kalter Stimme. Im Gastzimmer drückt er dem Seebär ein Stück Papier in die Hand – den schwarzen Fleck. „Bis zehn Uhr heute Abend hast du Zeit“, steht darauf. Dann verschwindet der Blinde. Der Kapitän springt auf, greift sich an die Kehle und fällt tot zu Boden.
Der Kajütenkoffer und die Schatzkarte
Der Kapitän schuldet Mutter und Sohn die Miete. Deshalb beschließen sie, noch in derselben Nacht nach dem Geld in seinem Koffer zu suchen. Der Weg zurück zum Gasthof ist unheimlich. Die beiden schleichen durch die Dunkelheit, verriegeln die Tür hinter sich und stehen im Gastzimmer neben dem Toten.
Auf dem Boden liegt der schwarze Fleck. Neben der Hand des Kapitäns finden sie nichts, doch dann sieht Jim die Schnur um den Hals des Toten. Daran hängt der Schlüssel zum Koffer. Jim schneidet die Schnur durch.
Oben öffnen sie den schweren Matrosenkoffer. Ein starker Geruch nach Tabak und Teer steigt heraus. Darin liegen ein fein gefalteter Anzug, ein Kompass, zwei Pistolen, Silbermünzen, Muscheln und allerlei Kram. Ganz unten, in Wachstuch eingenäht, steckt ein Päckchen. Jims Mutter zählt aus einem Säckchen genau so viel Geld ab, wie der Kapitän ihnen schuldet – keinen Pfennig mehr.
Genau in diesem Augenblick hören sie das Tappen eines Stockes auf der Straße. Es kommt näher, dann ein Rütteln am Tor. Die beiden halten den Atem an. Der Stock entfernt sich wieder. Kaum haben sie sich erholt, pfeift es draußen vom Hügel. Jim greift das Wachstuchpäckchen, und sie laufen los. Unter einer kleinen Brücke verstecken sie sich, während die Piraten in den Gasthof einbrechen und alles durchsuchen.
Kurz darauf galoppieren Reiter heran. Die Piraten fliehen in alle Richtungen. Der blinde Pew bleibt allein zurück, tappt über die Straße und wird von den Pferden erfasst. Er stirbt noch an Ort und Stelle.
Bei Dr. Livesey und dem Gutsherrn Trelawney öffnet Jim das Päckchen. Darin liegen ein Buch mit seltsamen Einträgen und eine Karte. Auf der Karte ist eine Insel zu sehen: mit Buchten, Bergen und drei roten Kreuzen. Daneben steht: „Hauptmasse des Schatzes hier.“ Der Gutsherr springt auf. „Das ist der Schatz von Kapitän Flint! Ich rüste ein Schiff aus, und du, Jim, kommst als Schiffsjunge mit!“
In Bristol: der lange John Silver
In Bristol sucht Trelawney ein Schiff und eine Mannschaft. Er kauft den Schoner Hispaniola, ein schnelles, sauberes Fahrzeug. Als Kapitän heuert er Alexander Smollett an, einen strengen Mann mit gerunzelter Stirn. „Mir gefällt diese Fahrt nicht“, sagt Smollett schon beim ersten Gespräch. „Die Leute reden zu viel über einen Schatz. Und ich mag es nicht, wenn jeder mehr weiß als der Kapitän.“
Trelawney winkt ab. Er ist gesellig, freigebig und redet gern. Er erzählt in der Hafenstadt so lange von der Reise, bis Dr. Livesey ihn bremst: „Ihr könnt den Mund nicht halten, das ist unser größtes Problem.“ Smollett ordnet an, Waffen und Pulver hinten bei der Kajüte zu lagern und die Karte geheim zu halten.
Die Mannschaft stellt zum großen Teil ein einbeiniger Mann zusammen, den Trelawney zufällig am Hafen kennenlernt: der lange John Silver. Er hält in Bristol den Gasthof „Zum Fernrohr“, hat ein breites, freundliches Gesicht und bewegt sich mit seiner Krücke erstaunlich geschickt. Auf der Schulter sitzt ihm ein grüner Papagei, der „Goldstücke!“ ruft. Silver wird der Schiffskoch.
Vor der Abfahrt sucht Jim den Koch in dessen Gasthof auf. Dort beobachtet er, wie ein Gast eilig verschwindet: der schwarze Hund! Silver tut empört und lässt ihn sofort verfolgen, doch der Mann entkommt im Gewühl. Jim weiß danach nicht recht, ob Silver ehrlich ist.
Dann lichtet die Hispaniola die Anker. Der Bootsmann pfeift, die Männer singen ein Seemannslied, und Jim steht an der Reling, als das Land kleiner und kleiner wird. Er ahnt nicht, dass an Bord nur wenige ehrliche Matrosen sind – und dass der freundliche Koch einen Plan hat.
Was Jim im Apfelfaß hört
Ein paar Tage später hängen die Segel schlaff in der Hitze. Jim hat Hunger und klettert in das große Apfelfaß an Deck. Er hat kaum einen Apfel gefunden, als sich jemand schwer an das Faß lehnt. Es ist Silver. Und er ist nicht allein: Mit ihm sprechen der Bootsführer Israel Hands und ein junger Matrose.
Jim hält ganz still und hört jedes Wort. „Wir lassen den Kapitän das Schiff bis zur Insel führen“, sagt Silver. „Und dann, wenn der Schatz geborgen ist, übernehmen wir die Hispaniola.“ Der junge Matrose fragt unsicher: „Und die Herren?“ – „Mit denen wird kurzer Prozess gemacht“, antwortet Silver ruhig. Israel Hands lacht: „Tote beißen nicht.“
Jim wird heiß und kalt. Er begreift, dass die meisten Männer an Bord früher zu Flint gehörten und nur auf das Gold warten. Silver ist ihr Anführer, so freundlich er auch tut.
Kaum ist es dunkel, schlüpft Jim aus dem Faß und rennt zu Dr. Livesey. Der Doktor wird bleich, ruft den Kapitän und den Gutsherrn in die Kajüte, und Jim erzählt alles. Danach schweigen sie lange. „Ihr hattet recht, Smollett“, sagt der Squire schließlich. Der Kapitän nickt kurz. „Wir tun so, als wäre nichts geschehen“, sagt er dann. „Wir geben keinem Grund zur Unruhe und halten zusammen.“ Sieben Menschen stehen auf der Seite der Ehrlichen, neunzehn auf der Seite der Meuterer.

Land in Sicht und ein Mann auf der Insel
Am nächsten Morgen ruft die Wache: „Land in Sicht!“ Die Schatzinsel liegt grau und grün in der Morgensonne: dichte Wälder, gelbe Sandstreifen und steile Felsen. Ein hoher Berg sieht aus wie ein umgedrehtes Fernrohr.
Kapitän Smollett lässt alle Männer zu einem Grog an Deck kommen und spricht freundlich mit ihnen. Dann erlaubt er der müden Mannschaft einen Nachmittag an Land. Auch Jim schlüpft heimlich in ein Boot. Er will die Insel sehen.
Im Wald hört er Stimmen und schleicht näher. Zwischen den Bäumen steht Silver, vor ihm ein Matrose namens Tom. „Mach mit, es sind alle dabei“, sagt Silver. Tom schüttelt den Kopf: „Ich verrate meine Pflicht nicht.“ Ein furchtbarer Schrei tönt aus dem Moor, dann schlägt Silver Tom mit seiner Krücke nieder, dass er nicht mehr aufsteht. Jim läuft davon, so schnell er kann.
Tiefer im Wald stolpert er fast über einen zerlumpten, bärtigen Mann. „Ich bin Ben Gunn“, sagt der Fremde heiser. „Seit drei Jahren lebe ich allein hier. Die Piraten haben mich ausgesetzt, weil ich Flints Schatz nicht finden konnte.“ Jim erzählt ihm von der Hispaniola und von Silver. Ben Gunn erschrickt: „Der lange John ist der gefährlichste von allen.“
Zum Abschied zeigt Ben Gunn auf einen weißen Felsen: „Dort habe ich ein kleines Boot versteckt, das ich selbst gebaut habe.“ Dann hallt plötzlich Kanonendonner über die Insel. Der Streit um das Schiff hat begonnen.
Der Kampf um das Blockhaus
Dr. Livesey und der Kapitän haben in der Zwischenzeit eine alte Befestigung gefunden: ein Blockhaus aus dicken Baumstämmen, umgeben von einem hohen Palisadenzaun und mit einer Quelle direkt vor der Tür. Dorthin bringen sie Vorräte, Waffen und Arzneien.
Bei der Überfahrt kentert ihr Boot: Die Piraten schießen mit einer Kanone, ein Teil der Vorräte sinkt, und Tom Redruth, der alte, treue Diener des Gutsherrn, wird von einer Kugel getroffen. Er stirbt im Blockhaus, während die englische Flagge über dem Dach gehisst wird.
Kurz darauf erscheint Silver mit einer weißen Fahne am Zaun. Jim beobachtet, wie er sich mühsam den Abhang hinaufarbeitet. „Gebt uns die Karte“, sagt Silver freundlich, „dann lasse ich euch in Ruhe nach Hause fahren.“ Kapitän Smollett schüttelt den Kopf. „Nein. Wenn ihr euch ergibt, kommen alle vor ein Gericht.“ Silver verzieht das Gesicht und humpelt wütend davon.
Am Nachmittag greifen die Piraten an. Ein Teil stürmt über den Zaun, im Blockhaus wird geschossen, und als der Rauch sich lichtet, liegen mehrere Angreifer im Sand. Auch auf der Seite der Freunde gibt es Verluste: Kapitän Smollett ist schwer verwundet, Joyce stirbt, und Hunter wird bewusstlos geschlagen. Trotzdem halten sie das Blockhaus.
Als Jim am Abend von seinem Ausflug zurückkehrt, hört er eine Stimme: „Blockhaus hoi!“ Es ist der Doktor. Jim klettert über die Palisade, und die Freunde empfangen ihn mit Erleichterung.
Jim allein auf der Hispaniola
Am nächsten Morgen ist Jim verschwunden. Heimlich ist er fortgeschlichen, denn er hat einen Plan: Er will Ben Gunns Boot holen und die Hispaniola in Sicherheit bringen.
Er findet die kleine Schlucht unter dem weißen Felsen und schleppt das leichte Boot zum Wasser. Es ist nur mit Fellen bespannt und schief gebaut, doch es schwimmt. Mit der Strömung treibt Jim zum Ankerplatz hinaus, wo der Schoner still liegt.
An Bord sind nur zwei Wachen, und beide sind betrunken. Jim hört ihre Streitigkeiten bis aufs Deck. Er schneidet das Ankertau fast durch, wartet auf den Wind, und dann treibt die Hispaniola langsam davon. Jim klettert an einem Tau an Deck.
Dort liegt Israel Hands, verletzt und blass, und bittet Jim um Wein. Der Bootsführer erklärt ihm, wie man das Schiff steuert – und Jim spielt mit. Er gibt ihm zu trinken, verbindet seine Wunde und behält das Steuer im Blick.
Dann greift Israel Hands doch zum Messer und kommt auf Jim zu. Jim springt zur Seite, das Schiff läuft mit einem Ruck auf Grund, und in der Verwirrung stürzt Israel Hands über Bord in die See. Erschöpft bringt Jim den Schoner in die stille Nordbucht, wo er sicher am Ufer liegen bleibt. Die Hispaniola gehört wieder den Ehrlichen.
Ein leerer Graben und die Heimreise
Als Jim zurückkehrt, ist alles anders. Das Blockhaus ist besetzt: Die Piraten haben es eingenommen, und Jim wird sofort festgehalten. Doch Silver stellt sich vor ihn. „Dieser Junge bleibt am Leben“, sagt er zu den anderen. „Er ist unsere Geisel, und vielleicht rettet er uns noch.“
Die Männer murren. Sie fühlen sich von Silver betrogen und überreichen ihm eines Abends einen schwarzen Fleck: Sie wollen ihn als Anführer absetzen. Silver bleibt ganz ruhig. Dann zeigt er ihnen die Karte, die der Doktor ihm gegeben hat. Sofort sind alle wieder zufrieden, und Silver bleibt ihr Kapitän.
Am nächsten Morgen ziehen die Piraten mit Jim los. Am Hang liegt ein Skelett, ausgestreckt wie ein Wegweiser. Die Männer fluchen leise, denn es erinnert sie an Kapitän Flint, den sie noch aus alten Zeiten fürchten.
Endlich stehen sie vor der großen Fichte. Sie graben – und finden einen leeren Graben. Von dem Schatz ist nur eine einzige Münze übrig geblieben. Die Piraten schreien vor Wut.
In diesem Augenblick krachen Schüsse aus dem Gebüsch. Der Doktor, Gray und Ben Gunn springen hervor. Zwei Piraten fallen, die übrigen fliehen in den Wald. Ben Gunn hat den Schatz vor Wochen ausgegraben und in einer Höhle versteckt. Nun wird er auf die Hispaniola geladen, und alle ehrlichen Freunde segeln reich nach Hause.
Silver verschwindet unterwegs mit einem Sack Münzen. Jim aber sagt: Nie wieder kehrt er zu dieser Insel zurück.
Die Schatzinsel in Kürze
Jim Hawkins lebt mit seinen Eltern im Gasthof „Zum Admiral Benbow“. Dort stirbt der alte Seebär Billy Bones und hinterlässt Jim die Karte zur Schatzinsel des Piraten Flint. Mit Dr. Livesey und Squire Trelawney segelt Jim auf der Hispaniola zur Insel. Der einbeinige Schiffskoch John Silver entpuppt sich als Anführer einer Meuterei3. Auf der Insel hilft der ausgesetzte Ben Gunn den Freunden, den Schatz zu retten. Am Ende kehren sie reich nach England zurück, Silver aber flieht mit einem Teil des Goldes1.
Die Figuren
- Jim Hawkins – der Junge, der die Schatzkarte findet und die ganze Geschichte erzählt.
- Jims Mutter – führt den Gasthof Zum Admiral Benbow und zählt nach dem Tod des Kapitäns genau die Schulden ab.
- Jims Vater – der kranke Gastwirt, der die Aufregung um den unheimlichen Gast nicht lange erträgt.
- Bill Bones, der Kapitän – der trunksüchtige alte Seebär mit der Narbe, der früher Flints Maat war.
- Der schwarze Hund – ein ehemaliger Pirat, der Bones aufspürt und mit ihm kämpft.
- Der blinde Pew – der Bettler, der den schwarzen Fleck überbringt und bei der Flucht der Piraten stirbt.
- Squire John Trelawney – der reiche, redselige Gutsherr, der das Schiff bezahlt.
- Dr. Livesey – der besonnene Arzt, der warnt, verhandelt und alle Verwundeten versorgt.
- Kapitän Alexander Smollett – der strenge Kapitän der Hispaniola, der die Meuterei früh ahnt.
- Der lange John Silver – der einbeinige Schiffskoch, der freundlich lächelt und die Meuterei anführt.
- Israel Hands – der Bootsführer und frühere Kanonier, der Jim auf der Hispaniola angreift.
- Ben Gunn – der ausgesetzte Seemann, der drei Jahre allein auf der Insel lebt und den Schatz versteckt.
- Tom Redruth – der alte Wildhüter des Squire, der bei der Überfahrt ins Blockhaus stirbt.
- Abraham Gray – ein Matrose, der von den Meuterern zu den Freunden überläuft.
- Job Anderson – der Bootsmann, der die Meuterer beim Sturm auf das Blockhaus anführt.
- Tom Morgan – ein alter Pirat aus Silvers Mannschaft.
- Georg Merry – ein Meuterer, der Silver den schwarzen Fleck überreicht.
- Dick – ein junger Matrose, der sich Silver anschließt und auf der Insel krank wird.
- Joyce und Hunter – zwei Diener des Squire, die das Blockhaus verteidigen.
- O’Brien – ein Pirat, der bei einem Streit an Bord ums Leben kommt.
- Kapitän Flint – der gefürchtete Pirat, der den Schatz vergraben hat und längst tot ist.
- Der Papagei Kapitän Flint – Silvers grüner Papagei, der unermüdlich „Goldstücke!“ ruft.
Was lernen Kinder daraus?
Jim Hawkins ist kein Held mit Säbel und Muskete, sondern ein Junge, der gut zuhört und im richtigen Moment handelt. Aus dem schüchternen Jüngling wird im Lauf der Reise ein mutiger junger Mann3. Kinder können daraus mitnehmen, dass Mut nicht laut sein muss: Jim hilft seinen Freunden, weil er aufmerksam ist und nicht wegläuft.
Die Geschichte zeigt außerdem, wie schwer Menschen zu durchschauen sind. Long John Silver ist kein einfacher Bösewicht, sondern eine vielschichtige Gestalt mit einem eigenen Verhältnis zu Jim3. Genau das macht das Buch bis heute spannend. Wer zu schnell urteilt, wird hier eines Besseren belehrt.
Und schließlich geht es um Gier: Der Schatz hat schon viele Menschen ins Unglück gestürzt. Gut ist am Ende, wer zusammenhält und teilt.
Der Autor von Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson war ein schottischer Schriftsteller; er starb 1894. Bekannt ist er bis heute für seine Abenteuer- und Schauergeschichten, vor allem für Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde und für die Schatzinsel1.
Die ersten Skizzen und Überlegungen zum Roman entstanden 1880 bis 1881 in Davos, wo Stevenson zur Kur war1. Im Sommer 1881 musste er wegen einer starken Erkältung im schottischen Braemar im Haus bleiben. Aus Langeweile malte er mit seinem Stiefsohn Lloyd Osbourne die Landkarte einer Insel – und die Form dieser Insel brachte seine Fantasie so in Gang, dass daraus sein erster Roman wurde, den er dem Jungen auch widmete1.
Zunächst sollte das Buch The Sea Cook: A Story for Boys heißen1. Angeregt wurde Stevenson nach eigenen Angaben unter anderem von Daniel Defoe, Edgar Allan Poe und Washington Irving1.
Die Schatzinsel als Buch
Stevenson veröffentlichte den Roman zuerst als Fortsetzungsgeschichte: Der Erstdruck lief vom 1. Oktober 1881 bis zum 28. Januar 1882 in der Zeitschrift Young Folks1. Die englische Buchausgabe erschien 1883 in London1, und die Geschichte wird als Abenteuer- und Piratenroman der Jugendliteratur eingeordnet3.
Eine deutsche Übersetzung kam 1897 heraus, im Freiburger Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld1. Unsere Nacherzählung folgt einer deutschen Übertragung, die 1922 im Drei Masken Verlag in München erschien.
Weil die Handlung um eine geheimnisvolle Karte, eine Schiffsreise und einen vergrabenen Schatz kreist, prägt das Buch bis heute das Genre des Abenteuerromans und wird vor allem als Jugendbuch gelesen1, 3.
Der Originaltext
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| Anmerkungen zur Transkription |
| |
| Gesperrter Text ist als _gesperrt_ markiert. |
| Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. |
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Sindbad-Bücher
Phantastische und abenteuerliche Romane
Stevenson / Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson
Die Schatzinsel
Roman
6.-15. Tausend
Mit Zeichnungen von Rolf von Hoerschelmann
Drei Masken Verlag München 1922
_Alle Rechte vorbehalten_
Paul Schettlers Erben, G. m. b. H., Großbuchdruckerei, Cöthen-Anh.
S. L. O.
_einem amerikanischen
Gentleman, dessen klassischem Geschmack
gemäß die folgende Erzählung ersonnen wurde, sei
sie nun, zum Dank für zahlreiche köstliche
Stunden und mit den besten Wünschen,
gewidmet
von seinem herzlichen Freunde
dem Autor_
An den zögernden Käufer
Wenn Seefahrermärchen, Matrosengesang,
Sturm und Gefahren, Kälte und Glut,
Wenn Eilande, Segler, Seeräuberfang
Und Gold, das vergraben in Erde ruht,
Wenn die alte Romantik, von Neuem erzählt
Getreu nach der Vorväter Art,
Die kluge Jugend heut nicht mehr beseelt
Mit den Wundern von Ferne und Fahrt: …
Text: Robert Louis Stevenson, Quelle: Project Gutenberg #49424 – Die Schatzinsel, Drei Masken Verlag München 1922 (Übersetzung anonym). Illustrationen: Rolf von Hoerschelmann (gemeinfrei).
Fragen zum Gespräch mit eurem Kind
Beim Vorlesen entstehen oft von selbst Fragen. Diese fünf könnt ihr anschließend gemeinsam besprechen:
- Was würdest du tun, wenn du eine alte Schatzkarte finden würdest?
- Woran merkt Jim, dass John Silver nicht ehrlich ist?
- Warum hilft Ben Gunn den Freunden, obwohl er früher selbst ein Pirat war?
- Hättet ihr Silver am Ende mitgenommen oder auf der Insel gelassen?
- Was bedeutet Mut für dich – und wann ist Vorsicht wichtiger als Mut?
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Häufige Fragen
Wer schrieb die Schatzinsel?
Wann spielt die Schatzinsel?
Wann wurde die Schatzinsel geschrieben?
Wo befindet sich die Schatzinsel?
Quellen
- Die Schatzinsel · abgerufen am 11.10.2026
- Die Schatzinsel · abgerufen am 11.10.2026
- „Die Schatzinsel“ von R. L. Stevenson in 5 Minuten verstehen · Stand 31.03.2026
- Die Schatzinsel · abgerufen am 11.10.2026
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