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Der Teufel mit den drei goldenen Haaren – zum Vorlesen und Anhören

Ein Kind mit einer Glückshaut, ein habgieriger König und drei Haare aus dem Kopf des Teufels: Darum geht es im Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, das die Brüder Grimm als KHM 29 in ihre Kinder- und Hausmärchen aufgenommen haben. Bei uns könnt ihr die Geschichte kindgerecht nacherzählt lesen und mit der Hörfassung anhören.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 23 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren: Eine Holzkiste mit schlafendem Baby treibt auf ruhigem Wasser vor einer Mühle – Titelbild
Jahr
1857
Alter ab
6
Autor/Herkunft
Brüder Grimm (Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe, 7. Auflage, Ausgabe letzter Hand)

Neu erzählt nach Jacob und Wilhelm Grimm (Kinder- und Hausmärchen, Ausgabe 1857)

Ein Kind mit einer Glückshaut, ein neidischer König und drei goldene Haare vom Kopf des Teufels – das Grimm-Märchen KHM 29, neu erzählt zum Vorlesen und Anhören.

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren – das Märchen zum Vorlesen

Hörfassung · 18 Min.
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren – Hörfassung
0:0017:41
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Es war einmal eine arme Frau, die bekam einen Sohn. Als das Kind zur Welt kam, lag eine feine Glückshaut um es herum. Im Dorf erzählten sich die Leute: „Wer mit einer Glückshaut geboren wird, dem schlägt alles zum Glück aus. Ihm ist sogar vorausgesagt, dass er mit 14 Jahren die Tochter des Königs heiraten wird.“

Bald darauf kam der König durch das Dorf. Niemand erkannte ihn. Er fragte die Leute, was es Neues gebe, und hörte von dem Kind mit der Glückshaut und von der Weissagung. Der König hatte ein böses Herz und ärgerte sich sehr. Er mochte den Gedanken nicht, dass ein armes Kind einmal seine Tochter heiraten sollte.

Er ging zu den Eltern, tat ganz freundlich und sagte: „Ihr armen Leute, überlasst mir euer Kind. Ich will gut für es sorgen.“ Die Eltern wollten erst nicht. Weil der fremde Mann aber schweres Gold bot und sie dachten, ihr Sohn sei ein Glückskind und alles müsse zu seinem Besten ausschlagen, gaben sie ihm endlich das Kind.

Der König legte den Jungen in eine Schachtel, ritt damit bis zu einem tiefen Wasser und warf die Schachtel hinein. „So bin ich den unerwarteten Freier los“, dachte er.

Doch die Schachtel ging nicht unter. Sie schwamm wie ein kleines Schiffchen dahin, und kein einziger Tropfen Wasser drang hinein. So trieb sie bis zu einem Mühlenwehr, 2 Meilen von der Hauptstadt des Königs entfernt, und blieb dort hängen.

Am Ufer stand ein Mahlbursche. Er sah die Schachtel, zog sie mit einem Haken heran und meinte, einen großen Schatz zu finden. Als er sie öffnete, lag ein schöner Knabe darin, frisch und munter. Er brachte ihn zu den Müllersleuten. Die hatten keine Kinder, freuten sich sehr und sagten: „Das hat uns der Himmel geschickt.“ Sie pflegten den Findling, und der Junge wuchs heran. Er war freundlich, fleißig und fürchtete sich vor nichts.

14 Jahre später kam der König bei einem Gewitter in die Mühle. Er sah den großen Jungen und fragte, ob das der Sohn der Müllersleute sei. „Nein“, antworteten sie, „das ist ein Findling. Vor 14 Jahren ist er in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen.“

Da wusste der König, dass dies das Glückskind war, das er damals ins Wasser geworfen hatte. Er blieb äußerlich ruhig und sprach: „Ihr guten Leute, könnte der Junge nicht einen Brief zur Frau Königin bringen? Ich gebe ihm zwei Goldstücke zum Lohn.“ Die Müllersleute sagten ja und schickten den Jungen auf den Weg.

Der König aber schrieb einen Brief, in dem stand, der Junge solle gleich nach seiner Ankunft sterben. Das sollte geschehen sein, bevor der König zurückkehrte. So hoffte er, das Glückskind für immer loszuwerden.

Der Junge wanderte mit dem Brief los, verirrte sich aber im Wald und kam am Abend zu einem kleinen Licht. Er ging darauf zu und fand ein Häuschen. Drinnen saß ganz allein eine alte Frau am Feuer. Sie erschrak, als sie den Knaben sah. „Wo kommst du her, und wo willst du hin?“, fragte sie.

„Ich komme von der Mühle“, antwortete er, „und soll der Frau Königin einen Brief bringen. Weil ich mich im Wald verirrt habe, möchte ich hier gern übernachten.“ – „Du armer Junge“, sagte die Frau, „du bist in ein Räuberhaus geraten. Wenn die Räuber heimkommen, bringen sie dich um.“ – „Mag kommen, wer will“, sagte der Junge, „ich fürchte mich nicht. Ich bin so müde, dass ich nicht weiter kann.“ Er streckte sich auf eine Bank und schlief ein.

Bald darauf kamen die Räuber nach Hause und fragten zornig, wer da fremd auf der Bank liege. „Es ist ein unschuldiges Kind“, sagte die Alte, „es hat sich im Wald verirrt, und ich habe es aus Barmherzigkeit aufgenommen. Es soll einen Brief zur Frau Königin bringen.“ Die Räuber brachen den Brief auf und lasen ihn. Darin stand, dass der Knabe gleich bei seiner Ankunft sterben sollte.

Die Räuber waren sonst hart und wild, doch hier empfanden sie Mitleid. Ihr Anführer zerriss den Brief und schrieb einen neuen. Darin stand: Sobald der Knabe ankommt, soll er sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Am Morgen gaben sie ihm den Brief, zeigten ihm den rechten Weg und ließen ihn ruhig weiterziehen.

Die Königin empfing den Brief, las ihn und richtete alles so ein, wie es darin stand. Sie ließ ein prächtiges Hochzeitsfest feiern, und die Königstochter wurde mit dem Glückskind vermählt. Der junge Mann war schön und freundlich, und die beiden lebten vergnügt und zufrieden miteinander.

Nach einiger Zeit kam der König in sein Schloss zurück und sah, dass die Weissagung sich erfüllt hatte. „Wie ist das zugegangen?“, sprach er. „Ich habe in meinem Brief einen ganz anderen Befehl gegeben.“ Die Königin reichte ihm den Brief, und der König merkte, dass jemand ihn vertauscht hatte. Er fragte den Jüngling, wie es mit dem Brief zugegangen sei. „Ich weiß von nichts“, antwortete dieser, „er muss mir in der Nacht vertauscht worden sein, als ich im Wald schlief.“

Voll Zorn sprach der König: „So leicht soll es dir nicht werden. Wer meine Tochter haben will, der muss mir aus der Hölle drei goldene Haare vom Kopf des Teufels holen. Bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten.“ Damit hoffte er, den Jungen für immer loszuwerden. Das Glückskind aber antwortete: „Die goldenen Haare hole ich euch. Ich fürchte mich nicht vor dem Teufel.“

Er nahm Abschied und begann seine Wanderschaft. Der Weg führte ihn zu einer großen Stadt. Dort standen die Leute ratlos um ihren Marktbrunnen, aus dem früher Wein geflossen war. Der Torwächter fragte den Jungen, was er für ein Handwerk verstehe und was er wisse. „Ich weiß alles“, antwortete das Glückskind. „Dann kannst du uns einen Gefallen tun“, sagte der Wächter. „Sage uns, warum unser Brunnen trocken geworden ist und nicht einmal mehr Wasser gibt.“ – „Das sollt ihr erfahren“, antwortete der Junge, „wartet nur, bis ich zurückkomme.“

Er ging weiter und kam in eine zweite Stadt. Auch hier fragte der Torwächter nach seinem Handwerk und seinem Wissen. „Ich weiß alles“, sagte der Junge. „So hilf uns“, sprach der Wächter. „In unserer Stadt steht ein Baum, der trug sonst goldene Äpfel. Jetzt treibt er nicht einmal mehr Blätter.“ – „Das sollt ihr erfahren“, antwortete er, „wartet nur, bis ich wiederkomme.“

Dann kam er an ein großes Wasser, über das er hinübermusste. Der Fährmann fragte ihn ebenfalls nach Handwerk und Wissen. „Ich weiß alles“, antwortete der Junge. „So tue mir einen Gefallen“, sprach der Fährmann, „und sage mir, warum ich immer hin und her fahren muss und niemals abgelöst werde.“ – „Das sollst du erfahren“, antwortete er, „warte nur, bis ich wiederkomme.“

Jenseits des Wassers fand er den Eingang zur Hölle. Drinnen war es schwarz und rußig. Der Teufel war nicht zu Hause, aber seine Ellermutter saß in einem breiten Sessel. „Was willst du?“, sprach sie und sah gar nicht böse aus. „Ich möchte drei goldene Haare vom Kopf des Teufels“, antwortete er, „sonst kann ich meine Frau nicht behalten.“

„Das ist viel verlangt“, sagte sie. „Wenn der Teufel heimkommt und dich findet, geht es dir an den Kragen. Aber du dauerst mich. Ich will sehen, ob ich dir helfen kann.“ Sie verwandelte den Jungen in eine Ameise und sprach: „Kriech in meine Rockfalten, da bist du sicher.“

„Das ist gut“, antwortete er, „aber drei Dinge möchte ich gern noch wissen. Warum gibt der Brunnen, aus dem sonst Wein quoll, nicht einmal mehr Wasser? Warum treibt der Baum, der goldene Äpfel trug, nicht einmal mehr Laub? Und warum muss der Fährmann immer hin und her fahren und wird nicht abgelöst?“ – „Das sind schwere Fragen“, antwortete die Alte. „Halte dich still und ruhig und merke gut auf, was der Teufel sagt, wenn ich ihm die drei goldenen Haare ausziehe.“

Des Teufels Großmutter im Sessel, in ihrer Rockfalte versteckt sich eine Ameise, daneben drei goldene Haare – Märchen vom Glückskind

Als der Abend kam, trat der Teufel ins Haus. Kaum war er eingetreten, merkte er, dass etwas nicht stimmte. „Ich rieche, rieche Menschenfleisch“, sagte er. „Hier ist es nicht richtig.“ Er guckte in alle Ecken und suchte, fand aber nichts. Die Ellermutter schalt ihn aus: „Eben habe ich erst gekehrt und alles in Ordnung gebracht, und du wirfst mir alles wieder durcheinander. Immer hast du Menschenfleisch in der Nase! Setz dich hin und iss dein Abendbrot.“

Der Teufel aß und trank, und danach war er müde. Er legte der Alten seinen Kopf in den Schoß und bat sie, ihn ein wenig zu lausen. Bald schlummerte er ein, blies und schnarchte. Da fasste die Alte ein goldenes Haar, riss es aus und legte es neben sich.

„Autsch!“, schrie der Teufel. „Was hast du vor?“ – „Ich habe einen schweren Traum gehabt“, antwortete die Ellermutter, „da habe ich dir in die Haare gefasst.“ – „Was hat dir geträumt?“, fragte der Teufel. „Mir hat geträumt, ein Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt und gebe nicht einmal mehr Wasser. Was ist wohl schuld daran?“ – „He, wenn sie es wüssten!“, antwortete der Teufel. „Es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen. Wenn sie die töten, fließt der Wein schon wieder.“

Die Alte lauste ihn weiter, bis er wieder einschlief und schnarchte, dass die Fenster zitterten. Da riss sie ihm das zweite Haar aus. „Hu! Was machst du?“, schrie der Teufel zornig. „Nimm es nicht übel“, antwortete sie, „ich habe es im Traum getan.“ – „Was hat dir wieder geträumt?“ – „Mir hat geträumt, in einem Königreich stand ein Obstbaum, der sonst goldene Äpfel trug und jetzt nicht einmal Laub treiben will. Was war wohl die Ursache?“ – „He, wenn sie es wüssten!“, antwortete der Teufel. „An der Wurzel nagt eine Maus. Wenn sie die töten, trägt er wieder goldene Äpfel. Nagt sie aber noch länger, verdorrt der Baum ganz. Aber lass mich mit deinen Träumen in Ruhe!“

Die Ellermutter redete ihm gut zu und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da fasste sie das dritte goldene Haar und riss es ihm aus. Der Teufel fuhr in die Höhe, schrie und wollte übel mit ihr schimpfen, doch sie besänftigte ihn: „Wer kann für böse Träume!“ – „Was hat dir denn geträumt?“, fragte er, denn er war doch neugierig. „Mir hat von einem Fährmann geträumt, der sich beklagte, dass er immer hin und her fahren muss und nicht abgelöst wird. Was ist wohl schuld?“ – „He, der Dummbart!“, antwortete der Teufel. „Wenn einer kommt, der übergefahren sein will, dann gib ihm die Stange in die Hand. Dann muss der andere fahren, und er ist frei.“

Als die Alte die drei goldenen Haare hatte und alle drei Fragen beantwortet waren, ließ sie den Teufel in Ruhe, und er schlief bis zum Morgen. Als er fortgezogen war, holte sie die Ameise aus ihrer Rockfalte und gab dem Glückskind die menschliche Gestalt zurück. „Da hast du die drei goldenen Haare“, sprach sie. „Was der Teufel zu deinen Fragen gesagt hat, hast du wohl gehört.“ – „Ja“, antwortete er, „ich habe es gehört und werde es behalten.“ – „So ist dir geholfen“, sagte sie. „Nun zieh deiner Wege.“ Er bedankte sich für die Hilfe in der Not, verließ die Hölle und war froh, dass alles so gut geglückt war.

Als er zum Fährmann kam, wollte er ihm die versprochene Antwort geben. „Fahr mich erst hinüber“, sprach das Glückskind, „so sage ich dir, wie du erlöst wirst.“ Auf der anderen Seite gab er ihm den Rat des Teufels: Wenn wieder einer kommt und übergefahren sein will, dann gib ihm nur die Stange in die Hand.

Dann kam er zu der Stadt mit dem unfruchtbaren Baum. Der Wächter wollte seine Antwort haben, und der Junge sagte: „Tötet die Maus, die an der Wurzel nagt, so trägt der Baum wieder goldene Äpfel.“ Der Wächter dankte ihm und schenkte ihm zur Belohnung zwei Esel, die mit Gold beladen waren. Die mussten ihm nachfolgen.

Zuletzt kam er zu der Stadt mit dem versiegten Brunnen. Die Leute standen noch immer ratlos da. „Es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen“, sagte der Junge zum Wächter. „Sucht sie und tötet sie, so gibt der Brunnen wieder reichlich Wein.“ Der Wächter dankte, und auch hier bekam das Glückskind zwei Esel voller Gold.

Endlich kam es daheim bei seiner Frau an. Die freute sich von Herzen, als sie ihn wiedersah, und hörte gern, wie gut ihm alles gelungen war. Dem König brachte er die drei goldenen Haare des Teufels. Als der König die vier Esel mit dem Gold sah, wurde er ganz vergnügt und sprach: „Nun sind alle Bedingungen erfüllt, du kannst meine Tochter behalten. Aber sage mir, lieber Schwiegersohn, woher hast du so viel Gold? Das sind ja gewaltige Schätze!“ – „Ich bin über einen Fluss gefahren“, antwortete der Junge, „und habe das Gold mitgenommen. Es liegt dort statt des Sandes am Ufer.“

„Kann ich mir auch davon holen?“, fragte der König begierig. „So viel ihr nur wollt“, antwortete das Glückskind. „Auf dem Fluss ist ein Fährmann. Lasst euch von ihm überfahren, dann könnt ihr drüben eure Säcke füllen.“

Der habgierige König machte sich in aller Eile auf den Weg. Als er an den Fluss kam, winkte er dem Fährmann, der sollte ihn übersetzen. Der Fährmann kam, hieß ihn einsteigen, und als sie am anderen Ufer ankamen, gab er ihm die Ruderstange in die Hand und sprang davon.

Der König aber musste von nun an fahren, zur Strafe für seine Sünden. „Fährt er wohl noch?“ – „Was denn? Es wird ihm niemand die Stange abgenommen haben.“

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Der Teufel mit den drei goldenen Haaren in Kürze

Eine arme Frau bekommt einen Sohn mit einer Glückshaut. Ihm wird vorausgesagt, dass er mit 14 Jahren die Königstochter heiratet. Der König will das verhindern: Er kauft das Kind, setzt es im Fluss aus und schickt den herangewachsenen Jungen später mit einem tödlichen Brief los. Räuber vertauschen den Brief, und der Junge heiratet die Königstochter. Als neue Bedingung soll er drei goldene Haare vom Kopf des Teufels holen. Des Teufels Großmutter versteckt ihn als Ameise, zieht dem schlafenden Teufel die Haare aus und erfährt dabei, wie der Weinbrunnen, der Apfelbaum und der Fährmann zu retten sind. Der habgierige König muss am Ende selbst rudern.

Die Figuren

  • Das Glückskind: Der Junge mit der Glückshaut, der furchtlos dem Teufel die drei goldenen Haare holt.
  • Die arme Frau: Seine Mutter, die ihr Kind nur widerwillig dem König überlässt.
  • Der König: Ein habgieriger Mann, der das Glückskind aussetzt und immer neue Prüfungen erfindet.
  • Die Königin: Sie befolgt den Brief und lässt die Hochzeit ausrichten.
  • Die Königstochter: Sie heiratet das Glückskind und lebt zufrieden mit ihm.
  • Die Müllersleute: Ein kinderloses Paar, das den Findling aufnimmt und großzieht.
  • Der Mahlbursche: Er zieht die Schachtel aus dem Wasser und findet den Knaben.
  • Die alte Frau im Räuberhaus: Sie warnt den Jungen vor den Räubern und lässt ihn übernachten.
  • Die Räuber: Sie vertauschen aus Mitleid den Brief des Königs.
  • Die Ellermutter: Des Teufels Großmutter, die den Jungen als Ameise versteckt und ihm hilft.
  • Der Teufel: Von seinem Kopf stammen die drei goldenen Haare; im Schlaf verrät er die drei Lösungen.
  • Der Fährmann: Er muss immer hin und her fahren, bis ihm jemand die Stange abnimmt.
  • Die Torwächter der Städte: Sie fragen nach dem versiegten Weinbrunnen und dem Apfelbaum, der keine Blätter mehr treibt.

Was lernen Kinder daraus?

Das Glückskind hat mehr als eine Glückshaut: Es hat Mut, es ist freundlich, und es hält, was es verspricht. Wer so durch die Welt geht, findet Helferinnen und Helfer – die Räuber, die den Brief vertauschen, und die Großmutter des Teufels, die den Jungen versteckt.

Der König dagegen will immer mehr. Er setzt das Kind aus, schickt es in Gefahr und lässt sich am Ende vom Gold blenden. Seine Gier bringt ihn genau dorthin, wo er den Jungen nie haben wollte.

Für Kinder steckt darin eine tröstliche Botschaft: Angst muss niemanden aufhalten, und Hilfsbereitschaft kommt zurück. Zugleich zeigt das Märchen, wie anstrengend Habgier macht – der König bekommt nie genug und verliert am Ende alles.

Herkunft und Entstehung

Das Märchen Der Teufel mit den drei goldenen Haaren steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 29 (KHM 29)1. Die hier nacherzählte Fassung folgt der Großen Ausgabe von 1857, der siebten Auflage und Ausgabe letzter Hand. Die Brüder Grimm starben 1863 und 1859.

In der Märchenforschung wird der Stoff den Typen ATU 930 und 461 zugeordnet1. In der ersten Auflage trug der Text den Titel „Von dem Teufel mit drei goldenen Haaren“1. Ab der zweiten Auflage stellen die Brüder Grimm die Schicksalsgeschichte vom Glückskind voran; der Besuch in der Hölle bildet seither den Abschluss1.

Grimms Anmerkung nennt als Quelle eine Erzählung „Aus Zwehrn“, die von Dorothea Viehmann stammt, sowie eine Fassung „aus Niederhessen“ von Amalie Hassenpflug1. Die ältere Fassung der ersten Auflage erzählte von einem Holzhacker, der die drei Haare holt1. Verwandt sind KHM 125 Der Teufel und seine Großmutter, KHM 165 Der Vogel Greif und KHM 75a Vogel Phönix1. Der Stoff ist auch im estnischen, norwegischen, tschechischen und slowakischen Sprachraum bekannt1. Das Wort Ellermutter stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet Großmutter1.

Der Originaltext

Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut um hatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben. Es trug sich zu, daß der König bald darauf ins Dorf kam, und niemand wußte daß es der König war, und als er die Leute fragte was es Neues gäbe, so antworteten sie „es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Glückshaut geboren: was so einer unternimmt, das schlägt ihm zum Glück aus. Es ist ihm auch voraus gesagt, in seinem vierzehnten Jahre solle er die Tochter des Königs zur Frau haben.“ Der König, der ein böses Herz hatte und über die Weissagung sich ärgerte, gieng zu den Eltern, that ganz freundlich und sagte „ihr armen Leute, überlaßt mir euer Kind, ich will es versorgen.“ Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold dafür bot, und sie dachten „es ist ein Glückskind, es muß doch zu seinem Besten ausschlagen,“ so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind. …

Text: Brüder Grimm, Quelle: Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe, S. 152–159, 7. Auflage (Ausgabe letzter Hand), 1857. Fassung: Originalschreibweise der Ausgabe 1857.

Fragen zum Gespräch mit eurem Kind

  1. Warum hilft die alte Frau im Räuberhaus dem fremden Jungen, obwohl sie selbst in Gefahr ist?
  2. Woran merkt man im Märchen, dass das Glückskind mutig ist – und wann wäre Vorsicht klüger als Mut?
  3. Warum kann der König das Glück des Jungen nicht aufhalten, obwohl er so mächtig ist?
  4. Die Räuber vertauschen den Brief. Was wäre wohl geschehen, wenn sie es nicht getan hätten?
  5. Am Ende muss der König rudern. Findet ihr diese Strafe gerecht?

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Quellen

  1. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren · abgerufen am 11.10.2026
  2. Der Teufel mit den drei goldenen Haaren · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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