Zum Inhalt springen

Hans im Glück – das Märchen zum Vorlesen und Anhören

Hans im Glück ist ein Märchen der Brüder Grimm über einen Knecht, der nach sieben Jahren Dienst einen Goldklumpen bekommt, so groß wie sein Kopf, und ihn auf dem Heimweg gegen ein Pferd, eine Kuh, ein Schwein, eine Gans und zuletzt zwei schwere Steine tauscht1, 2. Reich wird er dabei nicht – glücklich am Ende trotzdem. Hier findet ihr die ganze Geschichte zum Vorlesen und Anhören, eine kurze Zusammenfassung und fünf Fragen zum Gespräch mit eurem Kind.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 19 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Hans trägt im Hans im Glück Märchen den kopfgroßen Goldklumpen über eine staubige Landstraße, im Hintergrund reitet ein Reiter.
Jahr
1857
Alter ab
4
Autor/Herkunft
Brüder Grimm (Kinder- und Haus-Märchen, Band 1, Große Ausgabe, 7. Auflage)

Neu erzählt nach Jacob und Wilhelm Grimm (1857)

Hans im Glück ist ein Schwank der Brüder Grimm, der seit der zweiten Auflage von 1819 in den Kinder- und Hausmärchen an Stelle 83 steht2.

Hans im Glück Märchen-Text zum Vorlesen

Hörfassung · 13 Min.
Hans im Glück – Hörfassung der Nacherzählung
0:0012:55
MP3 herunterladen (7,4 MB)

Sieben Jahre lang hatte Hans bei seinem Herrn gedient. Als die Zeit um war, trat er vor ihn hin: „Herr, meine Zeit ist herum, nun möchte ich wieder heim zu meiner Mutter. Gebt mir meinen Lohn.“ Der Herr antwortete: „Du hast mir treu und ehrlich gedient, und wie der Dienst war, soll auch der Lohn sein.“ Er gab ihm ein Stück Gold, das so schwer war wie Hansens Kopf.

Hans zog sein Tuch aus der Tasche, wickelte den Klumpen hinein, hievte ihn auf die Schulter und machte sich auf den Weg nach Haus. Der Klumpen drückte ihn bei jedem Schritt. Wie er so dahinging, immer ein Bein vor das andere, kam ihm ein Reiter auf einem munteren Pferd entgegen, fröhlich und guter Dinge. Hans schaute ihm nach und rief ganz laut: „Ach, das Reiten ist doch etwas Schönes! Da sitzt einer wie auf einem Stuhl, stößt sich an keinen Stein, spart seine Schuhe und kommt fort, ohne zu wissen wie.“

Hans im Glück (Märchen): Der Reiter übernimmt den schweren Goldklumpen, während Hans sich freut, auf das Pferd zu steigen.

Der Reiter hatte das gehört und hielt an. „Ei, Hans, warum läufst du denn zu Fuß?“ – „Ich muss wohl“, antwortete Hans. „Ich habe einen Klumpen heimzutragen. Es ist Gold, aber ich kann den Kopf dabei nicht gerade halten, und die Schulter tut mir weh.“ – „Weißt du was“, sagte der Reiter, „wir wollen tauschen: Du bekommst mein Pferd, ich nehme deinen Klumpen.“ – „Von Herzen gern“, sprach Hans, „aber du musst dich damit schleppen.“ Der Reiter stieg ab, nahm das Gold, half Hans in den Sattel und drückte ihm die Zügel in die Hand. „Wenn es recht geschwind gehen soll“, erklärte er, „dann schnalze mit der Zunge und rufe: hopp, hopp!“

Hans war seelenfroh, als er im Sattel saß und so frank und frei dahinritt. Nach einer Weile wollte er es noch schneller haben. Er schnalzte mit der Zunge und rief: „Hopp, hopp!“ Da setzte das Pferd zu starkem Trab an, und ehe Hans sich versah, lag er in einem Graben, der die Äcker von der Straße trennte. Das Pferd wäre durchgegangen, hätte nicht ein Bauer, der mit einer Kuh daherkam, es aufgehalten. Hans sammelte seine Glieder zusammen und stand wieder auf. Verdrießlich schimpfte er: „Das Reiten ist ein schlechter Spaß, besonders auf so einer Mähre, die einen abwirft, dass man sich den Hals brechen kann. Ich setze mich nie wieder auf ein Pferd! Da lobe ich mir deine Kuh: Mit der geht man gemächlich hinterher und hat obendrein jeden Tag Milch, Butter und Käse. Was gäbe ich darum, wenn ich so eine Kuh hätte!“ – „Nun“, sagte der Bauer, „wenn dir das ein so großer Gefallen ist, tausche ich gern: die Kuh für das Pferd.“ Hans willigte mit tausend Freuden ein, und der Bauer schwang sich aufs Pferd und ritt eilig davon.

Hans trieb seine Kuh ruhig vor sich her und bedachte den guten Handel. „Wenn ich nur ein Stück Brot habe – und daran soll es mir nicht fehlen –, dann esse ich Butter und Käse dazu, sooft ich mag“, überlegte er. „Und wenn ich Durst habe, melke ich meine Kuh und trinke Milch. Herz, was verlangst du mehr?“ In einem Wirtshaus machte er Halt und aß in seiner Freude alles auf, was er noch bei sich hatte, sein Mittags- und Abendbrot. Für seine letzten Heller ließ er sich ein halbes Glas Bier einschenken. Dann trieb er die Kuh weiter, immer dem Dorf seiner Mutter zu.

Je näher der Mittag kam, desto drückender wurde die Hitze. Hans geriet in eine weite Heide, die dauerte wohl noch eine Stunde. Da wurde es ihm ganz heiß, und vor Durst klebte ihm die Zunge am Gaumen. „Dem ist abzuhelfen“, dachte Hans. „Jetzt melke ich meine Kuh und labe mich an der Milch.“ Er band das Tier an einen dürren Baum und stellte, weil er keinen Eimer hatte, seine Ledermütze darunter. Aber wie er sich auch mühte, es kam kein Tropfen Milch zum Vorschein. Und weil er sich ungeschickt anstellte, trat ihn das ungeduldige Tier mit einem Hinterhuf so heftig vor den Kopf, dass Hans zu Boden taumelte und eine Zeitlang nicht wusste, wo er war.

Zum Glück kam gerade ein Metzger des Weges, der auf einem Schubkarren ein junges Schwein liegen hatte. „Was ist denn hier passiert?“ rief er und half dem guten Hans wieder auf die Beine. Hans erzählte, was vorgefallen war. Der Metzger reichte ihm seine Flasche: „Trink erst einmal und erhol dich. Die Kuh will wohl keine Milch mehr geben, das ist ein altes Tier. Höchstens zum Ziehen taugt sie noch oder zum Schlachten.“ – „Ei, ei“, sprach Hans und strich sich die Haare über den Kopf, „wer hätte das gedacht! Es ist schon gut, wenn man so ein Tier schlachten kann, was gibt das für Fleisch! Aber Kuhfleisch mag ich nicht besonders, es ist mir nicht saftig genug.“

„Ja, wer so ein junges Schwein hätte!“ fuhr Hans fort. „Das schmeckt anders, und dazu noch die Würste.“ – „Hör, Hans“, sagte der Metzger, „dir zuliebe tausche ich: Du bekommst das Schwein, ich nehme die Kuh.“ – „Das soll dir gelohnt werden!“ antwortete Hans, übergab ihm die Kuh und ließ sich das Schweinchen vom Karren losmachen. Den Strick, woran es gebunden war, nahm er in die Hand und zog mit seinem neuen Tier weiter.

Wie gut es ihm doch ging, dachte Hans. Und wenn ihm einmal etwas Verdrießliches begegnete, wurde es gleich wieder gutgemacht. Bald gesellte sich ein Bursch zu ihm, der eine schöne weiße Gans unter dem Arm trug. Sie gingen ein Stück Weges zusammen, und Hans erzählte von seinem Glück und wie vorteilhaft er getauscht hatte. Der Bursch sagte, er bringe die Gans zu einem Kindtaufschmaus. „Heb sie einmal“, fuhr er fort und packte sie bei den Flügeln, „wie schwer sie ist! Acht Wochen lang ist sie gemästet worden. Wer in den Braten beißt, muss sich das Fett von beiden Seiten abwischen.“ – „Ja“, sagte Hans und wog die Gans mit einer Hand, „sie hat ihr Gewicht. Aber mein Schwein ist auch keine Sau.“

Da sah sich der Bursch nach allen Seiten bedenklich um und schüttelte mit dem Kopf. „Hör“, fing er an, „mit deinem Schwein stimmt etwas nicht. In dem Dorf, das ich gerade durchquert habe, wurde dem Schulzen ein Schwein aus dem Stall gestohlen. Ich fürchte, du hast es da an der Hand. Die Leute sind schon unterwegs, und es wäre ein schlimmer Handel, wenn sie dich mit dem Schwein erwischten. Schlimmstenfalls sperren sie dich ins finstere Loch.“ Da wurde dem guten Hans angst. „Ach Gott, hilf mir doch!“ rief er. „Du kennst dich hier besser aus als ich. Nimm das Schwein und gib mir dafür deine Gans.“

„Ich riskiere dabei eine ganze Menge“, antwortete der Bursche, „aber ich möchte nicht, dass du in Schwierigkeiten kommst.“ Er nahm das Seil in die Hand und trieb das Schwein schnell auf einen Seitenweg. Hans aber ging, seiner Sorgen ledig, mit der Gans unter dem Arm der Heimat zu. „Wenn ich alles zusammenzähle“, sprach er mit sich selbst, „habe ich sogar Vorteil bei dem Tausch. Erstens den guten Braten, dann die Menge Fett, die herausträufeln wird – davon kann ich ein ganzes Vierteljahr Gänsefettbrot essen. Und endlich die schönen weißen Federn: Die kommen in mein Kopfkissen, und darauf schläft es sich herrlich. Was wird meine Mutter für eine Freude haben!“

Als er durch das letzte Dorf gekommen war, stand dort ein Scherenschleifer mit seinem Karren. Sein Rad schnurrte, und er sang ein Liedchen dazu, von der Schere, die er schleift, und dem Mäntelchen, das er nach dem Wind hängt. Hans blieb stehen und sah ihm zu. Endlich redete er ihn an: „Dir geht es gut, weil du so lustig bei deinem Schleifen bist.“ – „Ja“, antwortete der Scherenschleifer, „mit dem Schleifen verdient man gutes Geld. Ein rechter Schleifer hat immer welches in der Tasche. Aber woher hast du denn die schöne Gans?“ – „Die habe ich nicht gekauft, sondern für mein Schwein eingetauscht.“ – „Und das Schwein?“ – „Dafür habe ich die Kuh hergegeben.“ – „Und die Kuh?“ – „Die habe ich für das Pferd bekommen.“ – „Und das Pferd?“ – „Dafür gab ich einen Klumpen Gold, so groß wie mein Kopf.“ – „Und das Gold?“ – „Das war mein Lohn für sieben Jahre Dienst.“

„Du hast dir ja immer zu helfen gewusst“, sagte der Schleifer. „Wenn du es dahin bringst, dass dir das Geld in der Tasche springt, sobald du aufstehst, dann ist dein Glück gemacht.“ – „Wie soll ich das anfangen?“ fragte Hans. – „Du musst ein Schleifer werden wie ich. Dazu braucht es eigentlich nichts als einen Wetzstein, alles andere ergibt sich von allein. Da habe ich einen, der ist zwar ein wenig schadhaft, dafür bekomme ich aber auch nichts weiter als deine Gans. Willst du das?“ – „Wie kannst du noch fragen!“ antwortete Hans. „Ich werde ja der glücklichste Mensch auf Erden. Wenn ich Geld habe, sooft ich in die Tasche greife, was brauche ich da länger zu sorgen?“ Er reichte ihm die Gans hin und nahm den Wetzstein in Empfang.

„Nun“, sprach der Schleifer und hob einen gewöhnlichen schweren Feldstein auf, der neben ihm lag, „hier ist noch ein kräftiger Stein für dich. Darauf lässt es sich gut arbeiten, und du kannst deine alten Nägel gerade klopfen. Nimm ihn mit und pass gut auf ihn auf.“ Hans lud den Stein auf und ging mit vergnügtem Herzen weiter. Seine Augen leuchteten vor Freude. „Ich bin wohl in einer Glückshaut geboren“, rief er aus. „Alles, was ich mir wünsche, geht in Erfüllung, wie bei einem Sonntagskind!“

Aber er war seit Tagesanbruch auf den Beinen, und nun wurde er müde. Auch plagte ihn der Hunger, denn er hatte seinen ganzen Vorrat aufgegessen, damals in der Freude über die erhandelte Kuh. Er kam kaum noch voran und musste ständig stehen bleiben, und die Steine wurden immer schwerer. Da konnte er den Gedanken nicht loswerden, wie gut es wäre, sie gerade jetzt nicht tragen zu müssen. Wie eine Schnecke kroch er zu einem Feldbrunnen. Dort wollte er verschnaufen und einen frischen Schluck Wasser trinken.

Damit er die Steine beim Hinsetzen nicht beschädigte, legte er sie bedächtig neben sich auf den Brunnenrand. Dann setzte er sich nieder, beugte sich zum Wasser hinunter – da stieß er ein klein wenig an, und die beiden Steine plumpsten in die Tiefe. Hans sah sie mit eigenen Augen versinken. Er sprang vor Freuden auf, kniete nieder und dankte Gott unter Tränen, dass dieser es so gut mit ihm meinte und ihn von den schweren Steinen befreit hatte, die ihn noch am meisten behindert hatten. „So glücklich wie ich“, rief er aus, „gibt es keinen Menschen unter der Sonne!“ Er fühlte sich leicht und frei und lief fort, bis er das Haus seiner Mutter erreichte.

Dieses Märchen mit dem Namen eures KindesDie Gute-Nacht-Geschichte, in der euer Kind selbst die Hauptrolle spielt – mit ruhigem Tempo und leiser Musik.Jetzt Geschichte erstellen

Hans im Glück Märchen – Inhalt in Kürze

Hans hat sieben Jahre gedient und bekommt zum Abschied einen Goldklumpen, so schwer wie sein Kopf1. Auf dem Heimweg zu seiner Mutter begegnet er Menschen, die ihm schöne Dinge anbieten, und er tauscht und tauscht: erst das Gold, dann das Pferd, die Kuh, das Schwein und die Gans. Zuletzt bleibt ihm ein Wetzstein, dazu ein schwerer Feldstein. Als ihm beide am Brunnen ins Wasser fallen, ist er zum ersten Mal wirklich erleichtert: Die Last ist weg, und mit leichtem Herzen läuft er nach Hause2.

Die Figuren

  • Hans – der Knecht, der nach sieben Jahren Dienst heimgeht und unterwegs alles hergibt.
  • Der Herr – Hans' Dienstherr, der ihm als Lohn einen kopfgroßen Goldklumpen gibt.
  • Der Reiter – tauscht sein Pferd gegen das Gold und zeigt Hans den Ruf „hopp, hopp“.
  • Der Bauer – fängt das davongaloppierende Pferd und lässt Hans dafür seine Kuh.
  • Der Wirt – bewirtet Hans im Wirtshaus, wo dieser seinen ganzen Vorrat aufisst.
  • Der Metzger – hilft Hans nach dem Tritt der Kuh auf und tauscht sein junges Schwein ein.
  • Der Bursch – der junge Mann mit der weißen Gans, der Hans mit einer Diebstahlsgeschichte erschreckt.
  • Der Scherenschleifer – überredet Hans zum letzten Tausch und gibt ihm Wetzstein und Feldstein.
  • Der Schulze – ihm soll ein Schwein gestohlen worden sein; er kommt nur in der Erzählung des Burschen vor.
  • Die Mutter – zu ihr kehrt Hans am Ende mit leichtem Herzen zurück.

Was lernen Kinder daraus?

Hans im Glück ist ein Märchen, über das Kinder und Erwachsene lange reden können. Auf den ersten Blick geht Hans als Verlierer nach Hause: Er hat seinen Lohn, den Goldklumpen, in vielen Tauschgeschäften hergegeben und besitzt am Ende fast nichts mehr. Doch Hans ärgert sich nicht. Er freut sich über jeden Tausch und ist zuletzt froh, die schweren Steine los zu sein. Nach Marion Schmaus zeigt die Erzählung, dass Glück nicht in materiellem Reichtum liegt, sondern in der Zufriedenheit mit dem, was man hat2. Karen Lippert macht auf zwei Lesarten aufmerksam: In der einen ist Hans ein Einfaltspinsel und die Geschichte ein Schwank über seine Dummheit, in der anderen befreit er sich nach und nach von Besitz und Zwängen2. Kinder können selbst entscheiden, welche ihnen besser gefällt.

Herkunft und Entstehung

Das Märchen von Hans im Glück ist ein Schwank. In den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm steht es ab der zweiten Auflage von 1819 an Stelle 83, also als KHM 832. Unsere Nacherzählung folgt der Ausgabe letzter Hand von 1857; dort steht der Text im ersten Band auf den Seiten 417 bis 422. Die Brüder Grimm hatten die Geschichte nicht selbst aufgeschrieben: Sie stammt aus der Zeitschrift Wünschelruthe, in der Friedrich August Wernicke sie 1818 unter dem Titel Hans Wohlgemut veröffentlichte2. Ludwig Bechstein nahm sie als Hans im Glücke in sein Deutsches Märchenbuch auf, Adelbert von Chamisso erzählte sie 1832 in Versen nach2. Bis heute gibt es viele Deutungen: Manche sehen in Hans einen Einfaltspinsel, andere einen Menschen, der gelernt hat, ohne Besitz zufrieden zu sein2.

Hans im Glück Märchen-Text in Kurzfassung

Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient, da sprach er zu ihm „Herr, meine Zeit ist herum, nun wollte ich gerne wieder heim zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohn.“ Der Herr antwortete „du hast mir treu und ehrlich gedient, wie der Dienst war, so soll der Lohn sein,“ und gab ihm ein Stück Gold, das so groß als Hansens Kopf war. Hans zog sein Tüchlein aus der Tasche, wickelte den Klumpen hinein, setzte ihn auf die Schulter und machte sich auf den Weg nach Haus. Wie er so dahin gieng und immer ein Bein vor das andere setzte, kam ihm ein Reiter in die Augen, der frisch und fröhlich auf einem muntern Pferd vorbei trabte. „Ach,“ sprach Hans ganz laut, „was ist das Reiten ein schönes Ding! da sitzt einer wie auf einem Stuhl, stößt sich an keinen Stein, spart die Schuh, und kommt fort, er weiß nicht wie.“ …

Text: Jacob und Wilhelm Grimm, Quelle: Kinder- und Haus-Märchen, Band 1, Große Ausgabe, 7. Auflage (Ausgabe letzter Hand), 1857, KHM 83. Fassung: Originalschreibweise der Ausgabe 1857.

Fragen zum Gespräch mit eurem Kind

  • Warum tauscht Hans immer weiter, obwohl er dabei Stück für Stück weniger bekommt?
  • Was hättet ihr an seiner Stelle behalten: das Gold, das Pferd, die Kuh, das Schwein, die Gans oder die Steine?
  • Hans freut sich, als die Steine im Brunnen liegen. Warum ist er in diesem Moment so glücklich?
  • Was wäre passiert, wenn Hans den Goldklumpen bis nach Hause getragen hätte?
  • Was bedeutet für euch Glück – und wann habt ihr euch zuletzt so gefühlt wie Hans?

Ähnliche Geschichten

Wenn ihr noch mehr Geschichten zum Vorlesen sucht, schaut euch bei unseren Märchen um. Dort findet ihr zum Beispiel Die Bremer Stadtmusikanten, König Drosselbart und Schneewittchen als Märchen zum Vorlesen und Anhören. Auch Das kalte Herz gehört dazu. Und mit Robinson Crusoe haben wir einen Klassiker kindgerecht nacherzählt.

Häufige Fragen

Wie endet das Märchen Hans im Glück?
Am Ende sitzt Hans an einem Feldbrunnen und legt die beiden schweren Steine neben sich auf den Rand1. Als er sich zum Trinken bückt, stößt er sie versehentlich in die Tiefe. Statt sich zu ärgern, freut er sich: Die Last, die ihn am meisten drückte, ist weg. Er dankt Gott, ruft, so glücklich wie er sei niemand unter der Sonne, und geht mit leichtem Herzen zu seiner Mutter nach Hause1, 2.
Wie beginnt das Märchen Hans im Glück?
Es beginnt nicht mit „Es war einmal“, sondern mitten aus dem Leben: Hans hat sieben Jahre bei seinem Herrn gedient und bittet um seinen Lohn2. Der Herr lobt seinen treuen Dienst und gibt ihm ein Stück Gold, das so groß ist wie Hansens Kopf1. Hans wickelt den Klumpen in ein Tuch, nimmt ihn auf die Schulter und macht sich auf den Heimweg zu seiner Mutter1.
Wie geht das Märchen Hans im Glück?
Die Handlung ist eine Kette von Tauschgeschäften, bei der Hans immer weniger bekommt: Gold gegen Pferd, Pferd gegen Kuh, Kuh gegen Schwein, Schwein gegen Gans, Gans gegen Wetzstein und Feldstein1. Jeden Tausch hält er für einen Glücksfall. Erst als die beiden Steine am Brunnen ins Wasser fallen, endet die Kette – und Hans geht ohne jede Last nach Hause2.
Welche Tiere kommen im Märchen Hans im Glück vor?
Im Märchen treten vier Tiere auf: das Pferd des Reiters, die Kuh des Bauern, das junge Schwein des Metzgers und die weiße Gans des Burschen1, 2. Alle vier wechseln im Lauf der Geschichte ihren Besitzer, weil Hans sie eintauscht. Am Ende besitzt er kein Tier mehr, sondern nur noch zwei Steine – und die fallen in den Brunnen.

Quellen

  1. Hans im Glück · abgerufen am 10.10.2026
  2. Hans im Glück · abgerufen am 11.10.2026
  3. Hans im Glück · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

Mehr zum Thema

Alle Seiten zu diesem Thema findet ihr in der Übersicht Märchen.