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Schneeweißchen und Rosenrot – das Märchen zum Vorlesen und Anhören

Schneeweißchen und Rosenrot ist ein Märchen der Brüder Grimm über zwei ungleiche Schwestern, die mit ihrer Mutter am Waldrand leben. Im Winter nehmen sie einen frierenden Bären bei sich auf, im Frühjahr helfen sie dreimal einem undankbaren Zwerg. Am Ende wird der Bär erlöst, heiratet Schneeweißchen, und Rosenrot bekommt seinen Bruder. Bei uns könnt ihr die Geschichte lesen und hören.
Redaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert 19 Min. LesezeitFachlich geprüft von Josef Maier
Schneeweißchen und Rosenrot: zwei Schwestern mit einem zahmen Bären vor dem Hüttchen am Waldrand – Titelbild zum Märchen
Jahr
1857
Alter ab
4
Autor/Herkunft
Brüder Grimm (Kinder- und Haus-Märchen Band 2, Große Ausgabe, 7. Auflage)

Neu erzählt nach Jacob und Wilhelm Grimm (KHM 161, Ausgabe 1857)

Schneeweißchen und Rosenrot steht als KHM 161 in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm; die hier nacherzählte Fassung erschien 1857 in der siebten Auflage.

Schneeweißchen und Rosenrot – Märchen zum Vorlesen

Hörfassung · 12 Min.
Schneeweißchen und Rosenrot – Hörfassung
0:0012:29
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Am Rand eines großen Waldes stand ein kleines Hüttchen. Darin wohnte eine arme Witwe, allein mit ihren zwei Töchtern. Vor dem Haus lag ein Garten, und darin wuchsen zwei Rosenbäumchen: Das eine trug weiße Blüten, das andere rote. Genauso verschieden und doch genauso lieb waren die beiden Mädchen. Die eine hieß Schneeweißchen, die andere Rosenrot.

Zwei Rosenbäumchen mit weißen und roten Rosen vor dem Fenster des Märchenhüttchens

Schneeweißchen war die Stille. Am liebsten blieb sie daheim, half der Mutter im Haus oder las ihr vor, wenn keine Arbeit wartete. Rosenrot zog es hinaus. Sie lief über Wiesen und Felder, pflückte Blumen und schaute den Schmetterlingen nach. Wenn die Schwestern zusammen ausgingen, hielten sie sich an den Händen. Sie versprachen einander, sich niemals zu verlassen, und die Mutter sagte, was das eine habe, solle es mit dem anderen teilen.

Fast jeden Tag liefen die beiden in den Wald und sammelten rote Beeren. Kein Tier tat ihnen etwas zuleide. Das Häschen kam herbei und fraß ein Kohlblatt aus ihren Händen, das Reh graste an ihrer Seite, der Hirsch trabte vorbei, und die Vögel sangen auf den Ästen. Wenn sie sich im Wald verspäteten und die Nacht hereinbrach, legten sie sich nebeneinander aufs Moos und schliefen bis zum Morgen. Die Mutter wusste es und machte sich keine Sorgen.

Einmal weckte sie das Morgenrot. Da sahen sie ein fremdes Kind neben ihrem Lager sitzen. Es trug ein weißes, glänzendes Kleidchen, stand auf und blickte sie freundlich an, sagte aber kein Wort und ging in den Wald hinein. Als sich die Schwestern umschauten, erschraken sie: Sie hatten dicht an einem tiefen Abgrund geschlafen. Noch ein paar Schritte in der Dunkelheit, und sie wären hinuntergestürzt. Die Mutter sagte ihnen, das müsse der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewacht.

Das Hüttchen war so sauber, dass es eine Freude war, hineinzuschauen. Im Sommer versorgte Rosenrot das Haus und stellte der Mutter jeden Morgen einen Blumenstrauß ans Bett, mit einer weißen und einer roten Rose. Im Winter machte Schneeweißchen das Feuer an und hängte den Messingkessel über die Flammen, der so blank geputzt war, dass er wie Gold glänzte. Abends setzten sich alle drei an den Herd. Die Mutter las aus einem dicken Buch vor, die Töchter spannen Wolle, neben ihnen lag ein Lämmchen, und auf einer Stange saß ein weißes Täubchen mit dem Kopf unter dem Flügel.

Eines Abends klopfte es an die Tür. „Geschwind, Rosenrot, mach auf“, sagte die Mutter, „es wird ein Wanderer sein, der ein Nachtlager sucht.“ Rosenrot schob den Riegel zurück. Doch in der Tür stand kein Wanderer, sondern ein Bär, der seinen dicken, schwarzen Kopf ins Zimmer streckte. Rosenrot schrie auf und sprang zurück. Das Lämmchen blökte, das Täubchen flatterte auf, und Schneeweißchen verkroch sich hinter dem Bett der Mutter. Der Bär aber blieb ruhig stehen und bat mit tiefer Stimme, man solle sich nicht fürchten. Er sei halb erfroren und wolle sich nur ein wenig wärmen. „Du armer Bär“, sagte die Mutter, „dann leg dich zum Feuer, und pass auf, dass dir das Fell nicht anbrennt.“ Dann rief sie ihre Töchter herbei: Der Bär meine es ehrlich.

Die Mädchen kamen näher, und nach und nach verloren auch das Lämmchen und das Täubchen ihre Scheu. Sie klopften dem Bären den Schnee aus dem Fell und kehrten ihn mit dem Besen sauber. Danach streckte er sich vor dem Herd aus und brummte zufrieden. Bald trieben sie allen Unsinn mit dem schwerfälligen Gast: Sie zupften ihm am Fell, setzten ihre Füßchen auf seinen Rücken und rollten ihn hin und her. Manchmal klopften sie mit einer Haselrute auf ihn los, und wenn er brummte, lachten sie noch lauter. Der Bär ließ sich alles gefallen. Nur wenn es gar zu toll wurde, brummte er seinen Vers: „Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot.“

Nachts durfte er am Herd liegen bleiben, geschützt vor Kälte und schlechtem Wetter. Am Morgen ließen ihn die Kinder hinaus, und er trabte über den Schnee in den Wald. Von da an kam er jeden Abend zur selben Stunde, und niemand verriegelte mehr die Tür, bevor der schwarze Gesell angekommen war.

Dann kam der Frühling, und draußen wurde alles grün. Eines Morgens sagte der Bär zu Schneeweißchen, er müsse fort und dürfe den ganzen Sommer nicht wiederkommen. „Wo gehst du hin, lieber Bär?“, fragte sie. Er müsse in den Wald, erklärte er, und seine Schätze vor den bösen Zwergen bewachen. Im Winter, wenn die Erde hart gefroren sei, blieben die Zwerge unten. Sobald aber die Sonne die Erde auftaue, brächen sie herauf, suchten und stahlen. Was einmal in ihren Höhlen liege, komme so leicht nicht wieder ans Tageslicht.

Schneeweißchen war sehr traurig. Als sie ihm die Tür aufriegelte und er sich hinausdrängte, blieb er am Türhaken hängen, und ein Stück seiner Haut riss auf. Für einen Augenblick schimmerte darunter etwas Goldenes – doch Schneeweißchen war sich nicht sicher, was sie gesehen hatte. Der Bär lief schnell davon und war bald hinter den Bäumen verschwunden.

Eine Zeit später schickte die Mutter die Töchter in den Wald, um Reisig zu sammeln. Da lag ein großer Baum gefällt auf dem Boden, und am Stamm hüpfte etwas im Gras auf und ab. Als sie näher kamen, sahen sie einen Zwerg mit einem alten, faltigen Gesicht und einem ellenlangen, schneeweißen Bart. Das Ende seines Bartes steckte in einem Spalt des Stammes fest. Der Kleine sprang hin und her wie ein Hündchen an der Leine und schimpfte, sie sollten endlich herbeikommen und ihm helfen.

„Wie hast du das nur angestellt, kleines Männchen?“, fragte Rosenrot. Da schimpfte der Zwerg noch mehr. Er habe den Baum spalten wollen, um kleines Brennholz für die Küche zu bekommen. Der Keil sei herausgesprungen, der Stamm zusammengefahren, und nun stecke sein Bart darin fest. Und dann lachten die Mädchen auch noch! Die Schwestern gaben sich alle Mühe, doch sie konnten den Bart nicht herausziehen, so fest steckte er. Rosenrot wollte schon Leute holen. „Bist du närrisch?“, schnarrte der Zwerg. „Kein Wort zu anderen!“ Schneeweißchen holte ihr kleines Scheerchen aus der Tasche und schnitt das Ende des Bartes ab.

Kaum war der Zwerg frei, griff er nach einem Sack, der zwischen den Wurzeln lag und bis oben mit Gold gefüllt war. Er murmelte vor sich hin, die Mädchen hätten ihm frech ein Stück von seinem stolzen Bart abgeschnitten, das werde ihnen noch leidtun. Dann schwang er den Sack auf den Rücken und ging fort, ohne sich noch einmal umzusehen.

Wenig später wollten Schneeweißchen und Rosenrot Fische fangen. Am Bach hüpfte etwas wie eine große Heuschrecke zum Wasser. Die Mädchen liefen hin und erkannten den Zwerg. „Willst du etwa ins Wasser?“, fragte Rosenrot. Da schrie er zurück, sie solle ihn nicht für närrisch halten, der verwünschte Fisch ziehe ihn hinein. Der Wind hatte seinen Bart in die Angelschnur verwickelt, ein großer Fisch hatte angebissen, und der Zwerg war zu schwach gewesen, ihn herauszuziehen. Die Mädchen hielten ihn fest und versuchten, den Bart aus der Schnur zu lösen. Vergebens: Bart und Schnur waren hoffnungslos verknotet. Es blieb nichts anderes übrig, als das Scheerchen zu holen und den Bart abzuschneiden – ein kleines Stück ging dabei verloren.

Der Zwerg schrie die Schwestern an, sie hätten ihm das Gesicht verschandelt. Erst hätten sie ihm den Bart unten gekürzt, jetzt auch noch den besten Teil weggenommen, so könne er sich seinen Leuten nicht mehr zeigen. Dann schleppte er einen Sack voll Perlen aus dem Schilf und verschwand hinter einem Stein.

Bald darauf schickte die Mutter die Töchter in die Stadt, um Zwirn, Nadeln, Schnüre und Bänder einzukaufen. Der Weg führte über eine Heide mit großen, verstreuten Felsen. Da sahen sie einen großen Vogel am Himmel kreisen, der sich tiefer und tiefer senkte und neben einem Felsen herabstieß. Gleich darauf hörten sie einen jämmerlichen Schrei. Ein Adler hatte den Zwerg gepackt und wollte mit ihm davonfliegen. Die Mädchen hielten das Männchen fest und zerrten mit dem Adler, bis er seine Beute losließ.

Kaum hatte sich der Zwerg vom Schreck erholt, da schimpfte er wieder: Sie hätten ihn viel zu unsanft angefasst, sein dünnes Röckchen sei überall zerrissen. Dann nahm er seinen Sack mit Edelsteinen und schlüpfte unter dem Felsen in seine Höhle. Die Mädchen waren seinen Undank schon gewohnt, gingen weiter in die Stadt und erledigten ihre Einkäufe.

Auf dem Heimweg kamen sie wieder über die Heide – und überraschten den Zwerg. Er hatte auf einem sauberen Plätzchen seinen Sack mit Edelsteinen ausgeschüttet und nicht damit gerechnet, dass so spät noch jemand vorbeikommen würde. Die Abendsonne schien auf die Steine, sie leuchteten in allen Farben, dass die Kinder stehen blieben und schauten. „Was steht ihr hier herum!“, schrie der Zwerg, und sein aschgraues Gesicht wurde rot vor Zorn. Da war ein lautes Brummen zu hören, und aus dem Wald trabte ein schwarzer Bär herbei.

Der Zwerg sprang erschrocken auf, konnte aber nicht mehr in sein Versteck entkommen. In seiner Angst bat er den Bären, ihm das Leben zu schenken und ihm alle Schätze zu geben, die schönen Edelsteine, die da lägen. Und dann verriet er die Schwestern: Die beiden Mädchen solle der Bär packen, das seien zarte Bissen für ihn. Der Bär kümmerte sich nicht um das Geschwätz. Er hob die Tatze und gab dem Zwerg einen einzigen Schlag. Da regte sich der Zwerg nicht mehr.

Die Mädchen waren davongelaufen. Der Bär aber rief ihnen nach, sie sollten stehen bleiben und sich nicht fürchten, er wolle mit ihnen gehen. Da erkannten sie seine Stimme und blieben stehen. Und als der Bär bei ihnen war, fiel plötzlich die Bärenhaut ab. Vor ihnen stand ein schöner Mann, ganz in Gold gekleidet. Er sei eines Königs Sohn, erzählte er. Der böse Zwerg hatte ihm seine Schätze gestohlen und ihn verwünscht, als Bär im Wald umherzulaufen, bis ihn der Tod des Zwerges erlöse. Nun habe der Zwerg seine Strafe bekommen.

Schneeweißchen wurde mit dem Königssohn vermählt, Rosenrot mit seinem Bruder, und die Schwestern teilten die großen Schätze miteinander. Die alte Mutter lebte noch viele Jahre ruhig und glücklich bei ihren Kindern. Die beiden Rosenbäumchen aber nahm sie mit; sie standen vor ihrem Fenster und trugen jedes Jahr die schönsten Rosen, weiß und rot.

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Schneeweißchen und Rosenrot in Kürze

Zwei Schwestern wachsen bei ihrer Mutter am Waldrand auf: das stille Schneeweißchen und die lebhafte Rosenrot. Im Winter nimmt die Familie einen frierenden Bären auf, der jeden Abend am Herd liegt und sich von den Kindern necken lässt. Dreimal helfen die Schwestern einem undankbaren Zwerg aus der Not und werden dafür beschimpft. Als der Zwerg die Mädchen verraten will, greift der Bär ein, und mit dem Schlag löst sich die Verwünschung: Der Bär ist ein Königssohn. Schneeweißchen heiratet ihn, Rosenrot seinen Bruder, und die Familie lebt glücklich.

Die Figuren

  • Schneeweißchen: Die sanftere der beiden Schwestern; sie bleibt gern im Haus, hilft der Mutter und heiratet am Ende den Königssohn.
  • Rosenrot: Die lebhaftere Schwester; sie streift gern durch Wald und Wiesen und heiratet den Bruder des Königssohns.
  • Die Mutter: Die arme Witwe lebt mit ihren Töchtern im Hüttchen, nimmt den Bären auf und sorgt für ein warmes Zuhause.
  • Der Bär: Der frierende Gast am Herd; hinter ihm steckt ein verwunschener Königssohn, der auf seine Erlösung wartet.
  • Der Zwerg: Der gierige und undankbare Herr über Gold, Perlen und Edelsteine; er schimpft, obwohl die Mädchen ihm dreimal helfen.
  • Der Bruder des Königssohns: Er taucht erst am Ende der Geschichte auf und heiratet Rosenrot.
  • Das weiße Kind: Ein stiller Engel im glänzenden Kleidchen, der die Schwestern am Abgrund bewacht.
  • Die Tiere: Häschen, Reh, Hirsch und Vögel im Wald, Lämmchen und Täubchen in der Stube – dazu der Adler und der Fisch, die den Zwerg packen wollen.

Was lernen Kinder daraus?

Die Geschichte zeigt, dass zwei Menschen sehr verschieden sein können und sich trotzdem nichts wegnehmen müssen. Die eine ist still, die andere wild – und gerade zusammen sind sie stark. Die Mädchen helfen dem Zwerg, obwohl er sie beschimpft. Dabei merken Kinder, dass Helfen nicht davon abhängt, ob jemand danke sagt: Man hilft, weil man helfen will. Der Zwerg dagegen will alles für sich behalten, schimpft und verrät am Ende sogar seine Retterinnen. Seine Gier bringt ihm kein Glück. Auch der Bär lädt zum Nachdenken ein: Erst wirkt er gefährlich, dann wird er zum Freund. Wer mutig ist und genauer hinschaut, entdeckt manchmal etwas ganz anderes als erwartet. Und die Mutter erinnert daran, dass Teilen zusammenhält.

Herkunft und Entstehung

Schneeweißchen und Rosenrot steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm als KHM 161 und wird dem Erzähltyp ATU 426 zugeordnet1. Wilhelm Grimm veröffentlichte das Märchen zuerst 1827 im Märchen-Almanach von Wilhelm Hauff; in die Grimmsche Sammlung kam es ab der dritten Auflage von 1837, in die kleine Ausgabe ab 18331. Als Vorlage diente Karoline Stahls Erzählung „Der undankbare Zwerg“ aus dem Jahr 18181. Wilhelm Grimm hat den Text stark überarbeitet und wie kaum ein anderes Märchen von Auflage zu Auflage verändert; die gehäuften Schimpftiraden des Zwerges sind für die Grimmschen Märchen ungewöhnlich1. Den Vers des Bären verdankt die Erzählung einer Novelle von Johann Friedrich Kind aus dem Jahr 18131. Auffällig ist das Schwesternpaar: Beide Mädchen sind gleich gut und gleich schön, und diese Konstellation ist in Märchen selten1. Eine bekannte Variante des Stoffes ist „Die drei verwunschenen Fürsten“ von Božena Němcová, in der drei Schwestern einen Bärenkönig, einen Adlerkönig und einen Fischkönig heiraten1. Unsere Nacherzählung folgt der Fassung von 1857, der siebten Auflage und Ausgabe letzter Hand.

Der Originaltext

Eine arme Wittwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rothe Rosen: und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenroth. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind: Schneeweißchen war nur stiller und sanfter als Rosenroth. Rosenroth sprang lieber in den Wiesen und Feldern umher, suchte Blumen und fieng Sommervögel: Schneeweißchen aber saß daheim bei der Mutter, half ihr im Hauswesen, oder las ihr vor, wenn nichts zu thun war. Die beiden Kinder hatten einander so lieb, daß sie sich immer an den Händen faßten, so oft sie zusammen ausgiengen: und wenn Schneeweißchen sagte „wir wollen uns nicht verlassen,“ so antwortete Rosenroth „so lange wir leben nicht,“ und die Mutter setzte hinzu „was das eine hat solls mit dem andern theilen.“ …

Text: Jacob und Wilhelm Grimm, Quelle: Kinder- und Haus-Märchen Band 2, Große Ausgabe, 7. Auflage 1857 (KHM 161) – Originalschreibweise der Ausgabe 1857.

Fragen zum Gespräch mit eurem Kind

  1. Was gefällt euch an Schneeweißchen besser, was an Rosenrot?
  2. Warum helfen die Schwestern dem Zwerg, obwohl er so unfreundlich ist?
  3. Wie hättet ihr euch gefühlt, wenn abends ein Bär an eure Tür geklopft hätte?
  4. Was könnte der Bär den ganzen Sommer über im Wald machen?
  5. Was würdet ihr mit einem Schatz machen, den ihr im Wald findet?

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Häufige Fragen

Wie heißt der Zwerg bei Schneeweißchen und Rosenrot?
Bei den Brüdern Grimm hat der Zwerg keinen Namen: In der Erzählung heißt er nur „der Zwerg“, „das Männchen“ oder „der Kleine“. Auch die Vorlage, aus der Wilhelm Grimm den Stoff übernahm, trug keinen Personennamen im Titel – sie heißt „Der undankbare Zwerg“1. Wenn ihr das Märchen gemeinsam lest, könnt ihr dem Zwerg einen Namen geben, der zu seiner Goldgier passt.

Quellen

  1. Schneeweißchen und Rosenrot · abgerufen am 11.10.2026
  2. Schneeweißchen und Rosenroth – Kinder- und Haus-Märchen Band 2, Große Ausgabe, 7. Auflage (Ausgabe letzter Hand), S. 296–303 · abgerufen am 11.10.2026
Fachliche PrüfungJosef MaierKinder- und Jugendpädagoge · Diplom-Sozialpädagoge (FH)Fachlich geprüft am von Josef Maier
TextRedaktion Schnuller.deZuletzt aktualisiert am

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